Tagesordnungspunkt

TOP Ö 11: Bauantrag zur Errichtung von Dachgauben und eines Wintergartens sowie zur energetischen Ertüchtigung auf dem Grundstück Fl.Nr. 190/18 der Gemarkung Öxing (Birkenholz 29)

BezeichnungInhalt
Sitzung:28.07.2015   BWUA/013/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Vertreter der Verwaltung stellte den Bauantrag vor. Das Bauvorhaben befindet sich im Geltungsbereich des qualifizierten Bebauungsplans „Birkenholz“. Mit dem geplanten Vorhaben soll Richtung Westen ein Wintergarten mit einer Tiefe von 2,50 Metern (2,34 Meter + 0,16 Meter Wärmedämmung) angebaut werden. Das Dach soll im Rahmen der energetischen Ertüchtigung um 0,23 Meter erhöht werden (bedingt durch Wärmedämmung) und es sollen zwei je 2,10 Meter breite Schleppdachgauben eingebaut werden. Am Gebäude ist eine 0,16 Meter dicke Vollwärmedämmung vorgesehen.

 

Der Wintergarten soll vollständig außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche errichtet werden und wird aufgrund der Tiefe von 2,50 Meter nicht mehr von den definitorischen Bandbreiten des § 23 Abs. 3 Satz 2 BauNVO erfasst. Hierfür bedarf es einer Befreiung (§ 31 Abs. 2 BauGB).

 

Die Stadt Grafing b.M. hat für das Baugebiet „Bebauungsplan Birkenholz, 1969“ im Rahmen einer einheitlichen Befreiungspraxis aber die Errichtung von ebenerdigen Anbauten (Wintergärten) zugelassen, soweit die festgesetzte Grundflächenzahl eingehalten bleibt. Diese Abweichungen sind städtebaulich vertretbar, da die festgesetzten Bauflächen deutlich hinter der zulässigen Grundstücksausnutzung zurückbleiben und deshalb eine erdgeschossige Erweiterung auch im Rahmen einer Abänderung des vorhandenen Planungskonzeptes abwägungsfehlerfrei planbar wäre. Das beantragte Vorhaben hält sich innerhalb des Rahmens dieser Abweichungspraxis, weshalb im Rahmen der Gleichbehandlung im Befreiungsermessen das Vorhaben zuzulassen ist.

 

Im Hinblick auf die aufeinander abgestimmte Bauweise sind in diesem Umfang auch keine seitlichen Abstandsflächen erforderlich. Nachbarliche Interessen sind aufgrund der nur erdgeschossigen Bebauung und der Tiefe von 2,50 Meter nicht in einer Weise berührt, die einer Abweichung entgegenstehen. Zwar ist davon auszugehen, dass in dieser Festsetzungskonstellation (Doppelhäuser/Hausgruppen) den Baugrenzen auch nachbarschützende Wirkung zukommt (sie begrenzen einen ansonsten zulässigen seitlichen Versatz). Aufgrund des beschriebenen Vorhabenumfangs können die nachbarlichen Auswirkungen aber in der Ermessensentscheidung zurückgestellt werden.

 

Die Errichtung von Dachgauben ist im Bebauungsplan nicht ausgeschlossen und damit innerhalb des qualifizierten Bebauungsplanes zulässig. Soweit die Gaube mit einem Schleppdach von der festgesetzten Dachform abweicht, wird die notwendige Befreiung erteilt. Diese Entscheidung erfolgt vorsorglich, da sich die Festsetzung der Dachform regelmäßig auf das Hauptdach beschränkt.

 

Die durch die Vollwärmedämmung resultierende geringfügige Überschreitung des Bauraums ist gem. § 248 Satz 1 BauGB zulässig.

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zur Errichtung von Dachgauben und eines Wintergartens sowie zur energetischen Ertüchtigung auf dem Grundstück Fl.Nr. 190/18 der Gemarkung Öxing, Birkenholz 29, das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen.