Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Verkehrsplanung und Straßenbau,
Stadtwerke (Abwasser);
Ausbau Wasserburger Straße;
Maßnahmenbeschluss - Straßen- und Wegebau, Kanalbau

BezeichnungInhalt
Sitzung:26.06.2018   BWUA/045/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin des technischen Bauamtes das Wort.

Diese erläuterte die folgende am 25.06.2018 zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss beschloss in seiner Sitzung vom 19.12.2017, das gebilligte Bauprogramm vom 03.03.2015 zur Sanierung der Wasserburger Straße wie folgt zu ändern:

 

  • Der Gehweg ist, wie im Bestand vorhanden, zu erneuern, er ist zu asphaltieren.
  • Die Straßenbeleuchtung wird nicht erneuert.
  • Nach Abänderung des Ingenieurvertrages ist der geänderte Bauentwurf mit Kostenberechnung vorzubereiten.
  • Der Umfang der Deckensanierung bzw. des Straßenausbaus bestimmt sich nach dem Ergebnis der noch abzuschließenden Abstufungsvereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim.
  • Über den Umfang der Kanalbaumaßnahmen (punktuelle Sanierung oder Erneuerung) ist vom zuständigen Bau-, Werk- und Umweltausschuss gesondert zu entscheiden.

 

Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss hatte Kenntnis vom Inhalt der Abstufungsvereinbarung für die Staatsstraße St 2080 alt und beschloss in seiner Sitzung vom 20.03.2018 den Abschluss der Abstufungsvereinbarung mit Kostenregelung von brutto 536.000 EUR für die Wasserburger Straße über Wiesham bis zur B 304.

 

In der Summe der Abstufungsvereinbarung enthalten sind, anteilig für die Wasserburger Straße

-       169.000 EUR brutto für die Sanierung der Straßenentwässerungskanäle

-       305.000 EUR brutto für die Straßensanierung.

 

Weiterhin beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am 19.12.2017 einstimmig, die Planung für den Bau eines Fußweges vom östlichen Ende des „westlichen Stichweges der Wasserburger Straße“ (Fl.Nr. 255/4) bis zur Münchener Straße im Bereich des Bahngrundstücks Fl.Nr. 216 durchzuführen (Maßnahmenbeschluss).

 

Das Ingenieurbüro Infra aus Rosenheim hat nunmehr die Planungen für die Sanierung des Kanals, der Straßenentwässerung, des Fußweges an der Wasserburger, den Bahnweg und der Straße weiter detailliert.

 

 

Straße und Fußweg

 

Im Kreuzungsbereich der Münchener und der Wasserburger Straße wird auf Höhe der Tankstelle eine Querungshilfe für Fußgänger errichtet. Die Überquerungshilfe wird mit einer Breite der Insel von 2,00 m geplant. Die Fahrbahnbreite westlich der Insel beträgt 3,75 m, östlich der Insel 4,50 m. Die Breite der östlichen Fahrbahn von 4,50 m ergibt sich aus der Schleppkurve eines Sattelzuges, der aus der südlichen Tankstellenausfahrt nach Norden in die Münchener Straße abbiegt. Bedingt durch die Überquerungshilfe, sind die Zufahrten zu den Anwesen Wasserburger Straße 2 und Münchner Straße 34, 38, 40 umzulegen. Die entsprechenden Grundstückangelegenheiten sind vom Bauamt noch umzusetzen.

 

Im Einmündungsbereich der Wasserburger Straße wird die momentan markierte Sperrfläche baulich hergestellt und begrünt. Im weiteren Verlauf wird die Straße mit einer Breite von durchschnittlich 6,00 m bis 6,50 m hergestellt.

 

 

Der östliche Fußweg kann durchgängig in einer Breite von 2 m hergestellt werden und wird mit Betonsteinpflaster belegt. Der Hochbord wird in Granit B6, Höhe 8 cm, hergestellt. Vor dem Hochbord wird ein Granit-1-Zeiler gesetzt. Der vorhandene westliche Gehweg (Goethering Süd bis Nord) wird auf eine Breits von 1,50 m angepasst und mit Hochbord (+8 cm) und Granit-1-Zeiler neu hergestellt. An Einmündungen und Zufahrten wird der Hochbord abgesenkt. Die Befestigung erfolgt, wie beim Gehweg auf der östlichen Seite, in Betonplatten. Der restliche, westliche Fahrbahnrand wird mit Granit-1-Zeiler bzw. Granit-2-Zeiler (tiefer Fahrbahnrand) ausgeführt. Die an der westlichen Straßenseite frei werdenden Flächen werden als Bankettbereiche ausgeführt. Bei größeren Randstreifen soll die „Wildblumen“ Wiese angesät werden.

 

Die Gehwege erhalten folgenden Aufbau:

 

                8 cm Betonpflaster 16 x 20 cm

                3 cm Brechsandsplitt

              29 cm Frostschutzschicht

              40 cm Gesamtaufbau

 

Für die Straßensanierung wird die Deck- und Tragschicht abgefräst und entsorgt. Da die Frostschutzschicht, aufgrund zu hoher Feinkornanteile nicht den Richtlinien entspricht, werden auch 30 cm des Unterbaues ausgebaut und entsorgt.

 

Der neue Fahrbahnaufbau ist wie folgt geplant:

 

                     4 cm Deckschicht AC 11 DN

                   10 cm Tragschicht AC 32 TN

                   30 cm Frostschutzschicht

              44 cm Gesamtaufbau

 

Die bestehende Kiestragschicht mit einer verbleibenden Stärke von 24 cm bis 67 cm ist laut Baugrundgutachten ausreichend verdichtet und tragfähig.

 

 

Kanalsanierung

 

Die vorhandene und beschädigte Straßenentwässerung wird erneuert. Weiterhin soll die Straßenentwässerung nicht mehr in den Abwasserkanal eingeleitet, sondern örtlich versickert werden. Allerdings wurden Böden vorwiegend der Frostempfindlichkeitsklasse F3 vorgefunden, diese sind zur Versickerung ungeeignet. Zudem sind die Böden mittel-schwer bis sehr schwer bohrbar, somit können keine Versickerungsanlagen gebaut werden. Außerdem kann das Oberflächenwasser durch solch dicht gelagerte und schlecht durchlässige Schichten unmöglich versickern.

 

Die Entwässerung soll deshalb über Straßeneinläufe in den neuen Regenwasserkanal, bzw. im Norden in den bestehenden Regenwasserkanal, mit der Weiterleitung in den Wieshamer Bach erfolgen. Die bestehende wasserrechtliche Genehmigung dazu wird entsprechend erweitert.

 

Die vereinzelten Beschädigungen im Abwasserkanal im Bereich Wasserburger Straße HS Nr. 3 bis HS Nr. 13 können örtlich saniert werden. Die betroffenen Schadstellen können vor dem Straßenausbau freigelegt werden und durch ein neues Rohr, gleicher Bauart, ersetzt werden.

 

Zwischen den beiden Zufahrten zum Goethering liegen die bestehenden Schmutzwasser- und Regenwasserkanäle auf Privatgrund. Beide Kanäle weisen in diesem Bereich erhebliche Schäden auf. Die Kanäle liegen nah beieinander und werden gemeinsam durch die Schacht-bauwerke (offen) geführt. Dies hat zur Folge, dass bei Regenereignissen mit Rückstau das Oberflächenwasser in den Schmutzwasserkanal und damit zur Kläranlage gelangt.

 

Der Ableitungskanal Schmutzwasser von der Wasserburger Straße zum Hauptkanal entlang des Wieshamer Baches weist ebenfalls mehrere Schadstellen (undichte Muffen) auf, so dass Grundwasser in den Schmutzwasserkanal infiltriert.

 

Entlang der Wasserburger Str. HS Nr. 46, 48, 54 wird damit ein neuer Regenwasserkanal mit Ablauf in den Wieshamer Bach und ein neuer Abwasserkanal bis zum Anschluss an den Abwasserkanal entlang des Wieshamer Baches verlegt.

 

Der geplante Regenwasserkanal wird mit Betonrohren DN 300, DN 500 und DN 600 mit einer Gesamtlänge von 630 m hergestellt. Der Schmutzwasserkanal ist mit einer Dimension von DN 200 aus GGG mit einer Gesamtlänge von 360 m geplant.

 

Die erforderliche Kanalsanierung beim Schmutzwasserkanal (DN 200) liegt im Bereich von duktilen Gussrohren (GGG). Betroffen sind 7 Schadstellen. Da die Straße ausgebaut wird, ist vorgesehen, die betroffenen Rohrstücke freizulegen und durch ein neues Rohr, gleicher Bauart, zu ersetzen.

 

Der Ausbau der Regenentwässerung und der Schmutzwasserkanäle kann aus wirtschaftlicher Sicht zusammen mit der Sanierung der Wasserburger Straße ausgeführt werden.

 

 

 

Bahnweg

 

Der Gehweg entlang der Bahnlinie wird entlang der östlichen Grundstücksgrenze bis zur Münchener Straße auf einer Länge von ca. 60 m mit einer Breite von 2,00 m ausgeführt. Der Gehweg wird mit einem Stabgitterzaun (Höhe = 1,80 m) zur Bahnlinie hin abgesichert. Der Gehweg entlang der Bahnlinie wird mit einem Tiefbord an die Münchener Straße angebaut. Die Entwässerung des Gehwegs erfolgt über die Querneigung in die Grünfläche bzw. zur Fahrbahn hin.

 

 

 

 

Kostenzusammenstellung

 

Die Kostenzusammenstellung ist momentan nur auf Grundlage einer Kostenschätzung möglich und kann sich mit der Kostenberechnung noch ändern.

 

Gesamtkosten

Straßensanierung                                                                                                   430.000,00 EUR brutto

Kanalsanierung (Abwasser/Regenwasser)                                                   471.000,00 EUR brutto

Entsorgungskosten                                                                                                240.000,00 EUR brutto

Summe                                                                                                                     1.141.000,00 EUR brutto

Abzug Abstufungsvereinbarung                                                                    - 474.000,00 EUR brutto

Summe                                                                                                                        667.000,00 EUR brutto

Fußweg Wasserburger Straße inkl. Entsorgung                                          424.000,00 EUR brutto

Bahnweg inkl. Entsorgung                                                                                     47.000,00 EUR brutto

Summe Kostenschätzung Stadt / Stadtwerke Grafing                         1.138.000,00 EUR brutto

 

Aufgeteilt nach Stadt und Stadtwerke lassen sich die Kosten wie folgt abschätzen:

 

Stadt Grafing

Straßensanierung                                                                                                   430.000,00 EUR brutto

Entsorgungskosten                                                                                                120.000,00 EUR brutto

Fußweg Wasserburger Straße inkl. Entsorgung                                          424.000,00 EUR brutto

Bahnweg inkl. Entsorgung                                                                                     47.000,00 EUR brutto

Summe                                                                                                                     1.021.000,00 EUR brutto

Abzug Abstufungsvereinbarung                                                                    - 305.000,00 EUR brutto

Summe Stadt Grafing                                                                                            716.000,00 EUR brutto

 

Stadtwerke Grafing

Kanalsanierung (Abwasser/Regenwasser)                                                   471.000,00 EUR brutto

Entsorgungskosten                                                                                                120.000,00 EUR brutto

Summe                                                                                                                        591.000,00 EUR brutto

Abzug Abstufungsvereinbarung                                                                    - 169.000,00 EUR brutto

Summe Stadtwerke Grafing (Abwasser)                                                      422.000,00 EUR brutto

 

 

In der anschließenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, ob nach dem Wegfall der Straßenausbaubeiträge schon Richtwerte vom Freistaat als Ersatz dieser wegfallenden kommunalen Einnahmen bekannt seien.

Man gehe davon aus, dass die staatlichen Zuwendungen in der gleichen Höhe wie die jeweiligen Einnahmen aus den Straßenausbaubeiträgen ausfallen werden.

 

Ferner wurde gebeten, dass in der Wasserburger Straße für eine Vereinheitlichung der Straßenleuchten gesorgt werden solle.

 


Nach Sachvortrag wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig folgendes beschlossen:

 

Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss (als vorberatender Ausschuss) empfahl dem Stadtrat die Billigung der vorgestellten Planung für die Sanierungen des Abwasserkanals und der Straßenentwässerung in Höhe von 422.000,00 EUR brutto (Kostenschätzung).

 

Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss (als vorberatender Ausschuss) empfahl dem Stadtrat die Billigung der vorgestellten Planung für die Sanierungen des Fußwegs, der Straße und des Bahnwegs in Höhe von 716.000,00 EUR brutto (Kostenschätzung).

 

Die Verwaltung wurde ferner beauftragt, die Kosten für eine Vereinheitlichung der Straßenbeleuchtung zu ermitteln.

 

 

Anwesend 12

Herr Peter Rothmoser, Ausschussmitglied, hat entschuldigt die Sitzung verlassen. An der weiteren Sitzung nahm Herr Josef Klinger als Vertreter teil.