Tagesordnungspunkt

TOP Ö 8: Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück Fl.Nr. 77/1 der Gemarkung Öxing (Rosenheimer Straße 29)

BezeichnungInhalt
Sitzung:02.10.2018   BWUA/047/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Vertreter der Verwaltung wurde der Bauantrag für die geplante Errichtung eines Wohnhauses mit 8 m × 14,50 m, einer Wandhöhe von 6,62 m bzw. talseitig 7,76 m und einer Firsthöhe von 8,92 m vorgestellt. Ein dort bestehendes Bestandgebäude (Gewerbe) wird beseitigt.

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach § 34 BauGB.

 

Die Nutzung der Umgebungsbebauung erfolgt fast ausschließlich zu Wohnzwecken. Allein das dortige Bauunternehmen – im Ostteil des Baugrundstückes – ist in einem Wohngebiet regelmäßig unzulässig. Nach den Archivunterlagen der Stadt Grafing b.M. ist dort aber lediglich ein Lagergebäude für Baumaterialien zugelassen, das wiederum auch in einem Allgemeinen Wohngebiet zumindest ausnahmsweise zulässig ist (sonstiger nicht störender Gewerbebetrieb; § 4 Abs. 3 Nr. 2 BauGB). Die Eigenart der näheren Umgebung wird deshalb als Allgemeines Wohngebiet beurteilt, in dem das beantragte Vorhaben gemäß § 34 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 4 Abs. 2 BauNVO allgemein zulässig ist.

 

Hinsichtlich des Einfügungsgebots ist allein die Gebäudehöhe näher zu untersuchen. Bezogen auf das vorhandene Gelände, das regelmäßiger Bezugspunkt für die Höhen- und Abstandflächenberechnung ist, entstehen Wandhöhen von 6,90–7,10 m und an der Ostseite sogar bis zu 7,80 m. Die Obergrenze des Einfügungsrahmens wird durch das Anwesen Rosenheimer Straße 27 mit einer Wandhöhe von 6,60 m bestimmt. Danach wäre der Einfügungsrahmen überschritten.

 

Das natürliche Gelände wird jedoch durch Auffüllung angepasst. Damit wird die Wandhöhe, bezogen auf das künftige Geländeniveau auf 6,60 m reduziert. Diese Vorgehensweise ist dann im Hinblick auf das Einfügungsgebot als zulässig anzusehen, wenn die Auffüllung sachlich gerechtfertigt ist (vgl. VGH Bad.-Württ. vom 08.10.1996, VG Freiburg vom 18.12.2008). So verhält es sich auch hier. Die Korrektur des Geländeverlaufs ist im Hinblick auf das Wasserstandniveau des unmittelbar nördlich verlaufenden Urtelbachs sachlich nachvollziehbar und erfolgt auch nicht unnatürlich zum umliegenden Geländeverlauf. Hier ist es gerechtfertigt, für die Höhenberechnung auf das geänderte Geländeniveau abzustellen. Mit einer Regelwandhöhe von 6,60 m wird dann der Einfügungsrahmen eingehalten. Die deutlich höhere Wand an der Südostseite tritt nur in einem untergeordnetem Gebäudeteil auf (weniger als 1/3 der Wandlänge, max. 5 m) und bleibt deshalb bei der Einfügungsbetrachtung unberücksichtigt.

 

Hinweise:

Wasserrecht:

Der zur Bebauung vorgesehene Grundstücksteil liegt nicht im festgesetzten Überschwemmungsgebiet (§ 78 WHG). Jedoch liegt das Vorhaben im 60-Meter-Bereich zur Urtel und unterliegt der Anlagengenehmigungspflicht nach Art. 20 BayWG. Gemeindliche Belange der Gewässerunterhaltung werden nicht beeinträchtigt.

 

Stellplatzrecht:

Für das Einfamilienhaus entsteht ein Stellplatzbedarf von 2 zusätzlichen Stellplätzen, die durch den Umbau des Lagergebäudes zur Doppelgarage nachgewiesen werden.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses auf dem Grundstück Fl.Nr. 77/1 der Gemarkung Öxing, Rosenheimer Straße 29, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.