Tagesordnungspunkt

TOP Ö 6: Antrag auf Vorbescheid zum Abbruch eines Doppelhauses und Neubau eines Zweifamilienhauses mit Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 225/6 der Gemarkung Grafing (Raiffeisenstraße 4 und 4a)

BezeichnungInhalt
Sitzung:21.02.2017   BWUA/029/2017 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Antragsunterlagen wurden vom Verwaltungsvertreter vorgestellt.

Mit dem Vorbescheid wird gem. Art. 71 BayBO die rechtsverbindliche Entscheidung über folgende Einzelfragen der Baugenehmigung beantragt:

 

1.    Für das Vorhaben ist folgende Nutzung vorgesehen: Wohnnutzung. Anstelle des abzubrechenden Altbestandes (Doppelhaus) soll ein Zweifamilienhaus mit je einem Garagen- und einem offenen Stellplatz geschaffen werden. Insgesamt entstehen dadurch 2 Wohneinheiten auf dem betroffenen Grundstück.

Ist das Vorhaben hinsichtlich der Art der Nutzung zu „Wohnzwecken“ gem. § 34 BauGB mit weiterhin insgesamt 2 Wohneinheiten (als Zweifamilienhaus oder Doppelhaus) planungsrechtlich zulässig?

 

2.    Insgesamt entstehen dadurch 2 Wohneinheiten auf dem betroffenen Grundstück.

Ist das Vorhaben hinsichtlich der Art der Nutzung zu „Wohnzwecken“ gem. § 34 BauGB mit weiterhin insgesamt 2 Wohneinheiten (als Zweifamilienhaus oder Doppelhaus) planungsrechtlich zulässig?

 

3.    Ist das Vorhaben hinsichtlich des Maßes der Nutzung mit einer Wohngebäude-Grundfläche von 135 m² bzw. 160 m², einer max. Wandhöhe von 5,66 m, einer Satteldach-Dachneigung von 20–30 Grad und einer sich daraus ergebenden Firsthöhe von ca. 7,50 m (bei DN 20 Grad) bis max. 8,55 m (bei DN 30 Grad) planungsrechtlich zulässig?

 

4.    Können bei entsprechend ausreichenden Dachneigungen Dachaufbauten (Dachgauben, Quergiebel) zugelassen werden? Kann als Dachform auch ein Pultdach oder versetzte Pultdächer mit entsprechend geringeren Dachneigungen gewählt werden? Kann eine Neuausrichtung des Dachfirstes ausschließlich in Ost-West-Richtung erfolgen? (Bisher Mischung Nord-Süd und Ost-West => s. Lageplan).

 

5.    Für das Vorhaben sollen 2 Einzelgaragen mit je 1 davor offenliegendem Stellplatz errichtet werden. Die nördlich gelegene Garage befindet sich im nordöstlichen Grundstückseck und wird von Westen her entlang der gesamten nördlichen Grundstücksgrenze angefahren. Die südliche Garage dagegen soll an die bestehende südliche Nachbargarage angebaut werden. Können die 4 Stellplätze wie dargestellt platziert werden?

 

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach § 34 BauGB. Die Umgebungsbebauung entspricht einem Allgemeinen Wohngebiet. Hier ist die beantragte Wohnnutzung uneingeschränkt zulässig (§ 34 Abs. 2 BauGB, § 4 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO). Die Hausform (Doppelhaus oder Mehrfamilienhaus) und die Anzahl der Wohnungen stellen kein Zulässigkeitsmerkmal des Einfügungsgebotes dar und sind jeweils zulässig.

 

Für das Maß der baulichen Nutzung ist eine Bebauung mit den Grundmaßen 16 x 10 m oder 13,50 x 10 m bei einer Wandhöhe von 5,66 m und einer maximalen Firsthöhe von 8,55 m vorgesehen. In der näheren Umgebung sind bereits Gebäude vorhanden, die jeweils in der Summe diese Maßbestimmungsfaktoren einhalten (z.B. Vazaninistraße 7/9, Vazaninistraße 11/13, Kazmairstraße 3). Auch hinsichtlich des Bebauungsmaßes fügt sich das Vorhaben ein.

 

Die Lage des Gebäudes im Grundstück ist ebenfalls unproblematisch, insbesondere wird durch den Straßenabstand des Gebäudes von 3,50 m die vorgegebene faktische Baugrenze eingehalten.

 

Dachgauben herkömmlicher Größe sind nicht einfügungsrelevant und sind bauplanungsrechtlich zulässig. Bei Quergiebeln ist die konkrete Ausführungsart dafür maßgeblich, ob sie noch als untergeordnete Gebäudeteile für das Einfügungsgebot unbeachtlich sind. Hier ist eine allgemeingültige Beurteilung nicht möglich.

 

Die Dachform stellt im unbeplanten Innenbereich kein Einfügungsmerkmal dar. Zu beachten ist aber, dass beim Pultdach auch an der erhöhten Dachseite (First) eine Außenwand entsteht, die dort ebenfalls den Rahmen der umgebenden Wandhöhe beachten muss.

 

Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung der Gebäude und der Firststellung ist eine zu beachtende vorherrschende Gebäudelage in der Umgebung nicht vorhanden, der prägende Wirkung zukommt. Beide der alternativ dargestellten Gebäudeausrichtungen fügen sich damit ein.

 

Die Anordnung der Garagen ist wie dargestellt planungsrechtlich zulässig.

 

Hinweis:

Anzumerken ist, dass bei der Variante 1 die zulässige Grenzwandlänge von 15 m überschritten wird: hier müsste die Garage von der Ostgrenze 3 m abgerückt werden.

 

Für jedes Wohnhaus bzw. jede Wohnung sind die 2 vorgesehenen Stellplätze ausreichend (Art. 47 BayBO).

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Antrag auf Vorbescheid zum Abbruch eines Doppelhauses und Neubau eines Zweifamilienhauses mit Garagen auf dem Grundstück Fl.Nr. 225/6 der Gemarkung Grafing, Raiffeisenstraße 4 und 4a, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.

 

 

Unter Tagesordnungspunkt 7 ist geplant, dass Herr Architekt Narr den Maßnahmenplan für die Dorferneuerung in Straußdorf vorstellt und erläutert. Da Herr Narr noch nicht anwesend ist, wurde seitens der Ersten Bürgermeisterin die Behandlung des Tagesordnungspunktes 9 vorgezogen.

 

 

Anwesend 12

Das Stadtratsmitglied Herr Georg Schlechte nahm als Vertretung für das Ausschussmitglied Frau Susanne Linhart an der Sitzung teil.