Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Bauantrag zur Erhöhung eines bestehenden Dachstuhls, Neubau von Dachgauben und Anbau einer Außentreppe als Nebeneingang auf dem Grundstück Fl.Nr. 553/50 der Gemarkung Nettelkofen (Heubergweg 6)

BezeichnungInhalt
Sitzung:15.03.2016   BWUA/020/2016 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Vertreter der Verwaltung wurden die Antragsunterlagen vorgestellt. Beantragt wird am Anwesen Heubergweg 6 (Fl.Nr. 553/50 der Gemarkung Nettelkofen)

·      die Erhöhung des bestehenden Dachstuhls,

·      der Neubau von zwei Dachgauben auf beiden Dachseiten und

·      der Anbau einer Außentreppe als Nebeneingang für das Obergeschoss.

 

Durch die beantragten Änderungen am Bestandsgebäude verändert sich die Art der baulichen Nutzung nicht, auch die Anzahl der Wohneinheiten wird nicht erhöht.

 

Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach § 34 BauGB.

 

Die angebaute Doppelhaushälfte (Fl.Nr. 553/23, Kranzhornstraße 17) wurde im Jahre 2015 neu errichtet und die Wand- und Firsthöhe auf 6,30 m bzw. 9,60 m einseitig erhöht. Mit dem Vorhaben erfolgt jetzt die profilgleiche Anpassung an das bestehende Nachbarhaus. Hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung entspricht die Gebäudeaufstockung dem Einfügungsgebot, was durch die Deckungsgleichheit mit dem Nachbarhaus belegt ist.

 

Die beantragte Außentreppe mit einer Tiefe von 3,70 m stellt kein untergeordnetes Bauteil dar, da die hierfür maximale Tiefe von 1,50 m überschritten wird. Sie ist daher (nicht nur abstandflächenrechtlich) auch hinsichtlich des bauplanungsrechtlichen Einfügungsgebot beurteilungsrelevant. Zwar kommt es bei der Beurteilung, ob es sich um ein untergeordnetes Gebäudeteil (vgl. § 23 Abs. 2 BauNVO) handelt, ungeachtet der Maßgrößen des Art. 6 Abs. 8 Nr. 2 BayBO) letztendlich auf die städtebauliche Wirkung an; aber auch hier ist die Treppe nicht unbedeutend und planungsrechtlich irrelevant.

 

Diese Treppe überschreitet die nördliche Gebäudefluchtlinie. Ob es sich dabei um eine eindeutig bestimmbare (faktische) Baugrenze handelt und deshalb deren Überschreiten den Einfügungsrahmen überschreitet, kann aber letztendlich offengelassen werden. So würde diese Überschreitung die vorgefundene Bebauung nicht negativ in Unordnung bringen und sich in der beantragten Ausführungsart als offene Treppe dennoch einfügen. Im Übrigen wäre auch eine Abweichung vom Einfügungsgebot nach § 34 Abs. 3a BauGB zu erteilen, da es sich bei der offenen Treppe um keinen gebäudegleichen Vorbau handelt und damit die Abweichungsvoraussetzungen erfüllt sind.

 

Hinweis:

Abstandsflächen:

Im Norden erstreckt sich die Abstandsfläche auf den Zufahrtsbereich des sog. „Heuberg­weges“, der jedoch nicht für den öffentlichen Verkehr gewidmet ist. Es handelt sich um einen Privatweg.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Erhöhung eines besehenden Dachstuhls, Neubau von Dachgauben und Anbau einer Außentreppe als Nebeneingang auf dem Grundstück Fl.Nr. 553/50 der Gemarkung Nettelkofen, Heubergweg 6, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.