Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Bauantrag zur Erweiterung einer Wohneinheit als Betriebsleiterwohnung auf dem Grundstück Fl.Nr. 1473/0 der Gemarkung Straußdorf (Katzenreuth 5)

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.04.2018   BWUA/043/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Bauantrag wurde vom Verwaltungsvertreter vorgestellt und erläutert. Bei der Ansiedlung „Katzenreuth“ handelt es sich um eine Splittersiedlung im Außenbereich. Die Zulässigkeit des beantragten Vorhabens beurteilt sich somit nach § 35 BauGB.

 

Das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen wurde nach Teilaufgabe der Landwirtschaft bzw. Betriebsumstellung gemäß Baugenehmigung vom 23.04.1996 (Nachtrag vom 17.07.1997) umgenutzt für gewerbliche Zwecke (Elektro-Installationsbetrieb).

 

Mit der späteren Änderungs-Baugenehmigung vom 26.08.2003 wurden die ursprünglich im Obergeschoss des westlichen Querbaus vorgesehenen gewerblichen Lagerräume dann in das Erdgeschoss verlegt. Das Obergeschoss wurde nach den Genehmigungsunterlagen als Tenne (landwirtschaftlich) genutzt.

 

Beantragt wird jetzt die Errichtung einer Wohnung durch Umnutzung der vorhandenen ehemaligen Tenne im Obergeschoss und teilweise im Dachgeschoss des Gebäudes.

 

Das Vorhaben ist als begünstigtes Vorhaben gem. § 35 Abs. 2, Abs. 4 Nr. 1 BauGB zulässig. Danach stehen die in § 35 Abs. 4 BauGB genannten öffentlichen Belange einer Nutzungsänderung landwirtschaftlich genutzter Gebäude nicht entgegen:

-       Der jetzt zur Umnutzung vorgesehene Gebäudeteil wurde vor mehr als 7 Jahren in zulässiger Weise für landwirtschaftliche Zwecke errichtet und forthin auch tatsächlich landwirtschaftlich genutzt.

-       Das Vorhaben dient der zweckmäßigen Verwendung von erhaltenswerter Bausubstanz.

-       Die äußere Gestalt des Gebäudes bleibt im Wesentlichen gewahrt.

-       Das Gebäude steht im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit der Hofstelle.

-       Neben den landwirtschaftlich privilegierten Wohnungen entstehen höchstens 3 Wohnungen. So sind in der Hofstelle bisher neben dem Gewerbebetrieb noch 2 Wohneinheiten genehmigt.

-       Die Verzichtserklärung für Ersatzbauten ist nachzureichen.

 

Erschließung

Das Vorhaben ist straßenmäßig erschlossen. Das Baugrundstück ist auch an die gemeindliche Wasserversorgung angeschlossen, wobei das Benutzungsverhältnis in Katzenreuth durch Sondervereinbarung geregelt ist. Eine gemeindliche Abwasserbeseitigung besteht in Katzenreuth nicht; die Abwasserbeseitigung erfolgt nach dem Abwasserkonzept der Stadt dauerhaft durch eine Kleinkläranlage.

 

Hinweis

Für die Wohnung entsteht ein Stellplatzbedarf von 2 zusätzlichen Stellplätzen (1 Wohnung Mehrfamilienhaus über 100 m²) sowie von 6 Fahrradstellplätzen. Der planerische Nachweis mit Zuordnung der Stellplätze ist nachzureichen.

 

Die mit Baugenehmigung vom 23.04.1996 erteilte wasserrechtliche Erlaubnis für die Kleinkläranlage erfasst eine Anlagengröße von 12 m³ und 8 Einwohnerwerte.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Erweiterung einer Wohneinheit als Betriebsleiterwohnung auf dem Grundstück Fl.Nr. 1473/0 der Gemarkung Straußdorf, Katzenreuth 5, das gemeindliche Einvernehmen unter der Maßgabe zu erteilen, dass eine Verzichtserklärung (§ 35 Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe g BauGB) vorgelegt wird.