Tagesordnungspunkt

TOP Ö 3: Informationen

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Sitzung:29.09.2015   EB/003/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Stadtkämmerer Bauer informiert das Gremium über folgende Punkte:

 

1.                 B.A.U.M. Consult:

 

Bei der Ersten Bürgermeisterin hat sich die B.A.U.M. Consult GmbH vorgestellt. Sie ist Dienstleister in Sachen Energie und Klimaschutz und bietet Projektsteuerung bei Kommunen, Behörden und Unternehmen an. Die dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien wird immer wichtiger und bietet Kommunen Vorteile:

 

         Kommunen können die „Gestaltungshoheit“ behalten

         die Wertschöpfung bleibt vor Ort

         die Bürger fühlen sich in die Energiewende einbezogen

         die Versorgungssicherheit liegt in der Verantwortung von regionalen Organisationen.

 

B.A.U.M. Consult berät den Landkreis Ebersberg im Rahmen des Regionalmanagements seit über 10 Jahren in den Themen Energieversorgung, Mobilität und Nachhaltigkeit und arbeitet dabei intensiv mit dem Klimaschutzmanager Gröbmayr und der von ihm aufgebauten REGE zusammen. Im Zuge dieser Tätigkeiten wurden Projekte (z.B. SEC, Alp Store) begleitet und man würde gern weiterhin den Landkreis und seine Städte und Gemeinden in (inter-)nationalen Entwicklungsprojekte einbinden.

 

 

2.                 10.000 Häuser Programm des Freistaates Bayern

 

Seit dem 15. September 2015 bietet das bayerische 10.000-Häuser-Programm zusätzliche Fördergelder für innovative Gebäude und Heizsysteme. Die Bayerische Staatsregierung will damit Bauherren und Gebäudeeigentümer, die in zukunftsfähige Gebäude investieren und fortschrittliche Energiesysteme umsetzen wollen, unterstützen. Energiewende ist ohne eine Wärmewende nicht machbar. Rund 40 Prozent der Energie werden im Gebäudebereich verbraucht. Innovative Heiz-/Speicher-Systeme sind deshalb wichtige Schwerpunkte des Programms.

 

Das 10.000-Häuser-Programm besteht aus zwei Teilen: Der Programmteil „EnergieSystemHaus“ fördert energieeffiziente Neubauten und grundlegende Sanierungen, der Programmteil „Heizungstausch“ fördert diejenigen, die ihre alten, ineffizienten Heizungsanlagen vorzeitig austauschen wollen.

 

Um die Bürgerinnen und Bürger auf diese neue Fördermöglichkeit hinweisen zu können, werden Flyer zum 10.000-Häuser-Programm im Rathaus ausgelegt. Zusätzlich noch  Flyer zur Energie-Impuls-Beratung der Energieagentur – für Hausbesitzer die erste Anlaufstelle für eine Beratung.

 

 

 

 

 


 

3.                 Photovoltaikanlage in der Kläranlage

 

Die Photovoltaikanlage in der Kläranlage wurde installiert und ist in Betrieb gegangen. Derzeit besteht noch keine Möglichkeit der Einspeisung des Stroms in das Stromnetz, da die Steuerung mit dem ebenfalls beauftragten BHKW noch nicht abgestimmt wurde. Momentan wird der Strom soweit wie möglich selbst verbraucht. Es bestünde ohnehin nur in geringem Umfang die Möglichkeit den Strom einzuspeisen.

 

Die Anlage produziert ca. 15 % des von der Kläranlage benötigten Strombedarfs von derzeit 62.000,-- € pro Jahr.

 

Der Bauausschuss beschloss am 19.05.2015, für die Installation einer Photovoltaikanlage auf der Kläranlage das Angebot der Firma Hörmann GmbH mit dem Modul Heckert NeMo 60P (200) mit einer Leistung von 52,00 kWp zu einem Preis für 62.100,-- € zu beauftragen.

 

 

4.                 Ausschreibung der Stromlieferung für die städtischen Liegenschaften und Einrichtungen.

 

Zum 31.12.2016 laufen die Stromlieferungsverträge aus. Dann wird wieder eine europaweite Ausschreibung notwendig. Der Anbieter für die letzte Betreuung der Ausschreibung, die Firma Kubus, hat sich wieder angeboten, die Ausschreibung in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Gemeindetag durchzuführen.

 

Die REGE hat sich in die im Landkreis laufende Diskussion eingemischt, weil die Definition des Ökostroms nicht eindeutig der Empfehlung des Bundesumweltministeriums entsprach, sondern wichtigen Punkten dieser 6-stufigen Empfehlung nicht gefolgt ist. Besonders gilt das für die Altersbeschränkung der Anlagen. Die Firma Specht legte daraufhin ein Gegenangebot zur Firma Kubus vor.

 

Am 01.07.2015 stellten sich die beiden Ausschreibungsbüros im Landratsamt vor ca. 40 Gemeindevertretern und Bürgermeistern vor. Die Kubus GmbH hatte ihr Angebot in Bezug auf die Definition von Ökostrom bereits angepasst.

 

Man stellte dort fest, dass der Unterschied der beiden Unternehmen in einer unterschiedlichen Ausschreibungsphilosophie liegt (Zeitpunkt der Einkaufsentscheidung).

 

Die Fa. Specht hält eine Ausschreibung über 4 Jahre für sinnvoll, wobei nur die ersten beiden Jahre festgeschrieben werden. Dann haben beide Seiten ein Kündigungsrecht. Dies ist sinnvoll, weil sich der Strommarkt so schnell verändert. Im Moment führt das Unternehmen eine Ausschreibung für den Landkreis München durch. Der Strompreis ist ein Börsenpreis. Deshalb sollte der Einkauf nicht auf einmal, sondern gestaffelt erfolgen. Der Höchstpreis könnte gedeckelt werden, damit kein zu großes Risiko entsteht. Dies bedeutet, steigt der Strompreis über einen Deckel von  z.B. 3,5 Cent/kWh wird die Restmenge gekauft.

 

Die Fa. Kubus hingegen warb für die einfache Handhabung des von ihr verwandten Online-Portals. Es gibt bei ihr einen Zeitpunkt für die Entscheidung, den Strom für die komplette Vertragslaufzeit zu kaufen.

 

Geplant war ursprünglich ein gemeinsames Vorgehen aller Gemeinden im Landkreis, was sich jedoch nicht umsetzen ließ. So hat die Gemeinde Vaterstetten in der Zwischenzeit die Fa. Specht beauftragt, während die Stadt Ebersberg die Fa. Kubus beauftragte.

Im der kommenden Sitzung des Finanzausschusses am 27.10.15 wird die Stadt Grafing das weitere Vorgehen beschließen.

 

Der Vertreter der Verwaltung wies noch auf den interessanten Hinweis der Fa. Specht hin, dass es nach der Definition aufgrund des EEG keinen in Deutschland produzierten Ökostrom, außer Wasserkraft, gibt, weil man für Anlagen, die nicht nach dem EEG gefördert werden, ins Ausland gehen muss. Wegen des EEG werden in Deutschland derzeit keinen neuen Anlagen für erneuerbare Energie gebaut.

 

 

5.                 Erweiterung des Fernwärmenetzes in Grafing

 

Bereits seit 1996 bedient die Stadt einige ihrer Liegenschaften mit Fernwärme. Anfangs wurde das Schulzentrum mit Grund und Mittelschule, städtischen Sportstadion und Comeniusschule sowie Dreifachturnhalle versorgt.

Das Netz wurde bald erweitert und das Freibad sowie später die Kindertagesstätten und die neugebauten Wohnanlagen der gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaften in der Wasserburger Straße angeschlossen. Die Kindertagesstätten in der Wasserbuger Straße waren mithilfe des Konjunkturpakets II energetisch saniert worden.

Zuvor wurde aber noch die Lagerhausstraße 17 (Chaxter), die Feuerwehr und das Heimatmuseum  an die Fernwärme angeschlossen und die Stadthalle mit Fernwärme versorgt. Die Rathausgasse 1 (Kämmerei) wird bereits seit ca. 2003 mit Fernwärme versorgt. Im letzten Jahr wurde auch das Rathaus über ein BHKW von Herrn Haslsperger angeschlossen.

In diesem Jahr wurde dann das Leitungsnetz wieder erweitert und das Büro des Mieterschutzereins sowie die Tafel wurden angeschlossen. Nun wird noch die Bücherei folgen. 

Vor dem Hintergrund des Zieles der Stadt Grafing und des Landkreises Ebersberg, bis zum Jahr 2013 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein, ist aus aktueller Sicht der Anschluss an das Fernwärmenetz die beste Option für eine Versorgung mit regenerativen Energieträgern.

Die Kosten für die Bücherei liegen für den Anschluss bei ca. 11.200,-- €.