Tagesordnungspunkt

TOP Ö 7: Stadtwerke (Wasser);
Sanierung Hochbehälter Elkofen;
Durchführungsbeschluss

BezeichnungInhalt
Sitzung:23.06.2020   BWA/001/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Nach einleitenden Worten erteilte der Sitzungsleiter dem Vertreter der Verwaltung das Wort. Dieser erläuterte die folgende, am 15.06.2020 zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage.

 

Die Wasserversorgung der Stadt Grafing verfügt über 3 Hochbehälter-Standorte:

 

Grafing Am Hochholz:

-        Baujahr 1970

-        zwei Kammern à 1.000m³

 

OT Elkofen:

-        Baujahr 1970

-        zwei Kammern à 150 m³

 

OT Katzenreuth:

-        Baujahr 1979

-        1. Kammer ca. 300 m³

-        Baujahr 1984/85

-        2. Kammer eckig 500 m³

 

Gemäß §18 der Trinkwasserverordnung 2001 sind jährliche Überprüfungsbegehungen der Hochbehälter erforderlich. Im Rahmen der Überprüfungsbegehung im Jahr 2017 mit dem Gesundheitsamt Ebersberg sowie den Vertretern des Wasserwerks und der Bautechnik, wurden die Beschichtungen der Hochbehälter „Katzenreuth“ und „Am Hochholz“ bemängelt. Das Gesundheitsamt empfahl in seinem Bericht vom 31.05.2017 dringend die Erstellung einer Zustandsanalyse der Hochbehälter, insbesondere der Betonwände und deren Beschichtung.

 

Im Zuge der Zustandsbegutachtung wurden neben den geforderten Untersuchungen der Beschichtung die kompletten Innenausstattungen inkl. Technik, die Außenbereiche und auch die Betriebsgebäude bewertet. Die Untersuchungsberichte der drei Hochbehälter bestätigen einen Sanierungsbedarf der inneren Beschichtungen der Wasserkammern, aber auch die technischen Einrichtungen wie Lüftungen, Türen, sowie Aspekte des Arbeitsschutzes sind in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Zudem müssen auch die Betriebsgebäude und die Außenbereiche saniert werden.

 

Nach einer erneuten Ortsbesichtigung und Abstimmungsgesprächen zwischen dem Wasserwerk, dem Gesundheitsamt Ebersberg und der Bautechnik wurde der Hochbehälter Elkofen als dringend sanierungsbedürftig eingestuft und soll vorrangig komplettsaniert werden.

 

Daraufhin beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss in seiner Sitzung vom 22.10.2019 die Komplettsanierung des Hochbehälters in Elkofen mit einem ersten Kostenrahmen in Höhe von 440.300,00 EUR brutto (reine Baukosten). Die Ausführung wurde für das Jahr 2020 bestimmt, ferner wurden die erforderlichen Planungsleistungen an ein Fachplanungsbüro vergeben (Maßnahmenbeschluss).

 

Nach Abschluss der Entwurfsplanung (Leistungsphase 3) liegt eine Kostenberechnung in Höhe von 496.509,65 EUR brutto (reine Baukosten) vor. Damit erhöht sich der ursprüngliche Kostenrahmen um 12,7 v. H. (brutto 56.209,65 EUR).

 

Die Kosten stellen sich nachfolgend dar:

 

Die Erhöhung begründet sich vorwiegend in einer zusätzlich notwendigen Erweiterungs-Maßnahme, die zum Zeitpunkt des Maßnahmenbeschlusses und Aufstellen des Kostenrahmens noch nicht bekannt war. Aufgrund der geltenden Regeln und Normen (Hygienevorschriften) ist ein Anbau erforderlich, um den Wasserkammerbereich und den Zugangsbereich baulich zu trennen. Der Einbau einer „einfachen“ Wand aus Trockenbau oder Glas ist arbeitsrechtlich nicht zulässig.

 

Neben den Kosten für den Anbau sind in der Kostenberechnung, entsprechend der Baupreisentwicklung, höhere Preise für Materialien (Formteile, Edelstahl usw.) eingeflossen.

 

Im Haushalt 2019 wurden bereits 100.000 EUR und weiterführend im Jahr 2020 450.000 EUR berücksichtigt. Der Haushaltansatz von 2019 und 2020 verschiebt sich nun auf die Jahre 2020 und 2021.

 

In der anschließenden Diskussion merkte ein Stadtrat an, dass die Forderungen des Wasserwirtschaftsamtes unnötig seien, da so immer nur mehr Geld ausgegeben werden muss. Der Sitzungsleiter entgegnete, dass es jetzt zu spät ist, um die Maßnahmen zu ändern. Zudem sei Trinkwasser das höchste Gut.

Ein Ausschussmitglied fragte nach den Hochbehältern Am Hochholz und in Katzenreuth, die 2017 bemängelt worden sind. Der Vertreter der Verwaltung erläuterte, dass die Sanierung dieser Hochbehälter deutlich mehr kosten wird. Im Moment sei die Sanierung allerdings noch nicht geplant und man könne hier noch sparen. Der Sitzungsleiter merkte an, dass für die kommenden Sanierungen schon Kosten eingeplant seien.


Nach Sachvortrag und Diskussion nahm der Bau- und Werkausschuss die vorgestellte Planung mit Anbau (Erweiterung), sowie die aufgestellte Kostenberechnung für die Sanierung des Hochbehälters Elkofen in Höhe von 496.509,65 EUR brutto zur Kenntnis und billigte gegen drei Stimmen die Kostenerhöhung von 12,7 v.H. gegenüber dem Kostenrahmen.

 

Ferner beauftragte der Bau- und Werkausschuss die Verwaltung die Leistungen für die Sanierung des „Hochbehälters Elkofen“ zeitnah auszuschreiben und den Beginn der Ausführung für das Jahr 2020 anzusetzen.