Tagesordnungspunkt

TOP Ö 12: Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Grundstück Fl.Nr. 540/2 der Gemarkung Nettelkofen (Fichtenweg 2)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.07.2015   BWUA/013/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Antragsunterlagen wurden vom Verwaltungsvertreter vorgestellt und erläutert. Das Vorhaben liegt im unbeplanten Innenbereich und beurteilt sich nach den Zulässigkeitsanforderungen des § 34 BauGB. Die Umgebungsbebauung entspricht einem faktischen reinen Wohngebiet, in dem das Einfamilienhaus mit Garagen zulässig ist.

 

Vorgesehen ist ein Baukörper mit den Grundmaßen von 14 x 19 Meter (zzgl. Wintergarten) für das Einfamilienhaus sowie von 9 x 9,50 Meter für das angebaute Garagengebäude.

 

Die absolute Grundfläche des Haupthauses von 266 m² (ohne Garage) entspricht der Grundfläche des Nachbargebäudes und fügt sich trotz seiner Größe noch ein. Die in der Umgebung vorgefundenen absoluten Grundmaße werden mit einer Gebäudebreite von 14 Meter zwar überschritten. Durch die Ausführung durch 2 Parallelhäuser tritt aber diese Gebäudebreite (Schmalseite) als Traufseite in Erscheinung. Als Breitseite werden in der äußeren Wirkung die südlichen Giebelseiten wahrgenommen. Im Rahmen des facettenreichen Einfügungsgebotes ist deshalb nicht zu erkennen, dass der Umgebungsrahmen überschritten ist bzw. planungsbedürftige Spannungen begründet.

 

Eine mathematische Verhältnisbetrachtung zwischen der überbauten Grundfläche und der Grundstücksfläche, wie es die GRZ (§ 19 BauNVO) ausdrückt, ist im Rahmen des Einfügungsgebotes nicht möglich. Hier hat eine Betrachtung nach äußeren Maßstäben unter Außerachtlassung der Grundstücksgrenzen zu erfolgen. Das Verhältnis der verbleibenden Freiflächen zur Umgebungsbebauung bleibt hier noch gewahrt. Auch eine Berücksichtigung der übermäßigen Versiegelung der Freiflächen, wie sie sich durch auffällig große Zufahrts- und Terrassenflächen ergeben, ist im Rahmen des Einfügungsgebotes nicht möglich.

 

Der Rahmen der faktischen Baugrenzen wird auch eingehalten.

 

Beantragt werden weiterhin eine Wandhöhe von 6,23 Meter und eine Firsthöhe von 9,39 Meter. In der prägenden (näheren) Umgebungsbebauung ist ein einziges Gebäude mit Wandhöhen von 6,20 Meter und Firsthöhen von 9,18 Meter vorzufinden: Fichtenweg 1 + 3. Da es sich um keinen Fremdkörper innerhalb einer ansonsten niedrigeren Umgebungsbebauung handelt, ist es als Einfügungsrahmen maßgebend. Gerade deshalb, da sich dieses Gebäude bereits von der umliegenden Bebauung in der Höhe abhebt, ist eine weitere Überschreitung des Rahmens nicht zulässig. Der Ausnahmefall, dass eine Rahmenüberschreitung nicht zu planungsbedürftigen Spannungen führt, ist hier nicht gegeben. Die Firsthöhe ist deshalb auf max. 9,18 Meter zu reduzieren.

 

Hinweis:

Die Garage mit Nebenräumen ist an der östlichen Grundstücksgrenze geplant und überschreitet mit der Länge von 11 Meter die zulässige Länge für Grenzanbauten. Für die Abstandsflächenübernahme wurden Kopien von Urkunden (Abstandsflächensicherungen) vorgelegt.

 

Für das Einfamilienhaus sind zwei Stellplätze notwendig, die in der Garage nachgewiesen werden können.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Garage auf dem Grundstück Fl.Nr. 540/2 der Gemarkung Nettelkofen, Fichtenweg 2, das gemeindliche Einvernehmen unter der Einschränkung zu erteilen, dass die Firsthöhe um ca. 20 cm auf max. 9,18 Meter zu reduzieren ist.