Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Grundschule Grafing;
Sanierung und Neugestaltung der Freiflächen;
Vorstellung und Billigung des Vorentwurfs

BezeichnungInhalt
Sitzung:04.07.2017   KUSS/008/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilte der Vertreterin der Verwaltung, Frau Magdon, und der beauftragten Landschaftsarchitektin Nowak das Wort.

Beide zusammen erläuterten die folgende zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Auf Empfehlung des Bau-Werk- und Umweltausschusses beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung vom 05.07.2016 die Freiflächenneugestaltung der Nord- und Südflächen im Zuge der Gebäudesanierung und Erweiterung der Grundschule Grafing umzusetzen.

 

Das Ziel der Neugestaltung sollte ein strukturiertes Außengelände sein, das Bewegungsmöglichkeiten, Naturbeobachtung und Spielen in Gruppen von wechselnder Größe und Zusammensetzung ermöglicht. Die Vielfalt der natürlichen Bewegung, wie verstecken, klettern, balancieren, hangeln und springen sollte gefördert werden, zumal die Kinder immer längere Zeiten am Schultisch verbringen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, sollten die Außenanlagen in mehrere Funktionsräume unterteilt werden, welche Bewegungs- bzw. Lernerfahrungen verschiedener Art ermöglichen. Dabei sollten einzelne Bereiche nicht nur einseitig nutzbar sein, sondern in vielfältiger Weise je nach Bedarf erschlossen werden.

 

Um einen ersten Kostenrahmen für die Freiflächengestaltung zu erhalten wurden über die „BKI Baukosten – Objektdaten Freianlagen“ Projekte mit durchschnittlicher Ausgestaltung der letzten 10 Jahren betrachtet. Im mittleren Durchschnitt lagen die Herstellungskosten im Außenbereich zwischen 125 Euro und 164 Euro.

Für die Flächen der Schulhofnordseite wurden ca. 2.420 m² und für die Südflächen 1.550 m² angenommen (Gesamtfläche von 3.970 m²). Unter Annahme der durchschnittlichen Herstellungskosten (144,50 EUR/m²) ermittelte sich ein Kostenrahmen für die Überplanung der Gesamtfläche in Höhe von brutto 573.665,00 EUR.

 

Der Planungsauftrag für die Freiflächenneugestaltung wurde, gemäß Beschluss des Bau-Werk- und Umweltausschusses vom 29.11.2016, an die Landschaftsarchitekten Nowak + Partner aus München vergeben.

 

Nach den ersten Vorentwurfsskizzen zeichnete sich für die fachlich Beteiligten sehr schnell ein klarer Favorit ab, der in Varianten detailliert untersucht wurde. Die Ausarbeitung der Varianten erfolgte in Abstimmung mit der Schulleitung der Grundschule Grafing.

 

Das Planungskonzept der zur Entwurfsbearbeitung ausgewählten Variante sieht in der trapezförmigen Fläche des Südgartens einen befestigten Lichthof mit Sitzstufen vor. Der Hof soll sowohl zu Unterrichtszwecken (Werkgarten mit Zugang vom UG) als auch in Pausenzeiten zum Sitzen oder Klettern einladen. Voraussetzung dieser Variante ist allerdings die Verlegung der Bushaltestelle.

Weitere Lichthöfe sind auf der gesamten Südseite vorgesehen und sorgen für optimale Belichtung der zu Schulzwecken genutzten Untergeschossräume.

Ein Großteil des Südgartens zeigt vorwiegend begrünte und wenige versiegelte Flächen auf. Für Spielgeräte findet sich ebenfalls im Südgarten eine großzügige Zone.

Fahrradabstellflächen wurden an der Grundstücksgrenze (im Bereich der verlegten Bushaltebucht) positioniert.

Der zur Abgrenzung der Kapellenstraße vorgesehene Zaun umfährt die Ostseite des Schulgebäudes und schafft durch den Umlauf eine Verbindung des Südgartens mit dem nördlichen Pausenhof.

 

Der stark verschattete Nordhof stellte die Fachplaner vor eine große Herausforderung, da die Planungsanforderung eine Entsiegelung der Bestandsfläche vorsah. Eine Ausgestaltung mit Grünflächen musste leider bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden.

 

Die Vielfalt der natürlichen Bewegung, wie verstecken, klettern, balancieren, hangeln und springen sollte gefördert werden – mit diesen Anforderungen und der Vorgabe möglichst vielen Kindern einen Funktionsraum ohne Fokussierung auf einzelne Spielgeräte zu bieten, entstand die Idee einer uneben geformte Landschaft. Mittig des Pausenhofes erstreckt sich das „Geländemodellierte Spielband“, welches unzählige Möglichkeiten des Spielens und verschiedenste Bewegungsformen bietet. Abschließend ergänzt ein Bauwagen (Holzspielhaus) und zwei Tischtennisplatten („Arbeits-, Werkplatten“) das Spiel-Angebot.

 

Zonen für „Ruhe, Aktion und Kreativität“ ergeben sich im Bereich der überdachten Pausenfläche (Aula-Terrasse), welche als Übergang „außen und innen“ verbindet. Die höher gelegene Terrasse wird über eine Rampe und Sitzstufen mit dem Pausenhof verbunden und kann optimal als Bühne oder Sitzfläche genutzt werden.

 

Im Norden gibt eine gepflasterte Fläche weiterhin die Möglichkeit für Ball- oder Laufspiele. Der bereits seit einigen Jahren als Schulgarten genutzte Bereich nordöstlich des Mensabaus bleibt als Naturgarten erhalten und soll durch die Schulkinder gepflegt werden.

 

Die Untersuchung des favorisierten Vorentwurfs zeigte hinsichtlich der Kostenuntersuchung eine deutliche Kostenüberschreitung zum vorgegebenen Kostenrahmen. Mit den geschätzten Kosten in Höhe von brutto 770.750,00 EUR (ohne Kosten für mögliche Verlegung der Sparten im Bereich der neuen Bushaltestelle) wird der vorgegebene Kostenrahmen in Höhe von brutto 573.665,00 EUR um mehr als 34 Prozent überschritten – Einsparpotential musste untersucht werden.

 

Im Zuge der Kostenuntersuchung wurden 2 Versionen erarbeitet. In der Ausbauvariante entfallen gegenüber der oben beschriebenen „idealen Vorentwurfsplanung“ die Lichthöfe an der Fensterfront des UG – kostengünstiger ist die Herstellung einer Böschung. Weitere Kosten konnten durch den Entfall eines neuen Belages in der Bestandswandelhalle eingespart werden. Ebenfalls bleibt der Bestandsbelag (Asphalt) östlich der Mensa erhalten.

Auf den Bauwagen muss verzichtet werden. Eine größere geplante Aktionsfläche zwischen der Hügellandschaft bietet, auf Wunsch der Schulleitung, erweiterte Möglichkeiten als Aufstellfläche z.B. für einen Parcours.

Durch eine Reduzierung des Zaunes ergeben sich weitere Einsparungen. In diesem Zusammenhang musste die Wegeanbindung Ost (Verbindungsweg zwischen Süd- und Nordpausenhof) entfallen.

Weiterhin wurde an der Idee festgehalten, die Bushaltestelle zu verlegen, damit der Werkhof erhalten bleiben konnte.

Aufgrund von Planungsänderungen des Gebäudes (Vergrößerung der Aulahalle) reduziert sich der Bereich der Terrasse, wodurch ebenfalls eine Kostenreduzierung der Außenanlagen erreicht wird.

 

Die Ausbauvariante überschreitet dennoch mit einer Kostenschätzung in Höhe von 673.700,00 EUR den vorgegebenen Kostenrahmen um 17 Prozent.

 

Zusätzliche Einsparungen zeigt die Basisvariante. Mit Verzicht des Werkhofes im Südgarten und der Ausbildung einer Böschung, kann die Bushaltestelle im Bestand erhalten bleiben. Mit der Basisvariante kann die zu überplanende Fläche entgegen der ursprünglichen Annahme von 3.970 m² auf 3.290 m² reduziert werden. Allerdings verringert sich dadurch auch die Pausenfläche im Südgarten um den östlichen Teil der Bushaltewartezone.

 

Für die Basisvariante liegt die Kostenschätzung in Höhe von 596.700,00 EUR mit 4 Prozent über dem vorgegebenen Kostenrahmen.

 

 

In der Basisvariante wurde auf einige Planungsinhalte verzichtet, um den Kostenrahmen zu halten. Allerdings bietet auch dieser Vorentwurf eine Vielfalt an unterschiedlichen Funktionsräumen und verfügt auch im Hinblick auf die Schülerentwicklungszahlen über ausreichend Flächen. Die bisher erarbeiteten Planungskonzepte wurden der Schulleitung, Lehrervertretung und Vertretern des Pausenhofgremiums vorgestellt. Die Basisvariante fand, obgleich notwendiger Einsparungen, ihre Zustimmung.

 

Im weiteren Bearbeitungsverlauf soll das Planungskonzept der „Basisvariante“ detaillierter ausgearbeitet werden, sofern der Schul-, Sport- und Sozialausschuss dem Vorentwurf zustimmt. Die Schulleitung und Lehrer, sowie der Elternbeirat und das 2015 gebildete Pausenhofgremium werden in die Entwurfsplanungen umfangreich eingebunden.

 

Die Basisvariante stellt sich wie folgt dar:

 

HOF 4

 

1             Zugang

2             Heckeneinfassung mit davor stehenden Sitzelementen

3             Hecke

4             Rasenfläche hinter Bushaltestelle

5             Müllhaus und Fahrradüberdachung

6             Fahrräder ohne Überdachung

7             Böschung flacher als Bestand mit Bodendeckern

8             Zufahrtstor Anlieferung

9             Fallschutzlandschaft mit integriertem Spielangebot

10           Bühnenfläche - frei bespielbar ca. 18x10m

11           Sitzstufen

12           Rampe mit 6%

13           Aulaterrasse

14           Holzdeck

 

 

Folgende Eckdaten sind in der Basisvariante enthalten:

  • Zufahrt Mensa bleibt im Bestand
  • Belag Wandelgang bleibt im Bestand
  • Wegeanbindung Ost entfällt – dadurch Reduzierung Zaun
  • Aulaerweiterung - Reduzierung Terrasse
  • Bushaltestelle bleibt im Bestand
  • Südhof Mittelschule bleibt im Bestand
  • Fläche Schulhof Grundschule 3290 qm
  • Kosten 596.700,-

 

In der anschließenden Diskussion wurde angesichts der Kostenhöhe die Sinnhaftigkeit der kompletten Maßnahme bezweifelt. Demgegenüber wurden der geänderte Unterrichtsrhythmus und die Tatsache, dass es leider immer mehr verhaltensauffällige Kinder gäbe, ins Feld geführt. Dies bedinge die Gestaltung einer attraktiven Pausenzeit, in der seitens der Kinder auch Aggressionen abgebaut werden könnten. Schlussendlich käme dies dann auch dem Unterrichtsablauf zugute.

 

Ferner wurde mehrfach angeregt, die vorhandene Bushaltestelle trotz der zu erwartenden Kosten zu verlegen, möglicherweise an den Südhof der Mittelschule, der gegebenenfalls gleich mit überplant werden könne.

 

Diese Vorschläge aufgreifend, ließ die Erste Bürgermeisterin hierüber abstimmen:

 

 

Beschluss:

Ja: 11  Nein: 0 

 

Der Kultur-, Schul-, Sport- und Sozialausschuss beschloss einstimmig, die Kosten für eine gewünschte Verlegung der Bushaltestelle nochmals einer Überprüfung zu unterziehen sowie die Ausgestaltung des Südhof-Gartens an der Mittelschule mit einzubeziehen.

 

Im Anschluss daran erfolgte die Abstimmung über den Beschlussvorschlag der Verwaltung:


Der Kultur- und Schul-, Sport- und Sozialausschuss billigte einstimmig den vorgestellten Vorentwurf „Basisvariante“ einschließlich vorgestelltem Kostenrahmen, gemäß Kostenschätzung der Landschaftsarchitekten Nowak + Partner vom 27.04.2017 in Höhe von 596.688,02 EUR und beschloss ebenfalls einstimmig, die weiteren Stufen der Leistungsphasen an das Planungsbüro zu übertragen. Ferner wurde der Stadtverwaltung übertragen die Antragsstellung für Förderungen bei der Regierung von Oberbayern einzuleiten.