Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Europaweite Ausschreibung der Stromlieferung;
Auswahl des Ausschreibungsbüros

BezeichnungInhalt
Sitzung:27.10.2015   FA/003/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilt dem Vertreter der Verwaltung, Herrn Bauer, das Wort.

Dieser erläutert die zur Verfügung gestellte folgende Beschlussvorlage:

 

Zum 31.12.2016 laufen unsere Stromlieferungsverträge aus. Dann wird wieder eine europaweite Ausschreibung notwendig. Das Thema wurde bereits in der Stadtratssitzung vom 09.06.2015 behandelt. Damals wurde noch keine Entscheidung getroffen, sondern folgender Beschluss gefasst.

 

Der Stadtrat beschließt, die Verwaltung zu beauftragen, für die europaweite Ausschreibung der Stromlieferung für die Jahre 2017 mit 2019 ein gemeinsames Vorgehen mit den Landkreisgemeinden anzustreben. Dabei soll die Stromlieferung in die Lose, wie bei der letzten Ausschreibung, Kleinanlagen, Großabnahmestellen und Straßenbeleuchtung aufgeteilt werden.  

 

Die Stadt hatte sich für den Zeitraum 2011 mit 2013 auf die vom Bayerischen Gemeindetag ausgefertigte Ausschreibung verlassen. Danach wurde allerdings im Stadtrat die im Vertrag bestimmte Definition von Ökostrom heftig kritisiert, weil dieser auch Wasserkraft aus alten Anlagen zugelassen hat.

 

Bei der nächsten Ausschreibungsrunde für die Jahre 2014 mit 2016 hat der Bayerische Gemeindetag dann für eine Sammelausschreibung durch das Onlineportal Kubus geworben. Die Stadt hat jedoch eine eigene Definition von Ökostrom beschlossen und dabei Wasserkraft ausgeschlossen. Infolgedessen wurde, losgelöst von der Federführung des Gemeindetags, eine eigene Ausschreibung durchgeführt, bei der das Versorgungsgebiet in 3 Lose-Abschnitte aufgeteilt wurde. Man wollte damit auch den kleineren Anbietern die Möglichkeit bieten, sich um die Stromlieferung zu bewerben.

 

Los 1 waren die Kleinanlagen, Los 2 die Großabnahmestellen (Freibad, Kläranlage und Wasserwerk) und Los 3 die Straßenbeleuchtung. Los 1 hat die Firma Rothmoser für sich entschieden. Bestbieter für Los 2 und 3 war die E.ON AG.

 

Nun möchte der Anbieter Kubus in Zusammenarbeit mit dem Gemeindetag die nächste Ausschreibungsrunde für die Zeit von 2017 mit 2019 einleiten und hat auf den Abschluss eines Vertrags für die Onlineausschreibung gedrängt.

 

Die Definition von Ökostrom durch  das Umweltbundesamt legt insgesamt 7 Kriterien fest, die sich aber nicht alle im Vertragswortlauf von Kubus wiederfinden ließen. Der Landkreis München und mehrere seiner Nachbarlandkreise bzw. Kommunen haben sich von der Firma Specht ein Angebot unterbreiten lassen, das der Definition des Umweltbundesamtes in allen 7 Punkten folgt.

 

Einige Kommunen im Landkreis haben bereits vor der Sommerpause die entsprechenden Beschlüsse gefasst und auch zum Teil schon Verträge abgeschlossen. Andere, wie der Landkreis, hätten sich die Frist verlängern lassen, um so in Ruhe entscheiden zu können. Die REGE hat sich in der Sitzung am 13.05.2015 im Landratsamt gemeindeübergreifend für den Landkreis Ebersberg mit dem Thema zu beschäftigt. Man wollte den beiden Anbietern Gelegenheit geben, sich vorzustellen und die Unterschiede in den Ausschreibungsverfahren zu erklären.

 

Bei dieser Veranstaltung ist die Firma Kubus von ihrer bisherigen Haltung abgekehrt und hat sich bereit erklärt, nach den strengeren Vorgaben des Umweltbundesamtes auszuschreiben. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Firma Kubus mit ihrem Online-Portal den Strombezug zu einem Stichtag ausschreibt, während die Firma Specht den Strom lediglich für 2 Jahre festschreibt und nur dann vorzeitig zukauft, wenn der Strompreis eine gewisse Höhe, einen vereinbarten Deckel überschreitet.

 

Das Angebot der Firma Specht für die Betreuung der Ausschreibung liegt bei 4.600,-- €, die Kubus GmbH hält ihre Preise vom letzten Mal, wo wir ebenfalls rund 4.600,-- € bezahlt haben. 

 

In unserem Fall wäre es das Beste, den Strom mit Rücksicht auf unsere kommunalen Besonderheiten wieder selbst auszuschreiben. Das bedeutet nicht an der Bündelausschreibung des Bayerischen Gemeindetags teilzunehmen, bei dem die gesamte Strommenge der Kommunen zusammengefasst wird. Wir haben einen jährlichen Verbrauch von ca. 1.500.000 kWh. Dies ist nach Aussage der Firma Specht nicht sehr viel und deshalb für die großen Stromlieferanten weniger attraktiv. Damit hätte auch der örtliche Anbieter eine Chance auf den Zuschlag. Bei der letzten Ausschreibung wurde die gleiche Vorgehensweise gewählt.

 

Aus Verwaltungssicht ist vollkommen offen, welche Ausschreibungsmethode für die Stadt günstiger ist. Wegen des geringeren Zeitdrucks favorisiert man aber die Firma Specht. Im Landkreis sind ganz unterschiedliche Entscheidungen gefallen. Manche haben sich für die Firma Specht entschieden, andere für die Kubus GmbH. Ein landkreisweit einheitliches Vorgehen konnte nicht erreicht werden.


Der Finanzausschuss beschließt einstimmig, die Betreuung der europaweiten Ausschreibung für die Stromlieferung der Jahre 2017 bis 2019 über die Firma Specht durchführen zu wollen. Die Kosten dafür liegen bei 4.600,-- € und setzen eine Mitarbeit der Verwaltung für die Erfassung der Daten voraus.