Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Mittelschule Grafing;
Sanierungsmaßnahmen;
Maßnahmenbeschluss für weitere Sanierungsmaßnahmen

BezeichnungInhalt
Sitzung:08.05.2018   StR/047/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Erste Bürgermeisterin erläuterte kurz die folgende zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

In seiner Sitzung vom 24.03.2015 wurde der Bau-, Werk-und Umweltausschuss über den Gebäudezustand der Georg-Huber-Mittelschule und über notwendigen baulichen Maßnahmen informiert:

 

Seitdem werden jeweils für die Sommerferien Maßnahmenpakete ausgearbeitet und umgesetzt. Die nachfolgenden Sanierungsmaßnahmen wurden bereits in den Jahren 2015 bis 2017 abgeschlossen.

 

2015 - Sanierungsmaßnahmen

§  Sanierung WC Anlagen

§  Austausch Türen Klassenzimmer

§  Austausch Rauchschutztüren Flure

§  Kopierraum Lehrerzimmer

§  Nebenraum Lehrküche UG

2016 - Sanierungsmaßnahmen

§  Sanierung Feuchteschäden UG

§  Erneuerung ELA-Anlage

§  Sanierung Eingangstreppe Nebeneingang West

2017 - Sanierungsmaßnahmen

  • Erneuerung Wasser-/Abwasser-Installation/Renovierung Klassenzimmer Strang 1–4

§  Sanierung Decken/Abkofferung Wände

 

 

Maßnahmenbeschluss für weitere Sanierungsmaßnahmen

 

Nach Abschluss der Sanierung 2017 stehen neben den laufenden Unterhaltsmaßnahmennachfolgende Vorhaben an, die in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt werden sollen:

1.    Sanierung Klassenzimmer (Akustik)

2.    Sanierung Aula, Treppenhalle EG (Brandschutz, Decke),

3.    Sanierung Verwaltungstrakt (Decke, Bodenbeläge, Fenster)

4.    Barrierefreiheit:

-       Aufzugsanlage (Plattformaufzug)

-       Barrierefreier Zugang Haupteingang und Erneuerung Vordach

-       Barrierefreier Zugang Pausenhof Nord mit Sanierung Treppenanlage

-       Barrierefreier Zugang Pausenhof Süd mit Sanierung Treppenanlagen

5.    Umgestaltung Außenanlagen (Pausenhof, Müll, Fahrräder)

6.    Energetische Gebäude-Sanierung Fassadensanierung (Dämmung und Fenster)

7.    Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

 

 

Als erste Maßnahme soll die Akustiksanierung der Klassenzimmer durchgeführt werden.

In allen Jahrgangsstufen werden Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Als Schule mit dem Schulprofil „Inklusion“ setzt die Georg-Huber-Mittelschule im Unterricht und Schulleben individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler um.

Schüler mit Hörschädigungen, werden zudem vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst Oberbayern betreut.

 

In diesem Zusammenhang wurden die Unterrichtsräume (akustische Lernumgebung) audiologisch beurteilt. Die Klassenräume sind weitgehend mit schallharten Materialien ausgestattet. Eine deutlich eingeschränkte Sprachverständlichkeit, sowie ein hohes Aufkommen an diffusem Störlärm lassen sich bereits ohne Messungen erkennen.

Eine Überprüfung der Nachhallzeiten ergaben nicht akzeptable Werte für eine Beschulung von Kindern mit Einschränkungen in der Hör-Wahrnehmung. Selbst die Normwerte für den Unterricht von Kindern ohne Einschränkungen werden nicht erzielt.

 

Ausschlaggebend für die akustische Barrierefreiheit eines Klassenraumes sind die Anforderungen der DIN 18401 (Nutzungsart Raumgruppe A4). Sie gilt für Kinder mit einer Hörschädigung, mit Lern- oder Sprachbehinderungen, sowie für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache.

 

Daher sind im Sinne der Barrierefreiheit (für Menschen mit Behinderung) und der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund dringend akustische Maßnahmen notwendig.

 

Im Rahmen der Voruntersuchung wurde eine Raumakustische Bestandsaufnahme eines Klassenraums exemplarisch durchgeführt und gemäß den raumakustischen Anforderungen der DIN 18041 beurteilt. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde von einem Akustikfachplaner ein raumakustisches Konzept nach Raumgruppe A4 für eine „Inklusive Nutzung“ (Eignung für Kinder mit eingeschränktem Hörvermögen) erstellt.

 

 

Die Anforderungen an die Nachhallzeiten bei „Inklusiver Nutzung“ „A4“ (grüner Bereich) werden überschritten. Der Raum weist in allen Frequenzbereichen eine zu geringe akustische Raumbedämpfung auf. In der tieferen Oktave (125 Hz) werden die Vorgaben zur Nachhallzeit deutlich überschritten. Dies ist auf die derzeit vorhandenen, akustisch gering wirksame Aufbauten zurückzuführen.

 

Mit dem Ziel, den subjektiven Lärmpegel innerhalb des Raumes zu senken und die akustischen Arbeitsbedingungen zu verbessern, wurde ein Konzept zur Einhaltung der raumakustischen Anforderungen erarbeitet.

 

Nachfolgende Maßnahmen sollen ergriffen werden:

-       Einbau einer abgehängten Gipskarton-Lochdecke mit geschlossenem Randfries

-       Wandabsorber aus Filz, als Pinnwand nutzbar

 

Im Zuge des Rückbaus der vorhandenen Metallpaneeldecke und den nachfolgenden Trockenbauarbeiten sollten auch teilweise die Bodenbeläge (EG und 2. OG) erneuert werden.

Für die akustische Sanierung, nebst Bodenbelagsarbeiten und Erneuerung der Deckenleuchten wurden Kosten in Höhe von ca. 37.500,00 EUR (KG 300–700) pro Klassenzimmer kalkuliert. Daraus ergibt sich für 12 Klassenzimmer ein voraussichtlicher Gesamtkostenrahmen in Höhe ca. 450.000,00 EUR.

 

Der Tagesordnungspunkt wurde dem Bau-Werk- und Umweltausschuss in seiner Sitzung vom 24.04.2018 (TOP 20) bereits vorgestellt:

 

Die Planungen sahen eine abschnittsweise Umsetzung in drei Bauabschnitten vor. Im ersten Bauabschnitt sollten beginnend mit den Sommerferien 2018 vier Klassenzimmer im Erdgeschoss saniert werden, wofür mit einem Kostenrahmen in Höhe von 150.000,00 EUR gerechnet werden muss:

 

Kostengruppe nach DIN 276

Kostenschätzung

vom 20.04.2018

300 Bauwerk – Baukonstruktionen

83.000,00 EUR

400 Bauwerk – Technische Anlagen

32.000,00 EUR

700 Baunebenkosten

35.000,00 EUR

Gesamtsumme

150.000,00 EUR

 

 

Allerdings stehen für die Mittelschule in diesem Haushaltsjahr nur 150.000,00 EUR zur Verfügung, wovon bereits ca. 55.000,00 EUR für die Herstellung des „Interimspausenhofs“ und Beschaffung von Außenklassenzimmermöbeln (Stuhl-Tisch-Kombinationen) abzuziehen sind.

 

Ferner startet in diesem Jahr, mit Beginn der Pfingstferien, die Generalsanierung und Erweiterung der Grundschule. Aus diesem Grund sollte in Erwägung gezogen werden, die Sanierungsmaßnahme Mittelschule für das Jahr 2018 auszusetzen, sofern die zusätzlichen Mittel nicht zur Verfügung gestellt werden können.

 

Ebenso musste berücksichtigt werden, dass die Vergabeverfahren noch nicht gestartet wurden. Ob kurzfristig wirtschaftliche Angebote im Vergabeverfahren erzielt werden können, müsste abgewartet werden.

 

Nach intensiver Beratung beschloss daher der Bau-, Werk- und Umweltausschuss die Sanierungsmaßnahme für das Jahr 2018 auszusetzen. Ferner wurde vorgeschlagen, im Jahr 2019 dafür zwei Bauabschnitte zusammenzufassen (8 Klassenzimmer) und dafür ein Budget von 300.000,00 EUR im Haushalt vorzuhalten. Der Vorteil bestünde darin, bereits 2018 die Planungen und Vorbereitungen für das Vergabeverfahren zu treffen, um bestmögliche (wirtschaftliche) Angebote zu erzielen.

 

Da für die Gesamtmaßnahme (12 Klassenzimmer) Kosten in Höhe von 450.000,00 EUR kalkuliert wurden und für das Jahr 2019 nunmehr 300.000,00 EUR für die Sanierung von 8 Klassenzimmern vorgehalten werden sollen, liegt die Zuständigkeit zur Beschlussfassung beim Stadtrat.

 

Daher gilt die Beschlussfassung des Bau-Werk- und Umweltausschuss vom 24.04.2018 als Empfehlung an den Stadtrat, der Gesamtmaßnahme zur Akustiksanierung der Klassenzimmer in der Georg-Huber-Mittelschule (Maßnahmenbeschluss), mit einem Gesamtkostenrahmen in Höhe von 450.000,00 EUR zuzustimmen, wobei eine Umsetzung der Gesamtmaßnahme in 2 Bauabschnitten vorgesehen ist und für die Ausführung 2019 ein Budget in Höhe von 300.000,00 EUR eingeplant werden soll.

Die Planungen, sowie die Vergabeverfahren für die Umsetzung des ersten Bauabschnittes sollen dazu bereits 2018 vorbereitet werden.


Die Sanierungsmaßnahmen aus dem vorgestellten „Sanierungspaket Akustik Klassenräume“ wurden als Gesamtmaßnahme auf Empfehlung des Bau-Werk- und Umweltausschuss mit einem Kostenrahmen in Höhe von brutto 450.000,00 EUR (Maßnahmenbeschluss) einstimmig beschlossen. Die Ausführung erfolgt abschnittsweise. Für die Umsetzung des ersten Bauabschnitts im Jahr 2019 wird ein Kostenrahmen von 300.000,00 EUR gebilligt. Die Planungen und Vergabeverfahren sind 2018 vorzubereiten.