Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Bauantrag zum Spitzbodenausbau im bestehenden Einfamilienhaus auf dem Grundstück Fl.Nr. 916/4 der Gemarkung Elkofen (Am Burggraben 12)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.03.2017   BWUA/030/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Bauantrag wurde vom Verwaltungsvertreter vorgestellt. Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich daher nach § 34 BauGB.

 

Beurteilungsrelevant für die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens ist vor allem die Frage, ob es sich bei dem beantragten Dachaufbau um eine selbstständige Gebäudewand handelt oder nur um einen unselbständigen Gebäudeteil. Maßgeblich für diese Abgrenzung und der daraus folgenden Einfügungsbeurteilung ist die nach außen wahrnehmbare Erscheinung des Gebäudes.

 

Bei der hier beantragten Anhebung des Daches zur Errichtung eines Fensterbandes (Höhendifferenz 1 m), das deutlich abgesetzt von der Außenwand (max. ½ der Gebäudebreite) errichtet wird, ist in der Gesamtschau von einer „Variante des Satteldaches“ auszugehen (so vormals Simon/Busse Rn. 1420 zu Art. 2 BayBO). Es ist vom „Pagodendach“, beim dem der Dachaufsatz dominiert, erkennbar abgrenzbar.

Aufgrund der Besonderheit des Einzelfalles kann für diese Beurteilung auch darauf verzichtet werden, dass der Dachaufbau an der Westseite bis zur Giebelwand heranreicht. Durch den Umstand, dass sich hier nach einer kurzen Unterbrechung mit einer Dachterrasse im Westen wieder ein Satteldachgebäude fortsetzt, wird das Dach des Gebäudes weiterhin als Satteldach wahrgenommen.

 

Aus den gleichen Gründen stellt der Dachaufbau einen (untergeordneten) Gebäudeteil dar und es entsteht damit keine bauplanungsrechtlich relevante Wandhöhe. Beurteilungsrelevant bleibt aber die neu entstehende Firsthöhe, die aber selbst beim Bezug zu der tieferliegenden Südseite (Talseite) mit dort 9,10 m den Rahmen der Umgebungsbebauung (Am Burggraben, 4, 4a und 6 mit 9,20 m) noch einhält.

 

Aus den o.g. Gründen bedarf es auch keiner Abweichung von der örtlichen Dachgestaltungssatzung, die auch für Unterelkofen das Satteldach als Grundform verlangt. Notwendig ist aber eine entsprechende Abweichung für die Dachneigung der „Laterne“ von 35º, die aber durch die Anpassung an den Neigungswinkel des Hauptdaches sogar gestalterisch geboten ist und deshalb erteilt werden kann.

 

Erschließung:

Der Stadt Grafing b.M. liegen keine Unterlagen über die Sicherung der Erschließung vor, die aufgrund der Insellage zwangsweise nur über Drittgrundstücke möglich ist. Die gesicherte Erschließung ist stets eine unerlässliche Zulassungsvoraussetzung und deshalb trotz der Geringfügigkeit des Bauvorhabens nachzuweisen.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Spitzbodenausbau im bestehenden Einfamilienhaus auf dem Grundstück Fl.Nr. 916/4 der Gemarkung Elkofen, Am Burggraben 12, das gemeindliche Einvernehmen unter der Maßgabe zu erteilen, dass der Nachweis der gesicherten Erschließung erbracht wird.

 

Herr Einhellig Christian, Ausschussmitglied, hat gemäß Art. 49 Abs. 1 Satz 1 GO als Planfertiger an der Beratung und Abstimmung nicht mitgewirkt.