Tagesordnungspunkt

TOP Ö 2: Bauantrag zur Änderung der West-Fassade wegen Ausweisung eines Sozialraumes im Obergeschoss und Errichtung eines Außenkamins für die Haustechnik auf dem Grundstück Fl.Nr. 629/57 der Gemarkung Nettelkofen (Am Schammacher Feld 4)

BezeichnungInhalt
Sitzung:29.11.2016   BWUA/026/2016 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Verwaltungsvertreter wurde der Bauantrag vorgestellt und erläutert. Das Vorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Gewerbegebiet „Am Schammacher Feld“ in der Fassung der 1. Änderung vom 14.04.2015.

 

Darüber hinaus besteht für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes seit 12.12.2015 eine Veränderungssperre.

 

Veränderungssperre

 

Am 08.12.2015 wurde die Einleitung des Verfahrens (Aufstellungsbeschluss) für eine weitere Änderung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Grafing-Schammach“ beschlossen mit dem Ziel, Anlagen für soziale Zwecke (§ 8 Abs. 3 Nr. 2 BauNVO) mit wohnähnlicher Nutzung (insbesondere Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbegehrende) sowie Beherbergungsbetriebe (§ 8 Abs. 2 Nr. 1 BauNVO) dort auszuschließen.

 

Zur Sicherung der Planung wurde gemäß §§ 14, 16 BauGB eine Veränderungssperre beschlossen, die mit der Bekanntmachung am 12.12.2015 in Kraft getreten ist. Danach dürfen jetzt Vorhaben im Sinne des § 29 BauGB nicht mehr durchgeführt werden.

 

Das beantragte Vorhaben mit baulichen Änderungen einfachster Art steht den erklärten Planungszielen und damit dem Sicherungszweck der Veränderungssperre aber erkennbar nicht entgegen. Somit stehen überwiegend öffentliche Belange der Zulassung des Vorhabens vor Abschluss der eingeleiteten Bebauungsplanänderung nicht entgegen und es kann die erforderliche Ausnahme von der Veränderungssperre gemäß § 14 Abs. 2 BauGB erteilt werden.

 

Das Einvernehmen der Stadt Grafing b.M. für die Erteilung einer Ausnahme von der Veränderungssperre gemäß § 14 Abs. 2 BauGB wird erteilt.

 

 

Vorhabenszulassung

Überbaubare Grundstücksflächen

 

Beantragt wird die Errichtung eines Balkons mit den Maßen 7,19 m x 2,26 m und eines Außenkamins mit den Maßen 2 m x 2 m. Der Außenkamin liegt noch innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen. Der Balkon liegt – wie bereits die bestehende Produktionshalle in diesem Bereich – auf einer Länge von 5,60 m außerhalb der festgesetzten Baugrenzen des Bebauungsplanes. Aufgrund der Überschreitungstiefe von 2,30 m gegenüber der Baugrenze werden auch die definitorischen Bandbreiten des § 23 Abs. 2 Satz 2 BayBO nicht mehr eingehalten.

 

Hinzu kommt, dass auch die dort festgesetzte private Grünfläche überbaut wird, die entlang der Westgrenze verläuft. Da der Balkon aber in einer Höhe von mehr als 4 m über dem Gelände und auch die filigranen Stützen die Grünflächenfunktion nicht spürbar beeinträchtigen, ist die Abweichung gegenüber den widersprechenden Festsetzungen (Baugrenzen, Grünfläche) insgesamt noch städtebaulich vertretbar.

 

Hinweis:

Abstandsflächen:

Sowohl der Balkon, als auch die Einhausung am Fuße des Außenkamins sind aufgrund der Abmessungen bei der Berechnung der Abstandsflächen zu berücksichtigen (Art. 6 Abs. 8 BayBO), da beide Bauteile mehr als 1,50 m über die Außenwand hervortreten. Die in Gewerbegebieten reduzierte Abstandsflächentiefe von 0,25 m kann aber eingehalten werden.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig folgendes beschlossen:

a)    Das gemeindliche Einvernehmen gemäß § 14 Abs. 2 Satz 2 BauGB für die Zulassung einer Ausnahme von der Veränderungssperre gemäß § 14 Abs. 2 BauGB wird erteilt.

b)   Dem Bauantrag zur Änderung der West-Fassade wegen Ausweisung eines Sozialraumes im Obergeschoss und der Errichtung eines Außenkamins für die Haustechnik auf dem Grundstück Fl.Nr. 629/57 der Gemarkung Nettelkofen, Am Schammacher Feld 4, wird das gemeindliche Einvernehmen gemäß § 36 BauGB erteilt.