Tagesordnungspunkt

TOP Ö 7: Liegenschaften;
Städtischer Bauhof;
Neubau eines Bauhofgebäudes mit KFZ-Halle;
Kostenfeststellung

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.06.2018   StR/049/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin der Verwaltung, Frau Magdon, das Wort.

Diese erläuterte die folgende zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

 

Die Entwurfsplanung zum Neubau eines städtischen Bauhofs mit Kfz-Halle wurde dem Bau-, Werk- und Umweltausschuss am 21.04.2015 vorgestellt. Auf Empfehlung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses beschloss der Stadtrat dann  in seiner Sitzung vom 05.05.2015 unter TOP 8 „Neubau Bau- und Wertstoffhof“ die Durchführung des Bauvorhabens „Neubau eines Bauhofs“ auf dem städtischen Grundstück Fl.Nr. 573 der Gemarkung Grafing. Aufgrund einer deutlichen Kostenerhöhung des vorgestellten Kostenrahmens wurde die Entwurfsplanung hinsichtlich möglicher Einsparungspotentiale untersucht und überarbeitet.

 

In der Sitzung vom 15.12.2015 wurde dem Bau-, Werk- und Umweltausschuss die Entwurfsänderung mit einer Kostenübersicht der Kostengruppen KG 200–700, in Höhe von brutto 2.218.822,90 Euro vorgestellt. Dieser billigte die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung und empfahl dem Stadtrat die Beschlussfassung. Daraufhin billigte der Stadtrat in seiner Sitzung vom 19.01.2016 den Bauentwurf mit vorgestellter Kostenübersicht und beschloss zudem den Einbau von 4 Sektionaltoren in Höhe von 43.000,00 Euro, wodurch sich gemäß Kostenberechnung das Kosten-Budget für die Kostengruppen 200–700 auf brutto 2.261.822,93 Euro erhöhte.

 

Der Bauvorentwurf umfasste die Überplanung des gesamten Grundstücks, wobei sowohl der Bau eines „Bauhof-Betriebsgebäudes“, als auch der Bau eines Wertstoffhofs berücksichtigt wurde. Das planerische Konzept sah zwei Bauabschnitte, mit sukzessiven Erweiterungsmöglichkeiten vor.

Im ersten Schritt wurde der Neubau des Betriebsgebäudes für die Geschäftsbereiche „Bau- und Betriebshof (Regiebetrieb) und städtisches Wasserwerk (Stadtwerke)“ geplant und umgesetzt. Der Planungsumfang der Außenanlagen beschränkte sich ebenso lediglich auf Teilbereiche des Grundstücks.

Aufgrund von Umplanungen, die vom Arbeitsschutz gefordert waren (Umkleide- und Sanitärbereiche), stiegen die Kosten gegenüber des am 19.01.2016 vom Stadtrat gebilligten Kostenrahmens.

Im Zuge der Nutzungsaufnahme des neuen Bauhofgebäudes zeigte sich der Bedarf an zusätzlichen Park- und Lagermöglichkeiten. Um zu verhindern, dass Park- und Lagerbereiche auf unbefestigten Grund entstehen, wurden die im Bebauungsplan vorgesehenen Parkplätze im Bereich des zukünftigen Wertstoffhofs sowie die vorgesehene Lagerfläche an der östlichen Grundstücksgrenze errichtet.

In seiner Sitzung vom 30.05.2017 billigte der Bau-, Werk- und Umweltausschuss die zusätzlich notwendigen Umplanungen der Umkleide- und Sanitärbereiche, die vorgezogene Maßnahme zur Herstellung der erforderlichen Park- und Lagerflächen sowie die damit verbundene Kostenfortschreibung vom 17.05.2017 in Höhe von brutto 2.373.352,62 EUR.

Mittlerweile sind die Kostengruppen 200–500 schlussgerechnet. Die Baunebenkosten können aufgrund der beauftragten LP 9 erst nach Ablauf der Gewährleistungsfrist schlussgerechnet werden. Für die Honorarermittlung wird daher die Kostenfeststellung vom 18.06.2018 zugrunde gelegt.

KG

Bezeichnung

Kosten-
rahmen
2014

Kosten-
rahmen
2015

Kosten-
rahmen
2016

KoBe
  17.05.2017

Kosten

Feststellung 18.06.2018

200

Herrichten und Erschließen

36.000,00 €

36.000,00 €

36.000,00 €

36.000,00 €

in 300 enthalten

 

300

Bauwerk gesamt inkl zus. Sektionaltore

999.342,00 €

1.206.182,00 €

1.249.181,90 €

1.261.649,59 €

1.350.358,09 €

 

400

Technische Anlagen

316.000,00 €

397.188,60 €

397.188,68 €

397.188,68 €

388.497,05 €

 

500

Außenanlagen

154.192,00 €

247.716,35 €

247.716,35 €

247.716,35 €

226.309,64 €

 

 

Außenanlagen erweitert

 --

 --

 --

24.600,00 €

in 500 enthalten

 

600

Ausstattung

nicht enth.

nicht enth.

nicht enth.

nicht enth.

nicht enth.

 

700

Baunebenkosten

213.700,00 €

331.736,00 €

331.736,00 €

406.198,00 €

512.229,01 €

 

 

Gesamtsumme
brutto

1.719.233,90 €

2.218.822,90 €

2.261.822,93 €

2.373.352,62 €

2.477.393,79 €

 

 

Die Mehrkosten in der Kostengruppe 300 resultieren daraus, dass die Kostengruppe 200 enthalten ist und dass in der Kostenberechnung vom 17.05.2017 noch die Kostenberechnung des Gebäudeplaners zugrunde lag.

 

Die Gesamtauftragssumme für die Leistungen der KG 300 beläuft sich gem. der Beschlüsse des BWUA sowie des Stadtrats vom 26.04./24.05./21.06./05.07.16 auf insgesamt 1.362.673,43 EUR brutto. Das heißt die Kostenfeststellung der KG 300 liegt knapp unterhalb der Auftragssummen. Die Kosten der Kostengruppen 400 und 500 haben sich aufgrund von entfallenen Leistungen ebenfalls leicht reduziert.

 

In den Baunebenkosten sind die folgenden Leistungen berücksichtigt, die in der Kostenberechnung vom 17.05.17 noch nicht aufgeführt waren (ca. Kosten EUR brutto):

 

Baugrundgutachten                                                                                                                                    10.000

Prüfstatik                                                                                                                                                         10.000

Fernwärmeplanung                                                                                                                                      6.000

Entwässerungsplanung und Abnahme                                                                                24.000

Rechtsberatung (Vergabe)                                                                                                                        6.000

Rechtsberatung (HOAI)                                                                                                                               3.000

Stromanschluss                                                                                                                                             14.000

Sonstiges                                                                                                                                                         36.000

(z.B. Winterbauheizung, Absturzsicherung,

BS-Ausstattung, Material, Kleinleistungen, usw.)                                                                                         

KG 700 Mehrkosten gesamt brutto ca.                                                                         109.000

 

Die Nebenkosten waren in der letzten Kostenberechnung mit brutto 406.198,00 EUR aufgeführt. Aufgrund der o.g. Zusatzleistungen haben sich diese auf brutto 512.229,01 EUR erhöht. Damit entsteht eine Differenz von brutto 106.031,01 EUR (Mehrkosten).

 

Die Gesamtkosten für den Bauhofneubau (ohne KG 600 – Möblierung, Lagerausstattung, Maschinen, etc.) belaufen sich somit auf brutto 2.477.393,79 EUR. Gegenüber der letzten Kostenbilligung vom 17.05.2017 i.H. von brutto 2.373.352,62 EUR entstehen Mehrkosten i.H. von insgesamt brutto 104.041,17 EUR.

 

In der anschließenden Diskussion wurde die Kostensteigerung von anfangs 1,7 Mio EUR auf nunmehr 2,5 Mio EUR heftig kritisiert, außerdem wäre der Bauhof jetzt schon zu klein und dann eben auch zu teuer.

 

Die Vertreterin des technischen Bauamtes erläuterte die damalige Planungssituation. In der Vorplanungsphase wurde ein Raumprogramm mit notwendigen Flächen aufgestellt. Die ermittelten Kosten lagen allerding weitaus höher, als ursprünglich angenommen. Daher wurde im Zuge der weiteren Planungsphasen das Raumprogramm, im Hinblick auf Kosteneinsparungen, geändert und Flächen reduziert. Zudem erfolgten weitere Kosteneinsparungsmaßnahmen (Einbauelemente, Materialien etc.). Der Bauentwurf, welcher dem Bau-, Werk- und Umweltausschusses und Stadtrat vorgestellt wurde, wurde mit reduzierten Kosten in Höhe von 2,2 Mio. Euro beziffert. Der Stadtrat billigte den Bauentwurf, allerdings beschloss dieser die Planung zu ändern und zusätzlichen Sektionaltoren in der Fahrzeughalle einzubauen, welches wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden war.

 

Während der Bauphase ergaben sich nochmals Kostenerhöhungen, da die gewählte sparsamen Variante hinsichtlich Sanitären Anlagen aus arbeitsschutztechnischen Gründen, so nicht ausgeführt werden konnte. Trotz dieser Umplanungen und der zu berücksichtigenden Baukostensteigerungen entstehen im Hinblick auf den gebilligten Kostenrahmen von 2016 (Stand des zur Ausführung kommenden Bauentwurfes) eine Kostenerhöhung von 215.570,80 Euro (9,5 v.H.)

 

Es wurde aus den Reihen der Stadtratsmitglieder vorgeschlagen, künftig einen Generalunternehmer zu beauftragen. Dies sei zwar vergaberechtlich verboten, aber Praxis in sehr vielen Kommunen.

 

Es wurde ferner darauf hingewiesen, dass der Bauhof wohl noch eine weitere Lagerhalle benötigen würde.

Die Verwaltung gab an, dass ursprünglich hierfür die Fläche im Süden gedacht war, aber jetzt der Obdachlosenunterbringung dienen solle. Die Fläche im Osten käme in Frage, auf der solle aber künftig der neue Wertstoffhof entstehen. Momentan ermittle das technische Bauamt den tatsächlichen Platzbedarf des Bauhofes.


Der Stadtrat nahm auf Empfehlung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses die  Mehrkosten für die zusätzlichen Leistungen und die abschließende Kostenfeststellung vom 18.06.2018 in Höhe von brutto 2.477.393,79 EUR zur Kenntnis und beschloss einstimmig, die Mehrkosten entsprechend der Kostenfeststellung zu billigen.