Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Kinderbetreuung:
Antrag des "Kleine Strolche e.V." auf Übernahme der Kosten für eine FSJ-Stelle und
Übernahme des Defizits aus 2020

BezeichnungInhalt
Sitzung:10.12.2019   StR/069/2020 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte dem Stadtkämmerer das Wort. Dieser erläuterte die folgende, am 02.12.2019 zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Die „Kleinen Strolche e.V.“ sind seit ihrer Gründung im Jahre 1995 als Elterninitiative im „Netz für Kinder“ eine verlässliche, pädagogisch konstante und von Eltern mit viel Eigeninitiative betriebene Betreuungseinrichtung für bis zu 15 Kinder. Mit entsprechender Anrechnung der Plätze werden zum Teil bis zu 5 unter 3-jährige Kinder betreut. Die Einrichtung „Kleine Strolche“ trägt auch wesentlich zur Pluralität des Betreuungsangebots bei.

 

Bisher existiert mit diesem Verein keine Trägervereinbarung, die auch eine Defizitübernahme regeln könnte. Der Verein erhält die reguläre Betriebskostenförderung nach dem BayKiBiG und die Monatsbeiträge der Eltern.

 

Der Verein hat in den vergangenen Jahren keine weitere finanzielle Unterstützung von der Stadt Grafing b.München erhalten.

 

Im Jahr 2019 gingen zwei Erzieherinnen mit 27 Wochenstunden und 25 Wochenstunden beinahe zeitgleich in den Ruhestand: Eine Erzieherin Ende August, die zweite Erzieherin (voraussichtlich) Ende des Jahrs 2019.

 

Im September 2019 wurde eine ehemalige FSJlerin der „Kleinen Strolche“ nach ihrer abgeschlossenen pädagogischen Ausbildung als Erzieherin in Vollzeit eingestellt.

 

Die Erzieherin befindet sich zum Abschluss ihrer Ausbildung seit September 2019 bis August 2020 im Anerkennungsjahr als Praktikantin bei den „Kleinen Strolchen“. Sie würde sehr gerne ab September 2020 fest bei den Kleinen Strolchen als Erzieherin anfangen. Damit wäre das Personalproblem sowohl nachhaltig als auch pädagogisch im Sinne der Kinder gelöst.

 

Die Monate Januar 2020 bis August 2020 müssten allerdings mit weiterem geeigneten Personal überbrückt werden, da eine notwendige Betreuung mit einer Vollzeitstelle und einer Erzieherin im Anerkennungsjahr nicht sichergestellt werden kann.

 

Eine der beiden Erzieherinnen, die sich in den Ruhestand verabschieden wollte, bot nun an, ihren Ruhestand noch bis September 2020 zu verschieben. Die Übergangsphase wäre damit abgefangen und der Einstieg für die neue Kraft erleichtert.

 

Aus den laufenden Einnahmen können die „Kleinen Strolche“ diese personelle Umstrukturierung im Jahr 2020 nicht finanzieren.

 

Der Kassenwart der „Kleinen Strolche“ teilte bei der Besprechung mit den Vertretern der Verwaltung am 25.11.2019 das voraussichtliche Defizit in Höhe von bis zu 23.000 EUR für das Jahr 2020 mit. Das Jahr 2019 wird ohne Defizit abgeschlossen werden können.

 

Die „Kleinen Strolche“ beantragten aufgrund der Prognose des Kassenwarts eine finanzielle Unterstützung für das Jahr 2020. Der Verein beantragt jedoch nicht eine Vereinbarung im Hinblick auf eine dauerhafte Defizitübernahme.

 

Der 2. Vorstand der „Kleinen Strolche“ und der Kassenwart trugen am 25.11.2019 somit folgende Anliegen vor:

 

1.     Einmalige Defizitübernahme

 

Die „Kleinen Strolche“ beantragen den einmaligen Ausgleich des Defizits in Höhe von voraussichtlich bis zu 23.000 EUR im Jahr 2020.

 

Der Kassenwart legte eine ausführliche Aufstellung der voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben für 2020 vor.

 

Um den „Kleinen Strolchen“ schon heute eine finanzielle Absicherung und damit eine hinreichende Basis für den personellen Wandel für das Jahr 2020 bieten zu können, schlägt die Verwaltung vor, bereits heute die Übernahme des erwirtschafteten Defizits aus 2020 nach Rechnungslegung zu beschließen.

 

2.     Dauerhafte Übernahme der Kosten einer FSJ-Stelle

 

Die „Kleinen Strolche“ beantragen zudem rückwirkend ab Januar 2019 die dauerhafte Kostenübernahme einer FSJ-Stelle. Aus den entsprechend eingereichten Belegen ist zu entnehmen, dass für eine FSJ-Stelle monatlich 664,49 EUR zu leisten sind.

 

Für die drei großen Träger der Kinderbetreuungsstätten wurde in der KUSS-Sitzung vom 26.06.2006 je Träger die Übernahme der Kosten für ein/e Vorpraktikant/in durch die Stadt beschlossen. Ebenso wurde für den Waldkindergarten die Kostenübernahme für die Stelle eines Bufdis am 17.10.2019 beschlossen.

 

Um den „Kleinen Strolchen“ den personellen Umbruch zu erleichtern, schlägt die Verwaltung die Übernahme der Kosten für eine FSJ-Stelle in Höhe von 664,49 EUR monatlich, rückwirkend ab Januar 2019 vor.

 

In der anschließenden Diskussion sprach sich der Stadtrat für eine Übernahme des Defizites aus. Dass der Verein bislang kostendeckend gearbeitet hat, wurde gelobt und Unterstützung in der besonderen Situation zugesichert.

 


Der Stadtrat beschloss einstimmig, dem Antrag des Vereins „Kleine Strolche e.V.“ zuzustimmen und nach Vorlage entsprechender Belege das Defizit aus dem Jahr 2020 zu übernehmen.

 

Ferner beschloss der Stadtrat auf Antrag einstimmig, die Übernahme der Kosten für eine FSJ-Stelle ab Januar 2019 in Höhe von aktuell 664,49 EUR monatlich.