Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Museum der Stadt Grafing;
Information zur Ausstellung „Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten. Die Revolution von 1918/19 in ihren Auswirkungen auf den Grafinger Raum“

BezeichnungInhalt
Sitzung:15.01.2019   StR/056/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Im Vorfeld zur Sitzung stellte die Fraktion BfG folgenden Antrag mit der Stellungnahme von Herrn Andreas Salomon:

 

„Hiermit beantrage ich dringlich für die Stadtratssitzung am 15.1.2019 folgende Anfragen zur derzeitigen Ausstellung „Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten“ im Grafinger Stadtmuseum mit anschließender Diskussion als Tagesordnungspunkt aufzunehmen.

 

Die Ausstellung ist noch bis 10. Februar 19 geöffnet.

 

1.) Wer war an der Konzeption und Organisation beteiligt? Welche genaue fachliche Qualifikation weisen die Organisatoren (Kurator Herr Schäfer) vor?

2.) Wurde diese Ausstellung hinsichtlich rechtsnationalen und antisemitischen Gedankenguts überprüft?

3.) Gibt es im Museum Grafing vor Ausstellungen eine Qualitätskontrolle, wer ist befugt, eine Ausstellung frei zu geben, und trägt damit die letztendliche Verantwortung?

4.) Hat Frau Bgm. Obermayr die Ausstellung vor der Eröffnung gesehen?

5.) Inwieweit war der der Förderverein beteiligt?

6.) Wer ist befugt Führungen zu geben? Haben bereits Führungen stattgefunden?

7.) Haben bereits Schulklassen diese Ausstellung besucht? Wie viele?

Es soll von Seiten der Stadt eine Möglichkeit zur öffentlichen Diskussion geschaffen werden.

 

Begründung:

Seit Weihnachten wurde ich von mehreren Seiten als Stadträtin kritisch auf die Ausstellung angesprochen. Der Vorwurf lautet: einseitige und tendenziöse Darstellung der Geschehnisse zugunsten der rechtsnationalen Freikorps. Diese hätten Bayern von der „Gewaltherrschaft“ der „Rätediktatur” befreit. (siehe Ankündigung der Ausstellung auf der Webseite)

Die Räterepublik war der Versuch, nach dem Sturz der Monarchie und aus den Wirren der Nachkriegszeit eine Demokratie zu formen. Die Opfer der gewaltsamen Niederschlagung verdienen gewürdigt zu werden und nicht deren Ermordungen und standrechtlichen Hinrichtungen gerechtfertigt und entschuldigt!

Selbstverständlich kann Geschichte unterschiedlich kommentiert werden, dazu ist aber zuerst eine neutrale und alle Seiten beleuchtende Darstellung notwendig. Dies steht zumindest in der Kritik und sollte öffentlich diskutiert werden.

Es soll von Grafing kein rechtsnationales und verzerrtes Bild der Geschichte dargestellt werden. Bitte lesen Sie hierzu die Stellungnahme von Andreas Salomon, einem ehemaligen Gymnasiallehrer, der sich seit 20 Jahren mit dem Thema Räterepublik in Rosenheim bzw. Kolbermoor befasst und dazu ein Buch geschrieben hat.

Hinzu kommt, dass Bürger bereits bei der Eröffnung ihrer Empörung über die Einseitigkeit Ausdruck geben wollten, aber bei der Eröffnungsrede von Herrn Schäfer keine Gelegenheit dazu bekamen.

 

Kurze Stellungnahme zur Grafinger Ausstellung von Herrn Andreas Salomon

„Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten. Die Revolution von 1918/19 in ihren Auswirkungen auf den Grafinger Raum“

 

Wer über die Novemberrevolution reden will, muss auf deren Ursachen zu sprechen kommen. In der Ausstellung findet man dazu den „Erlebnisbericht“ des Freikorpsler Alfons Bräu. Er schreibt: „Nun war das Ende des Krieges da, aber welch entsetzliches Ende. Kein ehrenvoller Frieden, sondern ein Zusammenbruch, verbrecherisch herbeigeführt durch rassefremdes jüdisch marxistisches Gesindel, ein Frieden um jeden Preis. Die Röte der Scham und Wut stieg jedem anständigen Deutschen auf, der das Treiben dieser Volksverführer und Verhetzer sah.“

 

In dem zwölf Seiten langen Pamphlet heißt es zur Novemberrevolution über Eisner, es handele sich um einen „volksfremden Juden“. Der Autor vertritt die Ansicht, die Arbeiter seien von “den roten Machthabern” während der Räterepublik „aufgehetzt“ worden und nennt die Vertreter der Räterepublik „bolschewistische Verbrecher“. Und ganz offensichtlich ohne jede Sachkenntnis äußert er ganz allgemein: „Die Spartakisten übten rücksichtslosen Terror aus.“ Ohne auf den Inhalt einzugehen, ist allein die Sprache schon ausgesprochen verräterisch, steckt sie doch voller antikommunistischer und antisemitischer Vorurteile.

 

Die Ausstellung insgesamt gibt leider keine Möglichkeit, sich von der Novemberrevolution wirklich ein Bild zu machen, da sie Vorgänge ausschließlich aus der Perspektive der Gegner der Revolution dargestellt werden. Es wird deutlich gemacht, wie erfolgreich die Grafinger Freikorpsmitglieder bei der Niederschlagung der Revolution agiert haben, ohne die wirklichen Gründe der Revolution zu erwähnen und schon gar nicht deren demokratische Errungenschaften. Weder wird der diktatorische Charakter der Obersten Heeresleitung angesprochen noch die desaströse Kriegsführung des Kaisers. Während landauf, landab Gedenkfeiern abgehalten werden, um an die Durchsetzung der Demokratie mit Frauenwahlrecht und 8-Stundentag zu erinnern, um nur zwei der zahlreichen Errungenschaften zu nennen, bleibt in Grafing die Zeit stehen und man erinnert hier an die „stolzen“ Freikorpsmitglieder deren Wirken von brutalster Gewalt gekennzeichnet war, wie es kein Historiker heute mehr anzweifelt und deren Aktionen inhaltlich und auch oft personell direkt in den Nationalsozialismus überleiteten.

 

„Dem roten Terror folgte die weiße Rache“ heißt es in der Ausstellung. Der einzige Terrorakt der Roten ist der sogenannte Geiselmord im Luitpold-Gymnasium. Es gibt aber keinerlei Nachweis, dass Egelhofer oder Levine daran beteiligt waren. Warum wird es dann behauptet? Das Blutbad allerdings und der willkürliche Terror bei der Zerschlagung der Räterepublik sind hinlänglich belegt.

 

Wer gewisse Grundkenntnisse über die Novemberrevolution hat, wird von der Ausstellung wegen ihrer Parteinahme und Einseitigkeit enttäuscht sein. Wer über nur wenige oder gar keine Kenntnisse verfügt, wird nicht in die Lage versetzt, die damaligen Ereignisse auch nur einigermaßen korrekt einschätzen zu können.

Der Titel der Ausstellung hält zudem auch nicht, was er verspricht. Denn aus der dargestellten Perspektive hat sich im Grunde nichts geändert.“

 


Hierzu nahm die Erste Bürgermeisterin folgendermaßen Stellung:

 

Beantwortung der Fragen des Antrags der Stadträtin Marlene Ottinger (BfG) zur Stadtratssitzung am 15.01.2019

 

Zu 1:

 

Konzeption und Organisation der Ausstellung lagen in Händen von Archiv- und Museumsleiter Bernhard Schäfer. Die Gestaltung des Begleitprogramms wurde im Vorfeld auf Wunsch des DGB-Kreisverbands Ebersberg mit diesem besprochen.

 

Ausstellungsmacher Bernhard Schäfer weist als Qualifikation ein abgeschlossenes Universitätsstudium (M.A.) an der LMU München in der Fächerkombination Neuere und Neueste Geschichte/Mittelalterliche Geschichte/Politische Wissenschaften auf (Gesamtnote 1,6) auf. Er hat seinen Schwerpunkt in der Zeitgeschichte gesetzt und seine Magisterarbeit zum Thema „Der Münchner Königsplatz im Dritten Reich – Eine Studie zu den Anfängen und Intentionen repräsentativen Bauens im Nationalsozialismus“ bei Prof. Dr. Hans Günter Hockerts und Prof. Dr. Walter Ziegler verfasst (Note 1,0).

 

Historiker Schäfer agiert zudem nicht nur als Grafinger Archiv- und Museumsleiter, sondern ist darüber hinaus auch als 1. Vorsitzender des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg e.V., als Kreisarchivpfleger sowie als Vorstandsmitglied und Schriftleiter des Verbands bayerischer Geschichtsvereine e.V. tätig. (Zur Qualifikation Schäfers siehe auch die Aufstellung seiner bisherigen Arbeiten.)

 

Zu 2:

 

Ausstellungsmacher Schäfer ist sich als Historiker der politisch-ideologischen Bandbreite von ganz links bis ganz rechts wohl bewusst. Als Geschichtswissenschaftler sieht er sich zu einer nüchtern-sachlichen, objektiven Darstellung verpflichtet. Er geht bei seiner Betrachtung der Historie von der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland aus.

 

Zu 3:

 

Kurator Schäfer ist aufgrund seiner eingehenden wissenschaftlichen Beschäftigung mit den Themen der im Museum Grafing gezeigten Sonderausstellungen Fachmann für den jeweils behandelten Gegenstand. Es dürfte schwer sein, einen anderen Experten für eine adäquate Qualitätskontrolle zu finden. Die letztendliche Verantwortung trägt, wie bei allen anderen Veröffentlichungen auch, der Autor persönlich.

 

Zu 4:

 

Die Erste Bürgermeisterin Angelika Obermayr hat, wie bei allen vorausgegangenen Sonderausstellungen ihrer Amtszeit, den Haupttext der Ausstellung vorab zur Kenntnisnahme erhalten. Auch dem Zweiten Bürgermeister Josef Rothmoser, der bei der Ausstellungseröffnung das Grußwort sprach, ging der Text zur Vorbereitung vorab zu.

 

Zu 5:

 

Der Förderverein Museum der Stadt Grafing e.V. war über seinen damaligen 1. Vorsitzenden Franz Frey in die Gestaltung des Begleitprogramms zur Ausstellung eingebunden.

 

Zu 6:

 

Befugt Führungen zu geben, ist der Ausstellungsmacher Bernhard Schäfer. Führungen haben noch keine stattgefunden.

 

Zu 7:

 

Schulklassen haben die Ausstellung noch nicht besucht.

 

 

Erwiderung der Bürgermeisterin zu der an der Ausstellung geäußerten Kritik

 

Das im Titel der Ausstellung gebrachte Zitat „Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten!“ sei irreführend, heißt es in der Kritik. Dabei wird angenommen, dass diese Sentenz dem Schiller-Drama „Wilhelm Tell“ entlehnt sei und auf dieses Bezug nehme. Dies trifft so nicht zu. Tatsächlich nämlich stammt das Zitat aus der Lokalzeitung „Ebersberger Anzeiger“, in der ein Redakteur des Blattes diesen Spruch als Überschrift über seinen Bericht von einer am 17.11.1918 in Öxing über die revolutionären Veränderungen abgehaltenen Versammlung gesetzt hat. Freilich wird sich der Journalist die Sentenz aus Schillers Werk anverwandelt haben (wo es im Übrigen heißt: „Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit!“).

 

Seine Rechtfertigung für den Ausstellungstitel hat sie allemal. So fand doch damals die alte Ordnung, die Monarchie, sehr wohl ihr Ende und Neues wurde hervorgebracht: eine parlamentarische Demokratie mit allgemeinem Verhältniswahlrecht, mit Trennung von Staat und Kirche, mit Achtstundentag, …. Neuerungen, die über den Bürgerkrieg von 1919 hinaus Bestand haben sollten.

 

Die Errungenschaften der Revolution würden in der Ausstellung zu wenig gewürdigt, so heißt es in der Kritik weiter. Diese Aussage ist so nicht richtig. Die Errungenschaften der Revolution, wie etwa Demokratisierung, Parlamentarisierung, Frauenwahlrecht …, werden hier mehrfach angesprochen. Nur sind sie nicht aus dem Gesamtzusammenhang gelöst, sondern werden als Teilaspekte des Ausstellungsthemas, das sich ja dezidiert mit der Revolution von 1918/19 in ihren Auswirkungen auf den Grafinger Raum beschäftigt, behandelt.

 

Der Weitung des Blicks über die lokale Sphäre hinaus dient das Begleitprogramm, in dessen Rahmen Kurt Eisner, die Revolution im gesamtbayerischen Raum, der literarische Niederschlag von Revolutionären, Liedgut der Revolutionszeit und die Münchner Revolutionärin Sonja Lerch Behandlung finden.

 

Des Weiteren lautet ein Vorwurf, die Ausstellung sei einseitig und tendenziös, gebe die Vorgänge ausschließlich aus der Perspektive der Gegner der Revolution wieder und stilisiere gewalttätige Verbrecher zu Helden. Dieser Angriff entbehrt jeder Grundlage.

 

Wer die Ausstellung unvoreingenommen besucht, wird beim Gang durch die Schauräume zunächst Folgendes erfahren: Der weitaus größte Teil der kriegsmüden und der alten Ordnung überdrüssigen Bevölkerung des Ebersberger/Grafinger Raums – und um die geht es hier ja – verfolgte die Anfänge der friedlichen Revolution Kurt Eisners mit gespannter Aufmerksamkeit. Die Bevölkerung war dabei durchaus bereit, sich auf die revolutionären Neuerungen einzulassen. Sodann wird der Besucher sehen, dass die breite Mehrheit der Einwohnerschaft des Bezirkes Ebersberg aber dem in dieser Form nicht gewünschten Fortgang der Revolution eine klare Absage erteilte. Diese Ablehnung erfolgte ab dem Zeitpunkt, als sich bei den neuen Machthabern diejenigen Kräfte in den Vordergrund drängten, die stark sozialistische Positionen vertraten, traditionelle Wertvorstellungen und Belange der ländlichen Gesellschaft ignorierten und die angekündigte Demokratisierung verschleppten.

 

Und schließlich wird der Besucher lesen, dass sich die Bewohner des Ebersberger/Grafinger Raums gegen die sich anschließende Radikalisierung der Revolution in der Räteherrschaft, die ab dem Übergang in die kommunistische Diktatur zu einer unmittelbaren Bedrohung für viele von ihnen wurde, nach Aufruf der rechtmäßigen MSPD-Regierung Hoffmann im Sinne des Selbstschutzes aktiv zur Wehr setzten und auf diesem Wege zur Beendigung eines extremen, antidemokratischen Politikentwurfs beitrugen.

 

Mit dieser Darstellung folgt die Ausstellung nüchtern – auf breiter Quellenbasis und flankiert von der aktuellen Forschungsliteratur – der historischen Faktenlage. Die ausführliche Schilderung ist dabei der Komplexität der Thematik geschuldet. Als Historiker kann sich der Ausstellungsmacher keine ahistorischen Verkürzungen, wie sie seine Kritiker einsetzen („Freikorps und Bürgerwehren – quasi die Vorgängerorganisationen von SS und SA“), erlauben.

 

Die Revolution von 1918 ist eben nicht gleich die Diktatur des Proletariats von 1919. Der Pazifist Kurt Eisner ist nicht der verhinderte Massenmörder Rudolf Egelhofer. Die Gegner der Räteherrschaft in München, Kolbermoor, Rosenheim … sind mitnichten allesamt Wegbereiter Hitlers! So war etwa der Rosenheimer Rudolf Kanzler, der Gründer des Freikorps „Chiemgau“, zunächst Reichstagsabgeordneter der katholisch-konservativen Zentrumspartei und später Vorsitzender des Bayerischen Heimat- und Königsbundes, der den Aufstieg der Nationalsozialisten zur Macht in Bayern zu verhindern suchte. Und der Grafinger Freikorpsführer Georg Schlederer war Mitglied der katholisch-konservativen Bayerischen Volkspartei und als solches in der NS-Zeit politisch abgemeldet.

 

Ein anderer Kritikpunkt lautet, dass in der Ausstellung vom „roten Terror“ die Rede sei, dass es einen solchen aber nicht gegeben habe, ausgenommen den Geiselmord im Luitpold-Gymnasium. Dagegen sei in der Schau der „weiße Terror“ verschwiegen worden.

 

Auch diese Anschuldigung ist nicht korrekt. Zum einen ist die Ausübung von Terror nicht auf das Verüben von Morden beschränkt. Terror beginnt schon bei willkürlichen Bedrohungen und reicht dann über Haussuchungen, Requirierungen, Plünderungen bis hin zu Erpressungen, Geiselnahmen und Verhaftungen. So gesehen gibt es doch einiges an „rotem Terror“ aufzulisten. Zum anderen wird in der Ausstellung nach der Erwähnung des Geiselmordes im Luitpold-Gymnasium ausdrücklich von der „weißen Rache“ gesprochen. In diesem Zusammenhang wird aufgeführt, dass bei den militärischen Auseinandersetzungen, bei standrechtlichen Erschießungen und bei Morden nach der Einnahme Münchens schätzungsweise bis zu 1.200 Menschen zu Tode kamen. An anderer Stelle in der Ausstellung findet der Kolbermoorer Mord an Bürgermeister Georg Schuhmann und seinem Sekretär Alois Lahn Darstellung und bei weiterer Gelegenheit wird von der blutigen Niederschlagung der kommunistischen Rätediktatur gesprochen.

 

Schließlich wird noch moniert, dass in der Ausstellung der „Erlebnisbericht“ des Ebersberger Freikorpslers Alfons Bräu nachzulesen sei, in dem dieser antikommunistische und antisemitische Vorurteile verbreite. Dies ist richtig. Der Bräu-Text ist Bestanteil einer Mappe, die sich als Quellensammlung zur Ausstellung versteht und Schilderungen der damaligen Geschehnisse aus dem Blickwinkel von Zeitzeugen versammelt. Diese Darstellungen geben selbstredend die Sicht der Verfasser wieder und nicht die Position des Ausstellungsmachers oder der Stadt Grafing. Um Irritationen zu vermeiden, wurde der Sammlung ein entsprechender Hinweis vorangestellt.

 

Ich bitte ebenfalls zu bedenken, dass die Ausstellungen des Museums als Gesamtpaket zu sehen sind: Dazu gehört u.a. der Vortrag von Prof. Grau über Kurt Eisner und seine friedliche Revolution – auch im Zusammenhang dargestellt mit der unsäglichen „Dolchstoßlegende“. Dazu gehört auch der Vortrag von Günther Baumgartner, der nun wirklich nicht als Rechter gelten kann.

 

Bernhard Schäfer genießt aufgrund seiner Qualifikationen mein vollstes Vertrauen.

 

Im Anschluss daran erwähnte die Sitzungsleiterin noch einige Arbeiten von Herrn Schäfer, die der Vollständigkeit halber hier komplett aufgeführt werden:

 

Als Autor

  • Schäfer, Bernhard: Der Münchner Königsplatz im Dritten Reich – Eine Studie zu den Anfängen und Intentionen repräsentativen Bauens im Nationalsozialismus, unveröffentl. Magisterarbeit, München 1994, 91 S.
  • Die Dienststellen der Reichsleitung der NSDAP in den Parteibauten am Münchner Königsplatz. Entstehung – Entwicklung – Strukturen – Kompetenzen, in: Lauterbach, Iris / u.a. (Hg.): Bürokratie und Kult. Das Parteizent-rum der NSDAP am Königsplatz in München. Geschichte und Rezeption, (Veröffentlichungen des Zentralinsti-tuts für Kunstgeschichte 10), München 1995, S. 89-107.
  • Das „Münchner Abkommen“, in: Lauterbach, Iris / u.a. (Hg.): Bürokratie und Kult. Das Parteizentrum der NSDAP am Königsplatz in München. Geschichte und Rezeption, (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 10), München 1995, S. 115-118.
  • Die Kreistage der NSDAP in Ebersberg, in: Süddeutsche Zeitung/Ebersberger Neueste Nachrichten, 145, Mi., 26.06.1996, S. 2; 146, Do., 27.06.1996, S. 2; 147, Fr., 28.06.1996, S. 2.
  • /Schäfer, Berthold: 1000 Jahre Frauenneuharting. Ein Heimatbuch, Neukeferloh/München 1997, 320 S.
  • Materialsammlung zum Thema „Vertreibung und Integration. Die Aufnahme und Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern nach 1945“, Bd. I, Zentralorte und Zentralstellen der Flüchtlinge und Vertriebenen in Bayern – Literatur, Archivalien, Museales Gut, Ansprechpartner, Bd. II, Bibliographie (1994-1998), Bd. III, Gutachten, unveröffentl. Dokumentation, Augsburg 1998, 166 S.
  • Der Physikatsbericht für das Landgericht Ebersberg aus dem Jahre 1861, (Der Landkreis Ebersberg. Geschichte und Gegenwart 5), Stuttgart 1998, 80 S.
  • Der Physikatsbericht für das Landgericht Ebersberg aus dem Jahre 1861, in: Oberbayerisches Archiv 122 (1998), S. 335-438.
  • 100 Jahre Eisenbahn Grafing – Ebersberg. Vom Dampfroß zur S-Bahn – Eine Dokumentation, in: ... / Krammer, Markus: 100 Jahre Lokalbahn Grafing – Ebersberg. 1899-1999, Neukeferloh/München 1999, S. 55-115.
  • Die Marktgemeinde Grafing vor 100 Jahren, in: ... /Krammer, Markus: 100 Jahre Lokalbahn Grafing – Ebers-berg. 1899-1999, Neukeferloh/München 1999, S. 143-151.
  • Lorenz Wagner – Marktschreiber und Chronist, in: Land um den Ebersberger Forst 2 (1999), S. 127-134.
  • /Schäfer, Berthold: Frauenneuharting im 20. Jahrhundert. Eine oberbayerische Landgemeinde im Wandel der Zeit, Neukeferloh/München 2000, 107 S.
  • Angekommen – Angenommen?! Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im Landkreis Ebersberg nach 1945. Ausstellungskatalog des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg e.V., Haar bei München 2001, 71 S.
  • Ludwig der Bayer und das Kloster Ebersberg, in: Schäfer, Bernhard (Red.): Kloster Ebersberg – Prägekraft christlich-abendländischer Kultur im Herzen Altbayerns, Haar bei München 2002, S. 221-233.
  • Die NSDAP im „Traditionsgau“ München-Oberbayern 1930 bis 1945. Parteiarbeit in der Region zwischen
  • Anspruch und Verwirklichung, in: Ein NS-Dokumentationszentrum für München. Ein Symposium in zwei Teilen, Tagungsband, hg. v. d. Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit u. v. Kulturreferat der Landeshauptstadt München, München 2003, S. 144-148.
  • /Jahn, Wolfgang/Rex, Patricia/Schulten, Holger: Bayern, Böhmen und das Salz, CD-ROM, Augsburg 2003.
  • Grafing bei München und Umgebung. Historische Kulturlandschaft am Ursprung der Attel, Haar bei München 2003, 296 S.
  • Die NSDAP im Gau München-Oberbayern und ihre Kreistage. Parteiarbeit in der Region zwischen Anspruch und Verwirklichung, in: Rumschöttel, Hermann/Ziegler, Walter (Hg.): Staat und Gaue in der NS-Zeit: Bayern 1933-1945, (Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, Reihe B, Beiheft 21), München 2004, S. 507-556.
  • Das KZ-Außenkommando Markt Schwaben, in: Land um den Ebersberger Forst 7 (2004), S. 102-105.
  • Markt Schwaben, in: Benz, Wolfgang/Distel, Barbara (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der national-sozialistischen Konzentrationslager, Band II, Frühe Lager, Konzentrationslager Dachau, Emslandlager, München 2005, S. 387-389.
  • Das MPZ in der Abteilung „Der Erste Weltkrieg“ im Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt, in: Tätigkeits-bericht 2003/2004, hg. v. Museums-Pädagogischen Zentrum (MPZ), München 2005, S. 32.
  • Das MPZ in der Abteilung „Nationalsozialismus in München – Chiffren der Erinnerung“ des Münchner Stadtmuseums, in: Tätigkeitsbericht 2005, hg. v. Museums-Pädagogischen Zentrum (MPZ), München 2006, S. 30–32.
  • 100 Jahre Verband bayerischer Geschichtsvereine – Eine Chronik, in: Verband bayerischer Geschichtsvereine e.V., URL: http:/www.verband-bayerischer-geschichtsvereine.de/09_chronik/Chronik1a.pdf. 126 S.
  • Traditionsgau München-Oberbayern, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http:/www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel 44887 (21.05.2007). 6 S.
  • Blutfahne der NSDAP, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <http:/www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel 44343 (20.06.2007). 4 S.
  • Aus der Geschichte des Grafinger Rathauses, in: Informationen – Mitteilungen – Wissenswertes: Das Gra-finger Rathaus, hg. v. d. Stadt Grafing bei München zum Tag des offenen Denkmals am 9. September 2007, Grafing bei München 2007, S. 2-4.
  • Aus der Geschichte der Grafinger Zeitung, in: Land um den Ebersberger Forst 10 (2007), S. 37-60.
  • Ein spätmittelalterlicher Fund aus Jakobneuharting, in: Land um den Ebersberger Forst 10 (2007), S. 103-104.
  • Das SS-Lebensborn-Heim „Hochland“ Steinhöring, in: Land um den Ebersberger Forst 10 (2007), S. 105-108.
  • Verband bayerischer Geschichtsvereine e.V., in: Forum Heimatforschung. Ziele – Wege – Ergebnisse, H. 13, hg. v. Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V., München 2008, S. 25-40.
  • 100 Jahre Verband bayerischer Geschichtsvereine – Eine Chronik, in: Mitteilungen des Verbandes bayerischer Geschichtsvereine 24 (2009), S. 30-159.
  • Aus der Geschichte Rindings – Ein Überblick, in: Rinding – Die tausendjährige Geschichte einer Dorfgemein-schaft, hg. v. d. Dorfgemeinschaft Rinding, Ebersberg 2010, S. 11-29.
  • Kultur. Schriftenreihe von Archiv und Museum der Stadt Grafing), Haar bei München 2013. 112 S.
  • Gefreites Haus zu Grafing, Text zum gleichnamigen Kartonmodellbogen, hg. v. Kartonmodell-Museum Heidelberg, Heidelberg 2013. 2 S.
  • Jüdische Schicksale aus Grafing, in: Schäfer, Bernhard (Hg.): Neues aus der Geschichte von Grafing und Um-gebung (I), (Der Grafinger Wappenbär 2 – Beiträge zur Geschichte und Kultur. Schriftenreihe von Archiv und Museum der Stadt Grafing), Haar bei München 2015, S. 162-195.
  • Das Eisenbahnunglück zwischen Aßling und Oberelkofen am 16. Juli 1945, in: Schäfer, Bernhard (Hg.): Neues aus der Geschichte von Grafing und Umgebung (I), (Der Grafinger Wappenbär 2 – Beiträge zur Geschichte und Kultur. Schriftenreihe von Archiv und Museum der Stadt Grafing), Haar bei München 2015, S. 196-213.
  • Il Ristorante, ehem. Wildbräu in Grafing, in: Volk, Michael (Hg.): Genuss mit Geschichte. Einkehr in Denkmä-ler – Gasthäuser in Oberbayern, München 2017, S. 157-159.
  • Das „Goldene Buch“ der Hofmark Eisendorf. Eine Quelle von unschätzbarem Wert, (Der Grafinger Wappen-bär 3 – Beiträge zur Geschichte und Kultur. Schriftenreihe von Archiv und Museum der Stadt Grafing), Haar bei München 2017. 246 S.
  • Das Eisenbahnunglück zwischen Aßling und Oberelkofen am 16. Juli 1945, in: Raab, Jörg/Fügen, Maximilian (Hg.): Spurensuche – 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Eine Pädagogische Handreichung des Lan-desverbandes Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., München 2019, S. 15-18.
  • Zahlreiche weitere Veröffentlichungen zu geschichtlich-kulturellen Themen in den Tageszeitungen Münchner Merkur/Ebersberger Zeitung und Süddeutsche Zeitung/Ebersberger Neueste Nachrichten bzw. Ebersberger SZ.

 

Als Herausgeber/Editor beziehungsweise Redakteur/Schriftleiter

  • Land um den Ebersberger Forst. Beiträge zur Geschichte und Kultur. Jahrbuch des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg 1 (1998) – 20 (2017).
  • 100 Jahre Lokalbahn Grafing – Ebersberg. 1899-1999, Neukeferloh/München 1999.
  • Kloster Ebersberg – Prägekraft christlich-abendländischer Kultur im Herzen Altbayerns, Haar bei München 2000.
  • Altlandrat Hermann Beham – Kolumnen 1994-2001, hg. v. CSU-Kreisverband Ebersberg, Ebersberg 2003.
  • Hermann Beham – Texte III: Kirchen im Landkreis. Beiträge zur Geschichte und Kunst der Sakral-bauten im Ebersberger Raum, Ebersberg 2003.
  • Der Grafinger Wappenbär – Beiträge zur Geschichte und Kultur. Schriftenreihe von Archiv und Museum der Stadt Grafing 1 (2013) – 3 (2017).
  • Verband bayerischer Geschichtsvereine – Mitteilungen 26 (2014) – 27 (2016).

 

Als Ausstellungsmacher

  • 1000 Jahre Frauenneuharting, Ausstellung des Heimatvereins Frauenneuharting e.V., Frauenneuharting 1997.
  • Das Medizinalwesen im Ebersberger Raum im 19. Jahrhundert, Ausstellung des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg e.V., Ebersberg 1998.
  • 100 Jahre Lokalbahn Grafing – Ebersberg, Ausstellung des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg e.V., Ebersberg – Grafing 1999.
  • Angekommen – Angenommen?! Die Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im Landkreis Ebersberg nach 1945, Ausstellung des Historischen Vereins für den Landkreis Ebersberg e.V., Grafing – Ebersberg – Markt Schwaben – Vaterstetten – Zorneding 2001.
  • Historische Ansichten des Klosters Ebersberg, Ausstellung des Historischen Vereins für den Landkreis Ebers-berg e.V., Ebersberg 2002.
  • Jüdisches Leben und Antisemitismus im Bezirk/Landkreis Ebersberg 1933-1945, Ergänzungsausstellung zu der Wanderausstellung „Christen und Juden“ des Vereins zur Förderung des christlich-jüdischen Gesprächs, Ebersberg 2007.
  • Die Bürger- und Handwerkerfamilie Rieperdinger in Grafing, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing, 2009.
  • Die Pflanzen der Klostermedizin in Darstellung und Anwendung, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2010.
  • Spurensuche – Johanna Schmidt-Grohe. Bildhauerin und Rundfunkjournalistin (1924-2009), Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2010.
  • Hartes Brot — Gutes Leben? Arbeitswelten in Oberbayern von 1830 bis in die Moderne, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2010.
  • 150 Jahre Postamt Grafing, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2010.
  • „… anno 1911“ – Der Grafinger Raum vor hundert Jahren, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2011.
  • „Herzlicher Gruß!“ – Meine Familie vor hundert Jahren. Postkarten, Fotos, Comics, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2012.
  • Josef, Bepperl, Sepp – Geschichten um einen Namen, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2012.
  • Unterirdisch – Archäologische Entdeckungen im Grafinger Raum, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2013.
  • 1200 Jahre Öxing. Dorf – Gemeinde – Ortsteil, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2013.
  • Eine Welt im Kleinen – Aus der Kunst des Modellbaus, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Gra-fing, Grafing 2013.
  • 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr sowie Turn- und Sportverein Grafing – Zwei Vereine mit gemeinsamer Wur-zel, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2014.
  • „… Für Heimat und Vaterland!“ – Grafing und Umgebung in der Zeit des Ersten Weltkriegs, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2014.
  • Von Ostern bis Weihnachten – Mit dem Grafinger Künstler Alfred Schöpffe (1917-1992) durchs Kirchenjahr, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2014.
  • „Es ist ein Maß in allen Dingen …“ – Messinstrumente von anno dazumal bis heute, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2015.
  • 50 Jahre Museum Grafing – Von der privaten Sammlung zur städtischen Kultureinrichtung, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2015.
  • „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s!“ – Aus der Geschichte der Grafinger Brauereien, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2016.
  • „Oh Du mein Gott!“ – Katastrophen und Unglücksfälle in Grafing und Umgebung, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2016.
  • Von wegen „schwaches Geschlecht“! – Starke Frauen aus Grafing und Umgebung, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2017.
  • Aus der Grafinger Fahrrad-Geschichte, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2017.
  • „aus 5 mach 1 !?“ – Grafing und Umgebung von der Gemeindebildung (1818) bis zur Gemeindegebietsreform (1978) oder Vom Entstehen und Vergehen der Landgemeinden Elkofen, Nettelkofen, Öxing und Straußdorf, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2018.
  • „Das Alte stürzt, es ändern sich die Zeiten!“ – Die Revolution von 1918/19 in ihren Auswirkungen auf den Grafinger Raum, Ausstellung von Archiv und Museum der Stadt Grafing, Grafing 2018.

 

Als Vortragender

  • Zahlreiche Vorträge zu unterschiedlichen Themen des Arbeitsspektrums.

 

 

In der anschließenden Diskussion der Stadtratsmitglieder wurde darauf hingewiesen, dass man die Ausstellung als tendenziöse Berichterstattung empfinde, da Wesentliches fehle. Der Museumsleiter Schäfer erläuterte nochmals die politischen Geschehnisse während der Revolutionszeit und wies darauf hin, dass seine Quellenbasis äußerst breit gewesen sei, nur hätte er bei seiner Recherche keinen einzigen Hinweis auf Sozialisten aus Grafing entdeckt.

 

Einig war man sich, über geschichtliche Ereignisse auf breiter gesellschaftlicher Ebene diskutieren zu wollen.

 

Es wurde nach der GeschO Antrag auf Ende der Debatte gestellt.


Der Stadtrat beschloss gegen 4 Stimmen das Ende der Debatte.