Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Verkehrskonzept "Sportzentrum Grafing";
Vorstellung des Bauentwurfes (Straßenbauprogramm) für den Ausbau der Straße "Am Stadion"

BezeichnungInhalt
Sitzung:15.03.2016   BWUA/020/2016 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Erste Bürgermeisterin begrüßte eingangs Herrn Neudecker vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, der den Bauentwurf für den Ausbau der Straße „Am Stadion“ vorstellen wird. Vorab wurden aber die Zusammenhänge erklärt, die von wesentlicher Bedeutung sind für die jetzigen Überlegungen zur Neuordnung der Verkehrsverhältnisse in der Straße „Am Stadion“.

 

A. Ausgangslage

 

Die Befassung mit dem Ausbau der Straße „Am Stadion“ steht im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Antrag der CSU vom 27.10.2014 sowie den vorausgegangenen Anträgen für ein „Gesamtkonzept Sportzentrum Grafing“ vom 08.04.2013 bzw. für die Errichtung einer „nördlichen Sportstättenanbindung“ vom 27.11.2008. Hiermit war der Stadtrat in der Sitzung vom 09.12.2014 (TOP 5) befasst und hat sich dort mit dem Themenbereich auseinandergesetzt. Auch auf das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung vom 07.03.2014 wurde in diesem Zusammenhang nochmals hingewiesen.

 

Das Ergebnis lässt sich wie folgt kurz zusammenfassen:

 

1. Schritt:

Bau der „nördlichen Sportstättenanbindung“ (Verbindungsstraße zur Ostumfahrung) und Bau eines Zentrums für Kindertageseinrichtungen auf dem Grundstück Fl.Nr. 200/22 der Gemarkung Öxing. Der Bau dieser Straße und die Unterbringung des ruhenden Verkehrs (Parkplätze) beeinflussen ganz wesentlich die Verkehrsabläufe „Am Stadion“ und schaffen damit die Grundlagen für die Umgestaltung der Straßenräume. Am 09.12.2014 wurde die grundlegende Entscheidung getroffen, die neue Sportstättenanbindung stumpf an der Straße „Am Stadion“ enden zu lassen und damit einen unerwünschten Verkehrsabfluss über die Straße „Am Stadion/Kapellenstraße“ auszuschließen. Hauptzweck der Anbindungsstraße ist die Erschließung eines neu zu erstellenden (zweiten) Parkplatzes. Es stehen dann der Parkplatz nördlich des Eisstadions (für den Parkverkehr aus dem Stadtgebiet) und ein zusätzlicher Parkplatz für den von der Ostumfahrung angeleiteten Parkverkehr zur Verfügung.

 

Die Straße „Am Stadion“ wird danach dauerhaft eine Stichstraße – also ohne Verbindung für den allgemeinen Fahrverkehr zu anderen Straßen – bleiben. Diese Funktion im Straßennetz, also das Fehlen eines Netzanschlusses, ist von grundsätzlicher Bedeutung für das Straßenraumprofil und die Straßenführung.

 

2. Schritt:

Umgestaltung der Straße „Am Stadion“: Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem Zufahrtsverkehr für das geplante Kindertageszentrum auf dem Grundstück Fl.Nr 200/22, Gemarkung Öxing, nördlich der Wohnbebauung „Am Hopfengarten“. Erst wenn die Anforderungen an den Straßenraum, die Wegeführung sowie die Wendemöglichkeit geklärt sind, kann darauf aufbauend die Bauleitplanung für das geplante Kindertageszentrum ausgerichtet werden.

 

3. Schritt:

Bebauungsplanverfahren „Kindertageszentrum Am Stadion/Forellenstaße“, ggf. nach vorheriger Projektstudie.

 

 

B. Sachstand

 

Immer noch nicht vollständig abgesichert ist der Bau der nördlichen Sportstättenanbindung. Nachdem sich die Straßengrundabtretung aufgrund vieler klärungsbedürftiger Vertragsdetails verzögert hat, wird jetzt wegen der zeitlichen Dringlichkeit über die Bauerlaubnisse verhandelt. Zwar wurde zuletzt am 09.03.2016 Einigkeit mit dem anwaltlichen Vertreter über den bedeutsamsten Grundstücksbedarf (Einmündungsbereich) erzielt. Der Vertragsrücklauf ist jedoch noch nicht erfolgt. Im Übrigen fehlen noch Bauerlaubnisse für zwei weitere Grundstücke, die von der gleichen Anwaltskanzlei vertreten werden.

 

Nur bei Gelingen des freihändigen Grunderwerbs von allen Beteiligten kann die Straße gebaut werden, da diese nicht Bestandteil des Planfeststellungsbeschlusses ist. Hier besteht absolute Dringlichkeit, um den Bau gemeinsam mit der Ostumfahrung noch umsetzen zu können. Nur bei einer gemeinsamen Errichtung ist der Bau kostengünstig möglich. Noch klärungsbedürftig ist auch, in welcher rechtlichen Form das Baurecht zu regeln ist, also etwa die Notwendigkeit einer Planfeststellungsänderung für den Einmündungsbereich.

 

Fazit: Bis heute ist der Bau der Sportstättenanbindung nicht vollständig gesichert. Gleiches gilt auch für den Grunderwerb des Parkplatzes. Der Verhandlungsstand erlaubt aber eine erste Prognose, wonach die Grundstücksbeschaffung gelingen kann. Es können jetzt zumindest die nächsten Planungen vorgenommen werden.

 

 

C. Beurteilung des Bauentwurfes (Straßenbauprogramm):

 

Wichtige Vorgaben der Stadt Grafing b.M. für den Bauentwurf:

1.   Freihaltung ausreichend breiter Straßenräume für die Rettungssicherheit und deshalb auch eine geordnete Aufstellung der Parkflächen

2.   Schaffung geeigneter Wendemöglichkeit für die sichere Abwicklung des Bring- und Holverkehrs für die Schule und die Kindertageseinrichtungen

3.   Neuordnung des Vorplatzes zum Stadion/Freibad, insbesondere für die Fahrradabstellflächen

4.   Ausreichend Stellplätze für die Kindertageseinrichtung – sowohl für den Bring- und Abholverkehr, als auch für die Mitarbeiter

 

Wichtige Anmerkungen:

Die Umgestaltung der Einmündung Kapellenstraße/Am Stadion sorgte schon im Jahr 2008 für Diskussionen. Die im heutigen Entwurf dargestellte Lösung ist deshalb noch detailliert auf ihre Umsetzbarkeit hin zu untersuchen.

 

An der Straße „Am Stadion“ werden nur 5–6 Besucherstellplätze angeordnet. Hilfsweise ist auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite (nördlich des Lagergebäudes) noch Platz für weitere 5 Parkplätze. Diese Stellplätze dienen allein dem schnellen Bring- und Holverkehr, der damit auf der Straße „Am Stadion“ abgewickelt wird. Die Mitarbeiterstellplätze für die Kindertageseinrichtung (bis zu 18 Stellplätze) werden vollständig an der Forellenstraße untergebracht. Hier entstehen wegen der untergeordneten Umschlagshäufigkeit nur wenig zusätzliche Verkehrsbewegungen; diese sind für die verkehrsberuhigte Forellenstraße und die dortige Wohnruhe zumutbar.

 

Die vorgestellte Planung fand im Gremium Zustimmung und wurde als gelungen bezeichnet. Da die Straßenverhältnisse bereits jetzt sehr beengt sind, wurde von einigen Ausschussmitgliedern angezweifelt, ob die Planung auch tatsächlich so umgesetzt werden kann. Herrn Neudecker erklärte, dass die Fahrbahnflächen bzw. die Parkflächen derzeit nicht geordnet (markiert/gekennzeichnet) sind. Damit wird derzeit unter Einengung der Fahrbahn auf den Randstreifen geparkt. Dass ist mitunter die Schwachstelle der jetzigen Verhältnisse.

 

Erst eine entsprechende bauliche Straßenordnung wird dazu beitragen, dass die Verkehrsabläufe wieder funktionieren. Mit künftig 5,50 m ist die Straßenbreite ausreichend bemessen. Diese reicht dann auch als Fahrgasse für die Senkrechtparkplätze an der Ostseite des Stadions, wenn die dortigen Parkplätze in ausreichender Länge und Breite angeordnet werden.

 

Wichtig ist eine klare (bauliche) Trennung der Teileinrichtungen Fahrbahn, Gehweg und Parkflächen. Ein verkehrsberuhigter Ausbau sollte wegen des landwirtschaftlichen Verkehrs, der über diese Straße weiterhin abgewickelt wird, ausgeschlossen werden. Gleiches gilt wegen des hohen Fußgängeraufkommens, beispielsweise nach Eishockey-Spielen.

 

In einem Redebeitrag wurde hinterfragt, ob bei der Planung daran gedacht wurde, dass das Eisstadion von großen Reisebussen angefahren wird. Auch dies wurde von Herrn Neudecker bejaht. Hier ist bei einer Straßenbreite von 5,50 m ausreichend Platz vorhanden, um diesen Verkehr abzuwickeln.

 

Einem weiteren Ausschussmitglied erschienen die 5 vorgesehenen Parkplätze für die künftige Kindertageseinrichtung als nicht ausreichend.

 

Nachfolgend wurde kurz über die geplanten Fahrradständer diskutiert. Ein Ausschussmitglied vertrat die Auffassung, dass an dieser Stelle eine Überdachung der Fahrradständer nicht notwendig sei. In einem weiteren Redebeitrag wurde darauf gedrängt, die Fahrradständer am Vorplatz Stadion/Freibad bereits zeitlich vorab neu zu ordnen. Es wurde darauf hingewiesen, dass bereits in der Sitzung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses vom 21.04.2015 der Beschluss gefasst wurde, das Angebot an Fahrradständern zu überprüfen und ggf. zu ergänzen.

 

Einige Ausschussmitglieder konnten sich dem Vorredner nicht anschließen und sprachen sich dafür aus, die Fahrradabstellplätze erst in Verbindung mit dem Straßenumbau als Gesamtmaßnahme neu zu ordnen.

 

Abschließend stellte die Erste Bürgermeisterin fest, dass über die vorgestellte Planung im Gremium Übereinstimmung herrschte und es wurde vorgeschlagen, bereits in der heutigen Sitzung die Planung vom Ausschuss billigen zu lassen.

 

Ein Ausschussmitglied schlug daraufhin vor, die Planung unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit zu billigen. Diese Anregung wurde von der Ersten Bürgermeisterin gerne aufgenommen. Dabei wurde ergänzt, dass in den folgenden Planungsphasen und natürlich vor der tatsächlichen Umsetzung erst noch die finanziellen bzw. beitragsrechtlichen Anforderungen näher betrachtet werden müssen. So liegt auch noch nicht einmal eine Kostenschätzung vor. Heute geht es aber letztendlich darum, die künftige Führung und das Raumprogramm für die Straße zu bestimmen. Auch die Bestimmung über die Anordnung der Stellplätze für das Kindertageszentrum ist ein sehr wichtiges Planungselement. Die Entscheidung über die grundsätzlichen Verkehrsverhältnisse sind wichtige Voraussetzungen, um dann die Rechtsplanung (Bauleitplanung) für die Kindertageseinrichtung durchzuführen. Es war der Stadt stets ein Bedürfnis, die Bauleitplanung für das Kindertageszentrum erst auf Grundlage einer durchdachten und abgestimmten Verkehrsplanung zu beginnen.

 

Der heutige Vorentwurf ist, soweit er vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss gebilligt wird, später technisch zu verfeinern. Dort sind dann auch Details zur Höhe der Bordsteine, der Materialien, der Beleuchtung und Begrünung auszuarbeiten. Eine weitere Feinplanung ist für den Vorplatz des Eisstadions/Freibad notwendig, in der die verschiedenen Bedürfnisse, aber auch die unterschiedlichen Rechtsverhältnisse noch genauer betrachtet werden müssen.

 


Nach Sachvortrag und kurzer Beratung wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss der Bauentwurf (Straßenbauprogramm) für den Ausbau der Straße „Am Stadion“, gefertigt vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München am 08.03.2016, einstimmig unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit gebilligt.

 

Auf der Grundlage der Straßenplanung (Straßenbauprogramm) ist jetzt der Bebauungsplanentwurf für das Kindertageszentrum auf dem Grundstück Fl.Nr. 200/22 der Gemarkung Öxing zu erarbeiten und das Bebauungsplanverfahren fortzuführen.