Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Liegenschaften,
Griesstraße 27,
Sanierung Wasserschaden (Kostenfeststellung)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.11.2019   BWUA/061/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde am 20.11.2019 in das Gremieninfo eingestellt. Die Vertreterin des Technischen Bauamtes stellte den Tagesordnungspunkt vor.

 

Grundlagen

In der Sitzung vom 29.11.2018 hat der Bau-, Werk- und Umweltausschuss die Sanierung des Wasserschadens in der Griesstraße 27 beschlossen.

 

Da nicht exakt ermittelt werden konnte, woher das Wasser kommt (z.B. undichtes Bachbett, Niederschlag, Sonstiges) und nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Wasser auch durch die Bodenplatte oder von der Straßenseite her in das Gebäude eindringt, wurde durch den Gutachter der Ausbau des Estrichs und die anschließende Abdichtung der Bodenplatte sowie der aufgehenden Innen- und Außenwände empfohlen. Nur so konnte eine dichte Wanne erzeugt werden, die dauerhaft verhindert, dass Wasser von außen in das Gebäude eindringt.

 

Es waren dazu folgende Leistungen erforderlich, für die Haushaltsmittel von insgesamt brutto 130.000 EUR eingestellt worden sind (Haushalt 2019):

 

GRI - Kostenübersicht Wasserschadensanierung

Stand: 25.06.2019

Gewerk

Kostenrahmen

Abrechnung

Gutachter

10.000

6.070,82

Abbruch

10.000

13.288,84

HLS (Rückbau)

1.000

inkl. in Abbruch

ELT (Rückbau)

500

inkl. in ELT

Abdichtung

35.000

37.427,02

Estrich

6.000

6.880,31

Maurerarbeiten

1.000

6.455,45

Kalziumsilikatdämmung

0

inkl. in Abdichtung

Trockenbau

8.000

11.967,90

Lino

8.500

5.896,52

Fliesen

12.000

15.037,96

HLS (Neubau)

10.000

16.978,86

ELT (Neubau)

5.000

9.361,30

Malerarbeiten

4.000

4.227,99

WC-Trennwände

4.000

2.324,32

Summe brutto

115.000

135.917,29

 

Nach Abschluss des Bauvorhabens wurden die Leistungen mit einer Gesamtsumme in Höhe von 135.917,29 EUR brutto schlussgerechnet.

 

In der ursprünglichen Planung war vorgesehen, dass die bestehenden Sanitärgegenstände und Heizkörper sowie die Elektroleitungen und Leuchten usw. erhalten werden sollen. Im Zuge der Ausführung der Bauleistungen zeigte sich jedoch, dass dies überwiegend nicht möglich war.

 

Insgesamt stellte sich das Gebäude in einem schlechten Zustand dar. So war die Dämmung auf der Außenwand ungleichmäßig stark eingebaut und teilweise verbrannt und dadurch unwirksam. Hinter einer Vorsatzschale im WC-Bereich der VHS fand sich eine offene Aussparung (ca. 40 × 20 cm!) in der Außenwand, durch die das Erdreich sichtbar war.

 

Die entstandenen Mehrkosten resultieren teilweise aus Massenmehrungen und teilweise aus zusätzlich erforderlichen Leistungen der einzelnen Gewerke. Letztere sind nachfolgend aufgeführt:

 

Mehrkosten

 

Kalziumsilikatplatten

Aufgrund von auftretendem Tauwasser musste statt der ursprünglich geplanten Dämmung mit Putz (wie auch vorher im Bestand verbaut) eine Kaliziumsilikatplatte eingebaut werden. Dies war wichtig, um sicherzustellen, dass Luftfeuchtigkeit im Bereich der Außenwand aufgenommen und wieder abgegeben werden kann und es nicht zu einer Tauwasserbildung kommt.

 

Trockenbau

Aufgrund des Alters und des Verschmutzungsgrads wurden die Rasterdeckenelemente erneuert.

 

HLS

Mehrkosten sind in diesem Bereich entstanden, weil diverse Bestandsbauteile nicht wiederverwendet werden konnten (Lüfter, Sanitärgegenstände, Heizkörper).

 

ELT

Ursprünglich sollten die Elektroleitungen nur ergänzt werden. Im Zuge der Baumaßnahme stellte sich jedoch heraus, dass die Bestandsinstallation teilweise nicht mehr zu gebrauchen und aufgrund der ungeordneten Verlegung nicht mehr zuordenbar war. Zudem wurden IT-Leitungen für die VHS ergänzt.

 

In der anschließenden Diskussion wurde der Vorwurf laut, dass hier Mängel bei der Bauausführung vorliegen. Jedoch wurde von der Stadtverwaltung bereits vor mehr als 10 Jahren ein Wasserschaden saniert, der aus heutiger Sicht vermutlich die gleiche Ursache hatte. Demnach war das Problem bereits vor über einem Jahrzehnt bekannt und es wurden damals keine weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet. Somit kann der Bauträger rechtlich heute nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden. Der Baumeister der Griesstraße 27 ist zwischenzeitlich insolvent gegangen.

 


Nach Sachvortrag und kurzer Diskussion nahm der Bau-, Werk- und Umweltausschuss gegen eine Stimme, die Gesamtabrechnungskosten des Bauvorhabens „Wasserschadensanierung Griesstraße 27“ in Höhe von brutto 135.917,29 EUR zur Kenntnis und billigte die ausgeführten und abgerechneten Leistungen.