Tagesordnungspunkt

TOP Ö 20: Mittelschule Grafing;
Sanierungsmaßnahmen;
a) Kostenfeststellung Sanierungsmaßnahme 2017
b) Maßnahmenbeschluss für weitere Sanierungsmaßnahmen

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.04.2018   BWUA/043/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde am 23.04.2018 in das Gremieninfo eingestellt. Von der Vertreterin des technischen Bauamtes wurde der Tagesordnungspunkt ausgeführt.

 

In der Sitzung vom 24.03.2015 wurde der Bau-, Werk- und Umweltausschuss über den Gebäudezustand der Georg-Huber-Mittelschule und über die notwendigen baulichen Maßnahmen informiert:

 

  1. Sanierung WC-Anlagen (Sommer 2015)
  2. Austausch Türen Klassenzimmer (Sommer 2015)
  3. Austausch Rauchschutztüren Flure (Sommer 2015)
  4. Kopierraum Lehrerzimmer (Sommer 2015)
  5. Nebenraum Lehrküche UG (Sommer 2015)
  6. Sanierung Feuchteschäden UG (Sommer 2016)
  7. Erneuerung ELA-Anlage (Sommer 2016)
  8. Sanierung Eingangstreppe Nebeneingang West (Sommer 2016)
  9. Elektroinstallation/Beleuchtung Gänge (2017)
  10. Schließen der Flurnischen EG – 2. OG (Sommer 2017)
  11. Austausch der Flurdecken im kompletten Gebäude (teilweise 2017)
  12. Fassadensanierung (Dämmung und Fenster)
  13. Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

 

Seitdem werden jeweils für die Schließzeiten der Sommerferien Maßnahmenpakete ausgearbeitet und umgesetzt. Die vorgestellten Sanierungsmaßnahmen Punkte 1 bis 8 wurden bereits in den Jahren 2015 bis 2016 abgeschlossen.

 

Das Maßnahmenpaket „2017“ wurde dem Stadtrat in seiner Sitzung vom 17.01.2017 vorgestellt:

 

  • Erneuerung Wasser-/Abwasser-Installation / Renovierung Klassenzimmer Strang 1–4
  • Sanierung Decken / Abkofferung Wände (Punkt 10 und 11)

 

Kostenschätzung vom 02.12.2016

Installationsstränge Klassenzimmer komplett                68.800,00 EUR

Renovierung Decken/Wände/Bodenbeläge                 180.376,00 EUR

Renovierung Treppenhalle 1. OG und 2. OG                 39.970,00 EUR

Renovierung Klassenräume 1. OG                                20.000,00 EUR

Sonstige Kosten (Baunebenkosten)                               72.000,00 EUR

Brutto-Gesamtkosten                                                 381.146,00 EUR

 

Mit einem Kostenrahmen (KG 300–700) in Höhe von brutto 381.146,00 EUR beschloss der Stadtrat die Sanierungsmaßnahmen aus dem vorgestellten „Sanierungspaket III – Mittelschule Grafing Sommerferien 2017“ durchzuführen (Maßnahmenbeschluss).

 

Die Arbeiten starteten bereits in den Pfingstferien. Aus organisatorischen Gründen (straffer Bauablauf) wurde der Teilabbruch der Flurdecken zeitlich vorverlegt. Mit Beginn der Sommerferien erfolgten dann die Hauptleistungen. Die stark korrodierten Leitungen wurden vom Strangsystem abgetrennt. Neue Steigleitungen wurden in den vorhandenen Flurnischen verzogen und angeschlossen.

In Rahmen der Installationsarbeiten wurden die Waschtischbereiche der Klassenzimmer neu angelegt. Gut erhaltene Waschtische konnten erhalten bleiben, Beschädigte wurden erneuert. Im Anschluss erfolgten die Trockenbauarbeiten.

 

Bereits 2014 wurden die maroden Einbaugarderobenschränke (Holz), aus den Gängen vor den Klassenzimmern, gegen Schließfachschränke aus Metall ausgetauscht. Da die neuen Metallschränke nicht maßgerecht in die Nischen passten, entstanden kleine Schmutzecken. Im oberen Bereich der Nischen waren die Verkabelungen zu den Klassenräumen sichtbar, der Bodenbelag fehlte an einigen Stellen vollständig.

 

Da die neu verlegten Steigleitungen ohnehin geschützt werden mussten, konnten nun mit dem nachträglichen Schließen der Wand-Nischen beide Maßnahmen sinnvoll miteinander verbunden werden.

 

Im Zuge der Trockenbauarbeiten erfolgte nun die Erneuerung der Flurdecken (Akustikdecken Punkt 11) und ein Austausch des Beleuchtungssystems (LED).

 

Dies wurde notwendig, da die vorhandenen Metallpaneeldecken an den Deckenlatten und Paneelen Beschädigungen aufwiesen, zudem bot diese Deckenkonstruktion wenig Schallschutz. Auch entstanden im Zuge des Einbaus der neuen Brandschutztüren (2016) Beschädigungen, da die Flurdecken geöffnet werden mussten.

 

Abschließend konnten noch die Bodenbeläge der Flure im 1. und 2. OG erneuert werden.

 

Die Maßnahmen wurden nur teilweise in den Sommerferien 2017 fertiggestellt, der Abschluss der Arbeiten fand in den Herbstferien 2017 statt.

 

 

a)  Kostenfeststellung Sanierungsmaßnahme 2017

 

Für die Gesamtmaßnahme (KG 300–700) wurde ein Kostenrahmen in Höhe von brutto 381.146,00 EUR veranschlagt.

Die Renovierung der Klassenräume im 1. OG (Bodenbeläge, Malerarbeiten) wurde aus Zeitgründen nicht durchgeführt. Aus diesem Grund reduziert sich in nachfolgender Kostenfeststellung die Summe der Kostenschätzung um 20.000,00 EUR.

 

(KG 300–700) in Höhe von brutto 349.956,52 EUR festgestellt.

 

Kostengruppe nach DIN 276

Kostenschätzung

vom 02.12.2016

Auftragssummen

 

Kostenfeststellung

vom 20.04.2018

300 Bauwerk – Baukonstruktionen

202.330,38 EUR

166.319,08 EUR

185.265,87 EUR

400 Bauwerk – Technische Anlagen

86.815,62 EUR

83.474,42 EUR

14.286,98 EUR

700 Baunebenkosten

72.000,00 EUR

64.123,11 EUR

64.123,11 EUR

Gesamtsumme

361.146,00 EUR

313.916,61 EUR

349.956,52 EUR

 

Die Kostenfeststellung vom 20.04.2018 schließt mit einer Gesamtsumme für die Kostengruppen 300–700 in Höhe von brutto 349.956,52 EUR.

 

Die Kostenmehrung in Höhe von 36.039,91 EUR (11,48 v.H.) zur Gesamtauftragssumme (361.146,00 EUR) begründet sich vorwiegend mit notwendigen Mehrleistungen in den Gewerken Elektro- und Fernmeldetechnik sowie Malerarbeiten.

 

Der Arbeitsumfang der Elektroinstallationsarbeiten wurde aus Brandschutzgründen notwendig. Bestandskanäle mussten entfernt und neue Brandschottungen eingebaut werden. Zudem wies die Verteilung erhebliche Mängel auf, die im Zuge der Installationsarbeiten behoben wurden. Außerdem zeigte sich nach Abbruch der Decke, dass sich dort noch die komplette Altverkabelung befunden hat, die überprüft und schließlich demontiert wurde.

Die Mehrleistungen der Malerarbeiten stehen nicht direkt mit der geplanten Sanierungsmaßnahme im Zusammenhang. Es wurden zusätzliche Malerarbeiten beauftragt, die eigentlich den Unterhaltsmaßnahmen zuzuordnen sind, jedoch im Leistungsumfang der Gesamtmaßnahme abgerechnet wurden.

 

Trotz Mehrkosten hinsichtlich der Gesamtauftragssumme liegt die Kostenfeststellung um 11.189,48 EUR (3,1 v.H.) unterhalb der Kostenschätzung vom 02.12.2016 und somit im Kostenrahmen des Haushaltsansatzes.

 

Beschluss:

Ja: 12  Nein: 0

 

Die Ausführung von Mehrleistungen im Rahmen der Sanierungsmaßnahme „Sanierungspaket III – Mittelschule Grafing Sommerferien 2017“ nebst Kostenfeststellung wurden vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig zur Kenntnis genommen und gebilligt.

 

 

Anwesend 11

Das Ausschussmitglied Herr Dr. Ernst Böhm hat entschuldigt die Sitzung verlassen.

 

 

b)      Maßnahmenbeschluss für weitere Sanierungsmaßnahmen

 

Nach Abschluss der Sanierung 2017 stehen neben den laufenden Unterhaltsmaßnahmen nachfolgende Vorhaben an, die in den nächsten Jahren sukzessive umgesetzt werden sollen:

 

1.    Sanierung Klassenzimmer (Akustik)

2.    Sanierung Aula, Treppenhalle EG (Brandschutz, Decke)

3.    Sanierung Verwaltungstrakt (Decke, Bodenbeläge, Fenster)

4.    Barrierefreiheit:

-       Aufzugsanlage (Plattformaufzug)

-       Barrierefreier Zugang Haupteingang und Erneuerung Vordach

-       Barrierefreier Zugang Pausenhof Nord mit Sanierung Treppenanlage

-       Barrierefreier Zugang Pausenhof Süd mit Sanierung Treppenanlagen

5.    Umgestaltung Außenanlagen (Pausenhof, Müll, Fahrräder)

6.    Energetische Gebäude-Sanierung Fassadensanierung (Dämmung und Fenster)

7.    Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

 

Für die Sommerferien 2018 ist die Sanierung der Klassenzimmer beabsichtigt.

In allen Jahrgangsstufen werden Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet. Als Schule mit dem Schulprofil „Inklusion“ setzt die Georg-Huber-Mittelschule im Unterricht und Schulleben individuelle Förderung für alle Schülerinnen und Schüler um. Schüler mit Hörschädigungen werden zudem vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst Oberbayern betreut.

 

In diesem Zusammenhang wurden die Unterrichtsräume (akustische Lernumgebung) audiologisch beurteilt. Die Klassenräume sind weitgehend mit schallharten Materialien ausgestattet. Eine deutlich eingeschränkte Sprachverständlichkeit, sowie ein hohes Aufkommen an diffusem Störlärm lassen sich bereits ohne Messungen erkennen.

Eine Überprüfung der Nachhallzeiten ergaben nicht akzeptable Werte für eine Beschulung von Kindern mit Einschränkungen in der Hör-Wahrnehmung. Selbst die Normwerte für den Unterricht von Kindern ohne Einschränkungen werden nicht erzielt.

 

Ausschlaggebend für die akustische Barrierefreiheit eines Klassenraumes sind die Anforderungen der DIN 18401 (Nutzungsart Raumgruppe A4). Sie gilt für Kinder mit einer Hörschädigung, mit Lern- oder Sprachbehinderungen, sowie für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache.

 

Daher sind im Sinne der Barrierefreiheit (für Menschen mit Behinderung) und der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund dringend akustische Maßnahmen notwendig.

 

Im Rahmen der Voruntersuchung wurde eine Raumakustische Bestandsaufnahme eines Klassenraums exemplarisch durchgeführt und gemäß den raumakustischen Anforderungen der DIN 18041 beurteilt. Auf Grundlage der Ergebnisse wurde von einem Akustikfachplaner ein raumakustisches Konzept nach Raumgruppe A4 für eine „Inklusive Nutzung“ (Eignung für Kinder mit eingeschränktem Hörvermögen) erstellt.

 

 

Die Anforderungen an die Nachhallzeiten bei „Inklusiver Nutzung“ „A4“ (grüner Bereich) werden überschritten. Der Raum weist in allen Frequenzbereichen eine zu geringe akustische Raumbedämpfung auf. In der tieferen Oktave (125 Hz) werden die Vorgaben zur Nachhallzeit deutlich überschritten. Dies ist auf die derzeit vorhandenen, akustisch gering wirksamen Aufbauten zurückzuführen.

 

Mit dem Ziel, den subjektiven Lärmpegel innerhalb des Raumes zu senken und die akustischen Arbeitsbedingungen zu verbessern, wurde ein Konzept zur Einhaltung der raumakustischen Anforderungen erarbeitet.

 

Nachfolgende Maßnahmen sollen ergriffen werden:

-       Einbau einer abgehängten Gipskarton-Lochdecke mit geschlossenem Randfries

-       Wandabsorber aus Filz, als Pinnwand nutzbar

 

Im Zuge des Rückbaus der vorhandenen Metallpaneeldecke und den nachfolgenden Trockenbauarbeiten sollten auch teilweise die Bodenbeläge (EG und 2. OG) erneuert werden.

Für die akustische Sanierung, nebst Bodenbelagsarbeiten und Erneuerung der Deckenleuchten muss mit Kosten in Höhe von 38.000,00 EUR (KG 300–700) pro Klassenzimmer kalkuliert werden. Daraus ergibt sich für 12 Klassenzimmer ein voraussichtlicher Gesamtkostenrahmen in Höhe von ca. 450.000,00 EUR.

 

Die Planungen sehen eine abschnittsweise Umsetzung vor. Im ersten Bauabschnitt sollen 4 Klassenzimmer im Erdgeschoss saniert werden, wofür mit einem Kostenrahmen in Höhe von 149.000,00 EUR gerechnet werden muss:

 

Kostengruppe nach DIN 276

Kostenschätzung

vom 20.04.2018

300 Bauwerk – Baukonstruktionen

82.000,00 EUR

400 Bauwerk – Technische Anlagen

32.000,00 EUR

700 Baunebenkosten

35.000,00 EUR

Gesamtsumme

149.000,00 EUR

 

Allerdings stehen für die Mittelschule in diesem Haushaltsjahr nur 150.000,00 EUR zur Verfügung, wovon bereits ca. 55.000,00 EUR für die Herstellung des „Interimspausenhofs“ und Beschaffung von Außenklassenzimmermöbeln (Stuhl-Tisch-Kombinationen) abzuziehen sind.

 

Ferner startet in diesem Jahr, mit Beginn der Pfingstferien, die Generalsanierung und Erweiterung der Grundschule. Aus diesem Grund muss in Erwägung gezogen werden, die Sanierungsmaßnahme Mittelschule in diesem Sommer auszusetzen, sofern die zusätzlichen Mittel nicht zur Verfügung gestellt werden können.

 

Ebenso muss berücksichtigt werden, dass die Vergabeverfahren noch nicht gestartet wurden. Ob so kurzfristig wirtschaftliche Angebote im Vergabeverfahren erzielt werden können, muss abgewartet werden. Dennoch sollte versucht werden, den Markt kurzfristig zu erkunden.

 

Nach intensiver Beratung beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss entgegen der vorliegenden Beschlussvorlage (3 Bauabschnitte á 4 Klassenzimmer pro Jahr), die Sanierung im Jahr 2018 auszusetzen und dafür im Jahr 2019 zwei Geschosse (8 Klassenzimmer) zusammenzufassen. Dafür soll ein Budget von 300.000,00 EUR im Haushalt eingestellt werden.

 

Da für die Gesamtmaßnahme (12 Klassenzimmer) Kosten in Höhe von 450.000,00 EUR kalkuliert wurden und für das Jahr 2019 nunmehr 300.000,00 EUR für die Sanierung von 8 Klassenzimmern vorgehalten werden sollen, liegt die Zuständigkeit zur Beschlussfassung beim Stadtrat der Stadt Grafing b.München.

 

Daher gilt die Beschlussfassung als Empfehlung an den Stadtrat, der Gesamtmaßnahme zur Akustiksanierung der Klassenzimmer in der Georg-Huber-Mittelschule (Maßnahmenbeschluss), mit einem Gesamtkostenrahmen in Höhe von 450.000,00 EUR die Zustimmung zu erteilen, wobei eine Umsetzung der Gesamtmaßnahme in 2 Bauabschnitten vorgesehen ist und für die Ausführung 2019 ein Budget in Höhe von 300.000,00 EUR eingeplant werden soll.

Die Planungen sowie die Vergabeverfahren für die Umsetzung des ersten Bauabschnittes sollen dazu bereits 2018 vorbereitet werden.

 

Beschluss:

Ja: 10  Nein: 1

 

Nach Sachvortrag und kurzer Beratung wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss gegen 1 Stimme dem Stadtrat empfohlen, die Sanierungsmaßnahmen aus dem vorgestellten „Sanierungspaket Akustik Klassenräume“ als Gesamtmaßnahme mit einem Kostenrahmen in Höhe von brutto 450.000,00 EUR (Maßnahmenbeschluss) zu beschließen.

Entgegen der Beschlussvorlage (3 Bauabschnitte) soll die Ausführung in 2 Bauabschnitten erfolgen. Es wurde empfohlen, die Sanierungsmaßnahme 2018 auszusetzen und im ersten Bauabschnitt dafür 2 Geschosse (8 Klassenzimmer) zusammenzufassen. Für die Umsetzung des ersten Bauabschnittes im Jahr 2019 soll ein Kostenrahmen von 300.000,00 EUR gebilligt werden. Die Planungen und Vergabeverfahren sind 2018 vorzubereiten.