Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport auf dem Grundstück Fl.Nr. 418/4 der Gemarkung Grafing (Bahnhofstraße 60)

BezeichnungInhalt
Sitzung:19.05.2015   BWUA/011/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Vom Vertreter der Verwaltung wurde der Bauantrag vorgestellt. Es wurde ausgeführt, dass das Vorhaben im unbeplanten Innenbereich liegt und sich nach § 34 BauGB beurteilt.

 

Die Umgebungsbebauung entspricht nach der Art der baulichen Nutzung einem Reinen Wohngebiet, in dem das beantragte Einfamilienhaus gem. § 34 Abs. 2 BauGB i.V.m. § 3 Abs. 2 BauNVO allgemein zulässig.

 

Mit einem Abstand zur Straßengrenze von 8 Metern überschreitet das Vorhaben zwar den Einfügungsrahmen hinsichtlich der zu überbauenden Grundstücksgrenze, der von der näheren Umgebungsbebauung durch eine faktische Baugrenze mit einem Abstand von knapp 9 Meter zur Bahnhofstraße bestimmt wird. Da an der Gebäudesüdseite aber keine Vorbauten entstehen und in der weiteren Umgebungsbebauung auch Gebäude in vergleichbarem Straßenabstand stehen, führt die Rahmenüberschreitung nicht zu städtebaulichen Spannungen und einer städtebaulichen Unordnung. Das Vorhaben entspricht damit trotz der Rahmenüberschreitung noch dem Einfügungsgebot.

 

Die Grundmaße von 9,08 x 10,49 Meter entsprechen dem Einfügungsrahmen der dortigen Umgebung.

 

Das Baugrundstück fällt nach Südosten hin leicht ab. Das Gelände wird – insbesondere nach Westen hin – auch noch angepasst (modelliert). Die Wandhöhe an der West- und Südseite (Regelwandhöhe) beträgt 6,23 Meter.

Aufgrund des abfallenden Geländes entsteht an der Südostseite eine Wandhöhe von 6,80 Meter. Dort wird also der Rahmen der in der näheren Umgebungsbebauung bestehenden Wandhöhe von ca. 6,30 Meter überschritten. Diese Rahmenüberschreitung resultiert aber aus dem abfallenden Gelände und ist damit eine „Besonderheit“ (vgl. BVerwG vom 25.03.1999), die als Unterscheidungsmerkmal keine nachhaltigen und planungsbedürftigen Spannungen zur Folge hat. Diese Wandhöhe fügt sich trotz Rahmenüberschreitung damit noch ein.

 

Allein durch den Lichtgraben an der Gebäudeostseite entsteht eine Wandhöhe von deutlich über 7 Metern, die dem Einfügungsgebot widerspricht. In diesem Punkt ist das Vorhaben unzulässig, da der Lichtgraben auf einer nicht mehr nur untergeordneten Gebäudebreite zu dieser überhöhten Wand führt. Der Lichtgraben ist deshalb so auszuführen, dass er in seiner Länge 1/3 der Wandbreite unterschreitet und damit als untergeordnetes Wandteil nicht mehr einfügungsrelevant ist (max. 3,50 Meter).

 

Entlang der Ostgrenze ist eine Garage mit Carport, grenzständig und im Anschluss an das Gebäude, mit den Maßen 8 x 8 Metern geplant.

 

Die Garage wird grenzständig an der Nordseite zum dort verlaufenden öffentlichen Weg errichtet. Gemäß § 3 Abs. 2 der örtlichen Stellplatzsatzung sind Garagen im 5-Meter-Bereich zu öffentlichen Verkehrsflächen unzulässig. Die Straßenraumgestaltung ist aber durch die auf dem Nachbargrundstück bestehende Grenzgarage bereits beeinträchtigt. Da die schutzwürdigen Interessen durch die bestehende Bebauung nicht mehr durchgesetzt werden können, kann die notwendige Abweichung für die beantragte Garage erteilt werden.

 

Hinweis:

Für das Gebäude entsteht ein Bedarf von 2 Stellplätzen, die durch die Garage, den Carport sowie die jeweiligen Stauraumstellplätze nachgewiesen werden.

 

Die Garage bzw. der Carport überschreiten aufgrund der beantragten Geländeveränderungen die an der Grundstücksgrenze zulässige Wandhöhe von 3 Meter. Ebenso überschreitet der Carport mit der Garage das Maß der Gesamtgrenzwandlänge von 15 Meter auf dem Grundstück (Art. 6 Abs. 9 Satz 2 BayBO).

 


Nach Vorstellung der geplanten Baumaßnahme beschloss der Bau-, Werk- und Umweltausschuss einstimmig, dem Bauantrag zum Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Carport auf dem Grundstück Fl.Nr. 418/4 der Gemarkung Grafing, Bahnhofstraße 60, das gemeindliche Einvernehmen unter der Maßgabe zu erteilen, dass der Lichtgrabe auf eine Breite von max. 3,50 Meter reduziert wird.