Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Liegenschaften;
Kinderzentrum Am Stadion;
Neubau Kinderzentrum und Vereinsgebäude (Maßnahmenbeschluss)

BezeichnungInhalt
Sitzung:04.12.2018   StR/055/2019 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der anwesenden Vertreterin der Verwaltung das Wort.

Diese erläuterte die folgende zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Bereits am 10.07.2012 hat der Stadtrat den Bedarf für die Errichtung zusätzlicher Kindertageseinrichtungen festgestellt. Nach einer vergleichenden Standortuntersuchung wurde beschlossen, den Neubau eines Kinderhorts bzw. sonstiger bedarfsnotwendiger Kindertageseinrichtungen (Kinderzentrum) auf dem städtischen Grundstück Fl.Nr. 200/22 der Gemarkung Öxing planerisch vorzubereiten.

 

Im laufenden Bebauungsplanverfahren (Billigungsbeschluss am 26.09.2017) wurde das Planungsziel um die Möglichkeit erweitert, auf dem Gelände ergänzend noch Schulanlagen unterzubringen. Vorrangig sind es die Einrichtungen der Musikschule und ggf. auch der VHS, für die ein zusätzlicher Raumbedarf besteht. Angedacht war im Rahmen des Billigungsbeschlusses vom 26.09.2017 die Mitbenutzung der Räume der Kindertageseinrichtung für diese Zwecke, zumindest außerhalb der Betriebszeiten. Denkbar wären aber auch Raumeinheiten ausschließlich für diese schulische Nutzung. Aus diesem Grunde wurde die ursprünglich mit zwei Vollgeschossen geplante Bebauung auf max. drei mögliche Vollgeschosse erweitert.

 

Im Rahmen der Sitzung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses vom 14.06.2018 wurde der Bebauungsplan „Kinderzentrum Am Stadion“ in der Fassung des Entwurfs vom 20.11.2017 unter Berücksichtigung der vorausgegangenen (redaktionellen) Änderungen als Satzung (§ 10 Abs. 1 BauGB) und der Begründung dazu mit 9 Ja- zu 0 Nein-Stimmen beschlossen.

 

Nach Rücksprache mit der Kindergartenaufsicht des LRA Ebersberg am 21.08.2018 ist eine Doppelnutzung der Kindergartenräume nicht möglich. Das Gebäude darf jedoch auch andere Nutzungseinheiten enthalten. Die Kindertageseinrichtung muss eine abgeschlossene Einheit darstellen. d.h. sie darf für externe Personen nicht frei zugänglich sein (Schutz der Kinder, Aufsichtspflicht). Wenn das Gebäude auch anderweitig, z.B. durch Vereine, genutzt werden soll, muss dies baulich durch einen separaten Zugang gelöst werden. Diese Anforderungen stellt das LRA auch, wenn die Doppelnutzung prinzipiell nur außerhalb der Betriebszeiten des Kindergartens erfolgen soll. Zusätzlich zu den Einwänden der Kindergartenaufsicht ist eine Doppelnutzung aus Sicht der Stadtverwaltung organisatorisch nur schwer umsetzbar, da z.B. das ordnungsgemäße Aufräumen oder eine ggf. erforderliche Reinigung zwischen den i.d.R. am späteren Abend stattfindenden Vereinsveranstaltungen und der bereits früh morgens öffnenden Kindertageseinrichtung, zu Schwierigkeiten führen kann.

 

Objektstudie 2014

Im Zuge des Bebauungsplans wurden die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Kindertageseinrichtungen (Kinderkrippe, Kinderhort, Kindergarten) und Anlagen für schulische Zwecke (z.B. allgemeinbildenden Schulen, Volkshochschule, Musikschule etc.) geschaffen. Da das Baugebiet als Gemeindebedarfsfläche „Schul- und Kindertageseinrichtungen“ festgesetzt wurde, durfte offen bleiben, welche Einrichtungen konkret errichtet werden und durch welchen Träger und in welcher Rechtsform diese Einrichtungen geführt werden.

 

Aufgrund der Projektbezogenheit des Bebauungsplans, dessen Inhalt allein auf die Kindertageseinrichtung beschränkt war (also ohne die später geplante Mitnutzung für Schulzwecke), wurde vorab eine Objektstudie durchgeführt. Damit konnte der Bebauungsplaninhalt auf die konkreten baulichen Anforderungen hin ausgerichtet werden. Nachfolgend sind die Ideen der Objektstudie 2014 dargestellt:

 

 

Abb.1: Variante 1 – Objektstudie 2014

 

 

Abb.2: Variante 2 – Objektstudie 2014

 

Abb.3: Perspektive zu Variante 2 – Objektstudie 2014

 

 

Abb. 4: Schnitte zu Variante 2 – Objektstudie 2014

 


Die Objektstudie vom 10.01.2014 war auf die maximale Bebaubarkeit des Grundstücks und die Errichtung einer Kita mit 12 Gruppen ausgerichtet. Bei der Betrachtung der oben abgebildeten Varianten sind folgende Punkte wichtig:

 

·         Errichtungskosten der dargestellten Varianten (ca. 15 Mio EUR brutto)

·         Andienbarkeit nur über „Am Stadion“ möglich; ein über 100 m langes Gebäude ist daher wenig praktikabel

·         Max. sinnvolle Größe einer Kindertageseinrichtung ist überschritten (Potentieller zukünftiger Träger: max. 6 Gruppen)

 

Bebauungsplan

Der Bebauungsplan „Kinderzentrum Am Stadion“ vom 20.11.2017 gibt folgende Rahmenbedingungen vor:

 

Höchstzulässige Grundfläche:             1.650 m²

Max. Geschoßanzahl:                             3 Vollgeschosse

Bauweise:                                                   offen ohne Längenbegrenzung

Dachform:                                                   extensiv begrüntes Flachdach oder Pultdach bis 8° Neigung

Dachnutzung:                                            Anlagen zur Nutzung der Sonnenenergie sind zulässig

Außenspielflächen:                                 Außenspielflächen, ausgenommen für die Kinderkrippen,

                                                                        sind zur Lärmabschirmung nur nördlich der künftigen

                                                                        Bebauung zulässig

 

 

 

Abb. 5: Auszug Bebauungsplan

 

Bei einer Ausnutzung der max. zulässigen drei Vollgeschosse und der damit einhergehenden Bebauungshöhe müssen die durch die Baugrenzen festgelegten Grenzabstände zur südlichen Wohnbebauung vergrößert werden. Aus o.g. Gründen wurde die Vorrangfunktion des Bauplanungsrechts aufgehoben und die Geltung des Abstandsflächenrechts angeordnet. Damit bleibt auch die ursprüngliche Planungslösung (2 Vollgeschosse) umsetzbar mit nur ca. 6 m Grenzabstand im Süden. Diese „Bebauungsvariante“ schafft ausreichend Freiflächen (Außenspielflächen) lärmabgeschirmt an der Nordseite des Gebäudes.

 

Die Realisierung soll abschnittsweise erfolgen, so dass anfänglich auch ausreichend Freiflächen (Außenspielflächen) auf dem Grundstück selbst verbleiben. Jedenfalls bei einer mittel- bis langfristig vollständigen Umsetzung der zulässigen Bebauung ist es geplant, in die Außenanlagenplanung auch die bestehenden Spielflächen (Basketballplatz und die an der Ostseite anschließende Grünfläche mit ca. 2.000 m²) einzubeziehen. Auch eine Mitbenutzung des Kunstrasenplatzes ist beabsichtigt. Da diese Flächen ebenfalls im Eigentum der Stadt und damit grundsätzlich verfügbar sind und auch bereits als Spielfläche genutzt werden, wurde von einer Einbeziehung in den Bebauungsplan abgesehen. Diese Absicht erklärt, weshalb die Errichtung der Freiflächen auch aus Gründen der Zweckmäßigkeit im Norden liegen sollen: um die benötigten Freiflächen im räumlichen Zusammenhang mit den anschließenden Spielflächen zu schaffen.

 

Die südlich der Bebauung möglichen Freiflächen können nur für die Krippenkinder verwendet werden, für die eine altersgerechte Trennung ohnehin sinnvoll ist. Hier sind die Lärmauswirkungen deutlich geringer als der Lärm spielender Kinder höherer Altersgruppen.

 

Bebauungshöhe: Aufgrund des stark nach Westen hin abfallenden Geländes wird die Bauhöhe nicht – wie weithin üblich – durch verbindliche Festsetzung des unteren Bezugspunkt bestimmt, sondern des oberen Bezugspunktes. Der sich dann daraus ergebende untere Bezugspunkt (Gelände) muss nicht zwingend das Naturgelände sein. Aufgrund des bewegten Geländes sind Modellierungen sogar unvermeidbar.

 

 

Abb. 6: Höhenvorgabe bei 2 Vollgeschossen

 

 

Abb. 7: Höhenvorgabe bei 3 Vollgeschossen

 

Erschließung

Die siedlungstechnischen Erschließungsanlagen (Wasser, Abwasser, Medien, Stromversorgung) sind in direkter Nachbarschaft vorhanden und können entsprechend verlängert bzw. erweitert werden. Für die Wärmegewinnung steht die Nahwärmeversorgung durch die Fa. Rothmoser zu Verfügung (Heizzentrale direkt östlich im Sportgelände). Die Nahwärmeleitung verläuft im Plangebiet an der Südgrenze.

 

Das Plangebiet ist über die öffentlichen Straßen „Am Stadion“ und „Forellenstraße“ erschlossen. Problematisch an den bestehenden Straßen ist aber, dass keine geeigneten Wendemöglichkeiten für Rettungsfahrzeuge (Feuerwehr) bestehen. An der Straße „Am Stadion“ wird eine Durchfahrtslösung (nur für Notfälle) mit dem Bau der „Nördlichen Sportstättenanbindung“ entstehen. An der Forellenstraße wird im Bebauungsplan eine Wendefläche nördlich des künftigen Schul- und Kinderzentrums festgesetzt.

 

Auf dieser Entscheidungsgrundlage wurde im Rahmen des Bau-, Werk- und Umweltausschusses vom 15.03.2016 der Bauentwurf (Straßenbauprogramm) für die Straße „Am Stadion“, erstellt durch den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, gebilligt.

 

Danach ist eine Wendekehre an der Westseite des Kindertageszentrums vorgesehen, um ein verkehrssicheres Anfahren des Kinderzentrums ohne Wenden durch Rückwärtsfahren sicherzustellen. So soll der Eingangsbereich des Kinderzentrums zentral an der Ostseite (über die Straße „Am Stadion“) angelegt werden. Im Rahmen des Neubaus des „Kinderzentrum Am Stadion“ soll vorerst nur die Wendekehre inkl. Zufahrtbereich erstellt werden. Der Neubau der restlichen Straße ist noch nicht terminiert.

 

Der An- und Abfahrtsverkehr für Eltern/Besucher soll ausschließlich über die Straße Am Stadion erfolgen. Aufgrund der reinen Wohnbebauung und des verkehrsberuhigten Ausbaus in der Forellenstraße soll dort nur der Mitarbeiterverkehr abgewickelt werden. Die Stellplatzflächen für die Mitarbeiter können deshalb im Westen an der Forellenstraße angeordnet werden.

 

 

Abb. 8: Planausschnitt Zufahrt Kita - Neugestaltung „Am Stadion“

 

Kinderunterbringung

Im Rahmen des Bau-, Werk- und Umweltausschusses vom 26.06.2018 wurde dieser unter TOP 5 über die die Lösungsansätze der Kinderbetreuungsplätze in Grafing informiert. Folgendes Vorgehen wurde durch die Stadtverwaltung empfohlen:

 

Kurzfristig

1.    Unterbringung der Kindergartenkinder mit sofortigem Betreuungsbedarf in St. Margareth (1 Gruppe)

Aktueller Stand: 2. Gruppe baulich fertiggestellt, Möblierung erfolgte Anfang November.

2.    Unterbringung der Krippenkinder mit sofortigem Betreuungsbedarf im Zwergerlschloss (3 Kinder)

Aktueller Stand: Unterbringung mit Träger geklärt

 

Mittelfristig

3.    Kindergartenkinder mit Betreuungsbedarf im Sommer 2019 werden in der neuen Einrichtung im alten Schulhaus in Oberelkofen untergebracht (2 Gruppen).

Aktueller Stand: Aufnahme des Gebäudes in die Denkmalliste, daher Verzögerung in der Ausführung

4.    Krippenkinder mit Betreuungsbedarf im Sommer 2019 werden in der Kinderkrippe Schloss Zinneberg untergebracht (8 Kinder).

Aktueller Stand: Unterbringung mit Träger geklärt

 

Langfristig

5.    Sofortiger Beginn der Grundlagenermittlung für einen Kauf und Umbau zur Kindertageseinrichtung der Liegenschaft Dobelweg 23 (Erbpacht mit Vorkaufsrecht der Stadt Grafing)

Aktueller Stand: Gebäude wurde durch die Stadt Grafing gekauft. Bei Maßnahmenbeschluss November 2018, Fertigstellung für 2020 geplant.

6.       Sofortiger Beginn der Grundlagenermittlung für das Gebäude (nicht Modullösung) in der Forellenstraße (Kinderzentrum Am Stadion)

Aktueller Stand: Objektstudie beauftragt, Vorstellung zum Maßnahmenbeschluss in BWUA sowie STR im November 2018

 

Vorgaben Objektstudie 2018

Im Gespräch zwischen der Ersten Bürgermeisterin und den Trägern der Kindertageseinrichtungen in Grafing (BRK, Kath. Kirche, Evang. Kirche, private Träger) haben diese deutlich gemacht, dass eine Kindertageseinrichtung aus organisatorischen Gründen nur mit max. 6 Gruppen realisierbar sei. Aus diesem Grund, sowie dem Billigungsbeschluss vom 26.09.2017 (Räumlichkeiten für Vereine), wurden für die Objektstudie folgende Vorgaben gemacht:

 

Auf dem Flurstück 200/22 der Stadt Grafing b. M. soll ein neues Gebäude errichtet werden, in dem eine Kindertagesstätte für voraussichtlich 6 Gruppen sowie Räumlichkeiten für Vereine und Gruppen der Stadt Grafing untergebracht werden sollen.

 

Das Flurstück liegt zwischen den beiden Straßen „Am Stadion“ und „Forellenstraße“. Gemäß dem Bebauungsplan vom 20.11.2017 muss die Zufahrt zum Gebäude (Anlieferung Kinder), zum Schutz der Wohnbebauung in der Forellenstraße, über die Straße Am Stadion erfolgen. Hier sollen sämtliche Parkplätze und der Haupteingang angeordnet sein.

 

Gebäude:

Grundsätzlich darf das Gebäude gem. Bebauungsplan mit bis zu 3 Geschossen errichtet werden. Aufgrund der dadurch entstehenden Verschattung der nördlichen Gartenflächen (Hauptspielflächen der Kinder) ist jedoch auch eine 2-geschossige Bauweise interessant. Ein Keller ist aufgrund des rel. hoch stehenden Grundwassers nicht vorgesehen. Bedingt durch die Hanglage muss der Haupteingang im OG auf dem Höhenniveau der Straße „Am Stadion“ liegen.

 

Bauweise:

Bauausführung und Ausstattung:           hoher Standard

Energieeffizienz:                                            Passivhausstandard

Material/ Bauweise:                                      keine Vorgabe – hoher Vorfertigungsgrad wünschenswert für Verkürzung der Bauzeit

TGA:                                                                     Entsprechend der Vorgaben des Passivhausstandards, lagebedingt wäre ggf. eine PV-Anlage sinnvoll

Barrierefreiheit:                                              barrierefrei gemäß DIN 18040 (Gebäude und Außenanlagen) – Erschließung EG über Aufzug, Treppe und Rampe (überdacht falls außenliegend)

                                                                               Treppen müssen z.B. beidseitig über Handläufe, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder, verfügen

Erweiterbarkeit:                                              Aufgrund des großen Bevölkerungszuwachses und des damit verbundenen hohen Bedarfs an Kinder-Betreuungsplätzen soll das Gebäude so geplant werden, dass eine Erweiterung – im Rahmen eines 2. Bauabschnitts in den kommenden 15 Jahren – mit möglichst wenig finanziellem und baulichem Aufwand umgesetzt werden kann.

 

Außenflächen:

Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über die Straße „Am Stadion“. Der Umbau der Straße ist nicht direkt Gegenstand dieses Bauprojekts und soll daher nicht in die Kostenschätzung einbezogen werden. In die Objektstudie soll jedoch die Planung der Parkfläche und des Eingangsbereichs inkl. der Park- und Rangierflächen, sowie der Gestaltung der Fläche mit z.B. Pflaster, Bäumen, Bänken, u. dergl. einbezogen werden. Es sind voraussichtlich 9 PKW-Parkplätze (6 Kita Gruppen × 1,5 PP – Doppelnutzung durch Vereine, da ohne zeitliche  Überschneidung), sowie überdachte Fahrrad-/Krad-Parkplätze und verschließbare Unterstellmöglichkeiten für Abfallbehälter in ausreichender Anzahl erforderlich.

 

Es ist auch zu berücksichtigen, dass das an die Straße „Am Stadion“ angrenzende Gelände aufgrund der Hanglage aufgeschüttet und abgestützt werden muss, um die o.g. Flächen herzustellen. Falls das Gebäude nicht in den Hang eingebaut wird, z.B. um eine Verbindung zwischen nördlicher und südlicher Gartenfläche zu schaffen, ist ein Zugang über eine Brücke denkbar.

 

Da ca. mindestens die Hälfte der Kita Gruppen im EG untergebracht werden, ist es erforderlich, dass es außer einem ausreichend groß dimensionierten Aufzug auch eine barrierefreie Zugangsmöglichkeit für Eltern mit Kinderwägen oder Rollstühlen gibt. Denkbar wäre eine außenliegende Rampe, die so überdacht wird, dass im Winter keine Schneeräumung erforderlich ist.

 

Die Anordnung des Gebäudes soll den Kindern sowohl im Norden als auch im Süden des Gebäudes Außenflächen zum Spielen bieten. Aufgrund der Wohnbebauung und des damit einher gehenden Emissionsschutzes dürfen südlich des Gebäudes nur Kleinkinder (Krippe) in der Außenfläche spielen.

Für die vorgesehenen 124 Kinder müssen ca. 1.240 m² Garten hergerichtet werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Krippengruppe aus nur 12 Kindern besteht und somit südlich des Gebäudes nur etwa 240 m² Garten durch das LRA Ebersberg vorgeschrieben sind.

 

Ziel der Objektstudie:

Ziel der Objektstudie ist die Ausarbeitung von 3 unterschiedlichen Planungskonzepten (bzgl. Länge/Breite, Geschoßanzahl, Abstandsflächen, Gartenflächen usw.) als Grundlage für die Herbeiführung eines Maßnahmenbeschlusses im Stadtrat der Stadt Grafing b. M. Das beschlossene Konzept dient als Grundlage für die weiteren Planungen und kann insbesondere bzgl. der Raumaufteilungen, Ausstattung usw. an die Nutzerbedürfnisse angepasst werden.

 

Anschließend wurden die Varianten 1 bis 3 aus der Objektstudie 2018 von der Vertreterin der Stadtverwaltung vorgestellt:

 

 

 

 

 

Aufgrund der Überschreitung des Schwellenwertes für Dienstleistungen von 221.000 EUR netto muss die Architekturleistung im VgV-Verfahren europaweit ausgeschrieben werden. Es ist daher offen, ob das Architekturbüro, das die Objektstudie erstellt, auch den anschließenden Auftrag für die Projektumsetzung erhält.

 

Terminplan KIZ

Um den o.g. Terminplan einhalten und die Architekturleistung schnellstmöglich europaweit ausschreiben zu können, wurden bereits folgende Maßnahmen durchgeführt/ beauftragt:

 

·         Ergänzende Vermessung

·         Baugrundgutachten

·         Denkmalrechtliche Erlaubnis

·         Objektstudie 2018

·         VgV-Verfahrensbegleitung

 

Die Vergabe der o.g. Leistungen erfolgte im Rahmen der Verfügungsgewalt (30.000 EUR brutto) durch die Erste Bürgermeisterin.

 

Unter der Voraussetzung eines Maßnahmenbeschlusses im November 2018 stellt sich der mögliche Terminplan für die Umsetzung des „KIZ - Kinderzentrum Am Stadion“ wie folgt dar:

 

1.    Vorstellung BWUA + STR, Maßnahmenbeschluss                         Dez 2018

2.    Beschluss VgV Vergabeunterlagen/Gremium                                 Jan 2019

3.    Beauftragung Planer                                                                        Jun 2019

4.    Baugenehmigung                                                                             Jan 2020

5.    Baubeginn                                                                                        Sep 2020

6.    Inbetriebnahme                                                                                Feb 2022

VgV-Verfahren

Im Rahmen des VgV-Verfahrens zur Vergabe der Architektenleistung wird ein Kriterienkatalog aufgestellt, um die unterschiedlichen Bewerber objektiv bewerten zu können. Darüber hinaus wird ein Gremium aus Mitgliedern des Stadtrats und der Stadtverwaltung festgelegt, das die Gespräche mit vorausgewählten Bewerbern führt und die Bewertung vornimmt.

 

Da mit dem VgV-Verfahren verschiedene Angebots-, Warte- und Rügefristen einzuhalten sind, erstreckt sich das Verfahren i.d.R. über eine Dauer von ca. 6 Monaten.

 

Kostenrahmen

Der Kostenrahmen der Maßnahme wurde auf Grundlage der drei Gebäudevarianten ermittelt.

 

Im Kinderzentrum am Stadion sollen zukünftig 6 Kindergruppen (vorauss. 2 Krippen-, 2 Kiga-, 2 Hortgruppen) untergebracht werden. Zusätzlich soll das Gebäude für kulturelle Zwecke genutzt werden können (z.B. Vereine, VHS, Chaxter/Mittagsbetreuung usw.). Das barrierefreie Gebäude im Passivhausstandard verfügt über zwei Geschoße und hat eine Bruttogrundfläche von ca. 2.175 m² BGF. Basierend auf Referenzprojekten des mit der Objektstudie 2018 bauftragte Architekturbüro, sowie den BKI-Kennwerten und den Anpassungen (Baupreisindex und Regionalfaktor) ergibt sich ein gerundeter Preis von 2.350 EUR/m² BGF für die Kostengruppen 300 + 400 (Bauwerkskosten). Da zum jetzigen Zeitpunkt nur die groben Rahmenbedingungen bekannt sind, kann keine detaillierte Kostenberechnung, sondern lediglich eine prozentuale Ermittlung des Kostenrahmens auf Basis der Bauwerkskosten erfolgen. In der anh. Tabelle sind die einzelnen Ansätze zu entnehmen. Der Kostenrahmen für die Kostengruppen 200–700 (Errichtungskosten) liegt bei ca. 7,5 Mio. EUR brutto.

 

Darüber hinaus sind die Kosten für die Unwägbarkeiten zu berücksichtigen, die mit den individuellen Voraussetzungen des Grundstücks zusammenhängen. Dies sind insbesondere die zu erstellende Wendekehre für die Anfahrt der Eltern und der Feuerwehr, die Größe der Außenanlage, die Baupreissteigerung bis zum Beginn der Baumaßnahme/Ausschreibung sowie die Ungewissheit, ob im Bereich des Baufelds tatsächlich archäologische Funde gemacht werden. Für diese Unwägbarkeiten werden weitere ca. 900.000 EUR brutto angesetzt.

 

Es entsteht somit ein Kostenrahmen von ca. 8,5 Mio. EUR brutto für die Gesamtmaßnahme (Kostenrahmen in der Anlage).

 

 

In der anschließenden Diskussion kristallisierte sich die Variante 1 als mehrheitsfähig heraus. Die Vertreterin der Verwaltung führte auf Nachfrage weiter aus, dass ein höhergeschossiger Bau (3-Vollgeschosse) im Hinblick auf das Abstandsflächenrecht zu einer zwangsweisen Verschiebung des ganzen Baukörpers nach Norden führen würde. Dies hätte bei dem ohnehin sehr schmalen Grundstück den Nachteil, dass die gemäß Bebauungsplan vorgesehenen lärmabgeschirmten Außenspielflächen an der Nordseite des Gebäudes entfallen müssten bzw. wesentlich kleiner ausfallen würden und somit nicht mehr den vorgeschriebenen notwendigen Flächen entsprächen.

 

Als Anregung wurde vorgetragen, den Passivhausstandard zu überdenken.

Man baue heutzutage wieder mit dicken Wänden und Querlüftung.

 


Der Stadtrat billigte auf Empfehlung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses  gegen 2 Stimmen die Maßnahme „Neubau Kinderzentrum Am Stadion“ mit dem vorgestellten Kostenrahmen (KG 200–700) in Höhe von 8,5 Mio. EUR brutto (Maßnahmenbeschluss).

 

Ferner wird die Stadtverwaltung beauftragt, die weiteren notwendigen Schritte zur europaweiten Ausschreibung der Architektenleistung, einzuleiten. Als Ausschreibungs- und weitere Planungsgrundlage soll die Variante 1 der vorgestellten Objektstudie 2018 verwendet werden.

 

Weiterhin beauftragt der Stadtrat die Stadtverwaltung damit, unverzüglich eine Trägerschaft für die Einrichtung zu verpflichten.