Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Kindertagesstätten;
Überblick über die Anmeldesituation in den Kindertagesstätten und Erhöhung der Kindergartengebühren

BezeichnungInhalt
Sitzung:19.03.2019   KUSS/014/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage lag den Ausschussmitgliedern vor. Von der Sitzungsleiterin wurde eingangs eine „lebende“ Excel Tabelle in Papierform gezeigt: Alle Kinder die einen Platz in einer Grafinger Krippe oder Kindergarten benötigen wurden erfasst – eine Prognose für die kommenden Kindergartenjahre. Die Erste Bürgermeisterin machte auf einen Punkt aufmerksam: Größter Unsicherheitsfaktor für eine sichere Prognose des Bedarfs, seien die Krippenkinder und ihre Betreuungsquote, die seit Anfang 2018 von etwa 30% auf aktuell über 50% gestiegen sei. Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin der Verwaltung das Wort die den Sachverhalt dem Gremium vorstellte.

 

In den ersten beiden Januar-Wochen d.J. hat die gemeinsame Einschreibezeit aller Grafinger Kinderbetreuungseinrichtungen stattgefunden. Die von den Kindertagesstätten übermittelten Listen wurden mittlerweile in der Verwaltung zusammengeführt und mit den Kiga-Leitungen in einer gemeinsamen Sitzung abgeglichen.

 

Auf Grund dieses Abgleichs ergibt sich für September 2019 folgendes Bild:

 

Kinderkrippen (bzw. U3-Kinder):

 

Neuaufnahmen                                43         Kinder

Warteliste                                            41         Kinder

 

Kindergärten (Ü3-Kinder):

 

Neuaufnahmen                              118         Kinder

Warteliste                                            30         Kinder

 

 

Es kann im Laufe der nächsten Monate noch zu Verschiebungen kommen (Termin Schuleinschreibung am 1. April 2019, Aufnahme/Rückstellungen von sog. Kann-Kindern in die Schule, Aufnahme in schulvorbereitende Einrichtungen, Zuzüge etc. Die endgültigen Schulanmeldungen seien erst im Mai bekannt.). Da die Eltern ihre Kinder teilweise in bis zu fünf Einrichtungen angemeldet haben, ist von einer Dringlichkeit des Bedarfs auszugehen. Bei einigen Kindern ist die altersgemäße Zuordnung (U3- oder Ü3-Kinder) noch zu klären.

 

Die Verwaltung arbeitet derzeit an Lösungen, um die auf der Warteliste verbliebenen Kinder unterzubringen: Die zweite Gruppe in Straußdorf kann aufgefüllt werden. Weiterhin wird zum einen die Aufstellung eines Containers in der Nähe der Alten Schule in Oberelkofen in Betracht gezogen, zum anderen werden Verhandlungen mit dem Markt Kirchseeon wegen der Anmietung einer frei werdenden Einrichtung mit zwei Gruppenräumen geführt. Folglich können voraussichtlich fast alle Ü3-Kinder untergebracht werden. Trotzdem fehlen noch Plätze für U3-Kinder. Der Mangel an Krippenplätzen kommt vor allem dadurch zustande, dass die Betreuungsquote von prognostizierten 30% auf fast 60% gestiegen ist.

Das Kontingent von Tagesmüttern ist voraussichtlich ausgeschöpft.

 

Auf Grund der massiven Defizitübernahmen in den letzten beiden Jahren, sieht sich die Stadt gezwungen, die Elternbeiträge anzuheben. Insgesamt hat die Stadt in den letzten 5 Jahren 899.539 € an Defizitkosten der verschiedenen Einrichtungen übernommen.

 

Im Gegenzug kommt es zu einer deutlichen finanziellen Entlastung der Eltern, da mit Wirkung ab dem 1. April 2019 die Elternbeiträge für die gesamte Kindergartenzeit mit 100,– € pro Kind und Monat vom Freistaat Bayern bezuschusst werden. Die Beitragsentlastung gilt ab dem 1. September des Jahres, in dem das Kind drei Jahre alt wird bis zu dessen Einschulung. Ab Anfang 2020 tritt diese Regelung dann auch für Krippenkinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres in Kraft.

 

Die Beitragsdifferenz zur nächst höheren Buchungszeitkategorie muss mindestens 10 Prozent des Elternbeitrags für vier Stunden betragen.

 

Die Gebühren stellen sich ab September 2019 wie folgt dar:

 

Gebühren Kindertagesstätten ab 09/2019

KiGa/Hort

bis 08/2019

ab 09/2019

 

 

 

3 > 4 Std.

     95,--

€ 113

4 > 5 Std.

   105,--

€ 125

5 > 6 Std.

   114,--

€ 137

6 >7 Std.

   124,--

€ 150

7 > 8 Std.

   133,--

€ 165

8 > 9 Std.

   143,--

€ 181

9 >10 Std.

   152,--

€ 200

  

KiGa U 3

bis 08/2019

ab 09/2019

3 > 4 Std.

   200,--

€ 226

4 > 5 Std.

   220,--

€ 250

5 > 6 Std.

   240,--

€ 274

6 > 7 Std.

   260,--

€ 300

7 > 8 Std.

   280,--

€ 325

8 > 9 Std.

   246,--

€ 355

9 >10 Std.

   256,--

€ 385

 

Kinderkrippe

bis 08/2019

ab 09/2019

3 > 4 Std.

   250,--

€ 268

4 > 5 Std.

   275,--

€ 295

5 > 6 Std.

   300,--

€ 325

6 > 7 Std.

   325,--

€ 357

7 > 8 Std.

   350,--

€ 392

8 > 9 Std.

   375,--

€ 420

9 >10 Std.

   400,--

€ 460

 

 

Warum erwirtschaftet der eine Träger Defizite und der andere nicht? Darum ging es in der anschließenden Diskussion. Die Frage konnte nicht hinlänglich beantwortet werden. Denn es hänge von unterschiedlichen Faktoren ab, so die Vertreter der Verwaltung.

 

Vom Stadtkämmerer wurden überdies auf einige wichtige Punkte hingewiesen. Zum einen haben alle Grafinger Kitas gleiche Gebühren, um einen Wettbewerb auszuschließen. Es wurde lange mit einer Erhöhung gewartet. Deshalb seien die Grafinger Kindergärten im Vergleich mit den Nachbargemeinden teilweise viel günstiger, eine Anhebung vertretbar. Mit der Erhöhung werden die Eltern nicht mehr belastet, weil jede Familie mit Kindergartenkind bereits ab dem 1. April 2019 einen Zuschuss vom Freistaat Bayern über 100 Euro erhält. Aber: Der Vorschlag der Erhöhung der Kindergarten- und Hortgebühren sei die einzige Möglichkeit, die finanzielle Situation der Einrichtungen zu verbessern, so der Kämmerer.

 

Ein Ausschussmitglied machte abschließend auf die Mängel im Kindergarten-Buchungssystem aufmerksam. Dass Krippenkinder einen Vorteil gegenüber zuhause betreuten Kindern bei der Vergabe der Kindergartenplätze hätten, sei nicht hinnehmbar. Die Vertreterin der Verwaltung erklärte, dass die Gründe hierfür im System der Kinderhäuser zu suchen seien. Der Betreuungsvertrag aus der Krippe werde im Kindergarten weitergeführt. Die Stadtverwaltung vergibt keine Kindergartenplätze, sondern diese vergibt der Träger.

 


Der Kultur-, Schul-, Sport- und Sozialausschuss beschloss gegen zwei Stimmen die Erhöhung der Gebühren für die Kindertagesstätten in der von der Verwaltung vorgeschlagenen Form ab dem nächsten Kindergartenjahr. Dadurch sollen die Zahlungen zum Defizit der Kindertagesstätten sinken.