Tagesordnungspunkt

TOP Ö 4: Informationstechnik;
Virtualisierung der Serverstruktur der Verwaltung;
Maßnahmenbeschluß

BezeichnungInhalt
Sitzung:06.10.2015   StR/015/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Sitzungsleiterin erteilt dem Vertreter der Verwaltung, Herrn Wolfert, das Wort.

Dieser erläutert die folgende Beschlussvorlage:

 

Die Stadt Grafing verfügt zur Zeit im IT-Bereich über eine veraltete Serverstruktur, die im Wesentlichen aus Windows Server 2003, deren Support durch Microsoft bereits abgekündigt wurde, und Windows Server 2008 besteht. Alle Server müssen zukünftig durch neue ersetzt werden.

 

Die Kernüberlegung ist, ob wieder für jeden Server explizit Hard- und Software angeschafft werden muss, oder ob nicht der Weg der Virtualisierung gegangen werden sollte. Das bedeutet, dass physikalische Hardware durch Software abgebildet und ersetzt wird und somit nur noch ein oder zwei leistungsfähige physikalische Server notwendig sind, die alle restlichen Server funktional mit tragen.

 

Die wesentlichen Vorteile, die sich aus der Virtualisierung ergeben, sind vor allem die Senkung des Energieverbrauchs (Stichwort Klimabilanz), die Skalierbarkeit und die Ausfallsicherheit solcher Systeme inklusive einer raschen Wiederanlaufzeit eines Servers im Falle eines Ausfalls.

 

Virtuelle Systeme lassen sich zu Test- und Sicherungszwecken einfach kopieren und auf anderer Hardware ausführen. Die enge und mithin hinderliche Verzahnung zwischen Hardware und Software fällt weg.

 

Sollte alte Software auf älteren Betriebssystemen weiterhin benötigt werden, kann diese durch „Verpacken“ in eine virtuelle Maschine weiter verwendet werden.

 

Einhergehend mit einer Virtualisierung findet in aller Regel eine Auslastungssteigerung der Server statt. Da mehrere Systeme auf nur einem Wirtssystem laufen, wird dieses effektiver ausgelastet.

 

Natürlich besitzen virtuelle Systeme auch bekannte Schwachpunkte, welche bereits in der Planungsphase durch eine kontrollierte Einführung vermieden werden können. Die Art und Weise, wie eine Virtualisierung eingesetzt und administriert wird, entscheidet letztendlich wesentlich über die Stufe der Netzwerksicherheit in der Stadt.

 

Um eine dringend notwendige Ausgangsbasis zu schaffen, wurde bereits ein Domänencontroller (Windows Server 2012) installiert und in Betrieb genommen. Ein neuer E-Mail-Server (Windows Server Exchange 2013) wurde bereits auf einer virtuellen Umgebung installiert und wird in Kürze in Betrieb gehen.

 

Zur Umsetzung des gesamten Virtualisierungsprojektes sind nun mehrere Maßnahmen notwendig:

 

  1. Einholung entsprechend dimensionierter Angebote nach den Vergaberichtlinien
  2. Auswertung nach den einschlägigen Vergaberichtlinien
  3. Beschaffung von Hardware
  4. Beschaffung von Software
  5. Installation der Virtualisierungsumgebung
  6. Umzug der Serverinhalte auf die neuen Server
  7. Dokumentation der neuen Infrastruktur
  8. Aufbau einer Supportschiene in Zusammenarbeit mit einer externen Firma

 

Die Kosten zur Abwicklung des gesamten Projektes belaufen sich auf ca. 60.000 Euro, wobei sich die Hälfte der Summe auf Hardwarebeschaffung und die andere Hälfte auf Dienstleistung und die Software zu Virtualisierung sowie Lizenzkosten verteilt.

 

Nach einigen Fragen von Stadtratsmitgliedern zum technischen Ablauf, die vom Vertreter der Verwaltung ausführlich beantwortet wurden, bittet die Sitzungsleiterin zur Abstimmung.

 


Der Stadtrat beschließt einstimmig die Durchführung der Maßnahmen zur Umsetzung des Servervirtualisierungsprojektes 2015/2016.