Tagesordnungspunkt

TOP Ö 9: Liegenschaften;
Kindergarten St. Margareth - Sanierung Wasserschaden;
Maßnahmenbeschluss

BezeichnungInhalt
Sitzung:22.10.2019   BWUA/059/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde am 15.10.2019 in das Gremieninfo eingestellt. Der Vertreter der Verwaltung erläuterte den Sachverhalt.

 

Am 25.07.2019 wurde dem Technischen Bauamt ein Feuchtigkeitsschaden im Jugendraum UG des Kindergartens St. Margareth in Straußdorf gemeldet. Beim Verschieben von Möbeln wurden nasse Stellen am Boden festgestellt.

Zur Ermittlung des genauen Schadensumfanges wurde eine Bautrocknungsfirma beauftragt, den Estrich punktuell zu öffnen und auf Feuchtigkeit zu prüfen. Es wurde eine komplette Durchfeuchtung des Estrichs festgestellt.

 

Für das Schadensbild ergeben sich drei mögliche Ursachen:

1.     durch Umbauarbeiten beschädigte bzw. undichte Leitungen (Wasser, Heizung)

2.     defekte Technik (Hebewerk, Wasserhahn Küche)

3.     von außen ins Gebäude eindringende Feuchtigkeit (Regenwasser, Grundwasser)

 

Am 29.07.2019 wurde der Schaden von einem Sachverständigen begutachtet. Aufgrund der Umbauarbeiten war zeitgleich eine Fachfirma für Sanitäre Anlage vor Ort. Somit konnten sämtliche Installationen und das Hebewerk der Einbauküche überprüft werden. Hier wurden keine Schäden festgestellt. Der Wasserdruck wurde ebenfalls überprüft. Auch hier gab es keine Auffälligkeiten bzw. Unregelmäßigkeiten.

 

Um der Ursache des Wasserschadens systematisch auf den Grund zu gehen, wurde ein Sachverständiger beauftragt, den Schaden gutachterlich zu bewerten. Hierzu wurden zur Ermittlung des Feuchtegehalts und der Sättigungsfeuchte, sowie zur Berechnung des kapillaren Durchfeuchtungsgrads Bohrkerne im Gruppenraum, Lagerraum und Heizungsraum entnommen.

 

Das Schadensbild, welches sich in Form von feuchten Stellen bzw. flüssigem Wasser zeigt, wird im Wesentlichen auf Undichtigkeiten im Übergangsbereich Boden/Wand zurückgeführt (vermutlicher Wassereintritt im Bereich der Außenwand „Lagerraum“). Als sehr unwahrscheinlich wird erachtet, dass die Wassereintritte „von unten“ durch die Bodenplatte stattgefunden haben bzw. stattfinden. Es liegt die Vermutung auf der Hand, dass in der Bauzeit Anfang der 1960er Jahre der kritische Anschlussbereich Boden zu den aufgehenden Wänden nicht ausreichend gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt worden ist (Dichtbänder, Fugenbänder, Dichtungskehlen, Injektionsschläuche etc.).

 

Warum erst jetzt Wasserschäden auftreten, kann nicht gänzlich nachvollzogen werden. Es liegt aber nahe, dass durch immer häufigere Starkregen das Wasser nicht schnell genug abgeleitet wird bzw. im Erdreich versickert und dadurch größere Wassermengen auf das Gebäude einwirken.

 

Da nicht exakt ermittelt werden kann, woher das Wasser kommt und nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Wasser auch durch die Bodenplatte oder durch die Außenwand des Jugendraums in das Gebäude eindringt, werden vom Sachverständigen folgende Maßnahmen empfohlen:

1.     Den Ausbau des Estrichs und die anschließende Abdichtung der Bodenplatte sowie der aufgehenden Innenwände des Jugendraums.

2.     Die Entfernung von Estrichstreifen und die anschließende Abdichtung der Bodenplatte zur Außenwand im Lager und Heizraum.

 

Nur so lässt sich eine dichte Wanne erzeugen. die dauerhaft verhindert, dass das Wasser von außen in das Gebäude eindringt. Die empfohlenen Maßnahmen sind die einzig sichere Möglichkeit der Gebäudeabdichtung.

 

Durch die Gebäudeversicherung ist dieser Schaden nicht abgedeckt.

 

Bislang wurden nachfolgende Leistungen erbracht und abgerechnet:

-       Gutachterliche Tätigkeit (Sachverständiger):        brutto 1.558,90 EUR

-       Untersuchung durch die Bautrocknungsfirma       Abrechnung liegt noch nicht vor

-       Überprüfung der Installationen und Hebewerk:     Abrechnung liegt noch nicht vor

 

Für die Sanierung des Wasserschadens stellt sich die Kostenschätzung wie folgt dar:

 

Stand 09.10.2019

Gewerk / Maßnahme

Kostenschätzung

Umlagerung Möbel/Inventar

1.000,00 €

Abbau Küche

500,00 €

HLS Rückbau

1.000,00 €

Abbruch / Entsorgung Estrich Gruppenraum

1.000,00 €

Abdichtungsmaßnahmen Gruppenraum, Lager, Heizungsraum

30.000,00 €

Estrich

2.500,00 €

Malerarbeiten /Wandanstrich

1.000,00 €

Bodenbelag Lino

5.000,00 €

Einbau Küche

500,00 €

HLS Neubau

1.500,00 €

Regale Lager

500,00 €

Möbel/Inventar einräumen

1.000,00 €

Summe brutto

45.500,00 €

 

Da die Maßnahme nicht im Haushaltsjahr 2019 eingeplant ist, stehen aktuell keine Haushaltsmittel für die Sanierung des Wasserschadens zur Verfügung. Somit handelt es sich um bisher nicht veranschlagte (außerplanmäßige) Ausgaben. Dennoch empfiehlt die Stadtverwaltung dringend, die Sanierung des Jugendraums in Straußdorf durchzuführen, um das Gebäude vor weiteren Schäden zu schützen. Zudem muss die Jugendgruppe bereits seit längerem auf die Räumlichkeiten verzichten.

 

Nach dem Sachvortrag diskutierte das Gremium die Möglichkeiten, das Gebäude auch von außen hin abzudichten. Die West- und Südseite wären dazu geeignet. Ohne Außenabdichtung, so die Vermutung, wird die Flüssigkeit wieder aufsteigen und in spätestens 10 Jahren ein ähnlicher Schaden zu beheben sein.

 

Es wurde vorgeschlagen, mit Hilfe einer „Schürfgrube“ den Wasserdruck von außen abzuklären: Bildet sich Regenwasser, Schichtwasser oder Grundwasser in der Beobachtungsgrube? Oder bleibt das Material trocken? Die Schürfgrube ist eine kostengünstige Methode, um die Ursache des Wasserschadens zu konkretisieren. Die Verwaltung wird die Maßnahmenmöglichkeiten prüfen.

 

Außerdem wurde empfohlen, mehrere Wärmepumpen zur Raumtrocknung aufzustellen.

 

Das Gremium sah den Handlungsbedarf im Kindergarten St. Margareth als dringlich an.

 


Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss nahm die bislang entstandenen Kosten, sowie die Kostenberechnung in Höhe von brutto 45.500,00 EUR für die Wasserschadensanierung des Jugendraumes im Untergeschoss des Kindergartens St. Margareth in Straußdorf zur Kenntnis und beschloss gegen eine Stimme, wie folgt:

 

  • die bisher nicht veranschlagten (außerplanmäßigen) Ausgaben zu billigen,
  • die Maßnahme aufgrund der Dringlichkeit bereits in diesem Jahr auszuführen zu lassen (Maßnahmenbeschluss).
  • die Erste Bürgermeisterin zu ermächtigten, die erforderlichen Bauleistungen in Auftrag zu geben.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, die Möglichkeiten zur Außenwandabdichtung zu prüfen.