Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Information zum Prüfauftrag MVG-Räder

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.10.2019   EB/008/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde in das Gremieninfo eingestellt. Die Klimaschutzmanagerin stellte den Tagesordnungspunkt vor und erläuterte den Sachverhalt.

 

Um die Nutzung von Fahrrädern zu erhöhen und den motorisierten Individualverkehr zu entlasten, beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung vom 30.07.2019 eine Ausweitung des Angebots von öffentlichen Fahrrädern auf die S-Bahn-Haltestellen in Grafing zu überprüfen. Auch die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future haben dazu eine entsprechende Forderung aufgestellt mit dem Hinweis auf den Anbieter der MVG-Räder als geeigneten Kooperationspartner.

 

Erfahrungen in Stadt und Landkreis München

Im Innenstadtbereich von München wird der Verleih nach dem so genannten Free-Float-System (freie Rückgabe der Räder) angeboten. Das funktioniert im ländlichen Raum nicht. Für Grafing bieten sich fest installierte Stationen an, an denen die Räder ausgeliehen und zurückgegeben werden können. Feste Stationen mindern zwar die Attraktivität des Verleihs, sind jedoch aus Organisationsgründen zwingend notwendig.

 

Seit Mitte 2019 ist das Fahrradleihsystem MVG Rad auch in den meisten Münchener Landkreiskommunen eingeführt. Die Übernahme des Systems in Grafing bzw. die Ausweitung auf Grafing bietet sich auch aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit an. Das Mietradsystem im Landkreis ist ein stationsbasiertes System. In 21 der 29 Gemeinden im Landkreis München wurden bisher über 160 Stationen installiert (z.B. Aschheim, Aying, Brunnthal, Feldkirchen, Haar, Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Kirchheim). Bei einem Gesamtvolumen von 3,6 Mio. Euro erhielt der Landkreis München eine Bundesförderung von mehr als drei Mio. Euro. Die Bedingungen für Nutzer sind wie folgt: Die Minute in der Einzelnutzung kostet 8 Cent, Studierende und Kunden mit IsarCard-Abonnement der MVG zahlen den ermäßigten Preis von 5 Cent pro Minute. Das Jahrespaket gibt es für 48 EUR pro Jahr. Kunden mit IsarCard-Abonnement zahlen 36 EUR, Studierende sogar nur 12 EUR pro Jahr. Weitere Voraussetzung ist die App „MVG more“, über die man nach einmaliger Registrierung die Räder nutzen kann.

 

Landkreis Ebersberg

Im Landkreis Ebersberg haben die Gemeinden Poing und Vaterstetten sowie die Stadt Ebersberg Interesse angekündigt. Poing hat einen entsprechenden Grundsatzbeschluss vorzuweisen. Weitere Planungen sind noch nicht angestellt worden. Ein Treffen der vier Klimaschutzmanager ist geplant.

 

Landrat Niedergesäß steht im Kontakt mit dem Geschäftsführer des MVV, Dr. Rosenbusch. Es ist geplant, dass Herr Dr. Rosenbusch dazu bei den Bürgermeistern referiert. Herr Niedergesäß wollte in der Bürgermeister-Dienstbesprechung im Oktober darauf hinweisen, ist aber aus Zeitgründen nicht mehr dazu gekommen.

Ob der Austausch bereits bei der nächsten Besprechung am 25.11.19 sein wird, ist noch unsicher. Der nächste Termin wäre am 03.02.2020.

 

Die Kosten pro Station ergeben sich nach Anzahl der Ständer und Räder. Eine große Station mit 15 Rädern wird auf 40.000 EUR geschätzt, eine kleine mit 8 Rädern auf 25.000 EUR. Der Platz, der für die Station nötig ist, beträgt für die große Station 12 m × 2 m, für die kleine 7 m × 2 m. Grundsätzlich kann die Anzahl der Räder beliebig angepasst werden. Diese Investition ist von der Kommune zu tätigen. Ebenso wie die Betriebskosten. Diese werden mit den Einnahmen gegengerechnet. Das bedeutet: je mehr eine Station genutzt wird, desto geringer sind die Kosten für die Gemeinde.

Die Umverteilung der Räder übernimmt die MVG, für die Kommune fallen keine Arbeiten an.

Der Vertrag mit MVG läuft 5 Jahre mit der Option zur Verlängerung. Da das System erst seit Oktober 2015 läuft, sind zur Lebensdauer von den Rädern noch keine Aussagen zu treffen.

 

In der anschließenden Diskussion wurde festgelegt, dass die Grafinger Bürgerinnen und Bürger zum Thema befragt werden sollen: Wer würde die Räder nutzen? Die Befragung soll online durchgeführt (Doodle) sowie Flyer am Bahnhof verteilt werden.

 

Möglicherweise könnte das Projekt „MVG-Räder“ für die Mitarbeiter von CADFem interessant sein, sobald der Firmenstandort ins Gewerbegebiet verlegt wird. Die Verwaltung soll die Mitarbeiter von CADFem in die Umfrage einbeziehen.

 

Grundsätzliche Bedingung für die Einführung der Räder sollte allerdings die Kooperation mit der Stadt Ebersberg sein.

 

Zur Wirtschaftlichkeit des Projektes wurde festgehalten: Die Stadt Grafing hat die Kosten für die Räder zu tragen. Die Einnahmen der Räder gehen jedoch an die MVG. Mit den Betriebskosten wird gegengerechnet. Ein Gewinn ist nicht zu erwarten.