Tagesordnungspunkt

TOP Ö 8: Personalwesen,
Schaffung einer Stelle für Wirtschaftsförderung und Klimaschutz

BezeichnungInhalt
Sitzung:04.10.2016   StR/028/2016 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin verweist auf folgende zur Verfügung gestellte Beschlussvorlage:

 

Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Klimaschutz sind Themen, die in Grafing immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Grundstücke der Gewerbegebiets Schammach II müssen vermarktet und verkauft werden. Des Weiteren engagiert sich die Stadt deutlich mehr als früher in Sachen Energiewende und Klimaschutz. Zuletzt begann man mit der Teilnahme an dem Wettbewerb Zukunftsstadt mit der Betrachtung der Stadtentwicklung für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. 

 

 

Wirtschaftsförderung

 

Der Arbeitskreis Wirtschaftsförderung hat wiederholt angeregt, für diese verwaltungsübergreifende Querschnittsaufgabe eine Stelle zu schaffen.

 

Aktive Wirtschaftspflege in der Kommune bedeutet

  • Bestandspflege, also Pflege der Kontakte mit Gewerbetreibenden,
  • Akquisition von Neuansiedlungen,
  • Leerstandsmanagement,
  • Weiterentwicklung der Infrastruktur,
  • Standortmarketing,
  • Öffentlichkeitsarbeit,
  • Vernetzung der Akteure.

 

Unternehmen, Handwerksbetriebe, Gewerbetreibende und Dienstleister richten ihre Standortentscheidungen zu einem entscheidenden Teil nach der Qualität der lokalen und regionalen Bedingungen für unternehmerisch erfolgreiches Handeln. Kommunen stellen die Infrastruktur zur Verfügung, bieten ein breites Angebot an Dienstleistungen, sichern die Zusammenarbeit und die Lebensqualität. Die kommunale Wirtschaftsförderung trägt zum Erhalt und zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei, fördert Innovation und unterstützt engagierte Gewerbetreibende.

 

Dabei werden auch die weicheren Faktoren eines Wirtschaftsstandortes immer wichtiger, also Verkehrsanbindung, Freizeiteinrichtungen und Kinderbetreuungseinrichtungen.

 

In den letzten Wochen wurden Informationsgespräche mit der Wirtschaftsförderung im Landkreis Starnberg und im Landratsamt und mit örtlichen Gewerbetreibenden geführt. Der Landkreis Starnberg wurde zum Beispiel bereits vor einigen Jahren im Bereich Wirtschaftsförderung aktiv, mittlerweile sind fünf Mitarbeiter beschäftigt.

Nach Informationen des Städtetags haben bereits eine Vielzahl von Kommunen entsprechende Stellen geschaffen, deren Ausgestaltung dabei vollkommen unterschiedlich ist. Gleiches gilt für die Qualifikationen und die Zuordnungen zu den bestehenden Organisationseinheiten.

 

Schnittmenge zur Zukunftsstadt stellt die Pflege und Weiterentwicklung des 3D-Modells dar, das als Instrument für Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, -entwicklung und Bürgerbeteiligung ausgebaut werden soll. (Leider haben wir die 2. Phase des Wettbewerbs nicht erreicht. Trotzdem soll die die Zukunft Grafings weiter beleuchtet und diskutiert werden.)

 

Nach reiflicher Überlegung befürwortet die Verwaltung die Neuschaffung einer Stelle mit 33–50% Arbeitszeitanteil für Wirtschaftsförderung. Diese Aufgabe kann auf keinen Fall – wie bisher in der Kämmerei – miterledigt werden. Zeitweise war auch daran gedacht, örtliche Unternehmer und Gewerbebetriebe in die Finanzierung miteinzubeziehen, was aber von der Rechtsaufsicht als kritisch angesehen wird. 

 

Klimaschutz

 

Das Thema Klimaschutz wird derzeit von der Kämmerei in enger Absprache mit der Energieagentur Ebersberg und dem Klimaschutzmanager des LRAs bearbeitet. Allerdings kann die Finanzverwaltung aufgrund ihrer anderen Aufgaben nicht den geforderten Arbeitseinsatz aufbringen.

 

Nachdem das Klimaschutzkonzept Voraussetzung ist für die 65%-Förderung einer Stelle, haben Studenten des Masterstudiengangs „Business Management & Entrepreneurship Renewable Energy“ der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf dieses Konzept für die Stadt Grafing erstellt.

 

Ergebnis des Grafinger Klimaschutzkonzeptes ist, dass zusätzliche Anstrengungen zur Erreichung des Landkreis-Ziels notwendig sind, bis zum Jahr 2030 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Die komplexen Aktivitäten müssen zentral aufgesetzt, koordiniert und begleitet werden. Insbesondere in den Bereichen Energieeinsparung und ‑effizienz ist ein erhöhtes Engagement der Stadt notwendig. Hauptaufgabe des Klimschutzkoordinators wird es sein, Maßnahmenpakete zu schnüren und Informations-/Beratungsaktionen durchzuführen.

 

 

Stadtratsmitglied Peter Rothmoser stellte einen Antrag nach der Geschäftsordnung, diesen Tagesordnungspunkt an den Arbeitskreis Wirtschaftsförderung zur weiteren Beratung zurückzuverweisen. Dieser solle dann in seine Überlegungen die Sinnhaftigkeit dieser geplanten Doppelstelle mit einfließen lassen und andenken, ob nicht die Beauftragung eines externen Beraters einer Festanstellung vorzuziehen sei.

 

Die Erste Bürgermeisterin führte darauf in erläuternd aus, dass über diese Doppelstelle bereits im Arbeitskreis Wirtschaftsförderung beraten wurde und dort auch so empfohlen wurde.

Die Verwaltung könnte ohne Probleme eine Vollzeitstelle nur mit Standortmarketing befüllen, so z.B. mit Kontaktpflege zu den Gewerbetreibenden, als Ämterlotse und als „Kümmerer“, der erst  einmal den Status Quo erfassen solle und sich später auch um Leerstandsmanagement  und um weiche Standortfaktoren (Website, Image, Tourismus etc).kümmern sollte. Aus diesem Aufgabenbereich  würden sich durchaus Schnittmengen zum Klimaschutz ergeben, weshalb man eine Doppelstelle geplant hätte. Welche Berufssparten sich durch eine Ausschreibung dieser entsprechenden Stelle angesprochen fühlten, werde man dann sehen.

 


Der Stadtrat beschloss gegen 7 Stimmen die Zurückverweisung dieses Tagesordnungspunktes an den Arbeitskreis Wirtschaftsförderung.