Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Liegenschaften;
Erwerb eines webbasierenden 3D-Modells für die Stadt Grafing

BezeichnungInhalt
Sitzung:12.12.2017   FA/009/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte dem anwesenden Vertreter der Verwaltung, Herrn Bauer, das Wort. Dieser erläuterte die zu Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Die Stadt Grafing wurde im Sommer 2015 von der ortsansässigen Firma CADFEM GmbH eingeladen; präsentiert wurde ein digitales 3D-Modell mit Fassadentexturierung. Die Firma hatte ein 3D-Stadtmodell erstellt und die einzelnen Nutzungen der Gebäude dargestellt. Ziel des 3D-Modells ist, zukünftige Entwicklungen besser erkennen zu können und Vorhaben besser planen zu können. 

 

Die Verwaltung war zunächst vorsichtig, wurde aber überzeugt, dass die Teilnahme an dem vom Bundesministerium Bildung und Forschung initiierten Wettbewerb „Zukunftsstadt 2030“ eine gute Gelegenheit wäre, das Projekt unter Zuhilfenahme von Fördergeldern weiter zu entwickeln. Die Bewerbung der Stadt für das Projekt war erfolgreich und die Stadt wurde als eine von 60 Kommunen als Wettbewerbsteilnehmer für die erste von drei Wettbewerbsphasen ausgewählt. Ziel des Wettbewerbs war, mit Beteiligung der Bürger eine Zukunftsvision für die Stadt Grafing für das Jahr 2030 zu entwickeln.

 

Das 3D-Stadtmodell sollte dabei dem Bürger einen Überblick über den IST-Zustand der Stadt geben. Es diente als Diskussionsgrundlage, um verschiedene Themen darzustellen und in Workshops zu diskutieren. Die Workshops wurden zu jedem Thema spezifisch aus Experten aus der Region und interessierten Bürgern gebildet. Parallel hierzu wurde eine Kommunikationsstrategie mit Bürgern und Presse entwickelt.

 

De Verwaltung und der Stadtrat hatten bereits vor Projektbeginn, im 2007 erstellten Leitbild für die Entwicklung der Stadt, zukünftige Herausforderungen identifiziert, die gemeinsam mit den Grafinger Bürgerinnen und Bürgern angegangen werden sollten. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Bewältigung des demographischen Wandels und in den Themenbereichen Migration und Integration. Themen waren auch die Herausforderungen im Kontext von Wachstum durch Zuzug, Integration der älteren und Aus- und Weiterbildung der jungen Bevölkerung sowie die Integration ausländischer Mibürger und von Menschen mit Behinderung.

 

Weiter lag der Schwerpunkt auf dem Thema nachhaltige Stadtentwicklung, Verkehrsberuhigung und Renaturierung, alternative Energiekonzepte für neue Wohngebiete, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des städtischen Einzelhandels, Erweiterung der kulturellen Angebote und Ausbau der Gewerbeflächen mit Steigerung der Arbeitsplätze. All diese Themen könnte man mit dem 3D-Modell bearbeiten.

 

Ziel war es, die Grafinger Bürger auf Grundlage einer Bürgerpartizipationsplattform in Entscheidungsprozesse einzubinden. Die im Projekt entwickelte 3D-Stadtmodell-Plattform diente dazu, um städtebauliche Vorhaben, Entwicklungspotenziale und Visionen mit den Bürgern diskutieren zu können. Als Beispiel wurde die Bebauung des BayWa-Geländes dargestellt.

 

Leider konnte sich die Stadt nicht für die 2. Phase des Wettbewerbs qualifizieren. Schnell war man sich aber zusammen mit der Firma Cadfem und auch einigen Umlandkommunen darüber einig, das Projekt weiterführen zu wollen. Interessiert waren neben der Nachbarstadt Ebersberg auch die Kommunen Glonn und Aßling mit den Themen Hochwasser und Verkehr. Grafing überlegt, die Bürger in die Haushaltsplanung einzubinden und die Zahlen des Haushalts bei den betreffenden Orten zu verorten und mit einer Kommentarfunktion zu versehen. Der Bürger könnte sich so an der Haushaltsdiskussion beteiligen. Weiter wäre es möglich, eine Leerstandsübersicht für Gewerbeimmobilien oder ein Gewerbepiktogramm zu installieren. Des Weiteren könnte man die Marktplatzdiskussion mit einer Darstellung des Verkehrsflusses unterstützen.

 

Die Nutzung des Basisprojekts wäre über einen Vertrag für 4.500,– € pro Jahr möglich.

 

Das Angebot umfasst folgende Punkte:

1.    Basisprojekt des 3-DModells                                                                                             4.500,– € +. Mwst.

2.    Erweiterung: verfügbaren Gewerbeimmoblilen/Leerstand                 5.000,– € +  MwSt.

3.    Erweiterung: Visualisierung des Verkehrsflusses am Marktplatz       5.000,– € +  Mwst.

4.    Visualisierung des Haushaltsplans mit Kommentarmöglichkeit: Preis steht noch nicht fest

 

Mit dem 3D-Stadtmodell will Grafing seinen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit eröffnen, ihre zentralen Fragen zu formulieren und auf diesem Weg die Zukunft Grafings aktiv mitzugestalten. Weiter sollen gemeinsame Ideen und Anregungen entwickelt und zur Verwirklichung gebracht werden. Das 3D-Modell soll vor allem ein Informationsportal sein, welches die Darstellung von Projekten verbessern sollte.

 

Als Ergänzung zu den bereits bestehenden Beteiligungsprozessen ist das Projekt als Maßnahme zur verstärkten Einbindung der Bürger in städtische Prozesse zu verstehen. Der IST-Zustand Grafings wurde mit Luftaufnahmen aufgezeichnet und in ein semantisches 3D-Stadtmodell umgewandelt. Der Vorteil gegenüber reinen Visualisierungsprogrammen besteht darin, dass durch die vielfältigen Einbettungsmöglichkeiten von verschiedensten Attributen und Informationen in das Stadtmodell, verschiedenste Themenfelder aufbereitet und dem Bürger sichtbar gemacht werden. Auf Basis der Verwaltungssoftware des Stadtmodells wurde ein Bürgerportal errichtet, das zum Diskutieren einlädt

 

Während bisher nur Großstädte 3D-Modelle in der Stadtentwicklung einsetzen, könnte hier für die Kleinstadt Grafing eine bürgernahe digitale Kommunikation etabliert werden. Die anstehende Umsetzung eines integrierten städtischen Entwicklungskonzeptes könnte so hinsichtlich der Bürgerbeteiligung stark vereinfacht werden.

 

In der anschließenden Diskussion wurde für den Kauf des Moduls Gewerbeimmobilien plädiert, um dem Wirschaftsförderer die notwendigen Instrumente an die Hand zu geben. Allerdings frage man sich, wer die Eingabe der Daten bzw. die Datenpflege vornehme. Einig war man sich, dass man nicht alle Module gleichzietig erwerben wolle, sondern diese ggf. Zug um Zug einführe, beispielsweise jedes Jahr ein neues Modul. Bei der Fa. Cadfem werde man nach den Kosten für das Modul Haushaltsplan/Kommentarmöglichkeit fragen.

 

 

 

Beschluss:

Ja: 12  Nein: 0 

 

Der Finanzausschuss beschloss einstimmig, zunächst nur den Vertrag zur Nutzung des Basispaketes für das angebotene 3D-Modell abzuschließen.

 

Beschluss:

Ja: 11  Nein: 1 

 

Der Finanzausschuss beschloss gegen eine Stimme, das Modul „Visualisierung des Haushaltsplans mit Kommentarmöglichkeit“ mit der Massgabe anzuschaffen, dass der Preis hierfür nicht über 4.000 EUR liegt.