Tagesordnungspunkt

TOP Ö 10: Grundschule Grafing,
Generalsanierung und Erweiterung Grundschule Grafing;
Billigung Kostenverfolgung

BezeichnungInhalt
Sitzung:26.06.2018   BWUA/045/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin des technischen Bauamtes das Wort.

Diese erläuterte die folgende am 18.06.2018 zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Der Stadtrat entschied im Jahr 2009 die Einführung einer „Gebundenen Ganztagsschule“ an der Grundschule Grafing und befasste sich in der Sitzung am 07.10.2014 mit dem Ergebnis der Voruntersuchungen zur räumlichen Erweiterung des Schulgebäudes und beschloss die Umsetzung eines Erweiterungsbaus an der Nordfassade des Bestandsgebäudes.

 

In der ersten Planungsphase wurde das Bestandsgebäude untersucht, digital aufgenommen und bewertet. Die Bestandsuntersuchung zeigte im Hinblick auf die Sanierung zahlreiche bautechnische Schwachstellen. Entgegen der in der Voruntersuchung von 2014 angenommenen Maßnahmen, stellte sich ein größerer Sanierungsumfang (Generalsanierung) als notwendig dar.

 

In Vordergrund stehen dabei die Sanierung des Untergeschosses (fehlende Bodenplatte) und die energetische Sanierungen der kompletten Gebäudehülle. Um weitere Ausweichräume zu schaffen, wurde der Ausbau des Dachgeschosses einbezogen.

 

In den folgenden Planungsphasen wurde das Bestandsgebäude unter Berücksichtigung des zusätzlichen Raumbedarfs ganzheitlich betrachtet und der Bedarf an zusätzlichen (Fach-) Räumen ermittelt.

 

Der geplante Erweiterungsbau im Norden schafft 8 neue Klassenräume, sowie 8 Gruppenräume, eine Aula-Halle und einen Mehrzweckraum.

 

Der Stadtrat wurde in seiner Sitzung vom 08.11.2016 (TOP 3) über den Planungsstand (Vorstellung Entwurfskonzept) und den Kostenrahmen informiert.

 

Die Gesamtkosten für Neubau, Kellersanierung und Dachgeschossausbau, sowie die Generalsanierung des Bestandsgebäudes stellten sich wie folgt dar:

 

Kostenrahmen (KG 300–700)

 

Kosten Sanierung UG, Ausbau DG                                                       1.711.379,38 EUR

Kosten Sanierung Altbau                                                                        4.507.730,73 EUR

Kosten Neubau 1.600 m² BGF inkl. Aufzug                                           4.706.494,80 EUR

Rücklage 5% (empfohlen)                                                                        546.280,25 EUR

Gesamtsumme brutto:                                                                       11.471.885,16 EUR

 

Der Stadtrat billigte das vorgestellte Entwurfskonzept zur Erweiterung der Grundschule Grafing einschließlich vorgestelltem Kostenahmen, gemäß der Kostenschätzung des Planungsbüros müllerschurr.architekten vom 28.10.2016, in Höhe von 11.471.885,16 EUR und beschloss die weiteren Stufen der Leistungsphasen an die Planungsteams zu übertragen.

 

Nach weiterer Ausarbeitung der Entwurfsplanung erfolgte die Antragsstellung der schulaufsichtlichen Genehmigung. Das Bauprogramm wurde mit Schreiben vom 13.06.2017 von der Regierung von Oberbayern schulaufsichtlich genehmigt.

 

Daraufhin erfolgte die Antragstellung auf Zuwendung nach Art. 10 FAG mit nachfolgender Kostenaufstellung der Gesamtmaßnahme:

 

Kostenberechnung 14.08.2017 Gesamtmaßnahme – DIN 276/12.08

 

Die Regierung von Oberbayern teilte im Schreiben vom 09.03.2018 mit, diesen Betrag in die Überlegungen zur Verteilung der Haushaltsmittel in den kommenden Jahren – voraussichtlich eine Gesamtzuwendung in Höhe von 6,2 Millionen Euro – einzubeziehen. Der Projektförderung liegen hierbei 60,90% (FAG) und 75,96% (FAGplus15) zu Grunde. Eine Zusicherung über die tatsächliche Zuwendungssumme stellt dies jedoch nicht dar.

 

Ferner wurde mit Datum vom 19.03.2018 die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn durch die Regierung von Oberbayern erteilt. Damit konnten die Vergabeverfahren eingeleitet werden.

 

In den bislang geführten Kostenaufstellungen sind die Kosten für die Sanierung und Neugestaltung der Freiflächen (Pausenhöfe), sowie die Herstellung der Interims-Außenflächen nicht enthalten. Dazu erfolgten separate Maßnahmenbeschlüsse. Nachfolgende Kostenrahmen sollen nun zusammengeführt werden:

 

  1. Generalsanierung und Erweiterung Grundschule

Entscheidung Stadtrat vom 08.11.2016 (TOP 3)

Billigung Entwurf und Kostenrahmen (KG 100-700) in Höhe von brutto 11.467.969,48 EUR

 

  1. Neugestaltung Pausenhöfe Grundschule (Süd/Nord)

Entscheidung Stadtrat/KUSS vom 05.07.2016 (TOP 4) / 04.07.2017 (TOP 4)

Für die Sanierung und Neugestaltung der Freiflächen (Pausenhöfe) erfolgte ein Maßnahmenbeschluss des Stadtrates (vorberatend BWUA am 21.06.2016, TOP 11), sowie die Billigung des Vorentwurfes mit Herstellungskosten in Höhe von brutto 596.688,02 EUR (KG 500) des Kultur- und Schul-, Sport- und Sozialausschuss.

 

  1. Interimsflächen (Herrichten/Rückbau)

Entscheidung BWUA vom 28.11.2017 (TOP 10)

Für die Herstellung der Interimsflächen erfolgte ein Maßnahmenbeschluss des Bau-, Werk- und Umweltausschusses „Übergangsphase und Rückbau des Südhofes der Mittelschule“ mit einem Kostenrahmen in Höhe von brutto 120.000,00 EUR (KG 500).

 

Generalsanierung und Erweiterung Grundschule                                11.467.969,48 EUR

Neugestaltung Pausenhöfe Grundschule (Süd/Nord)                              596.688,02 EUR

Interimsflächen (Herrichten/Rückbau)                                                      120.000,00 EUR

Brutto-Kostenrahmen (KG 100-700) zusammengefasst               12.184.657,50 EUR

 

 

Geplanter Bauablauf:

 

Bauabschnitt I:           Herstellung Interimspausenhof (abgeschlossen)

Bauabschnitt II:          Entwässerungskanalarbeiten Nordpausenhof (seit 04.06.2018)

Bauabschnitt III:         Baustelleneinrichtung (ab 30.07.2018)

Bauabschnitt IV:         Neubau Erweiterungsbau (ab 09.08.2018)

 

 

Da der Auftragswert für die zu vergebenden Leistungen (Gesamtauftragswert), den geltenden Schwellenwert in Höhe von 5.548.000 EUR (Netto) überschreitet, müssen die Vergaben der Bauleistungen im „Europaweiten Vergabeverfahren“ durchgeführt werden. Die Vergaben bestimmen sich nach den Vorschriften des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und der Vergabeverordnung (VgV).

 

Die Vergabeverordnung (§ 3 VgV) lässt allerdings, unter gewissen Bedingungen, ein Fachloskontingent bis 20 v.H. des Gesamtauftragswerts im nationalen Vergabeverfahren zu.

 

Nachfolgende Vergabepakete (Fachloskontingent mindestens 80 v.H.) sind im EU-weiten Vergabeverfahren geplant:

 

VP 1 (EU) (aktuelle Vergabeverfahren): Baumeister- und Rückbauarbeiten, Holzbauarbeiten, Gerüstbauarbeiten, Flachdachabdichtung, Fensterbauarbeiten, Fassadenarbeiten, Spenglerarbeiten, Sonnenschutzarbeiten, Aufzugsarbeiten, Elektroinstallationsarbeiten, Sanitäre Anlage, Heizungsanlage und Lüftungsanlage.

 

VP 2 (EU): Trockenbauarbeiten, Schreinerarbeiten.

 

VP 3 (EU): Außenanlagen Sanierung und Neugestaltung der Freiflächen (Pausenhof Nord und Süd).

 

Im Nationalen Vergabeverfahren (Fachloskontingent bis maximal 20 v.H.) sollen nachfolgende Gewerke behandelt werden:

 

VP 1 (national): Die Vergaben der vorbereitenden Maßnahmen (Tiefbauarbeiten – Entwässerung, Landschaftsbauarbeiten – Herstellen Interimspausenhof) erfolgten bereits durch den Bau-, Werk- und Umweltausschuss in der Sitzung vom 24.04.2018 (TOP Nr. 25).

 

VP 2 (national): Schlosserarbeiten, Estricharbeiten, Bodenbelagsarbeiten (Linoleum, Parkett etc.), Fliesenarbeiten, Malerarbeiten, Schließanlage, Brandschutzvorhänge, Brandschutzverglasungen, Bauendreinigung,

 

Hinweis: Der Begriff „Auftragswert“ ist nicht gleichbedeutend mit den Gesamtkosten des Bauvorhabens im Sinn der DIN 276. Bei der Ermittlung des EU-Schwellenwerts bleiben die Kosten für die Ausstattung, sowie die Nebenkosten außer Ansatz und müssen daher im Fachloskontingent (80% / 20%) nicht berücksichtigt werden.

In der Kostenverfolgung der Gesamtmaßnahme (KG200–700) werden diese selbstverständlich aufgeführt. Ebenso werden in der Kostenverfolgung, die Sanierung der Pausenhöfe und die Herstellung des Interimspausenhofes mitgeführt (separate Maßnahmenbeschlüsse).

 

 

Die fortgeschriebene Kostenverfolgung (ergänzte Kostenverfolgung mit Kostenanschlag) stellt sich wie folgt dar:

 

 

Die Preisdifferenzen zwischen Kostenberechnung und Kostenanschlag der einzelnen Gewerken begründen sich in Leistungsverschiebungen/-entfall bzw. mit Preisanpassungen nach Markterkundungen im Rahmen der LV-Erstellung.

 

Der Kostenanschlag in Höhe von brutto 12.967.311,05 (KG 100–700) vom 12.06.2018 überschreitet die Kostenberechnung vom 02.06.2017 um 6,42 v.H. (782.653,57 EUR).

 


Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss nahm die Zusammenführung der Kosten aus den einzelnen Maßnahmenbeschlüssen „Generalsanierung und Erweiterung Grundschule“, „Neugestaltung Pausenhöfe Grundschule (Süd/Nord)“ und „Interimsflächen (Herrichten/Rückbau)“, sowie die Kostensteigerung von 6,42 v.H. (von Kostenberechnung zu Kostenanschlag) zur Kenntnis und empfahl dem Stadtrat einstimmig, den fortgeschriebenen Kostenrahmen der zusammengeführten Maßnahmen in Höhe von brutto 12.967.311,05 EUR zu billigen.