Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Bauantrag zur Erweiterung einer bestehenden Wohneinheit und Bau einer zusätzlichen Gaube auf dem Grundstück Fl.Nr. 796/0 der Gemarkung Straußdorf (Moosstraße 30)

BezeichnungInhalt
Sitzung:29.06.2017   BWUA/033/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurden die Planunterlagen vorgestellt. Beantragt wird die Erweiterung der bestehenden Wohneinheit im Anwesen Moosstraße. Dort sollen im Dachgeschoss zwei zusätzliche Zimmer entstehen, deren Verwendungszweck nicht bezeichnet wird. Die Erweiterung erfolgt durch Umbau des Wirtschaftsteils (Stall).

 

Das Vorhaben liegt im bauplanungsrechtlichen Außenbereich. Die Zulässigkeit bestimmt sich nach § 35 BauGB.

 

Mit der Baugenehmigung vom 24.05.2015 für das im Jahr 2006 neu erstellte Betriebsleiterhaus (Moosstraße 28) wurde gleichzeitig die Umnutzung der im Wirtschaftsgebäude schon bestehenden Landarbeiterwohnung zur Austragswohnung verfügt. Diese vormalige Landarbeiterwohnung wurde mit der Errichtung des Stallgebäudes im Jahr 1954 (aufgrund Baugenehmigung vom 26.03.1954) genehmigt.

Das angesprochene Betriebsleiterhaus befand sich ursprünglich in Straußdorf und wurde dann 2006 mit den besagten Neubau ebenfalls in das Atteltal ausgesiedelt. Mit dieser gleichzeitigen Umnutzung wurde zur Sicherstellung des Außenbereichsschutzes ausgeschlossen, dass neben dem neu erstellten Betriebsleiterwohnhaus später auch noch ein Austragshaus errichtet wird.

 

Außerdem befindet sich in diesem Wirtschaftsgebäude (früheres Stallgebäude) im Erdgeschoss, anschließend an die Altenteilerwohnung, noch eine weitere Wohnung, die auf der Grundlage des § 35 Abs. 4 Nr. 1 BauGB durch Umnutzung entstanden ist (Baugenehmigung vom 20.03.2000, Az.: B-2000-92). Das Obergeschoss wird dort bislang für landwirtschaftliche Zwecke genutzt und soll jetzt für 2 zusätzliche Wohnräume umgebaut werden.

 

Die beschriebene Austragswohnung wurde im Jahre 2012 im Rahmen einer Sanierung geringfügig erweitert (Baugenehmigung vom 26.06.2012, Az.: B-2012-873). In den dortigen Bauvorlagen war die jetzt beantragte Erweiterung (dort im Obergeschoss und im Erdgeschoss) irrtümlicherweise als Bestandsnutzung dargestellt. Das wurde letztendlich berichtigt und dann lediglich noch ein Windfang (nicht errichtet) und eine Doppelgarage genehmigt.

 

Jetzt soll diese „Austragswohnung“ um Räume im Obergeschoss erweitert werden und für eine ausreichende Belichtung, eine zusätzliche Dachgaube und zwei Dachfenster errichtet werden; das Erdgeschoss soll unverändert bleiben. Die Vergrößerung der Altenteilerwohnung im Obergeschoss um bisher landwirtschaftlich genutzte Gebäudeteile („Heulager“) ist im Außenbereich nur als privilegiertes Vorhaben zulässig. So unterfallen Altenteilerwohnungen ausdrücklich der landwirtschaftlichen Privilegierung nach § 35 Abs. 1 Nr. 1 BauGB, und zwar auch bei Nebenerwerbsbetrieben.

 

Hinsichtlich der Größe setzt der Vorhabenszweck selbst die Grenzen. Sie dienen der Unterbringung der Altenteiler, für die beschränkte Wohnraumbedürfnisse unterstellt werden müssen.

 

Anhaltspunkte über den anerkennungsfähigen Wohnraumbedarf liefern die staatlichen Wohnraumförderungsgesetze. Nach 34.5 der Wohnraumförderungsbestimmungen 2012 soll die Wohnfläche einer Eigentumswohnung für einen 2-Personen-Haushalt in der Regel höchstens 75 m², die Wohnfläche eines Eigenheims höchstens 100 m² betragen.

 

Die hier beantragte Wohnungserweiterung schafft insgesamt eine Wohnungsgröße von ca. 100 m² und überschreitet damit die genannten Anhaltswerte nicht.

 


Nach Sachvortrag beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Erweiterung der bestehenden Altenteilerwohnung und dem Bau einer zusätzlichen Gaube auf dem Grundstück Fl.Nr. 796/0 der Gemarkung Straußdorf, Moosstraße 30, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

Die Nutzung der lediglich als „Räume“ bezeichneten Erweiterung ist beschränkt auf Wohnzwecke der Altenteilerwohnung.