Tagesordnungspunkt

TOP Ö 9: Bauantrag zum Neubau eines Firmensitzes mit Verwaltung und Fertigung auf dem Grundstück Fl.Nr. 635/1/T der Gemarkung Nettelkofen (Am Brucker Feld)

BezeichnungInhalt
Sitzung:18.12.2018   BWUA/050/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurde der Bauantrag vorgestellt und erklärt.

 

Vorbemerkung:

Das Baugenehmigungsverfahren für ein städtisches Gewerbegrundstück dient der Abklärung der Bebaubarkeit des Grundstücks als Grundlage für den geplanten Kauf durch den Antragsteller. Das Sachbescheidungsinteresse für das Baugenehmigungsverfahren wird von der Stadt als Grundstückseigentümer bestätigt.

 

Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Grafing Schammach II“ und beurteilt sich abschließend nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes (§ 30 Abs. 1 BauGB).

 

Nähere Angaben über die Nutzungsart enthalten die Bauvorlagen nicht. Das Vorhaben wird nur als Verwaltungs- und Fertigungsgebäude bezeichnet. Die Errichtung von Verwaltungsgebäuden (Bürogebäuden) ist uneingeschränkt im Gewerbegebiet zulässig. Dagegen sind Fertigungsbetriebe nur innerhalb des festgesetzten Schallkontingents zugelassen. Für eine abschließende Bewertung sind detaillierte Angaben über die Art der Fertigung, der eingesetzten Maschinen und auch der Betriebszeiten notwendig. Ob ein gesonderter schalltechnischer Nachweis verzichtbar ist, wie es nach den Bauvorlagen zu vermuten ist, kann dann anhand der konkreten Betriebsbeschreibung geklärt werden.

Ansonsten ist die Einhaltung der immissionsschutzrechtlichen Festsetzungen nachzuweisen.

 

Beantragt wird die Errichtung eines 2-geschossigen Produktions- und Verwaltungsgebäudes mit den Maßen 12,50 m × 30,46 m (Grundfläche 380 m²), einer Wandhöhe von 5,89 m und einer Firsthöhe von 8,01 m bei einem Pultdach mit einer Dachneigung von 10º.

 

Das Vorhaben bleibt weit hinter den Bebauungsmöglichkeiten des Bebauungsplans zurück und entspricht damit den wesentlichen bauplanungsrechtlichen Festsetzungen zum Maß der baulichen Nutzung und der überbaubaren Grundstücksflächen. Klarstellungen und Abweichungen sind aber erforderlich wie folgt:

 

Firstrichtung: Aufgrund der Gebäudeausrichtung kann die Festsetzung zur Ausrichtung des Pultdaches (festgesetzt ist „ansteigend zur Erschließungsstraße“) nicht eingehalten werden, für die Abweichung wird einer Befreiung zugestimmt.

 

Dacheindeckung: Das Dacheindeckungsmaterial ist in der Baubeschreibung mit „Metall“ angegeben. Verwendung darf nur nicht reflektierendes bzw. beschichtetes Material finden (Festsetzung A.6.3). Gleiches gilt für die Wandverkleidung, die in hellen Farben auszuführen ist (Festsetzung A.6.1). Das ist durch Nebenbestimmungen im Bebauungsplan sicherzustellen.

 

Stellplätze: Die Errichtung von offenen Stellplätzen außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen ist gem. Festsetzung A.8.3 nur entlang der straßenseitigen Grundstücksgrenze in einer Tiefe von 7,50 m zulässig; Ausnahmen sind auf die Errichtung notwendiger Stellplätze beschränkt. Der Bauantrag ordnet die Stellplätze dagegen in der Grundstückstiefe entlang der seitlichen Grenze an.

 

Außenanlagen/Freiflächen: Die Stellplätze sind entsprechend dem Planungswillen zumindest im möglichen Umfang an der Nordgrenze anzuordnen. Dort sind zwischen den beiden zu pflanzenden Großbäumen 5 Stellplätze bequem unterzubringen und können direkt von der Straßenfläche aus angefahren werden. Damit kann die Versiegelung des Grundstücks reduziert werden. Für die restlichen 10 Stellplätze wird der notwendigen Abweichung zugestimmt (Befreiung).

 

Die notwendigen Stellplätze sind in wasserdurchlässiger Ausführung herzustellen (A.8.2). Entsprechende Angaben enthält der Bauantrag ebenso wenig wie für Pflanzfestsetzung. So sind neben den Pflanzfestsetzungen (entlang der Erschließungsstraße) auch an der künftigen Grundstücksgrenze gem. A.15.8 Pflanzflächen anzulegen.

 

Zur Prüfung der Festsetzungen zur Grünordnung und den Außenanlagen ist ein Freiflächengestaltungsplan vorzulegen.

 

Hinweis:

Für das Vorhaben entsteht folgender Stellplatzbedarf:

Bürogebäude 451,25 m² Nutzfl. – 1 Stpl./40 m² Nutzfl.                  12 Stpl.

Es sind somit 12 notwendige Stellplätze nachzuweisen.

 

Fahrradstellpl. 1 Stpl./140 m² Nutzfl. – 3,22 – gerundet 4 Fahrradstellplätze

 

Da mit dem gegenständlichen Bauantrag nur ein Teilbereich der Fläche bebaut werden soll, wurde von einem Ausschussmitglied gebeten, im Rahmen des Grundstücksverkaufs eine Mindestbebauung für das Grundstück festzulegen.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau eines Firmensitzes mit Verwaltung und Fertigung auf dem Grundstück Fl.Nr. 635/1/T der Gemarkung Nettelkofen, Am Brucker Feld, das gemeindliche Einvernehmen unter folgenden Maßgaben zu erteilen:

·      Betriebsbeschreibung für den Fertigungsbetrieb und ggf. der schalltechnische Nachweis zur Einhaltung des IFSP (immissionswirksam festgesetzten Schallleitungspegel) sind nachzureichen.

·      Mindestens 5 Stellplätze sind entlang der Straßengrenze (zwischen den Baumpflanzungen) anzuordnen.

·      Ein Freiflächengestaltungsplan mit Darstellung der Fahrradabstellplätze, der festgesetzten Baumpflanzungen und der Ausführung der Stellplätze in wasserdurchlässiger Form sind vorzulegen.