Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Antrag auf Vorbescheid zum Neubau einer Wohnanlage mit Tiefgarage auf dem Grundstück Fl.Nr. 11/1 der Gemarkung Grafing (Marktplatz 12)
voraus: Ortseinsicht

BezeichnungInhalt
Sitzung:20.02.2018   BWUA/041/2018 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Bezüglich des Sachverhalts wird auf die Ausführungen zu TOP 2 verwiesen. Der Antrag wurde zwischenzeitlich am 16.02.2018 vom Grundstückseigentümer zurückgenommen. Damit entfällt der Beratungsgrund.

 

Seitens der Verwaltung wurde das Gremium darum gebeten, in einer Aussprache die Planungsziele für das Grundstück zu definieren. So hat der Bau-, Werk- und Umweltausschuss den (genehmigungsfähigen) Vorbescheidsantrag als städtebaulich unverträglich angesehen und zum Anlass genommen, die Bebauung des Grundstücks mit einem Bebauungsplan zu steuern. Um diese Planungsziele auch sichern zu können, ist es erforderlich, den künftigen Inhalt des Bebauungsplans zumindest in einem Mindestmaß (Eckdaten) zu bestimmen.

 

Aus dem Gremium wurde vorgeschlagen, zumindest im Erdgeschoss für Gewerbeflächen zu sorgen, die als Belebung des „erweiterten“ Marktplatzes zur Geltung kommen sollen. Ziel soll es sein, zur Stärkung der Wirtschaftskraft eine gewerblich durchmischte Nutzung vorzuschreiben. Dies solle möglichst im Einvernehmen mit dem Grundstückseigentümer erfolgen. Dazu müsse auch der öffentliche Raum so attraktiv gestaltet werden, dass potenzielle Kunden in den Hinterhof geleitet werden.

 

Die Verwaltung erinnerte daran, dass im Vorbescheid 2008 bereits eine reine Wohnbebauung genehmigt wurde mit einer ausschließlich privaten Erschließung. Eine entsprechende Festsetzung im Bebauungsplan über die Durchmischung kann sich – mangels Rückwirkung – gegen diesen Vorbescheid nicht durchsetzen. Das gilt es zu bedenken. Die Bindungswirkung des Vorbescheids begünstigt auch den Rechtsnachfolger, der bei zu starken Einschränkungen der Bebaubarkeit stets auf den Vorbescheid zurückgreifen kann. Das gilt erst Recht für öffentliche Durchgänge; diese Flächen müssten bei einer Inanspruchnahme des Vorbescheides dann wohl zwangsweise (entschädigungspflichtige Enteignung) beschafft werden.

 

Ferner wurde gewünscht, dass dort zwei parallel stehende Baukörper in Ost-West-Richtung entstehen sollen und nicht nur ein (1) überdimensioniert großer Baukörper. Auch müsse man ein Wegenetz bzw. Durchgänge schaffen, auf denen öffentliche Wege und Straßen erreicht werden können. Hierzu sollte man allerdings auf das Einverständnis des Eigentümers hinwirken.

 

Im Anschluss daran ließ die Sitzungsleiterin über die vorgebrachten Wünsche bzw. Anregungen abstimmen.

 


Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss beschloss einstimmig folgende Eckdaten für den noch aufzustellenden Bebauungsplan:

-     Ausschluss einer Wohnnutzung im Erdgeschoss zugunsten von Gewerbeflächen

-     Gebäudestellung (Ost-West-Ausrichtung) und getrennte Bauflächen, Grundfläche und Bauhöhe in Anlehnung an den Vorbescheid aus dem Jahre 2008

-     Öffentliche Fußwegeverbindung zwischen dem Marktplatz und dem Vazaniniweg

-     Dachform als Pult-, Sattel- oder Flachdach; kein Mansardendach

-     Geschosszahl: max. 3 Vollgeschosse

-     Unterbringung der Stellplätze in einer Tiefgarage