Tagesordnungspunkt

TOP Ö 12: Bauantrag zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 12 Wohneinheiten (Haus 7) auf den Grundstücken Fl.Nrn. 549/0 und 551/28 der Gemarkung Grafing (Pfarrer-Aigner-Straße 11 und 11a)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.03.2017   BWUA/030/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurden die Planunterlagen vorgestellt und erklärt. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes „Aiblinger Straße“ und beurteilt sich ausschließlich nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes.

 

Beantragt wird die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 12 Wohneinheiten (Haus 7).

Der Baukörper soll 46 x 11 m betragen, diese Maße werden eingehalten.

 

Für das Vorhaben werden folgende Befreiungsanträge gestellt:

 

Für die Balkone wird eine Ausnahme für eine Überschreitung der Baugrenze gestellt. Die Ausnahme kann erteilt werden, da die Tatbestandsvoraussetzungen des Ausnahmevorbehalts (max. ½ der Gebäudebreite und max. Tiefe von 1,50 m) beachtet werden.

 

Gleichzeitig wird die Überdachung von Balkonen beantragt. Hierfür sieht der Bebauungsplan aufgrund der Vielzahl an Gestaltungsvarianten bewusst keine Ausnahmeregelung vor, obwohl aufgrund der Gebäudeausrichtung nach Westen ein besonderes Bedürfnis nach Sonnen- und Wetterschutz von vornherein zu erkennen war. Ziel ist es, die gestalterische Einheitlichkeit der Gebäude zu erreichen und unterschiedliche und individuelle Lösungen zu verhindern. Dieses Ziel soll durch das grundsätzliche Verbot von Anbauten erreicht werden, von dem (mittels Befreiung) nur bei einer einheitlichen und städtebaulich ansprechenden Gestaltungslösung abgewichen wird. Diesen Anforderungen entsprechen die einheitlich für das Gesamtgebäude beantragten Balkonüberdachungen, die auf die Breite und Tiefe der Balkone abgestimmt sind. Der Befreiung wird entsprochen.

 

Es wird eine Ausnahme für eine Überdachung der Dachterrasse gem. Festsetzung 4.2. b für eine Tiefe von 2 m auf der gesamten Gebäudebreite beantragt. Diesem Antrag kann in der beantragten Form als neigungsgleiche Verlängerung des Daches bzw. Dachüberstandes im Terrassengeschoss stattgegeben werden.

 

Da aufgrund der Gebäudeaufteilung auch „schutzbedürftige Räume“ an lärmbelasteten Seiten des Gebäudes untergebracht werden sollen, die nicht über eine lärmunbelastete Gebäudeseite belüftet werden können, wird für die lärmbelasteten Fassaden einer Ausnahme gem. § 31 Abs. 1 BauGB zugestimmt soweit die Festsetzungen des Bebauungsplanes (Hamburger Hafen-City-Fenster – 12.4. d) eingehalten werden.

 

Für die Nord- und Südseite des Terrassengeschosses wird die Anbringung eines Glas-Schallschutzelements mit ca. 1,50 m Höhe beantragt. Der notwendigen Befreiung kann auch hier zugestimmt werden, jedoch allein aufgrund des öffentlichen Interesses nach Lärmschutz. Ausdrücklich angemerkt wird, dass Abweichungen für Anlagen gleicher Art an den Balkonen/Dachterrassen nicht erteilt werden. Allein die Lage an einer schallbelasteten Fassadenseite (Kennzeichnung 12.4) ist der tragende Ermessensgrund für die Befreiung.

 

Es wird eine Ausnahme für eine Überdachung der Dachterrasse gem. Festsetzung 4.2. b für eine Tiefe von 2 m auf der gesamten Gebäudebreite beantragt. Diesem Antrag kann in der beantragten Form als Verlängerung des Daches bzw. Dachüberstandes im Terrassengeschoss stattgegeben werden.

 

Die OKFFB EG ist für das Gebäude mit 523,30 müNN festgesetzt. Im Bauantrag wird die Höhe eingehalten, der festgesetzte Mindestabstand des Hauseingangs von 0,15 m zum anschließenden Gelände wird nicht eingehalten, hier ist das Gelände anzupassen.

 

Es ist noch ein qualifizierter Freiflächengestaltungsplan vorzulegen.

 

Hinweis:

Für das Vorhaben entsteht folgender Stellplatzbedarf:

 

6 Wohneinheiten unter 100 m² Wohnfläche (1,5 Stpl./WE)             9,0 Stpl.

6 Wohneinheiten über 100 m² Wohnfläche (2 Stpl./WE)               12,0 Stpl.

Davon für Besucher 10%                                                                 2,1 Stpl.

 

Fahrradstellplätze (1 Stpl./40 m² Wohnfläche)         1.120,70 m² WFl./40 m² = 28,02 somit 29 Fahrradstellplätze.

Einer Befreiung von § 4 Abs. 7 der Stellplatzsatzung, hinsichtlich der notwendigen Anzahl oberirdischer Stellplätze wird zugestimmt soweit die Stellplätze im Fahrradkeller nachgewiesen werden können. Es sind insgesamt mindestens 29 Fahrradstellplätze nachzuweisen.

 

Da die Baukörper 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 11 über eine gemeinsame Tiefgarage verfügen, wurden die Stellplätze insgesamt berechnet. Die Fahrradstellplätze sind jedoch für jedes Gebäude gesondert nachzuweisen.

 

Die Stellplatzberechnung gem. der städt. Stellplatzsatzung bezieht sich auf die jeweilige Wohnfläche der Wohnungen. Da bislang noch keine vollständigen Wohnflächenberechnungen für alle Gebäude vorliegen, erfolgten die Stellplatzberechnungen nur vorläufig aufgrund der Maßentnahmen aus den Plänen. Ein genauer Stellplatznachweis ist noch zu führen.

 

Stellplatzbedarf Gesamtanlage

Haus 2                 26,5 Stpl.           davon 2,65 Bes./Stpl.                 27 Fahrräder

Haus 3                 15,5 Stpl.           davon 1,55 Bes./Stpl.                 21 Fahrräder

Haus 4                   7,0 Stpl.           davon 0,7   Bes./Stpl.                 10 Fahrräder

Haus 5                 15,0 Stpl.           davon 1,5   Bes./Stpl.                 19 Fahrräder

Haus 6                  13,0 Stpl.          davon 1,3   Bes./Stpl.                 20 Fahrräder

Haus 7                21,0 Stpl.          davon 2,1  Bes./Stpl.                29 Fahrräder

Haus 11                 8,0 Stpl.           davon 0,8   Bes./Stpl.                 11 Fahrräder

Summe             106,0 Stpl.           10,6 gerundet 11 Bes.Stpl.       137 Fahrräder

 

Bislang sind in der Tiefgarage 96 Stellplätze nachgewiesen, der Stellplatznachweis ist – zusammen mit den zusätzlichen oberirdischen Stellplätzen – erbracht. Die Stellplätze sind zuzuweisen.

Die notwendigen Besucherstellplätze sind jederzeit zugänglich nachzuweisen. Derzeit sind 11 oberirdische Stellplätze für die Gesamtanlage vorgesehen.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss mit allen gegen 1 Stimme, dem Bauantrag zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 12 Wohneinheiten (Haus 7) auf den Grundstücken Fl.Nrn. 549/0 und 551/28 der Gemarkung Grafing, Pfarrer-Aigner-Straße 11 und 11a, das gemeindliche Einvernehmen unter den Maßgaben zu erteilen, dass ein qualifizierter Freiflächengestaltungsplan vorgelegt und der Mindestabstand Gelände/Hauseingang von 15 cm eingehalten wird.