Tagesordnungspunkt

TOP Ö 9: Liegenschaften;
Kindergarten St. Margareth Straußdorf;
Kostenfeststellung Erweiterung 2. Gruppe

BezeichnungInhalt
Sitzung:29.11.2018   BWUA/049/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin des technischen Bauamtes das Wort.

Diese erläuterte die am 21.11.2018 zur Verfügung gestellte folgende Beschlussvorlage:

 

Im Rahmen der Sitzung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses vom 26.06.2018 wurde der Ausschuss über die Situation der Kinderbetreuungsplätze in Grafing informiert:

 

Durch die Kämmerei wurden die Anmeldungszahlen der Kindergarten- und Krippenkinder für das neue Kindergartenjahr 2018/19 vorgelegt. Auf der Warteliste befinden sich insgesamt 38 Kindergarten- und 24 Krippenkinder. Das entspricht 2 Kindergartengruppen (max. 26 Kinder/Gruppe) und zwei Krippengruppen (max. 12 Kinder/Gruppe). Aufgrund der hohen Zahl an Anmeldungen wurden Überlegungen angestellt, wie diese Kinder kurzfristig untergebracht werden können.

 

In diesem Zuge wurden in der Sitzung vom 26.06.2018 auch die unterschiedlichen Lösungsansätze zur kurzfristigen Schaffung von ausreichend vielen Plätzen vorgestellt:

 

Forellenstraße (Modullösung)

 

Aufgrund der hohen Kosten und der Aussage des potentiellen Trägers (BRK), dass dieser nicht dazu bereit sei, eine Kindereinrichtung dauerhaft in einer Modullösung zu betreiben, macht diese Variante eher weniger interessant.

 

Grafinger Straße 40 (Mehrzweckraum Straußdorf)

 

Im Rahmen einer Begehung der Kindergartenaufsicht des LRA Ebersberg stellte sich heraus, dass diverse zusätzliche Baumaßnahmen und auch organisatorische Maßnahmen erforderlich wären, um den Raum auch als Kita nutzen zu können.

 

Oberelkofener Straße 4 (Altes Schulhaus)

 

Das Projekt befindet sich in der LP 3. Die Inbetriebnahme ist voraussichtlich zum Kindergartenjahr 2019/20 möglich.

 

Grafinger Straße 18 (St. Margareth Straußdorf)

 

Der Raum im 1. OG würde sich von der Größe her optimal für eine weitere Kindergartengruppe eignen. Die „Trachtler“ nutzen den Raum nur an einem Abend pro Woche und könnten sich vorstellen, dass sie sich zukünftig den Mehrzweckraum in der Grafinger Straße 40 mit der VHS teilen.

 

Grafinger Straße 15 (Maria Stern)

 

Aus Gründen des Brandschutzes ist ein Betrieb mit einer Krippengruppe nicht möglich. Ein Kindergartenbetrieb mit einer Gruppe wäre jedoch zu realisieren. Aufgrund der Vielzahl an anderen Möglichkeiten hat bislang jedoch noch kein Gespräch mit dem Träger stattgefunden.

 

Dobelweg 23 (möglicher Kauf und Umbau)

 

Nach einer ersten Prüfung durch das technische Bauamt und Rücksprache mit der Kindergartenaufsicht des LRA Ebersberg ist ein Umbau des Gebäudes zu einer Kindertageseinrichtung grundsätzlich möglich. Auch aus baurechtlicher Sicht bestehen gegen eine Nutzungsänderung des Haseitl-Gebäudes für soziale Einrichtungen (z.B. Kindergarten) keine Bedenken.

 

Forellenstraße Massivbau

 

Da der kurzfristige Bedarf an Betreuungsplätzen durch die o.g. Maßnahmen gedeckt ist, könnte direkt mit den Voruntersuchungen für das Gebäude in der Forellenstraße begonnen werden. Als Vorbereitung für die Planung des Gebäudes und der Außenanlagen wurden bereits ein Baugrundgutachten, sowie eine ergänzende Grundstücksvermessung beauftragt.

 

Weiteres Vorgehen

 

Da aus den Vorjahren bekannt ist, dass Eltern ihre Kinder teilweise doppelt anmelden oder anderweitig unterbringen, wurden die Familien der 38 + 24 auf der Warteliste befindlichen Kinder parallel zu den o.g. Untersuchungen angeschrieben. Es wurde um Auskunft darüber gebeten ob, und wenn ja wann, unbedingt ein Betreuungsplatz benötigt wird. Nach Ablauf der Rückmeldefrist zeichnete sich ab, dass der tatsächliche Bedarf an Betreuungsplätzen wesentlich niedriger ist als zu Beginn angenommen. Nachdem die Familien, die sich nicht zurückgemeldet hatten, telefonisch um Stellungnahme gebeten wurden, liegt nun folgendes Endergebnis vor:

 

Rückmeldung

Kindergarten

Krippe

Warteliste insgesamt

38

24

Bedarf zum Sep. 2018

16

3

Bedarf zum Jan. 2019

6

6

zurückgestellt

1

7

sonstige Rückmeldung

14

8

 

Aufgrund der oben genannten Überlegungen erscheint das folgende Vorgehen als sinnvoll:

 

Kurzfristig

1.    Unterbringung der Kindergartenkinder mit sofortigem Betreuungsbedarf in St. Margareth (1 Gruppe)

2.    Unterbringung der Krippenkinder mit sofortigem Betreuungsbedarf im Zwergerschloss (3 Kinder)

 

Mittelfristig

1.      Kindergartenkinder mit Betreuungsbedarf im Sommer 2019 können in der neuen Einrichtung im alten Schulhaus in Oberelkofen untergebracht werden (2 Gruppen).

2.      Krippenkinder mit Betreuungsbedarf im Sommer 2019 können in der Kinderkrippe Schloss Zinneberg untergebracht werden (8 Kinder).

 

Langfristig

1.     Sofortiger Beginn der Grundlagenermittlung für einen eventuellen Kauf und Umbau zur Kindertageseinrichtung der Liegenschaft Dobelweg 23 (Erbpacht mit Vorkaufsrecht der Stadt Grafing).

2.     Sofortiger Beginn der Grundlagenermittlung für das Gebäude (nicht Modullösung) in der Forellenstraße.

 

 

Im Rahmen der Sitzung des Stadtrats vom 10.07.2018 wurde mit 21 Ja- zu 0 Nein-Stimmen beschlossen, dass der Bedarf von insgesamt 26 Kindergartenplätzen in der Kindertagesstätte St. Margareth in Straußdorf ab dem Kita-Jahr 2018/19 unbefristet anerkannt wird.

 

Weiterhin wurde mit 17 Ja- zu 4 Nein-Stimmen beschlossen, dass das erste Obergeschoss der alten Schule in Straußdorf ausgebaut und eine zweite Kindergartengruppe eingerichtet werden soll. Die Verwaltung wurde damit beauftragt, den notwendigen Antrag für eine Förderung bei der Regierung von Oberbayern zu stellen.

 

Förderung

 

Durch die Verwaltung wurde eine Förderungswürdigkeit geprüft. Da die Kostenschätzung mit 73.500 EUR brutto unterhalb der Bagatellgrenze von 100.000 EUR brutto lag, wird die Maßnahme nicht gefördert.

 

Kostenfeststellung

 

Die bisher als Vereinsraum und Bewegungsraum (Kindergarten) genutzte Fläche im ersten OG sollte zu einem weiteren Gruppenraum umgebaut werden. Die räumlichen Gegebenheiten wurden im Rahmen einer Ortsbegehung mit der Kindergartenaufsicht des LRA Ebersberg geprüft. Die vorhandenen Flächen erfüllen für beide Gruppen vollständig die Anforderungen. Die Größe der Gruppenräume liegt mit ca. 70 m² Größe sogar 20 m² über der vom LRA geforderten Mindestgröße. Ein Bewegungsraum ist erst ab einer Anzahl von 3 Kindergruppen erforderlich. Auch die Außenanlagen erfüllen vollständig die Anforderungen der Kindergartenaufsicht. Mit über 500 m² Fläche bietet der Garten die erforderlichen 10 m² Fläche/Kind.

 

 

 

 

Die Planungen sahen die Erneuerung der Bodenbeläge im Gruppen- und Nebenraum vor. Außerdem wurde der Flur gemäß des Brandschutznachweises mit einer Trockenbauwand so unterteilt, dass dort die Garderoben aufgestellt werden dürfen. Weiterhin wurde in der ehemaligen Jugendküche ein Kinder-WC eingerichtet. Um zu verhindern, dass die Kinder eigenständig die Treppe betreten, wurde ein Zugangstor (analog zum EG) eingebaut. Abschließend wurden sämtliche Räume gestrichen. Um die Räume für eine zweite Gruppe nutzbar zu machen, wurde nach Vorgabe der Kindergartenleitung eine Kinder-Küche eingebaut und die entsprechende Möblierung bestellt.

 

Nach Abschluss des Bauvorhabens wurde die Leistung mit einer Gesamtsumme in Höhe von 68.323,55 EUR brutto schlussgerechnet. Aufgrund einiger entfallener Leistungen wird die Maßnahme etwas günstiger abgerechnet, als in der Kostenschätzung ermittelt.

 

STM – Kostenübersicht

Stand: 09.10.2018

Gewerk

Kostenschätzung

Auftrag

Abrechnung

Brandschutznachweis

500

3.641,97 

3.641,97 

Sanitäranlagen

10.000

13.085,33

13.085,33

WC-Trennwände

2.000

2.753,39

2.753,39

Trockenbau

500

1.000,00

1.154,30

Außenanlagen

10.000

entfällt

0,00

Schlosserarbeiten

2.500

2.534,70

2.356,20

Möblierung

5.000

17.838,24

17.928,16

Kinder-Küche

3.500

4.360,00

4.360,00

Abbruch

2.000

1.927,80

1.443,52

Fliesen

3.500

2.422,40

2.881,56

Maler

1.500

Rahmenvertrag

2.518,83

Bodenbeläge

6.000

5.673,21

5.812,13

Baureinigung

250

auf Nachweis

767,74

BS-Ausstattung

250

entfällt

0,00

sonstige Kosten

1.000

7.860,85

7.887,58

Zwischensumme I

48.500

59.455,92

62.948,74

Zusätzliche Anforderungen (Begehung vom 06.07.2018)

Auftrag

Abrechnung

Aufwärmküche

15.000

entfällt

0,00

Zusätzliche Möblierung

5.000

0,00

oben enthalten

Akustische Maßnahmen

5.000

4.094,19

5.374,81

Zwischensumme II

25.000

4.094,19

5.374,81

Gesamtsumme

73.500

63.550,11

68.323,55

 

Die Fertigstellung der Baumaßnahme erfolgte Anfang Oktober 2018. Die Möblierung erfolgte Anfang November 2018.

 

In der anschließenden Diskussion wies die Verwaltung auf Nachfrage darauf hin, dass es Zuschüsse nach dem FAG erst ab 200.000 EUR gäbe.

Mit den ortsansässigen Vereinen zusammen wurden adäquate Ersatzräumlichkeiten gefunden, die mit einer jährlichen Kündigungsfrist ausgestattet seien.

Im Vorfeld waren sämtliche vorherige Nutzer über den geplanten Umbau informiert.

Sobald die aktuellen Zahlen über die zu betreuenden Kinder vorlägen, trete man mit der kath. Regionalstelle in Kontakt, um über Zeitpunkt der Eröffnung, Anzahl der Kinder in dieser 2. Gruppe und von der Regionalstelle noch einzustellendes Betreuungspersonal zu sprechen.

Möglicherweise bestünde auch für den Januar keinerlei Betreuungsbedarf, dies werde die noch laufende Umfrage bei allen anderen Kitas nach fehlenden Betreuungsplätzen ergeben.

 


Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss nahm die Gesamtabrechnungskosten des Bauvorhabens „Nutzungsänderung von Flächen im ersten OG des bestehenden Schulhauses als Gruppenraum mit Nebenräumen für eine zweite Kindergartengruppe für den Kindergarten im EG“ in Höhe von brutto 68.323,55 EUR zur Kenntnis und billigte gegen 1 Stimme die ausgeführten und abgerechneten Leistungen.