Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Weihnachtsmarkt;
Antrag des Werbering Grafing e.V. auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis für die Jahre 2018 bis 2020

BezeichnungInhalt
Sitzung:17.04.2018   KUSS/012/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Erste Bürgermeisterin erklärte einleitend, sich im letzten Jahr sehr um den Markt bemüht zu haben, eine Konsenslösung, die die Interessen des Werberings und auch die Interessen der Geschäftsinhaber am Marktplatz abdecken könne, sei leider gescheitert. Aich in der Situation 2018 ist eine gemeinsame Lösung nicht in Sicht. Es bleibe nur eine Mehrheitsentscheidung, um dem Weihnachtsmarkt zu genehmigen oder auch nicht. Sie wies aber darauf hin, dass die Parkzeit am Marktplatz ohnehin auf eine halbe Stunde verringert werde und so der Durchsatz an Parkenden verdoppelt werde.

 

Danach übergab sie das Wort dem Wirtschaftsförderer, Herrn Grebner, der dann die Entwicklung in Sachen Weihnachtsmarkt erläuterte.

 

Bereits im Jahr 2017 haben sich die Einzelhändler am Marktplatz gegen einen Weihnachtsmarkt ausgesprochen. Als Grund nannten sie hierfür, dass der umsatzstarke Monat Dezember ein wichtiger Monat für die Jahres-Einnahmen sei. Die 11 Marktplatzgeschäfte sprachen von Umsatzeinbußen von bis zu 30% wegen des Weihnachtsmarktes. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ca. 60% der Kunden von außerhalb kommen und durch den Weihnachtsmarkt die Parkplatzsituation durch den Wegfall der Parkplätze verschlechtert wird.

 

Problematisch wird hierbei gesehen, dass der Markt täglich erst ab 16 Uhr öffnet, so dass die Parkplätze bis zu dieser Zeit unnötig zugestellt werden. Es wurde gebeten, einen anderen Standort für den Markt zu finden. Letztes Jahr wurde bereits ebenfalls der Vorschlag gebracht, dass die Marktzeit verkürzt werden solle und, dass die Buden auf „Räder“ gestellt werden könnten. Ebenfalls wurde andiskutiert, ob mindestens 4 Parkplätze frei bleiben könnten. Daraufhin zog der Werbering seinen Antrag zurück, mit dem Ergebnis, dass kein Markt stattfand.

 

In seiner Sitzung vom 27.02.2018 hat der Arbeitskreis Wirtschaftsförderung den Weihnachtsmarkt am Marktplatz mit 9:2 Stimmen befürwortet. Er solle so wie in den Vorjahren stattfinden. Laut Empfehlungsbeschluss sollten jedoch die Parkplätze ab dem 20.12.2018 wieder für die Kunden der Geschäfte zur Verfügung stehen.

 

In der Fraktionssprechersitzung haben sich am 05.04.2018 im Beisein von Herrn Schölzel  bis auf eine Fraktion eindeutig für einen Markt bis zum 23.12.2018.

 

Der vom Werbering vorgelegte Antrag Grafing bezieht sich auf die Jahre 2018, 2019 und 2020. Der Marktplatz soll für die Sondernutzung bereitgestellt werden. Alle Parkplätze sollen verbaut werden. Die beiden Behindertenparkplätze sollen jedoch bis 18:00 Uhr zu Verfügung stehen. Im Anschluss werden auch diese mit beweglichen Absperrungen verschlossen werden, um so dem Besucherandrang besser gerecht zu werden!

 

Die Märkte sollen, laut Antrag, jeweils folgenden Zeitraum umfassen:

       2018: Aufbau ab Montag, 03.12.2018 – 23.12.2018

       2019: Aufbau ab Montag, 02.12.2019 – 22.12.2019

       2020: Aufbau ab Montag, 30.11.2020 – 22.12.2020

 

Seitens der Markplatzgeschäfte wurde der Verwaltung ein Schreiben vorgelegt, welches bereits vorab an die Stadträte weitergeleitet worden war. Darin wurde nochmals die Haltung der Geschäftsinhaber am Marktplatz bekräftigt, die vor der Weihnachtszeit dringend Parkmöglichkeiten für ihre Kunden benötigen.

 

Seitens des Werberings wurde von den Mitgliedern ebenfalls eine Mail verfasst, welche die Überlegungen des Werberings und seiner Mitglieder für einen Markt bis zum 23.12.2018 begründet.

 

In der anschließenden Diskussion wurde nochmals das aus Sicht einiger Ausschussmitglieder verheerende Presseinfo nach der Sitzung des Arbeitskreises Wirtschaftsförderung in Sachen Weihnachtsmarkt am Marktplatz hingewiesen.

 

Nach Meinung eines Ausschussmitglieds könne man die Läden am Marktplatz bald zusperren, wenn es in der Zeit des Weihnachtsmarktes, aus Sicht der Geschäftsleute, zu wenige Parkplätze geben würde. Er las den von den Geschäftsleuten verfassten Brief vor. Danach dürften die Fieranten in der kurzen Zeit ihrer Anwesenheit nicht über die Dauer des Weihnachtsmarktes bestimmen. Es sei ein Kompromiss im Arbeitskreis Wirtschaftsförderung ausgehandelt worden, den es zu beachten gelte. Sonst werde für die Geschäftsleute nichts erreicht.

 

Von anderen Mitgliedern des Ausschusses wurden die vorliegenden Probleme als gering angesehen. Der ursprünglich ausgehandelte Kompromiss sei gut und lasse allen Beteiligten ausreichend Möglichkeiten, ihre Ziele zu erreichen. Eine andere Entscheidung sei schwierig. Besonders die Ausdehnung des Antrags auf drei Jahre war so nicht vorgesehen.

 

Wiederum ein anderes Ausschussmitglied sah die Lage des Marktplatzes ohnehin als schwierig an. Der Weihnachtsmarkt sei ein weiterer Schlag gegen die Geschäftsleute, die es ohnehin schon schwer genug hätten über die Runden zu kommen. Sonst gäbe es eines Tages nur noch Arztpraxen und Einrichtungen für Physiotherapie am Marktplatz. Deswegen wurde vorgeschlagen, den Markt auf den Hans-Eham-Platz zu verlagern.

 

Weiter wurde nach belastbaren Zahlen über die Höhe des beklagten Einnahmeausfalls der Geschäfte am Marktplatz gefragt. Zahlen lagen der Verwaltung aber nicht vor. Nach Aussage eines anwesenden Geschäftsinhabers war die Einnahmesituation für die Marktplatzgeschäfte im letzten Jahr, ohne Weihnachtsmarkt, besser.

 

Im Ausschuss wurde die Meinung vertreten, die überwiegende Mehrzahl der Bürger wolle den Weihnachtsmarkt am Marktplatz. Nach der Einweihung der Tiefgarage in der Rotter Straße und der vorhandenen Tiefgarage im Grandauer Hof gäbe es auch ausreichend Parkplätze mit einem Laufweg von unter 3 Minuten zum Marktplatz.

 

In der Regel würde es von den Geschäftsleuten immer negativ gesehen, wenn die Parkplätze in der Innenstadt aufgelöst werden. Die Innenstädte würden sich aber ohne Parkplätze besser entwickeln. Der Weihnachtsmarkt sei auch eine Chance für die Geschäfte, da er durch seine Magnetwirkung Kunden nach Grafing bringen würde.

Laut Aussage der Ersten Bürgermeisterin hätte der Werbering bestätigt, das letzte Wochenende zu brauchen, um gute Fieranten zu bekommen. Nach ihrer Meinung wären Aktionen und Events wichtig für Innenstädte, um zu überleben. Dies sei anders als vor 20 Jahren. Dass es trotz der nun eröffneten Tiefgarage immer noch Probleme gäbe, sei nicht nachvollziehbar. Einige der Fieranten kämen auch aus Grafing.

Um den Kompromiss aus dem Arbeitskreis Wirtschaftsförderung einigermaßen einzuhalten, schlug ein Ausschussvorsitzender vor, den Weihnachtsmarkt 3 Tage vor Weihnachten zu beenden. Der anwesende erste Vorstand des Werberings, Herr Schölzel, warf auf Nachfrage ein, dass es für die Fieranten ohne das Wochenende nicht rentabel sei, an dem Weihnachtsmarkt teilzunehmen.

Zuletzt wurde gegen den Markt argumentiert, weil es sich um einen Abendmarkt handeln würde bei dem vor 16.00 Uhr niemand vor Ort sei. Normalerweise müsste dieser ab 10.00 Uhr geöffnet sein. Aber mit Leben ist der Markt erst abends erfüllt.


Der Kultur-, Schul-, Sport- und Sozialausschuss beschloss mit dem Abstimmungsergebnis 6:6, dem Antrag des Werberings Grafing e.V. auf Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis zur Abhaltung eines Weihnachtsmarktes am Markplatz für die Jahre 2018, 2019 und 2020  NICHT zuzustimmen. (Somit hinfällig: Die Schließzeit und Sperrzeit der Marktstände wird einheitlich auf 21:00 Uhr festgelegt. Bei der Aufstellung sind die Standorte der vereinseigenen Glühweinstände am Marktplatz zu berücksichtigen.)