Tagesordnungspunkt

TOP Ö 12: Grundschule Grafing;
Ausbau zur Ganztagsschule;
Sanierung und Neugestaltung der Freiflächen (Maßnahmenbeschluss)

BezeichnungInhalt
Sitzung:05.07.2016   StR/026/2016 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilt der Vertreterin der Verwaltung, Frau Magdon, das Wort.

 

Diese erläutert dem Stadtrat nochmal in kurzen Worten den folgenden zur Verfügung gestellten Auszug aus der Niederschrift der Bau-, Werk- und Umweltausschusssitzung am 21.06.16.

 

Die Umsetzung der „Gebundenen Ganztagsschule“ als Bildungsangebot an unserer Grundschule setzt die Schaffung weiterer Betreuungsräume voraus. In seiner Sitzung vom 23.09.2014 genehmigte der Bau-, Werk- und Umweltausschuss die Errichtung der notwendigen Räume durch einen Anbau an der Nordfassade. Im Anschluss daran wurde am 07.10.2014 die Durchführung der Maßnahme vom Stadtrat entschieden.

 

Da der Erweiterungsbau unmittelbar im Bereich des Schulhofs entstehen wird, soll im Anschluss an die bauliche Maßnahme der ohnehin sanierungsbedürftige Pausenhof neugestaltet werden. Die Umgestaltung des Schulhofes ist ebenfalls möglich geworden durch eine Verlegung des Verkehrsübungsplatzes. Zudem ist die Schaffung eines überdachten Fahrradunterstandes für die Schülerräder notwendig. Derzeit ist ein unbedachter Fahrradstellplatz übergangsweise im Zufahrtsbereich der Mensa positioniert. Dieser muss dringend umziehen (Verlegung auf die Südseite angedacht).

 

Außenbereich Südseite

 

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Ebenso dringlich ist die Neugestaltung des Außengeländes auf der Südseite der Schule. Nach Rücksprache mit der Schulleitung stellt der Wartebereich vor der Schulbushaltebucht eine Gefahr für die Kinder dar. Der schmale Gehweg wird nach Schulschluss von wartenden und spielenden Kindern sowie Schulranzen belagert, so dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen.

 

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Auszug: Anwendungshinweise des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zum Vollzug der Straßenverkehrs-Ordnung (AH-StVO)

Betreff: Schulbushaltestellen

 

Lage der Schulbushaltestellen

1.6 Warteflächen an Haltestellen

Haltestellen für Schulbusse sollen nur dort eingerichtet werden, wo genügend große Warteflächen für die Schüler vorhanden sind. Dabei erscheint pro Schüler eine Fläche von etwa 0,5 m² als ausreichend. Die Mindesttiefe der Wartefläche soll 2 m betragen. Gehwege reichen als Warteflächen nicht aus, wenn zu den Zeiten des Schulbusbetriebs an der Haltestelle auch ein nicht unbedeutender Fußgängerverkehr stattfindet und Fußgänger im Haltestellenbereich auf die Fahrbahn ausweichen müssten.

 

Bauliche Gestaltung der Schulbushaltestellen

3.2 Wartehäuschen

An den Schulbushaltestellen sollen in der Regel Wartehäuschen errichtet werden, wenn

lange Wartezeiten gegeben sind, wenn viele Kinder dort einsteigen oder wenn es die allgemeinen Witterungsverhältnisse erfordern.

 

Da der Fußweg als Wartebereich nicht ausreicht, wird stets der Rasenvorplatz zum Spielen genutzt. Bei Regen- und Schnee entsteht dort eine Matschfläche. Bei der Ankunft am Morgen wird die Rasenfläche gerne als Fußweg genutzt, wodurch in Folge das Schulhaus stark verunreinigt wird.

Auch hinsichtlich weiterer Gefährdungen ist der aktuelle Rasenplatz nicht als Spiel- und Wartebereich geeignet. Die steile Böschung zum Untergeschoss des Schulhauses stellt eine Absturzgefahr dar. Glücklicherweise hat sich bislang noch kein größerer Unfall ereignet, da die Schulfamilie, allen voran der Hausmeister, stets auf die Einhaltung der Regeln hinweist und achtet.

Die Böschung ist allerdings notwendig, um ausreichend Licht in die Räume des Untergeschosses zu schaffen.

 

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Zur Steigerung des Wohlbefindens in den Aufenthaltsräumen, könnte die vorhandene Böschung, welche zudem gärtnerisch schwer zu pflegen ist, terrassiert und mit Hochbeeten ausgestattet werden.

Die neu zu gestaltenden Bereiche auf der Südseite des Schulhauses nehmen eine Fläche von ca. 1.550 m² ein.

 

Außenbereich Nordseite (Pausenhof)

 

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Der eigentliche Pausenhof, mit ca. 2.670 m² Größe besteht vorwiegend aus einer versiegelten Asphalt-Fläche mit Spielbereichen, die vor allem als Bewegungsraum genutzt werden.

Die letzte Erneuerung, mit dem Einbau von Spielgeräten, erfolgte vor über 15 Jahren.

 

Den Kindern steht neben einem Holzspielhaus, ein Kletterhaus mit Rutsche, eine Balancier-Brücke und Turnstangen zur Verfügung. Wenig Raum nimmt ein Sitzbereich ein.

Der Fallschutz im Bereich der Turngeräte ist als Rieselfläche ausgebildet. Die Nutzungsfrequenz der Freibereiche steigt stetig an. So zeigt sich auch, dass der Fallschutz ungeeignet ist, da sich ein großer Anteil der Grundschüler auf den kalkhaltigen Steinen zum „spielen, sitzen, graben, laufen, etc.“ aufhält. Durch den ständigen Abrieb der kalkhaltigen Steine verschlemmt der Aufbau und verdichtet sich, sodass der Fallschutz betonhart wird und regelmäßig aufgelockert respektive ausgetauscht werden muss.

 

Der Schulhof ist wie die Schule in den 50er Jahren entstanden – zu einer Zeit, als ein Schulhof ausschließlich für die kurzen Pausen am Vormittag gedacht war. Zum Schuljahr 2012/2013 wurde der Ganztageszug an der Grundschule Grafing eingeführt. Das pädagogische Konzept der Ganztagsbetreuung lässt auch den Freiflächen um die Schule eine neue Bedeutung zukommen. Daher ist vorrangig über eine Neugestaltung und nicht über die Wiederherstellung der Asphaltfläche nachzudenken.

 

Ziel der Neugestaltung sollte ein strukturiertes Außengelände, das Bewegungsmöglichkeiten, Naturbeobachtung und das Spielen in Gruppen von wechselnder Größe und Zusammensetzung ermöglicht. Dies beinhaltet als Grundvoraussetzung die Entsiegelung der Bestandsfläche.

 

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Die Vielfalt der natürlichen Bewegung, wie verstecken, klettern, balancieren, hangeln und springen sollte gefördert werden, zumal die Kinder immer längere Zeiten am Schultisch verbringen. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, sollten die Außenanlagen in mehrere Funktionsräume unterteilt werden, welche Bewegungs- bzw. Lernerfahrungen verschiedener Art ermöglichen. Dabei sollten einzelne Bereiche nicht nur einseitig nutzbar sein, sondern in vielfältiger Weise je nach Bedarf erschlossen werden.

 

Die seit nunmehr 50 Jahren zweckmäßige, graue Teerlandschaft könnte sich nun, nachdem die Verlegung des Verkehrsübungsplatzes vom Pausenhof auf das gegenüberliegende Grundstück an der Kapellenstraße (Fl.Nr. 274/1 der Gemarkung Öxing) östlich des bestehenden Parkplatzes (Kapellenstraße/Bgm.-Schlederer-Straße) durch den Stadtrat beschlossen und erfolgreich umgesetzt wurde, in einen attraktiven Pausenhof, mit vielfältigen Bewegungslandschaften für Kinder verwandeln.

 

Was sagen die Kinder

Ein lebendiger Ort, das ist das was sich unsere Kinder wünschen. Aus dem Elternbeirat der Grundschule und weiteren Interessierten bildete sich im vergangenen Jahr eine Pausenhofgestaltungsgruppe, die Ideen gesammelt und der Stadtverwaltung vorgeschlagen hat. Ferner wurden Kinder befragt, „Wie soll der neue Pausenhof aussehen?“

  • Platz zum Toben
  • Platz für Ruhe
  • Platz zum selber kreativ sein, malen, Mosaik machen, Skulpturen bauen

 

Planungsstand Gebäudeerweiterung

Die aktuelle Vorentwurfsplanung zur Erweiterung der Grundschule sieht einen 2-geschossigen Anbau an der Nordseite des Bestandsgebäudes vor, wobei der Erweiterungsbau aufgeständert ist und sich somit eine Aula-Erweiterung mit direktem Übergang zu den Pausenflächen ergibt. Die überdachten Außenflächen bieten eine optimale Übersichtlichkeit und Raum für Ruhe/Aktion/Kreativität. Nicht zu vergessen ist auch die Aufgabe, den Pausenhof barrierefrei umzubauen. Also eine gute Vorrausetzung für die weiteren Planungen des Außenbereichs.

 

Information

Im Rahmen der Grundlagenermittlung zum Erweiterungsbau wurden in den vergangenen Ferien Baugrunduntersuchungen, sowie Kernbohrungen im Untergeschoss vorgenommen. Unerfreulicher Weise stellte sich dabei heraus, dass das Grundschulgebäude in großen Teilen des Kellergeschosses über keine Bodenplatte verfügt, somit kann dies ursächlich für die Feuchteschäden in Betracht gezogen werden. Eine umfangreiche Sanierung des Untergeschosses ist somit zwingend notwendig. Die weiteren Maßnahmen sowie die Entwurfsplanung zum Erweiterungsbau mit einer Kostenschätzung werden in einem der nächsten Sitzungen dem Bau-, Werk- und Umweltausschuss, sowie dem Stadtrat vorgestellt.

 

Kostenrahmen

Um einen ersten Kostenrahmen für die Freiflächengestaltung zu erhalten wurden über die „BKI Baukosten – Objektdaten Freianlagen“ vergleichbare Projekte (durchschnittliche Ausgestaltung) der letzten 10 Jahren betrachtet. Die BKI Baukosten liefern Erfahrungswerte in Form von abgerechneten Bauleistungen oder Kostenfeststellungen diverser Projekte. Da die Projekte teilweise bereits seit 10 Jahren abgeschlossen sind, wurde bei der Betrachtung ein Korrekturfaktor pro Jahr von ca. 2% angesetzt.

 

Projekt

Kreis

Bauende

m2 AUF

€/m2 AUF brutto

nach Korrektur

Schulhof Gesamtschule

Rostock

2011

4.144

100 €

110 €

Schulhofumgestaltung für Grundschule und Hort

Schwerin

2011

1.640

200 €

220 €

Schulfreifläche

Ostvorpommern

2012

2.650

152 €

164 €

Freianlage Kinder- und Jugendraum

Kassel

2008

   651

142 €

165 €

Schulhofumgestaltung und Sportanlage

Rügen

2007

7.182

106 €

125 €

Schulhofneugestaltung

Heilbronn

2007

6.140

122 €

144 €

Schulhofneugestaltung

Freising

2006

1.850

  79 €

  95 €

Freianlage Berufsschule

Tuttlingen

2005

7.136

208 €

254 €

 

Im mittleren Durchschnitt liegen die Herstellungskosten im Außenbereich zwischen 125 € und 164 €. Auf der Schulhofnordseite ergibt sich damit für die ca. 2.420 m² (abzüglich überbauter Fläche von ca. 250 m² für den Erweiterungsbau) ein Kostenrahmen zwischen 302.500,00 € und 396.880,00 €.

Auf der Südseite errechnet sich für die herzustellenden Flächen von 1.550 m² ein Kostenrahmen zwischen 193.000,00 € und 254.200,00 €.

 

Für die Gesamtflächen von 3.970 m² ergibt sich im Schnitt ein Kostenrahmen von 573.665,00 €. Ferner sollen bei der Regierung von Oberbayern Fördermaßnahmen beantragt werden, in der Regel rechnet man mit 25–30 v.H. der Herstellungskosten als Gesamtzuwendung. Bei dem hier genannten Kostenrahmen handelt es sich lediglich um eine erste Einschätzung, in welchen Dimensionen die Umsetzung der notwenigen Maßnahme liegen könnte. Genauere Kostenschätzungen können erst nach Beauftragung eines Landschaftsplaners, einhergehend mit einem ersten Entwurf, vorgestellt werden.

 

Vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss wurde eine Neugestaltung der Freiflächen im Zuge der Grundschulerweiterung sehr begrüßt.

 

In einem Redebeitrag wurde der Vorschlag unterbreitet, die Grünfläche im westlichen Bereich entlang der Kapellenstraße als Schulbushaltestelle umzugestalten. Dies hätte den großen Vorteil, dass die Haltestelle zentral zwischen beiden Schulen liegt und von den Schülern der Grund- und Mittelschule gut erreichbar ist.

Von der Verwaltungsvertreterin wurde hierzu erklärt, dass durchaus eine Verlegung der Schulbushaltestelle in den vorgeschlagenen Bereich in Betracht gezogen werden kann und sicherte zu, die Anregung bei den Planungen mit zu berücksichtigen.

 

 

Der Bau-, Werk- und Umweltausschuss hat im Anschluss daran  dem Stadtrat einstimmig die notwendige Freiflächenneugestaltung der Nord- und Südfläche im Zuge der Gebäudesanierung und Erweiterung der Grundschule Grafing empfohlen (Maßnahmenbeschluss).

 

In der anschließenden Diskussion war man sich einig, dass dies trotz der recht hohen Kosten eine sinnvolle und nachhaltige Investition zur Erhaltung bzw. Steigerung  der Zukunftsfähigkeit des Schulgebäudes sei.

 


Der Stadtrat beschloss einstimmig auf Empfehlung des Bau-, Werk- und Umweltausschuss vom 21.06.2016 die notwendige Freiflächenneugestaltung der Nord- und Südflächen im Zuge der Gebäudesanierung und Erweiterung der Grundschule Grafing  (Maßnahmenbeschluss).