Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Bauantrag zum Abbruch und Wiederaufbau des bestehenden Dachgeschosses mit Gauben und Außentreppen zum Einbau einer zweiten Wohneinheit auf dem Grundstück Fl.Nr. 273/2 der Gemarkung Grafing (Wasserburger Straße 33)

BezeichnungInhalt
Sitzung:20.03.2018   BWUA/042/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Planunterlagen wurden vom Verwaltungsvertreter vorgestellt und erläutert. Beantragt wird die Aufstockung des Wohngebäudes Wasserburger Straße 33 zur Errichtung einer zweiten Wohneinheit. Die Erschließung erfolgt durch eine Außentreppe.

 

Das Baugrundstück liegt im unbeplanten Innenbereich. Die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit bestimmt sich nach den Regelungen des § 34 BauGB.

 

Hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung fügt sich das Vorhaben auch in der geänderten Gestalt uneingeschränkt ein.

 

Das gilt insbesondere auch für die Bauhöhen. Mit der Aufstockung um ca. 1,20 m entsteht eine Wandhöhe von max. 5,90 m an der höchsten Stelle des nach Südosten leicht abfallenden Geländes. Die Firsthöhe wird geringfügig von 7,20 auf 7,70 m erhöht. Damit wird der Einfügungsrahmen der Umgebung, die durch Gebäude mit max. Wandhöhen von 6,10 m und Firsthöhen von 9,60 m bebaut ist, nicht überschritten.

 

Die Eigenart der näheren Umgebungsbebauung entspricht keinem Baugebiet der Baunutzungsverordnung. Die Nutzung der Umgebung wird wesentlich geprägt durch den metallbearbeitenden Betrieb auf dem Grundstück Fl.Nr. 273 der Gemarkung Grafing. Es handelt sich dabei hinsichtlich seiner Störfunktion um einen Betrieb, der zwar nicht schon aufgrund seiner Erzeugnisse (Feinmechanische Werkstatt) sondern aufgrund seiner Größe nicht mehr als „das Wohnen nicht wesentlich störender Geberbebetrieb“ eingeordnet werden kann. Aufgrund des unmittelbaren Neben­einanders von Wohnnutzungen und dieses störenden Gewerbebetriebes liegt eine Gemengelage vor. Dort beurteilt sich die Frage des Einfügens gemäß § 34 Abs. 1 BauGB danach, ob die beantragte Nutzungsart dem Vorhandenen entspricht. Da es auf die Anzahl der Wohnungen nicht ankommt, ist wegen der vorhandenen Wohnnutzung auch die beantragte Erweiterung dieser Nutzungsart zulässig.

 

Da die Wohnnutzung auch nicht näher an den Gewerbebetrieb heranrückt, sind auch zusätzliche Anforderungen an die gegenseitige Rücksichtnahmepflichten nicht zu erkennen.

 

Hinweise

 

Stellplätze: Für die Errichtung einer 2. Wohneinheit (über 100 m² Wohnfläche) sind insgesamt 4 Stellplätze erforderlich. Die notwendigen Stellplätze werden durch die vorhandenen 3 Garagenstellplätze und den Stauraumstellplatz nachgewiesen.

 

Abstandsflächen: An der Nordseite wird eine Außentreppe errichtet. Die Außentreppe stellt den einzigen Zugang zum Obergeschoss dar und stellt aus diesem Grunde kein untergeordnetes Gebäudeteil im Sinne des Art. 6 Abs. 8 Nr. 2 BayBO dar. Ungeachtet wären aber die sonstigen Anforderungen für die Zulässigkeit als untergeordnetes Gebäudeteil nicht erfüllt, da der Grenzabstand von 1,80 m den notwendigen Mindestabstand des Art. 6 Abs. 8 Nr. 2 lit. c BayBO nicht einhält. Die deshalb notwendige Abweichung ist noch gegenüber der Bauaufsichtsbehörde zu beantragen.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Abbruch und Wiederaufbau des bestehenden Dachgeschosses mit Gauben und Außentreppen zum Einbau einer zweiten Wohneinheit auf dem Grundstück Fl.Nr. 273/2 der Gemarkung Grafing, Wasserburger Straße 33, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.