Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Bauantrag zum Neubau einer Doppelhaushälfte mit Carport auf dem Grundstück Fl.Nr. 593/28 der Gemarkung Grafing (Sanftlring 29a)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.01.2020   BWUA/063/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Bauantrag wurde vom Verwaltungsvertreter vorgestellt und erläutert.

 

Beantragt ist die Errichtung einer Doppelhaushälfte mit Anbau an das bereits für das Nachbargrundstück am 27.08.2019, Az. B-2019-214, ohne seitlichen Grenzabstand genehmigte Gebäude. Es entsteht damit ein Doppelhaus im rechtlichen Sinne.

 

Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des gem. § 173 Abs. 3 BBauG a.F. übergeleiteten Baulinienplanes „Sanftl-Grund“ vom 27.05.1958 und beurteilt sich hinsichtlich der festgesetzten überbaubaren Grundstücksflächen nach dem Bebauungsplan; im Übrigen nach dem Einfügungsgebot (§§ 30 Abs. 3, 34 BauGB).

 

Überbaubare Grundstücksflächen/Bauweise:

Das geplante Wohnhaus überschreitet die hintere Baulinie (Funktion einer Baugrenze) um ca. 1,8 m. Damit wird der festgesetzte Straßenabstand zur Aiblinger Straße verkürzt.

 

Für die notwendige Abweichung kann die erforderliche Befreiung gemäß § 31 Abs. 2 BauGB in gleicher Weise erteilt werden wie für die benachbarte Doppelhaushälfte (Selbstbindung beim Abweichungsermessen). Hinsichtlich der städtebaulichen Gründe wurde auf das gemeindliche Einvernehmen zur Erteilung der Befreiung für das Nachbarhaus verwiesen (vgl. Bau-, Werk- und Umweltausschuss 25.06.2019, TOP 1).

 

Die Bauvorlagen enthalten keine Darstellung der (genehmigten und noch nicht errichteten) benachbarten Haushälfte. Dort wurde das Grundstück nach Erteilung der Baugenehmigung jetzt für den Bau eines Doppelhauses geteilt. Das hat zur Folge, dass das genehmigte Wohnhaus jetzt ohne seitlichen Grenzabstand an der Grenze errichtet wird. Zur „Auflösung“ dieser Rechtssituation (Doppelhausbau im unbeplanten Innenbereich) bedürfte es – soweit kein gemeinsamer Bauantrag für das Doppelhaus erfolgt - einer rechtlichen Bindung, wonach die Gebäude nur gemeinsam mit dem Nachbarhaus als (profilgleiches) Doppelhaus bebaut werden dürfen. Nur damit kann sichergestellt werden, dass die in getrennten Baugenehmigungen zugelassenen Häuser tatsächlich gemeinsam errichtet werden und somit der Verzicht auf einen gemeinsamen Grenzabstand eintritt.

 

Die Garage (offene Garage an der Nordseite) überschreitet im hinteren (westlichen) Bereich die überbaubare Grundstücksfläche um ca. 3 Meter. Aufgrund der umfangreichen Grenzgebäude auf dem Nachbargrundstück wird der erforderlichen Befreiung auch unter Würdigung der nachbarlichen Interessen zugestimmt. Die Abweichung ist aufgrund der tatsächlichen örtlichen Verhältnisse städtebaulich noch vertretbar, in der bereits mehrfach „versetzte“ Grenzgaragen vorhanden sind.

 

Bauhöhe/Geschosszahl

Das Vorhaben entspricht auch hinsichtlich der beantragten Bauhöhen (Wandhöhe ca. 6,30 m, Firsthöhe 9,50 m) dem bereits genehmigten Nachbarhaus. Die Zulassung dieser Bauhöhe trotz Überschreitung des Einfügungsrahmens wurde bereits zum dortigen Bauantrag ausführlich begründet (vgl. Bau-, Werk- und Umweltausschuss 25.06.2019, TOP 1). Hierauf wird inhaltlich hingewiesen.

 

Hinweise:

Das Vorhaben liegt in der Anbaubeschränkungszone der angrenzenden Staatsstraße St 2089 (Art. 24 BayStrWG).

Für das Vorhaben besteht ein Stellplatzbedarf von 2 Stellplätzen, die in den Bauvorlagen dargestellt sind.

 

Über den Tagesordnungspunkt wurde ohne Diskussion abgestimmt.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau einer Doppelhaushälfte mit Carport auf dem Grundstück Fl.Nr. 593/28 der Gemarkung Grafing (Sanftlring 29a) das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

Anwesend 12

Das Ausschussmitglied Herr Johannes Oswald ist erschienen.