Tagesordnungspunkt

TOP Ö 14: Informationen

BezeichnungInhalt
Sitzung:30.05.2017   BWUA/032/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Kanalisation Eisendorf – Asphaltierung Grisselbachweg

 

Von der Ersten Bürgermeisterin wurde darüber informiert, dass es im Rahmen der Kanalisation von Eisendorf vorgesehen war, im sog. Grisselbachweg die Druckleitung zu verlegen. Da der Weg weitgehend aufgegraben werden muss, sollte er zum Geh- und Radweg ausgebaut werden. Dabei sollte der Weg asphaltiert werden. Diese Vorgehensweise wurde auch in sämtlichen Veranstaltungen und auch im Rahmen des Grunderwerbs gegenüber den Eigentümern so vertreten. Auch in den Bauvereinbarungen mit den Grundstückseigentümern ist die Asphaltierung vorgesehen.

 

Im Rahmen der Bauarbeiten wurde jetzt festgestellt, dass der Untergrund weitestgehend aus „Schwemmland“ besteht und damit für eine Asphaltierung nicht tragfähig ist. Dies obwohl der Weg seit unvordenklicher Zeit besteht und immer wieder aufgefüllt wurde.

 

Mit dem geplanten und ausgeschriebenen Bodenaustausch von 30 cm kann die für die Asphaltierung notwendige Tragfähigkeit (Belastungsklasse) nicht erreicht werden. Für die Herstellung eines asphaltierten Geh- und Radweges von Eisendorf nach Elkofen ist eine Belastungsklasse BK0.3 erforderlich. Das ist die geringste Belastungsklasse, die es für asphaltierte Wege bei Befahren mit Fahrzeugen gibt.

 

Um die Tragfähigkeit eines asphaltierten Weges, insbesondere bei einer Befahrung mit schweren landwirtschaftlichen Fahrzeugen zu gewährleisten, ist eine Bodentragfähigkeit des Unterplanums von mindestens 45 MN/m² erforderlich. Nach mehrmaligen Plattendruckversuchen im Wegebereich konnte mit dem ausgeschriebenen Unterbau lediglich eine Bodentragfähigkeit von 28 MN/m² erbracht werden. Die ausführende Firma hat deshalb die Gewährleistung für eine asphaltierte Ausführung aufgrund der mangelnden Tragfähigkeit abgelehnt.

 

Alternativ verbliebe der Ausbau des Weges wieder mit wassergebundener Oberfläche (Mineralbeton). Diese Oberfläche ist im Gegensatz zu Asphalt elastischer und bricht daher nicht. Entstehende Schlaglöcher, Spurrillen und Setzungen können durch Materialauffüllung ausgebessert werden.

 

Die Firma TPA aus Grasbrunn wurde als unabhängiger Bodengutachter zugezogen, nachdem die Standfestigkeit des Bodens nicht hergestellt werden konnte. Entsprechend der Bodenuntersuchungen wurden folgende Maßnahmen empfohlen:

-      Bodenaustausch von 60 cm

-      Auffüllung mit RC-Material (Betonbruch)

-      Einbau eines Geotextils (gesamter Bodenaustausch wird zur Stabilisierung eingeschlagen)

-      zusätzliche Drainage des Unterbaus

 

Dieses Vorgehen würde geschätzte Mehrkosten von ca. 238.000,00 EUR (brutto) verursachen. Bezogen auf die Hauptauftragssumme des Gesamtauftrages von 1.398.231,10 EUR (brutto) entsteht dann eine Erhöhung um 17%. Nur bei diesem Vorgehen würde die ausführende Firma die Garantie für das Gewerk übernehmen.

 

Im Leistungsverzeichnis wurde der Ausbau des Grisselbachweges mit einem Bodenaustausch von 30 cm und einer 10 cm Tragdeckschicht mit 244.812,63 EUR brutto beauftragt. Gegenüber dem ursprünglichen Ausbau würden durch den zusätzlichen, aufwändigen Bodenaustausch Mehrkosten i.H.v. ca. 97,2%, also nahezu eine Verdoppelung der Kosten (rd. 483.000 EUR), entstehen.

 

Um einen Bauverzug/Baustopp der Firma Strabag zu vermeiden, musste eine Eilentscheidung getroffen werden, da sonst ab Montag, den 29.05.2017 die Firma Strabag die Arbeiten nicht mehr weiterführen hätte können.

 

Eine Verdoppelung der Kosten wurde selbst unter dem Gesichtspunkt der Schaffung einer attraktiven Radwegeverbindung und den Zusagen in den Grundstücksverhandlungen als nicht mehr vertretbar angesehen. Es wurde daher von der Verwaltung entschieden, den Unterbau standfester, mit Bruchmaterial das in Geotex-Flies eingebunden wird, auszuführen und den Weg in wassergebundener Oberfläche auszuführen. Damit wird zwar die notwendige Standfestigkeit noch nicht erreicht, jedoch gegenüber dem Bestand deutlich erhöht. Als Deckschicht soll Mineralbeton aufgebracht werden.

Bei fachgerechter Ausführung und Unterhaltung (vgl. z.B. Mitterweg nach Gsprait) ist der Weg auch für Fahrräder sehr gut befahrbar und auch – gegenüber Setzungsschäden beim Asphalt – eben einfacher zu unterhalten.

 

Die Firma Strabag verbaut RC-Material (Recycling) anstatt dem Frostschutzkies. Den Einbau des RC-Materials führ die Firma Strabag kostenneutral aus, also zum Preis für den ausgeschriebenen Frostschutzkies. Für den ganzen Wegbereich ist der Einbau von RC-Material vorteilhaft, da durch die Verzahnung des gebrochenen Materials die Tragfähigkeit gegenüber einer Kiesschicht mit runder Körnung erhöht wird.

 

Um die Stabilität des Untergrundes zu verbessern, wird ein Vlies auf das Unterplanum aufgebracht. Das Vlies wirkt als Trennschicht zwischen dem feinkörnigen, gewachsenen Untergrund und dem Oberbau. Es würde sich sonst mit dem sehr bindigen, gewachsenen Boden vermischen.

 

Aktuell geschätzte Mehr- und Nachtragskosten bei der Ausführung in Mineralbeton belaufen sich auf ca. 27.504,00 EUR (brutto). Bezogen auf die Hauptauftragssumme von 1.398.231,10 EUR (brutto) ist dies eine Erhöhung um ca. 2% v.H., bezogen auf das Fachlos eine Erhöhung von 11,23%.

 

Diese Entscheidung führte zu starken Reaktionen, insbesondere bei den betroffenen Grundstückseigentümern. Die Entscheidung über die Art des Ausbaus (Mineralbeton oder eben doch Asphaltierung – mit der Gefahr des vorzeitigen Verschleißes bzw. anfallender Reparaturen) soll deshalb nochmals unter Beratung im Bau-, Werk- und Umweltausschuss hinterfragt werden.

 

Vertretbar wäre ggf. auch, den Weg zunächst mit dem RC-Material und dem Geotex-Flies herzustellen und den Weg zu beobachten (Spurrillen, Schlaglöcher, Setzungen). Der Weg könnte dann befahren werden, und erst gegen Ende der Bauarbeiten asphaltiert werden. Dies hätte den Vorteil, dass noch eine zusätzliche Verdichtung durch den laufenden Verkehr erfolgen würde. Für die Asphaltierung wird keine Garantie (5 Jahre) übernommen, der Ausbau würde nicht entsprechend der technischen Regelwerke erfolgen.

 

Um hier gemeinsam mit den betroffenen Eigentümern eine Entscheidung zu treffen, wurde in der heutigen Sitzung von der Ersten Bürgermeisterin der unter den Zuhörern anwesende Sprecher der Eisendorfer Bevölkerung, Herr Fritz, gebeten, seine Einschätzung zum Meinungsbild zu äußern.

 

Herr Fritz erklärte eingangs, dass es von der Eisendorfer Bevölkerung für sinnvoll erachtet wurde, im Rahmen der Kanalisation von Eisendorf die Druckleitung im „Grisselbachweg“ zu verlegen. In diesem Zusammenhang wurde den Bürgern/innen von Eisendorf auch stets zugesichert, dass der Weg asphaltiert und zum Geh- und Radweg ausgebaut wird. Falls der Weg jetzt nicht asphaltiert werden sollte, führt das zur massiven Verstimmung der Bevölkerung. Abschließend schlug auch Herr Fritz vor, den Unterbau des Weges jetzt erstmals fertigzustellen und vor einer Asphaltierung einige Monate zu befahren. Dies hätte den Vorteil, dass evtl. Setzungen ausgeglichen werden könnten.

 

Im Gremium bestand Einverständnis, wie vorgeschlagen vorerst nur den Unterbau herzustellen und dann aber nach Abschluss der kompletten Baumaßnahme den Weg zu asphaltieren. Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss nahm ferner zur Kenntnis, dass von der ausführenden Firma für die Asphaltierung keine Garantie übernommen wird. Ein Ausbau nur mit einem wassergebundenen Belag ist aufgrund des klaren Bekenntnisses im Vorfeld nicht zu rechtfertigen. Anderseits sind aber auch die erklärten Mehrkosten nicht vertretbar. Ungeachtet der Einrede des ausführenden Unternehmens wird das Setzungsrisiko akzeptiert. Da entsprechende Setzungen ohnehin erst nach Gewährleistungsende auftreten und auch kein Ausführungsmangel vorliegt, sondern eben ein „nicht normgerechter Unterbau“, ist dieses Risiko hinnehmbar.

 

Nachfolgend sprach ein Ausschussmitglied an, dass sog. RC-Material auch im Hochbau verwendet wird und dies immer wieder zu Ausschwemmungen führt. Die Verwaltung wurde vom Redner gebeten, die Haltbarkeit des recycelten Materials nochmals zu hinterfragen.

 

Von der Sitzungsleiterin wurde abschließend zusammengefasst, dass innerhalb des Bau-, Werk- und Umweltausschusses Einverständnis mit der vorgetragenen Vorgehensweise besteht.

 

- keine Beschlussfassung -

 

 

Glonner Straße – Straßensperrung

 

Am 30.05.2017 wurden im Bereich der Glonner Straße Kleinflächensanierungsmaßnahmen durchgeführt, die vom staatlichen Bauamt Rosenheim bzw. der Straßenmeisterei Ebersberg beauftragt wurden, so die Erste Bürgermeisterin. Dies führte zu erheblichen Rückstau bis in den Marktplatzbereich. Dass diese Baumaßnahmen ausgerechnet jetzt durchgeführt werden sollen, wo die Grafinger Bürger schon mit mehreren Sperrungen klar kommen müssen, ist nicht vertretbar. Aus diesem Grund wurden die Maßnahmen auf Drängen der Stadtverwaltung Grafing mit sofortiger Wirkung eingestellt und die Glonner Straße ist wieder befahrbar.