Tagesordnungspunkt

TOP Ö 16: Stadtwerke (Abwasser);
Umbau der Rechenanlage in der Kläranlage;
Durchführungsbeschluss

BezeichnungInhalt
Sitzung:25.06.2019   BWUA/056/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde am 24.06.2019 in das Gremieninfo eingestellt. Die Vertreterin des Technischen Bauamts stellte den Tagesordnungspunkt vor.

 

Mit der zunehmenden Anzahl an Kanalanschlüssen erhöht sich nicht nur der Abwasserzulauf und die Klärschlammmenge, auch die Verzottungen häufen sich. Diese Verzottungen führen zu erheblichen Problemen innerhalb des Klärprozesses. Es kommt zu Störungen bei Pumpen, Schiebern etc. Im Bereich der Klärschlammpresse wurden bereits Häcksler montiert, um den Störungen bei der Klärschlammpressung vorzubeugen.

 

Um das gesamte System weiter zu entlasten, ist es ratsam, die vorhandene Rechenanlage zu optimieren. Die Optimierung muss dabei 2 wesentliche Bestandteile beinhalten. Zum einem muss dem vorhandenen Rechen ein weiterer Feinrechen nachgeschaltet werden. Weiterhin muss der Zulauf neu berechnet und umgebaut werden. Aktuell wird die Überstauhöhe durch zulaufendes Abwasser zu schnell erreicht, so dass das Abwasser direkt in den Klärprozess einströmt ohne die vorhanden Rechenanlage zu durchlaufen.

 

Das Ingenieurbüro Dippold & Gerold aus Germering wurde im November 2018 mit der Planung des Umbaus der Rechenanlage beauftragt. Die Beauftragung erfolgte im Rahmen der Befugnisse der 1. Bürgermeisterin gemäß Honorarangebot vom 29.10.2018 in vorläufiger Höhe von 29.931,82 EUR brutto.

 

Der nun vorliegende Erläuterungsbericht (liegt der Beschlussvorlage bei) hat verschiedene Arten von Rechenanlagen untersucht. Anschließend wurde die wirtschaftlichste Lösung, ein nachgeschalteter Lochsiebfeinrechen mit 4 mm Lochweite, weitergehend untersucht.

 

Mit der Minderung von eingeleiteten Feststoffen in das System, werden alle nachgeschalten mechanischen Systeme entlastet. Gleichzeitig wird durch einen zusätzlichen Rechen, die Entsorgungsmenge voraussichtlich verdoppelt. 2018 wurden für die Entsorgung der Sieb- und Rechenabfälle Kosten in Höhe von 1.483,37 EUR brutto verrechnet. Bei der Annahme, dass sich die Entsorgungsmenge verdoppelt, würden somit Kosten in Höhe von ca. 3.000 EUR brutto jährlich anfallen. Im Vergleich zu den erhöhten Entsorgungskosten stehen jedoch die Entlastung der nachgeschalteten mechanischen Anlagenkomponenten und die Minderung der Prozessunterbrechungen durch gehäufte Reinigungsarbeiten an Pumpen, Häckslern usw. durch das Kläranlagenpersonal

 

Für den Umbau der Rechenanlage sowie für die Anpassung der Zulauf- bis Umlaufschwellen wurde eine Kostenberechnung erstellt. Die Kosten inkl. Baunebenkosten belaufen sich auf gerundete 179.000,00 EUR brutto und stellen sich anhand der nachstehenden Bruttoteilsummen zusammen:

 

bauliche Maßnahmen                                                                                13.256,60 EUR

maschinentechnischer Teil                                                                       83.023,92 EUR

E-MSR technischer Teil                                                                              38.437,00 EUR

Baunebenkosten                                                                                         44.030,00 EUR

Gesamtsumme Brutto                                                                            178.747,52 EUR

 

Im Haushalt 2019 wurden 180.000 EUR (Investitionshaushalt der Kläranlage) für die Erweiterung/Erneuerung der Rechenanlage berücksichtigt.

 

Die Bauverwaltung empfiehlt die bestehende Rechenanlage um einen 4-mm-Lochsiebrechen inkl. der erforderlichen baulichen Maßnahmen zu erweitern.

 

Nach dem Sachvortrag wurde im Rahmen der Diskussion festgelegt, dass die Grafinger Bevölkerung über das Problem in der Kläranlage informiert wird. Ein Aufruf in „Grafing aktuell“ soll die Bürgerinnen und Bürger anhalten keine Grobstoffe in die Toiletten zu werfen.

 


Der Bau-, Werk- und Umweltausschluss beschloss einstimmig die Erweiterung der Rechenanlage in der Kläranlage um einen 4-mm-Lochsiebrechen inkl. baulicher Anpassung gemäß vorgestellter Planung und Kostenberechnung in Höhe von brutto 178.747,52 EUR.

 

Die Bauverwaltung wurde beauftragt die Ausschreibung vorzubereiten und die Umsetzung für das Jahr 2019 zu realisieren.