Tagesordnungspunkt

TOP Ö 11: Bauantrag zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 8 Wohneinheiten (Haus 6) auf den Grundstücken Fl.Nrn. 549/0 und 551/28 der Gemarkung Grafing (Pfarrer-Aigner-Straße 9)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.03.2017   BWUA/030/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Planunterlagen wurden vom Verwaltungsvertreter vorgestellt. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplanes „Aiblinger Straße“ und beurteilt sich ausschließlich nach den Festsetzungen des Bebauungsplanes (§ 30 Abs. 1 BauGB).

 

Beantragt wird die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 8 Wohneinheiten (Haus 6).

Der Baukörper soll 31 x 11 m betragen, diese Maße werden eingehalten.

 

Für das Vorhaben werden folgende Befreiungsanträge gestellt:

 

Der Bauraum soll um 0,50 m nach Nordosten verlegt werden. Bedingt durch die gemeinsame Tiefgaragenzufahrt, die abweichend von den Festsetzungen des Bebauungsplanes errichtet wird, wird, neben der aktuell beantragten Verschiebung des Baukörpers 6 auch die Verschiebung des Standortes der Baukörper 4 und 5 notwendig. Um die entsprechenden Abstände einhalten zu können, ist eine geringfügige Verschiebung des Bauraumes notwendig. Der Befreiung wird zugestimmt.

 

Für die Balkone wird eine Ausnahme für eine Überschreitung der Baugrenze gestellt. Die Ausnahme kann erteilt werden, da die Tatbestandsvoraussetzungen des Ausnahmevorbehalts (max. ½ der Gebäudebreite und max. Tiefe von 1,50 m) beachtet werden.

 

Gleichzeitig wird die Überdachung von Balkonen beantragt. Hierfür sieht der Bebauungsplan aufgrund der Vielzahl an Gestaltungsvarianten bewusst keine Ausnahmeregelung vor, obwohl aufgrund der Gebäudeausrichtung nach Westen ein besonderes Bedürfnis nach Sonnen- und Wetterschutz von vornherein zu erkennen war. Ziel ist es, die gestalterische Einheitlichkeit der Gebäude zu erreichen und unterschiedliche und individuelle Lösungen zu verhindern. Dieses Ziel soll durch das grundsätzliche Verbot von Anbauten erreicht werden, von dem (mittels Befreiung) nur bei einer einheitlichen und städtebaulich ansprechenden Gestaltungslösung abgewichen wird. Diesen Anforderungen entsprechen die einheitlich für das Gesamtgebäude beantragten Balkonüberdachungen, die auf die Breite und Tiefe der Balkone abgestimmt sind. Der Befreiung wird entsprochen.

 

Es wird eine Befreiung für die Errichtung oberirdischer Besucherstellplätze im Bereich der festgesetzten Tiefgaragenzufahrt beantragt. Durch die Errichtung einer gemeinsamen Tiefgarage ist nur eine vom Standort her optimierte Zu- und Abfahrt notwendig. Da andererseits auch die notwendigen Besucherstellplätze oberirdisch nachgewiesen werden sollen, sollen diese im Bereich der im Bebauungsplan festgesetzten Tiefgaragenzufahrt hergestellt werden. Dieser Befreiung kann unter der Maßgabe zugestimmt werden, dass die Stellplätze zu den Gebäuden hin eingegrünt werden. Gemäß der Stellplatzberechnung sind insgesamt 11 Besucherstellplätze notwendig, bislang sind 11 Stellplätze beantragt.

 

Es wird eine Ausnahme für eine Überdachung der Dachterrasse gem. Festsetzung 4.2. b für eine Tiefe von 2 m auf der gesamten Gebäudebreite beantragt. Diesem Antrag kann in der beantragten Form als neigungsgleiche Verlängerung des Daches bzw. Dachüberstandes im Terrassengeschoss stattgegeben werden.

 

Die OKFFB EG ist für das Gebäude mit 523,15 müNN festgesetzt. Im Bauantrag wird die Höhe mit 523,15 müNN angegeben, der festgesetzte Mindestabstand des Hauseingangs von 0,15 m zum anschließenden Gelände wird nicht eingehalten, hier ist das Gelände anzupassen.

 

Es ist noch ein qualifizierter Freiflächengestaltungsplan vorzulegen.

 

Hinweis:

Für das Vorhaben entsteht folgender Stellplatzbedarf:

 

6 Wohneinheiten unter 100 m² Wohnfläche (1,5 Stpl./WE)             9,0 Stpl.

2 Wohneinheiten über 100 m² Wohnfläche (2,0 Stpl./WE)              4,0 Stpl.

Davon für Besucher 10%                                                               1,30 Stpl.

 

Fahrradstellplätze (1 Stpl./40 m² Wohnfläche)         760,38 m² WFl./40 m² = 19,01 somit 20 Fahrradstellplätze.

Einer Befreiung von § 4 Abs. 7 der Stellplatzsatzung, hinsichtlich der notwendigen Anzahl oberirdischer Fahrradstellplätze wird zugestimmt soweit die Stellplätze im Fahrradkeller nachgewiesen werden können. Es sind insgesamt mindestens 20 Fahrradstellplätze nachzuweisen.

 

Da die Baukörper 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 11 über eine gemeinsame Tiefgarage verfügen, wurden die Stellplätze insgesamt berechnet. Die Fahrradstellplätze sind jedoch für jedes Gebäude gesondert nachzuweisen.

Die Stellplatzberechnung gem. der städt. Stellplatzsatzung bezieht sich auf die jeweilige Wohnfläche der Wohnungen. Da bislang noch keine vollständigen Wohnflächenberechnungen für alle Gebäude vorliegen, erfolgten die Stellplatzberechnungen nur vorläufig aufgrund der Maßentnahmen aus den Plänen. Ein genauer Stellplatznachweis ist noch zu führen.

 

Stellplatzbedarf Gesamtanlage

Haus 2                 26,5 Stpl.           davon 2,65 Bes./Stpl.                 27 Fahrräder

Haus 3                 15,5 Stpl.           davon 1,55 Bes./Stpl.                 21 Fahrräder

Haus 4                   7,0 Stpl.           davon 0,7   Bes./Stpl.                 10 Fahrräder

Haus 5                 15,0 Stpl.           davon 1,5   Bes./Stpl.                 19 Fahrräder

Haus 6                13,0 Stpl.          davon 1,3  Bes./Stpl.                20 Fahrräder

Haus 7                 21,0 Stpl.           davon 2,1   Bes./Stpl.                 29 Fahrräder

Haus 11                 8,0 Stpl.           davon 0,8   Bes./Stpl.                 11 Fahrräder

Summe             106,0 Stpl.           10,6 gerundet 11 Bes.Stpl.       137 Fahrräder

 

 

Bislang sind in der Tiefgarage 96 Stellplätze nachgewiesen, der Stellplatznachweis ist – zusammen mit den zusätzlichen oberirdischen Stellplätzen – erbracht. Die Stellplätze sind zuzuweisen.

Die notwendigen Besucherstellplätze sind jederzeit zugänglich nachzuweisen. Derzeit sind auf den für die Gesamtanlage vorgesehenen Grundstücken insgesamt 11 oberirdische Stellplätze vorgesehen.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit 8 Wohneinheiten (Haus 6) auf den Grundstücken Fl.Nrn. 549/0 und 551/28 der Gemarkung Grafing, Pfarrer-Aigner-Straße 9, das gemeindliche Einvernehmen unter folgenden Maßgabe zu erteilen:

·      Der Höhenunterschied Hauseingang und Gelände darf mind. 15 cm betragen.

·      Ein qualifizierter Freiflächengestaltungsplan ist vorzulegen.

·      Die Besucherstellplätze sind zu den Gebäuden hin einzugrünen.