Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Gründung eines Waldhortes

BezeichnungInhalt
Sitzung:15.06.2021   KUKSSA/004/2021 
Vorlage:  FB 2/016/2021 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Die Beschlussvorlage wurde am 07.06.2021 in das Gremieninfo eingestellt. Der Sitzungsleiter begrüßte den anwesenden Herr Mikail Akgül von Socius e.V und erteilte anschließend der Vertreterin der Verwaltung das Wort zur Vorstellung des Tagesordnungspunktes.

 

In der KUKSS-Sitzung vom 09.03.2021 wurde die Verwaltung beauftragt, ein für den Betrieb eines Waldhortes geeignetes Waldgrundstück und einen Träger zu finden. Vorangegangen war der Antrag der Stadtratsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN vom 14.12.2020 auf Prüfung zur Gründung eines Waldhortes für die Erweiterung des Betreuungsangebotes.

 

Noch im Frühjahr/Sommer 2020 ging die Stadtverwaltung von einem weiter steigenden Betreuungsbedarf für Grundschulkinder aus. Die Hortplätze in Grafing und anteilig in Ebersberg waren vollständig belegt. Die Mittagsbetreuung geriet mit der Betreuung von 140 Kindern an ihre Grenzen. Weitere ca. 20 Kinder benötigten einen Betreuungsplatz am Nachmittag.

 

Eine Folge der Corona-Pandemie war jedoch auch der Rückgang an Betreuungsbedarf. Nun zeichnet sich eine langsame Rückkehr zur Normalität ab. Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Monaten der Betreuungsbedarf wieder ansteigt. Im Hinblick auf die Einführung eines Ganztagesbetreuungsanspruchs für Grundschulkinder der ersten Klasse ab 2025 ist die Eröffnung eines Waldhortes ein weiterer Bestandteil eines pluralen Betreuungsangebots. Die Waldpädagogik wird gut seitens der Elternschaft angenommen, wie die Nachfrage an Plätzen beim bestehenden Waldkindergarten zeigt.

 

Mit dem Socius e.V., der Träger offener und gebundener Ganztagesschulen an Rosenheimer Grund- und Mittelschulen ist, konnte ein Träger gefunden werden. Frau Brummer, die Leitung des Waldhorts Ebersberg, stellte den Kontakt zu Herrn Akgül, dem Geschäftsführer des Vereins her. Frau Brummer wird zusammen mit Herrn Akgül das Konzept des Waldhortes erstellen und Ansprechpartnerin für den Betrieb des Grafinger Waldhortes sein. Eine Trägervereinbarung wird derzeit erarbeitet.

 

Auch ein geeignetes Waldgrundstück konnte gefunden werden. Es kommen Waldflächen kurz vor Neudichau nördlich der Kreisstraße in Betracht. Der Waldbesitzer ist dazu bereit für eine Pacht in Höhe von 1.500 EUR jährlich eine Fläche seines Waldes für den Waldhortbetrieb zur Verfügung zu stellen. Nach der gemeinsamen Festlegung des genauen Standortes wird ein entsprechender Pachtvertrag ausgearbeitet. Daraufhin wird mit den Jagdpächtern Kontakt aufgenommen.

 

In der anschließenden ausführlichen Diskussion wurde nach dem Team vor Ort gefragt. Herr Akgül erläuterte, dass Frau Brummer und Herr Neef sich bis zur Übernahme um alle pädagogischen Fragen kümmern werden und die Aufgaben dann an eine pädagogische Leitung übergeben. Der Waldhort in Ebersberg bleibt in den Händen des freien Trägers und wird nicht von der Socius e.V. übernommen. Der Waldhort in Grafing wird voraussichtlich erst zum Schuljahr 2022/23 eröffnet werden können, da Bauwägen eine sehr lange Lieferzeit haben.

Ein Ausschussmitglied betonte die Vorteile eines Waldhortes. Dort sei es nicht so laut, wodurch auch das Lernen einfacher sei. Ein Waldhort sei ökologisch und pädagogisch die beste Lösung und ist auch finanziell ein großer Vorteil für die Stadt. Ein Nachteil sei jedoch, dass die Kinder von der Schule aus nicht zu Fuß dorthin gehen können, sondern gefahren werden müssen. Laut der Verwaltungsvertreterin sind es 1,8 km von der Schule zum Waldstück. Es werde überlegt, für den Transfer ein Unternehmen zu beauftragen oder den Seniorenbus zu benutzen. Ob die Schüler auch wieder zur Schule zurückgebracht werden, sei noch nicht geklärt.

 

Kritisiert wurde die schlechte Lage des Waldstückes. Es wäre besser, wenn die Kinder zu Fuß dorthin gehen könnten. Dies sei jedoch auch wegen der vielbefahrenen Straße sehr gefährlich. Die Eltern müssten die Kinder dort schließlich auch abholen. Seitens der Vertreterin der Verwaltung wurde angemerkt, dass Parkplätze auf dem Grundstück vorgesehen sind.

Aus der Mitte des Gremiums wurde hervorgebracht, dass es in der Stadt keinen Wald gibt. Bei einem Waldhort sei ein längerer Weg nicht zu verhindern. Allerdings sei das ausgewählte Grundstück wegen der vielbefahrenen Straße nicht unbedenklich, auch für Schüler, die mit dem Fahrrad hinfahren wollen. Laut dem Sitzungsleiter werden jedoch nicht viele Schüler mit dem Fahrrad hinfahren, da sie erst nach bestandener Fahrradprüfung im 4. Schuljahr alleine fahren sollen.

 


1.   Nach Sachvortrag und ausführlicher Diskussion beschloss der Klima-, Umwelt-, Kultur-, Schul- und Sozialausschuss einstimmig einen Waldhort zu errichten, um damit dem Bedarf der gesteigerten Betreuungsnachfragen nachzukommen.

 

2.   Der Klima-, Umwelt-, Kultur-, Schul- und Sozialausschuss beauftragte die Verwaltung, mit dem Träger Socius e.V. eine Trägervereinbarung und mit dem Grundstückseigentümer einen Pachtvertrag zu schließen. Eine Vereinbarung mit den Jagdpächtern ist zu treffen.