Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Grundstück Fl.Nr. 282/41/T der Gemarkung Öxing (Korbinian-Wild-Straße 7)

BezeichnungInhalt
Sitzung:21.04.2020   BWUA/066/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Bauantrag wurde vom Verwaltungsvertreter vorgestellt.

 

Beantragt wird die Errichtung eines Einfamilienhauses (8,40 m x 10,60 m) mit Garage nach Beseitigung des dort bestehenden Werkstattgebäudes. Die Wandhöhe beträgt 5,90 m und die Firsthöhe 7,25 m.

 

Das Ausschussmitglied Herr Christian Einhellig hat gemäß Art. 49 Abs. 1 Satz 1 GO als Planfertiger an der Beratung und Abstimmung nicht mitgewirkt.

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich hinsichtlich seiner Zulässigkeit nach § 34 BauGB.

 

Die Eigenart der näheren Umgebung entspricht nach der Beurteilung der Stadt einem Allgemeinen Wohngebiet (§ 34 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 4 BauNVO). Diese Zuordnung wird auch nicht durch das bestehende Werkstattgebäude und dem dort zugelassenen Gewerbebetrieb (Malerbetrieb) ausgeschlossen. Betriebe dieser Art sind zwar mangels des auf die Gebietsversorgung bezogenen Wirkungsbereiches nicht bereits als Handwerksbetrieb nach § 4 Abs. 2 Nr. 2 BauNVO in einem Allgemeinen Wohngebiet zulässig. Die Werkstatt konnte aber als nicht störender sonstiger Gewerbebetrieb nach § 4 Abs. 3 Nr. 2 BauNVO zugelassen werden. Damit handelt es sich um eine zumindest ausnahmsweise in einem WA zulässige gewerbliche Nutzung, die damit der Einordnung als Allgemeines Wohngebiet nicht entgegensteht. Das geplante Wohngebäude ist folglich nach § 4 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO allgemein zulässig.

 

Die beantragten Wand- und Firsthöhen (5,90 m / 7,25 m) entsprechen uneingeschränkt dem Rahmen der Umgebungsbebauung, der Wandhöhen von 6,20 m und Firsthöhen von 8,50 m aufweist.

 

Auch hinsichtlich der zu überbauenden Grundstücksflächen entspricht das Vorhaben dem Einfügungsgebot.

 

Hinsichtlich des Verhältnisses der verbleibenden Freiflächen zur Umgebungsbebauung wird jedoch der Einfügungsrahmen erkennbar überschritten. Zur Beurteilung kann als Vergleich auf die Grundflächenzahl der Bebauung im prägenden Geviert zurückgegriffen werden. Diese weist eine Größenordnung von 0,18 bis 0,25 auf. Allein das gegenständliche Grundstück weist bisher mit dem Werkstattgebäude schon eine höhere GRZ von 0,31 auf. Mit dem beantragten Wohngebäude wird diese Obergrenze mit einer GRZ von 0,34 nochmals deutlich überschritten, wobei noch die bauliche Nutzung durch die Garage mit Zufahrt hinzukommt. Die verbleibenden Freiflächen bleiben damit deutlich gegenüber dem Verhältnis der umliegenden Bebauung zurück.

 

Die Voraussetzungen für eine Abweichung nach § 34 Abs. 3a Nr. 1 c BauGB liegen aber nicht vor, da das bestehende (Gewerbe-)Gebäude nicht nur erneuert (ersetzt), sondern auch erweitert wird.

 

Die Überschreitung des Einfügungsrahmens führt aber ausnahmsweise nicht zu planungsbedürftigen städtebaulichen Spannungen. So handelt es sich bei dem gegenständlichen Grundstück letztendlich um das einzige Grundstück in der prägenden Umgebung, das aufgrund seiner Ecklage für eine entsprechende Bebauung geeignet ist. Die durch die Rahmenüberschreitung entstehende Veränderung löst damit erkennbar keine Bezugnahme für gleichartige Vorhaben aus.

Das gilt etwa auch für die Grundstücke in dieser Baureihe nördlich zum Vorhaben; dort würde eine Bebauung in 2. Reihe schon die faktischen Baugrenzen überschreiten und aus diesem Grunde einen Planungsbedarf auslösen. Im Gegensatz dazu ist die Sachlage auf dem Baugrundstück eine andere, da hier aufgrund der Eckerschließung zur Korbinian-Wild-Straße eine faktische Baugrenze (Bebauungstiefe) auch in Bezug auf diese Straße besteht (vgl. gegenüberliegende Bebauung südlich der Korbinian-Wild-Straße) und eingehalten wird. Diese Besonderheit macht es möglich, die durch Folgevorhaben zu erwartende nachhaltige städtebauliche Störung der durch großzügige Gartenflächen getrennten Baureihen geprägten Umgebung auszuschließen.

 

Hinweis:

Für das Vorhaben entsteht ein Stellplatzbedarf von 2 Stellplätzen, die mit der Garage und dem Stauraumstellplatz nachgewiesen werden.

 

Über den Tagesordnungspunkt wurde ohne Diskussion abgestimmt.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Grundstück Fl. Nr. 282/41/T der Gemarkung Öxing (Korbinian-Wild-Straße 7), das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

Anwesend 12

Das Ausschussmitglied Herr Christian Einhellig nahm an der Sitzung wieder teil.

Das Ausschussmitglied Herr Dr. Ernst Böhm ist erschienen.