Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Bauantrag zur Aufstockung eines Reihenmittelhauses auf dem Grundstück Fl.Nr. 185/20 der Gemarkung Öxing (Wasserburger Straße 10a)

BezeichnungInhalt
Sitzung:14.06.2018   BWUA/044/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurde der Bauantrag vorgestellt und erläutert. Beantragt werden die Aufstockung eines Reihenmittelhauses um 0,50 m sowie der Einbau einer Dachgaube.

 

Das Vorhaben liegt in einem Allgemeinen Wohngebiet; die Wohnnutzung des Gebäudes bleibt unverändert und bleibt somit nach der Art der baulichen Nutzung zulässig.

 

Die nähere Umgebung ist durch Einzelhäuser und Hausgruppen geprägt. Somit fügt sich auch ein Reihenhaus (Hausgruppe) hinsichtlich der Bauweise in die Umgebungsbebauung ein. Voraussetzung ist aber, dass es sich trotz der einseitigen Aufstockung eines Hauses einer Hausgruppe noch weiterhin um ein Reihenhaus handelt.

 

Hier ist die Rechtsprechung zur „Doppelhausbebauung“ (die gleichermaßen für Hausgruppen gilt) zu beachten, die auch im unbeplanten Innenbereich zu Anwendung kommt (vgl. BVerwG 05.12.2013).

 

Bei Doppelhäusern und Hausgruppen handelt es sich um eine Sonderform der Bauweise, für die besondere Regelungen gelten. Es wird eine sog. wechselseitig aufeinander abgestimmte Bauweise verlangt, da es im Gesamteindruck als ein Gebäude erscheinen muss. Für diese notwendige „Übereinstimmung“ ist die einheitliche Gebäudehöhe von besonderer Bedeutung, da sie nach außen hin besonders sichtbar ist (BVerwG 19.03.2015).

 

Diese Sonderbauweise geht im Wesentlichen von einem profilgleichen Anbau aus. Dabei sind horizontale Versätze relativ großzügig zulässig – beim vertikalen Versatz ist ein deutlich strengerer Maßstab anzuwenden.

 

Der beantragte Versatz unterliegt nicht der gesetzlichen Abweichungsregelung des § 248 Sätze 1 und 3 BauGB, da die Aufstockung nicht nur durch die energetische Sanierung bedingt ist.

 

In der Rechtsprechung wird ein Versatz bei einer Ansichtsfläche des übersteigenden Giebels von 5 m² noch als zulässig angesehen, soweit sich das Vorhaben im Übrigen einfügt (BayVGH vom 10.11.1998). Hier entstehen durch die Aufstockung Wandhöhen von 6,20 m und Firsthöhen von 8,68 m, die sich noch einfügen. Die entstehende Ansichtsfläche der Erhöhung erreicht einen Versatz mit einer Flächengröße von 5 m² und stellt die aufeinander abgestimmte Bauweise nicht in Frage.

 

Das Vorhaben fügt sich damit auch nach der Bauweise ein und verstößt nicht gegen das Gebot der Rücksichtnahme.

 

Der geplante Dachüberstand ist planungsrechtlich unbeachtlich. Die Dachgaube bleibt unter 1/3 der Gebäudebreite und ist damit ebenfalls zulässig.

 

Hinweis

Zusätzlicher Stellplatzbedarf entsteht nicht, da keine zusätzliche Wohneinheit entsteht.

Die in den Planzeichnungen dargestellte Terrassenüberdachung wurde bereits mit Baugenehmigung vom 09.08.1979, Az. 41/638/79, genehmigt.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Aufstockung eines Reihenmittelhauses auf dem Grundstück Fl.Nr. 185/20 der Gemarkung Öxing, Wasserburger Straße 10a, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.