Tagesordnungspunkt

TOP Ö 7: Grundschule Mittagsbetreuung,
Übernahme der Trägerschaft zum 01.01.2021 durch die Stadt Grafing,
Übernahme eines eventuellen Defizits in Höhe von 7.200,- EUR

BezeichnungInhalt
Sitzung:14.07.2020   KUKSSA/001/2020 
Vorlage:  FB 2/018/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen
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Der Sitzungsleiter erläuterte die folgende, am 6.07.2020 zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage.

 

1.     Übernahme der Trägerschaft zum 01.01.2021

 

Derzeit verfügt die Stadt Grafing neben dem einzügigen gebundenen Ganztageszug der Grundschule zur Betreuung der Schulkinder bis zur 4. Klasse über 2 Hortgruppen (50 Plätze) und weitere 140 Plätze in der Mittagsbetreuung der Grundschule. Zusätzlich können bis zu 10 Kinder aus Grafing den Waldhort in Ebersberg besuchen.

 

Im März 2020 kristallisierte sich jedoch heraus, dass diese angebotenen Plätze zur Betreuung der Schulkinder bedauerlicherweise nicht ausreichen. Nachdem der Hort und auch die Mittagsbetreuung Absagen versandt hatten, war der Bedarf von ungefähr 24 Kindern nicht gedeckt.

 

Mehrere kooperative Gespräche zwischen der Schulrektorin Frau Goldschmitt-Behmer, der Geschäftsführerin des Vereins der Mittagsbetreuung Frau Lihl, der Teamleitung der Mittagsbetreuung Frau Kommeter-Heuermann und der Stadtverwaltung führten zu einem positiven Ergebnis:

 

Um der größeren Kinderanzahl von nun 158 Kindern zum 01.09.2020 zu den Räumen im Dachgeschoss zusätzlichen Raum zur Verfügung zu stellen, könnte der ehemalige Musikraum im Kellergeschoss der Grundschule und nach zeitlicher Absprache auch der Bewegungsraum ab September 2020 von der Mittagsbetreuung genutzt werden.

 

Frau Lihl sagte die Einstellung weiteren Personals zu, um in dem Schuljahr 2020/2021 dem erhöhten Betreuungsbedarf verantwortungsvoll und projektstrukturiert gerecht zu werden. Zu den 9 geringfügig Beschäftigten (450 EUR-Jobs) und der einen Teilzeitstelle müssten 3 weitere Betreuungskräfte zum 01.09.2020 eingestellt werden.

 

Frau Lihl teilte der Stadt Grafing jedoch auch mit, dass der Verein der Mittagsbetreuung voraussichtlich zum Jahreswechsel 2020/2021 aufgelöst wird. Die Mitgliederversammlung wird dies im September rechtsgültig beschließen.

 

Die Bestrebungen seitens der Mittagsbetreuung und der Stadtverwaltung einen Träger zum 01.01.2021 zu finden, waren bisher bedauerlicherweise ergebnislos.

 

Das Bayerische Rote Kreuz, die evangelische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt und die Caritas lehnten die Übernahme einer Trägerschaft ab.

 

Grund hierfür waren die hohe Anzahl der Kinder (entspräche 3 Kinderbetreuungseinrichtungen), die vergleichsweise niedrige Förderung durch den Staat und der Kommune und die andersartige Struktur der Mittagsbetreuung. Die Förderungen basieren nicht wie bei den Kindertageseinrichtungen auf den Regelungen des BayKiBiG, sondern auf den Regelungen des Kultusministeriums. Zudem werden aktuell seitens der Mittagsbetreuung die verschiedensten Betreuungsbedarfe seitens der Eltern erfüllt. Von Monat zu Monat können die Kinder zu anderen Betreuungszeiten angemeldet werden. Dies macht eine langfristige Planung auf Seiten der Mittagsbetreuung nahezu unmöglich. Der Verwaltungsaufwand ist immens.

 

Um aber die Betreuung von insgesamt 158 Kindern nach dem Schulunterricht zu gewährleisten und weiterhin den Fortbestand der Betreuungseinrichtung „Mittagsbetreuung Grundschule“ zu sichern, wurde dem Verein von der Stadt Grafing die Übernahme der Trägerschaft und Verantwortung zum 01.01.2021 zugesagt. Zugleich wird jedoch nach einem anderen Träger gesucht.

 

Nur so kann die Betreuung der vielen Kinder und zugleich das Plurale Angebot an unterschiedlichen Betreuungsplätzen aufrechterhalten werden.

 

2.     Übernahme eines eventuellen Corona bedingten Defizits

 

Die Mittagsbetreuung beantragte des Weiteren die Übernahme des eventuell entstehenden Defizits aus den Monaten September bis Dezember 2020 in Höhe von 7.200 EUR. Dieses könnte durch die Einstellung von drei weiteren Betreuungspersonen bei gleichzeitig Corona bedingt eingestelltem Betreuungsbetrieb in diesen vier Monaten entstehen.

 

In der anschließenden Diskussion fragte ein Ausschussmitglied, ob die Mittagsbetreuung momentan kostendeckend arbeitet. Der Sitzungsleiter bejahte dies. Wenn die Stadt die Trägerschaft übernimmt, muss diese Arbeit jemand aus dem Rathaus übernehmen, was vor allem zu Schuljahresbeginn einen enormen Aufwand bereiten würde. Das Ziel sei, auch hier einigermaßen kostendeckend zu arbeiten. Die derzeitigen Mitarbeiter der Mittagsbetreuung würden von der Stadt angestellt werden, was für die Personalverwaltung sehr viel Aufwand ist. Auch die Struktur der Mittagsbetreuung würde angepasst werden.

Ein Ausschussmitglied stimmte zu, dass es ein ziemlicher Aufwand für die Stadt ist. Da die meisten Mitarbeiter der Mittagsbetreuung momentan allerdings als geringfügig Beschäftigte arbeiten, sei eine Festanstellung durch die Stadt für diese sehr positiv. Das Angebot der Mittagsbetreuung müsste allerdings verschlankt werden. Hier müssten die Eltern in den sauren Apfel beißen. Auch der Sitzungsleiter war der Meinung, dass monatliche Änderungen der Betreuungszeiten dann nicht mehr möglich sind.

Es wurde vorgeschlagen, mit dem Elternbeirat zu reden, um den Verein am Leben zu erhalten. Der Sitzungsleiter entgegnete, dass sich die Gesellschaft verändert. Die meisten Mütter arbeiten Vollzeit und hätten keine Zeit für einen Verein. Trotzdem wolle er mit dem Elternbeirat reden.

 


Nach Sachvortrag und Diskussion wurde vom Klima-, Umwelt-, Kultur-, Schul- und Sozialausschuss einstimmig wie folgt beschlossen:

 

1)    Beschluss:

Ja: 12  Nein: 0

 

Die Stadtverwaltung versucht einen neuen Träger zum 01.01.2021 für die Mittagsbetreuung zu finden. Der Klima-, Umwelt-, Kultur-, Schul- und Sozialausschuss beschließt der Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt zum 01.01.2021 zuzustimmen, sollte kein anderer Träger gefunden werden.

 

2)    Beschluss:

Ja: 12  Nein: 0

 

Der Klima-, Umwelt-, Kultur-, Schul- und Sozialausschuss stimmt der Übernahme des eventuell in den Monaten September bis Dezember 2020 Corona bedingt entstehenden Defizits zu.