Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf dem Grundstück Fl.Nr. 713/3 der Gemarkung Grafing (Dobelweg 7)

BezeichnungInhalt
Sitzung:27.07.2017   BWUA/034/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Antragsunterlagen wurden vom Verwaltungsvertreter vorgestellt und erklärt. Beantragt wird ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage mit den Außenmaßen 16 x 8 m und einem erdgeschossigen Anbau von 4,30 m im Nordwesten.

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach § 34 BauGB. Die östlich, südlich und westlich gelegenen Flächen liegen jeweils im Geltungsbereich von Bebauungsplänen (Baulinienplan „Am Dobel“ bzw. „Am Dobel-Ost“). Das Baugrundstück Fl.Nr. 713/3 liegt im südlichen Teil im Geltungsbereich des (einfachen) Bebauungsplanes „Am Dobel“, nicht aber der jetzt zur Bebauung vorgesehene Grundstücksteil.

 

Die Eigenart der Umgebungsbebauung entspricht einem Allgemeinen Wohngebiet. Dort ist das beantragte Wohnhaus gemäß § 34 Abs. 2 BauGB i.V.m § 4 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO allgemein zulässig.

 

Die Wandhöhe beträgt 6,20 m. Bei einem Neigungswinkel des Satteldaches von 30° erreicht das Gebäude eine Firsthöhe von 8,56 m. Die nähere Umgebungsbebauung (Dobelweg 10, 12) weist entsprechende Wand- und Firsthöhen auf. Der 4-geschossigen Wohnanlage auf dem östlichen Nachbargrundstück kommt trotz der unmittelbaren Nähe keine Prägungswirkung zu, da hier eine auffällige städtebauliche Zäsur besteht: nur die erste Baureihe entlang der Schloßstraße weist diese Geschosszahl und Bauhöhe auf – die ab der zweiten Baureihe folgende Bebauung ist durchgehend 2-geschossig mit deutlich niedrigeren Bauhöhen.

 

Auch hinsichtlich der absoluten Grundfläche und der Gebäudegrundmaße (Länge) wird der Einfügungsrahmen der näheren Umgebung (zu beseitigender Baubestand und Dobelweg 11, 11a) nicht überschritten.

 

Plangemäße Erschließung

Die o.g. Bebauungspläne setzen eine direkte Verbindungsstraße zwischen dem Dobelweg und der Schloßstraße fest. Grundsätzlich ist hinsichtlich der bauplanungsrechtlichen Erschließung von der Planmäßigkeit auszugehen, also der Übereinstimmung mit der von Bebauungsplänen festgesetzten Erschließung. Bei der Teilbebauung eines größeren Grundstücks ist aber der Planungswille maßgeblich. Hier ist nicht zu erkennen, dass die Bebauungspläne hier eine Erschließung des zur Bebauung vorgesehenen Grundstücksteils zum Dobelweg ausschließen und über die neu anzulegende Straße regeln wollen. Vielmehr spricht der Planinhalt dafür, dass diese Verbindungsstraße nur den unmittelbar angrenzenden Teilflächen der Fl.Nr. 713/3 eine Erschließung vermitteln soll.

Selbst wenn man hier eine andere Ansicht vertritt, sieht aber die Rechtsprechung für den unbeplanten Innenbereich eine Ausnahme vor, wenn es um die Bebauung bereits erschlossener Grundstücke geht, die Erschließung ausreichend ist und der plangemäßen Erschließung nicht im Wege steht (BayVGH 18.07.1995). Diese Fallgestaltung ist hier gegeben.

 

Die Grundabtretung bzw. Errichtung der durch Bebauungsplan festgesetzten Straßenfläche für eine Verbindungsstraße zur Schloßstraße, die in etwa in der Mitte des Grundstücks durchläuft, ist für die Zulässigkeit des Vorhabens somit nicht erforderlich.

 

Hinweis:

Für das Einfamilienhaus entsteht ein Stellplatzbedarf von 2 Stellplätzen, die in der Doppelgarage nachgewiesen werden.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage auf dem Grundstück Fl.Nr. 713/3 der Gemarkung Grafing, Dobelweg 7, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

 

Anwesend 11

Das Ausschussmitglied Herr Dr. Ernst Böhm ist erschienen.