Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Bauantrag zum Neubau eines Doppelhauses mit Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 227/5 der Gemarkung Grafing (Münchener Straße 21)

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.07.2018   BWUA/046/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurden die Antragsunterlagen für die Errichtung eines Doppelhauses (10,50 × 15,50 m) nach Beseitigung des bestehenden Wohnhauses Münchener Straße 21 vorgestellt.

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach § 34 BauGB.

 

Die Umgebungsbebauung entspricht keinem der Baugebiete der BauNVO. In der vorliegenden Gemengelage entspricht die beantragte Wohnnutzung dem Einfügungsrahmen (§ 34 Abs. 1 BauGB).

 

Das Vorhaben fügt sich auch hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung ein. Die Wandhöhe von 7,10 m und die Firsthöhe von 11,15 m entsprechen dem Einfügungsrahmen und wurden zuletzt auch bei den Bauanträgen für die Gebäude Münchener Straße 23 und 24 zugelassen.

 

Die faktische vordere Baugrenze wird im Rahmen der Einfügungstoleranzen beachtet. Auch die Gebäudeausrichtung mit einem Firstverlauf parallel zur Münchener Straße ist aufgrund der einheitlichen Umgebungsbebauung auf dieser Straßenseite einfügungsrelevant und wird beachtet.

 

Aufgrund der weiterhin hohen Verkehrsbelastung an der Münchener Straße muss davon ausgegangen werden, dass die gesunden Wohnverhältnisse (§ 34 Abs. 1 Satz 2 BauGB) durch die Verkehrslärmbelastung gestört sind. Diesen Anforderungen wird durch die Grundrissorientierung der schutzwürdigen Aufenthaltsräume entsprochen, die eine Belüftungsmöglichkeit zur lärmabgewandten Westseite aufweisen.

 

Für die Abstandsflächen liegt ein Abweichungsantrag gegenüber den nördlichen und südlichen Grundstücksgrenzen vor. Über die Abweichung von den Abstandsflächen ist vom Landratsamt Ebersberg zu entscheiden. Hierfür bedarf es nicht des gemeindlichen Einvernehmens.

Anzumerken ist, dass im näheren Umfeld entlang der Münchener Straße (stadteinwärts) die vorhandene Bebauung bereits deutlich verkürzte Abstände aufweist. Dieses atypische Bebauungsumfeld rechtfertigt ggf. die Verkürzung der seitlichen Abstandsflächen.

 

Die Bedeutung der in der Planzeichnung dargestellten mittigen Zufahrt ist nicht nachvollziehbar. Die Stellplätze können jedenfalls darüber nicht ordnungsgemäß angefahren werden. Es wird unterstellt, dass vor den Garagen jeweils eine Zufahrt angelegt werden muss. Dafür ist (an der Nordseite) eine Gehwegabsenkung erforderlich Die bauliche Umgestaltung öffentlicher Straßen bedarf der Vereinbarung mit Kostenübernahme (Art. 14 BayStrWG).

 

Für das Vorhaben entsteht je Gebäude ein Stellplatzbedarf von je 2 Stellplätzen (insges. 4 Stellplätze), die durch die Garagen und den Stauraumstellplatz nachgewiesen werden.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau eines Doppelhauses mit Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 227/5 der Gemarkung Grafing, Münchener Straße 21, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

Hinweis:

Die nördliche Garage ist derzeit nicht befahrbar. Für die erforderliche Gehsteigabsenkung bedarf es einer Bauvereinbarung (Art. 14 BayStrWG).