Tagesordnungspunkt

TOP Ö 5: Neubau Bau- und Wertstoffhof;
Vorstellung der Entwurfsplanung und Durchführungsbeschluss

BezeichnungInhalt
Sitzung:21.04.2015   BWUA/010/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Beschlussvorlage wurde am 17.04.2015 an die Stadtratsmitglieder versandt. Zur Vorstellung der Planung war in der heutigen Sitzung Herr Ingenieur Gehm zur Erläuterung der Planung anwesend.

 

Vorab wurde von den Vertretern des Bauamtes die Vorgeschichte zum Neubau des Bauhofes kurz erläutert. Gemeinsam mit Herrn Gehm wurden die bisherigen planerischen Abläufe, die technischen Planinhalte und die Kostenschätzung erklärt.

 

 

1. Ausgangssituation:

 

Kommunale Bauhöfe stellen belästigende öffentliche Betriebe dar, die – gleich den belästigenden gewerblichen Betrieben – aufgrund ihrer betriebstypischen Störwirkung grundsätzlich in Gewerbegebieten unterzubringen sind.

 

Der bisherige Standort liegt inmitten eines Wohngebietes an der Von-Hazzi-Straße und ist deshalb bereits aus ortsplanerischen Gründen zu verlagern. Bereits im Jahr 1999 hat sich der Stadtrat anlässlich des Bebauungsplanverfahrens „Von-Hazzi-Straße/Oberanger“ für die Neuordnung des dortigen Gebiets für eine allgemeine Wohnbebauung und die Verlegung des Standortes entschlossen. Die tatsächliche Verlagerung verzögerte sich aber, da kein geeigneter Neustandort verfügbar war.

 

Nicht nur wegen seiner fehlenden Gebietsverträglichkeit, sondern auch wegen der völlig unzulänglichen räumlichen Situation ist die Betriebsverlagerung unumgänglich. Das Grundstück des derzeitigen Bauhofes an der Von-Hazzi-Straße 7 1/3 hat lediglich eine Größe von ca. 2.500 m². Die vorhandenen Gebäude weisen bauliche Mängel auf und sind dringend erneuerungsbedürftig. Die Gebäude und Freiflächen sind deutlich zu klein und entsprechen den Anforderungen eines geregelten Bauhofbetriebes nicht mehr. Aufgrund der beengten Raumsituation mussten verschiedene Einrichtungen, wie Lagerflächen, Streusalz und -splitt, verstreut im Gemeindegebiet angemietet werden.

 

Der neue Standort sollte bestmöglich eine Zusammenlegung mit dem Wertstoffhof ermöglichen, um beide öffentliche Einrichtungen effizienter betreiben zu können. Die günstige Erreichbarkeit der Einrichtungen durch die Bevölkerung einerseits und der Einsatzorte (vor allem das Stadtgebiet Grafing und Grafing-Bahnhof als Haupteinsatzorte) für die Bauhoffahrzeuge anderseits war deshalb ein zentrales Eignungskriterium. Aufgrund der Lärmemissionen – auch in der Nachtzeit (z.B. Winterdienst) – war aber auch auf einen ausreichenden Abstand (§ 50 BImSchG) zur nächstgelegenen Wohnbebauung zu achten.

 

Die Stadt Grafing hat im Jahr 2009 die Standortuntersuchung für die Verlagerung des Bauhofs intensiviert. Nach Untersuchungen möglicher Standortalternativen hat sich die Stadt Grafing für eine Ansiedlung am Schammacher Feld mit ca. 14.000 m² (Fl.Nrn. 573 und 574 der Gemarkung Grafing) entschieden. Der Standort liegt mittig zwischen dem Ortsrand von Grafing und dem Ortsteil Schammach in etwa 1,0 km Entfernung zum Marktplatz und hat ca. 270 Meter Abstand zur nächsten Wohnbebauung. In Bezug auf die Immissionssituation ist das Grundstück sozusagen optimal. Über die nahe Kreisstraße EBE 13 sind die wichtigsten Ortsteile (Nettelkofen, Grafing-Bahnhof, Oberelkofen, Eisendorf und Schammach) günstig zu erreichen. Das Grundstück ist gut über den Radweg an der Glonner Straße zu erreichen.

 

Am 22.03.2011 wurde dann die Entscheidung getroffen, für diesen Standort den notwendigen Grunderwerb vorzubereiten, der dann auch durch verschiedene Grundstückstäusche und dem Flächenerwerb für die Straßenerweiterung gelungen ist. Hier wurde nochmals auf den Umstand hingewiesen, dass durch den Grunderwerb durch Tausch keine Erwerbskosten entstanden sind. Bei einer Fläche von 14.000 m² war das die elementare wirtschaftliche Voraussetzung, um die Bauhofverlegung auch finanziell bewältigen zu können.

 

Nach Abschluss des Grunderwerbs für die potentiellen Standortflächen und für die Verbreiterung der Erschließung (Schammacher Weg) wurde dann am 10.07.2012 die Baulandausweisung für diesen Standort eingeleitet. Die hierfür notwendige 13. Änderung des Flächennutzungsplans (Genehmigung vom 16.03.2015) und der Erlass des Bebauungsplans „Sondergebiet Bau- und Wertstoffhof“ (Genehmigung 23.10.2014) konnten jetzt abgeschlossen werden.

 

Bereits vor dem Bebauungsplanverfahren wurde das Ingenieurbüro Gehm aus Vaterstetten mit der Grundlagenermittlung und Vorplanung für den Bauhof/Wertstoffhof beauftragt. Aufgrund der individuellen Anforderungen war es entscheidend, bereits dem Bebauungsplan (also der „Rechtsplanung“) eine konkrete Objektplanung im Endausbaustadium zugrunde zu legen (projektbezogener Bebauungsplan).

 

Nach Erwerb der Flächen und nach Abschluss der Bauleitplanung (Baurechtsausweisung) ist jetzt darüber zu entscheiden, ob das Bauvorhaben von der Stadt auch umgesetzt wird (Durchführungsentscheidung). Diese Entscheidung setzt natürlich auch die Kenntnis über die Baukosten voraus. Hierfür wurde jetzt vom beauftragten Ingenieurbüro (vollständiges Leistungsbild mit stufenweiser Beauftragung der jeweiligen Leistungsphasen) die Vorentwurfsplanung nebst Kostenschätzung für einen Bauhofneubau ausgearbeitet, wie er für die Verlagerung notwendig ist. Es wurde nochmals deutlich gemacht, dass der geplante Bauhofneubau so ausgelegt ist, dass die Mindestanforderungen für einen ordnungsgemäßen Betrieb sichergestellt sind. Damit wird grob die Hälfte der im Bebauungsplan festgesetzten Baufläche beansprucht. Der Standort bietet also erhebliche Erweiterungsreserven, die nach Bedarf und finanzieller Leistungsfähigkeit dann sukzessive umzusetzen sind.

 

Im Rahmen der Grundlagenermittlung wurden mit den Leitungskräften (Bauhof und Wasserwerk) die räumlichen und baulichen Anforderungen abgestimmt. Auf der Basis eines ersten Vorentwurfes wurden dann Baukosten von 2,1 Mio. € ermittelt (Kostenschätzung), die nach Einschätzung der Stadtverwaltung den selbst gesteckten Finanzrahmen deutlich überschritten haben.

 

In der Folge wurde eine Entwurfsüberarbeitung zur Kostenoptimierung vorgenommen. Die geschätzten Baukosten konnten damit auf 1,72 Mio. € reduziert werden. Die Kosteneinsparrungen wurden vor allem durch folgende Maßnahmen erreicht:

 

Die Büroräume sowie die Sozial- und Sanitärräume wurden gegenüber dem ersten Entwurf vollständig in das Erdgeschoss verlagert. Diverse Werkstattflächen wurden verkleinert. Unter anderem wurde die Schreinerei von ursprünglich 150,20 m² auf knappe 90 m² reduziert (der heute vorgestellte Plan mit 70 m² Nutzfläche ist in diesem Detail nicht planaktuell) und durch eine variable Raumerweiterung (bedarfsabhängige Mitbenutzung des Nebenraums) wirtschaftlicher gelöst. Damit ist es gelungen, alle zentralen Räumlichkeiten im Erdgeschoss unterzubringen; das Obergeschoss kann damit in einem Einfachausbau belassen und als Lagerraum genutzt werden. Gleichzeitig steht damit langfristig auch im Bereich des „Werkstatt/Büro- und Sozialtrakts“ eine langfristige Ausbaureserve im Obergeschoss zur Verfügung.

 

Das 1. Obergeschoss bietet mit einer Wandhöhe von 6,50 Meter die Nutzungsmöglichkeit als Lagerraum (Hochregallager). Durch einen Lastenaufzug und Ladungsöffnungen für Frontlader/Stapler ist eine Nutzung auch für sperrige und schwere Geräte möglich.

 

Ein weiterer großer Einsparungspunkt war die Wahl der Bauart, statt der konventionellen Bauart wird eine Fertigteilhalle mit Trapezblech errichtet.

 

Durch die verschiedenen Änderungen ergab sich eine Verkürzung des Gebäudes von ursprünglich 78,86 Meter auf 68,45 Meter. Somit wurde das Gebäude um 10,41 Meter verkürzt. In Summe konnte damit eine Einsparung in Höhe von ca. 400.000 € erreicht werden.

 

 

2. Maßnahmenbeschreibung

 

Ziele:

Für den Neubau des Bau- und Wertstoffhofes sind folgende Grundlagen ermittelt worden, die zur weiteren Planung verwendet werden sollen und als Angaben für das Planungsbüro und die Fachplaner dienen.

 

Der Bau des Bau- und Wertstoffhofs soll so geplant werden, dass die Maßnahmen in zwei Bauabschnitten umgesetzt werden können. Im ersten Bauabschnitt der Bauhof und in dem zweiten Bauabschnitt der Wertstoffhof.

 

Beim Bau soll mit dem Bauhof-Betriebsgebäude begonnen werden, das den Umzug des Bauhofs und den Betrieb mit effizienten Abläufen und baulichen Strukturen ermöglicht. Das planerische Konzept, wie es bereits dem Bebauungsplan zugrunde liegt, sieht dann sukzessive Erweiterungsmöglichkeiten vor.

 

Für den jetzt geplanten Neubau ist eine baulich nutzbare Fläche von ca. 5.000 m² vorgesehen.

 

 

Bauplanungsrechtliche Grundlagen, Bauliche Nutzung, Bauflächen:

Der rechtskräftige Bebauungsplan setzt die Nutzung als Sondergebiet (§ 11 BauNVO) fest. Die bebaubaren Grundstücksflächen sind für die jeweiligen Nutzungen (Bauhof/Wertstoffhof) bereits getrennt festgesetzt; der Bauhof ist an der Grundstücksostseite positioniert. Die überbaubaren Grundstücksflächen werden im dortigen Bebauungsplan durch Baugrenzen bestimmt, wobei ein Abstand von ca. 15 Meter im Norden zum Schammacher Weg und ca. 15–30 Meter im Westen zum Biotop eingehalten werden muss.

 

Die benötigten Stellplätze werden an der nördlichen Grundstücksgrenze geplant. Die Hoffläche dient als Rangier- und Abstellfläche der verschiedenen Fahrzeugtypen (PKW und LKW). Hier ist auch bei einem stufenweisen Ausbau auf eine ausreichende Dimensionierung zu achten.

 

Als Dachform ist ein Satteldach mit max. 20° Dachneigung bei einer Wandhöhe von 6,50 Meter im Bebauungsplan festgesetzt.

 

Durch den im Bebauungsplan dargestellten Verbindungsbau am südöstlichen Rand des Geländes muss die Umfahrbarkeit des Gebäudes gewährleistet sein (Erreichbarkeit durch Feuerwehrfahrzeuge).

 

Für die Gebäude-Außenwände ist heller Putz und/oder eine Holzverschalung zulässig, grelle Farben sind unzulässig. Für die Abweichung von der genannten Vorgabe kann mit der Baugenehmigung eine Abweichung beantragt werden. Maßgeblich soll die Fassade wartungs- und unterhaltsfreundlich sein, es soll eine einfache Industriehallenfassade gebaut werden, die aber in festgelegten Bereichen beheizbar ist.

 

Besondere Beachtung gilt dem Schutz der „Haidlinger Lacke“ als Feuchtbiotop. Es ist im Rahmen der Objektplanung sicherzustellen, dass die ausreichende Wasserzufuhr auch künftig gewährleistet ist. Vorgesehen ist deshalb eine flächige Versickerung des Niederschlagswassers auf Grünflächen an der Westseite des Baugrundstückes entlang dem Biotopbereich.

 

 

Bestandsdaten:

Der „Bauhof“ gliedert sich in zwei organisatorisch getrennte Geschäftsbereiche: Bau- und Betriebshof (Regiebetrieb) und städtisches Wasserwerk (Stadtwerke).

 

Im Bereich des Bauhofes sind derzeit 14 Mitarbeiter beschäftigt. Im Bereich des Wasserwerkes haben wir aktuell 4 Mitarbeiter. Dringend notwendigen Personalverstärkungen waren bisher Grenzen gesetzt durch die unzureichenden Platzverhältnisse für den dafür notwendigen Fuhrpark.

 

Für das Betriebsgebäude sollen die entsprechenden Sozial-, Büro-, und Verwaltungsräume eingeplant werden, um die Unterbringung des Bauhofs, des Wasserwerks und ggf. zu einem späteren Zeitpunkt auch des Wertstoffhofs sowie auch langfristiger Personalaufstockung sicherzustellen.

 

Hier wäre also insbesondere schon zu berücksichtigen, dass bei einem späteren Bau des Wertstoffhofs die dafür notwendigen Räume schon vorhanden sind, sprich die Mitarbeiter des Wertstoffhofs sollen dann die Sozial-, Büro-, und Verwaltungsräume mitnutzen. Entsprechend diesen Vorgaben und den Vorgaben der ortsüblichen Vorschriften (Arbeitsstättenrichtlinien, GUV etc.) sind die Räume zu planen. Es muss berücksichtigt werden, dass auch weibliches Personal angestellt werden kann bzw. mit dem späteren Umzug des Wertstoffhofs dann ordnungsgemäß untergebracht werden muss.

 

Anhand der Mitarbeiter ist auch zu prüfen, wie viele Stellplätze für die Fahrzeuge der Angestellten vorhanden sein müssen. Hier sind sicher auch die Vorschriften für die Bereitschaften, wie Winterdienst und Wasserwerk zu beachten. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Fahrzeuge des Wasserwerks möglichst innerhalb des Gebäudes selbst untergebracht werden können. Für die Einzäunung an der nordwestlichen Seite des Geländes sollen mechanische Tore vorgesehen werden. Zu prüfen ist sicher, ob eine Kombination aus Werkstatt und Fahrzeugabstellfläche möglich ist. Diese Kombination ist sicher auch für die Flächen vom Bauhof zu prüfen.

 

Die Betriebsleiter von Bauhof und Wasserwerk haben eine Aufstellung der notwendigen Raumflächen erstellt und auch die genauen Größen der Fahrzeuge, auch im Winterdiensteinsatz, wurden ermittelt, um dann die genauen Flächen für die Räume zu definieren. Weiter wurden auch die Flächen ermittelt, die derzeit als Räume für Lager angemietet werden. Ziel soll es sein, zumindest einen Großteil dieser externen Lagerflächen Zug um Zug aufzulösen und im Obergeschoss des neuen Bauhofgebäudes unterzubringen.

 

216 m² – Oberelkofen im Moosstadel:

Inhalt: Leonhardiwägen, Splittkästen, Schneezeichen, Schneezaun

 

260 m² – Wiesham – Leeb-Stadl:

Inhalt: Leonhardiwägen, Weihnachtsbeleuchtung, Bühnenlager, Wahltafeln, Möbellager und Sonstiges

 

225 m² – Wiesham – Spitzl Stadl:

Inhalt: Zwischenlager vom Museum

 

Weiter sollten eventuell Flächen für Salzlager, Splittlager, Brennholzlager, Humus, Sand, Straßenkies, Betonkies, Fräsgut, Betonsteine etc., vorgesehen werden; jedoch sollen diese Flächen in weiteren Bauabschnitten erfolgen.

 

In Summe hat die Stadt Grafing derzeit ca. 715 m² Lagerflächen angemietet und ca. 300–400 m² Lagerflächen im Eigenbesitz. Hier entstehen ca. 10.000,– € Kosten pro Jahr.

 

 

Vorgaben:

Das Ingenieurbüro Gehm hat eine kurze Auflistung von Randvorgaben erhalten, die zu berücksichtigen sind:

-     Das Betriebsgebäude soll beheizt sein, der Werkstattbereich lediglich gedämmt.

-     Heizart: Gas (noch offen)

-     Der Einbau einer Solaranlage und die Nutzung der Dachfläche für eine Photovoltaikanlage soll geprüft werden (Wirtschaftlichkeit, Warmwasser, Stromerzeugung, Verpachtung von Dachflächen)

-     Industriebau

-     Betonfertigteile

-     Sandwichwände

-     Lichtbänder

-     Wartungs- und unterhaltsfreundliche Gebäude

-     Sozialräume, Umkleiden, Duschen etc.

 

 

Kostenschätzung Bauhof (Stand 15.03.2015)

 

KG 200                  Herrichten und Erschließen             36.000 EUR

KG 300                  Bauwerk

                                Betriebsgebäude                               618.606 EUR

                                KFZ Halle                                                380.736 EUR

                                GESAMT                                                999.342 EUR

 

KG 400                  Technische Anlagen

                                Betriebsgebäude                               188.000 EUR

                                KFZ Halle                                                128.000 EUR

                                GESAMT                                                316.000 EUR

 

KG 500                  Außenanlagen                                    154.192 EUR

KG 600                  Ausstattung                                                       noch nicht berücksichtigt

 

KG 700                  Baunebenkosten                               213.700 EUR

 

GESAMT                                                                             1.719.234 EUR

 

 

Wenn man von einer Fläche von 2.190 m² ausgeht, würde das bedeuten, dass für das Bauwerk KG 300+400 (1.315.342,– €) ein Betrag von 600,– € pro Quadratmeter ausgegeben werden muss.

 

Auch für den Wertstoffhof wurde eine erste Kostenschätzung erstellt, die nachrichtlich vorgestellt werden soll. Anzumerken ist, dass die Errichtung des Wertstoffhofs derzeit nicht aktuell ist, aber ggf. im Hinblick auf eine übergangsweise Ansiedlung der BayWa auf dem Baufeld des Wertstoffhofes von Interesse ist.

 

Die Kostenschätzung beruht auf einen Bauentwurf für den Wertstoffhof, wie er in seiner Bauart auch in Vaterstetten und (einhüftig) in Ebersberg errichtet wurde. Dabei werden die Besucherfahrzeuge mittig über eine Rampe geführt, an der fischgratartig die Container angeordnet sind. Damit können die Container von erhöhter Stelle aus direkt befüllt werden. Es sollte auch diskutiert werden, ob dieses System auch den Ansprüchen der Stadt entspricht. In einem ersten Kostenvergleich wurde aber festgestellt, dass sich keine wesentlichen Kostenunterschiede gegenüber einer traditionellen Unterbringung in einer Containerhalle ergeben. Es ist also vordergründig eine Entscheidung über die bessere Organisation und Logistik im täglichen Betriebsablauf.

 

Nachrichtlich wurde das Ergebnis der Kostenschätzung und das zu Grunde liegende Baukonzept vorgestellt.

 

 

Kostenschätzung Wertstoffhof (Stand 23.01.2015)

 

KG 200                  Herrichten und Erschließen             36.000 EUR

 

KG 300                  Bauwerk Wertstoffhof                    614.552 EUR

                               

KG 400                  Technische Anlagen

                                Wertstoffhof                                         69.000 EUR

                               

KG 500                  Außenanlagen                                    169.248 EUR

 

KG 600                  Ausstattung                                      noch nicht berücksichtigt

 

KG 700                  Baunebenkosten                               112.300 EUR

 

GESAMT                                                                             1.001.100 EUR

 

 

Wenn man von einer Fläche von 1.442 m² ausgeht, würde das bedeuten, dass für das Bauwerk KG 300+400 (683.552,– €) ein Betrag von 474,– € pro Quadratmeter ausgeben werden muss.

 

An diesem Punkt wurde nochmals deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es sich – vor allem beim Bauhof – um die erste Kostenschätzung handelt und diese genannten Kosten nicht als letztverbindlich angesehen werden können. Oftmals werden im Gremium und in der Öffentlichkeit die Kostenschätzungsergebnisse als Maßstab verwendet. In den weiteren Planungsschritten folgen aber noch die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung und auch noch die Kostenkontrolle bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses vor der Ausschreibung. Die konkreten Baukosten werden erst mit der Ausschreibung ermittelt. Erst das Ausschreibungsergebnis bezeichnet die konkreten Baukosten und ist Grundlage für die Kostenkontrolle in der Bauausführung.

Es wird bei den Außenanlagen und auch bei der Grundstücksentwässerung mit erhöhten Kosten gerechnet, die in der vorläufigen Kostenschätzung noch nicht abgebildet werden können. Hier sind eben erst die Erkenntnisse der weiteren Leistungsphasen abzuwarten.

 

Hingewiesen wurde auch darauf, dass die Kostengruppe 200 nicht die externen Erschließungsarbeiten erfasst, also die von den Stadtwerken aufzuwendenden Kosten für die Verlegung von Abwasserkanal und Trinkwasserleitung bis zum Baugrundstück sowie auch die Kosten des Straßenbaus bzw. der Straßenwiederherstellung.

 

 

Weiterer Planungsablauf:

Soweit sich der Stadtrat für die Umsetzung des Vorhabens (Neubau des Bauhofs) entscheidet (Durchführungs-/Maßnahmenbeschluss), folgt aufgrund des zu bestimmenden Bauentwurfes dann die Entwurfs-/Genehmigungsplanung und die (fortgeschriebene) Kostenberechnung. Eine weitere Befassung des Bau-, Werk- und Umweltausschusses erfolgt dann jedenfalls zur Billigung der Ausführungsplanung und Durchführung der Ausschreibung.

 

In den Bereichen Elektro, Heizung-Sanitär, Erschließung und Entwässerung wird die Beauftragung von Fachplanern notwendig.

 

Vorbehaltlich der Zustimmung durch die zuständigen Gremien soll der Ablauf so koordiniert werden, dass im Herbst 2015 die Ausschreibung der jeweiligen Gewerke durchgeführt werden kann. Ein Baubeginn für den Hochbau ist im Frühjahr 2016 geplant. Die Erschließungsmaßnahmen sollen möglichst noch im Herbst 2015 durchgeführt werden bzw. dann unmittelbar vor dem Beginn der Hochbaumaßnahmen.

 

Die vorgestellte Entwurfsplanung wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss als durchdacht bezeichnet und fand Zustimmung. Ferner wurde das Kostenbewusstsein bei den bisherigen Planungsschritten hervorgehoben. Das Gremium ist sich über die Unabwendbarkeit und Erforderlichkeit des Bauvorhabens im Klaren. Jedoch ist die kostenbewusste Ausführung oberstes Gebot. Diesen Anspruch hat die Verwaltung durch die Kostenreduzierungen bei der Planüberarbeitung bereits gezeigt. Dass in den jetzt folgenden Detailplanungen noch Veränderungen entstehen, die sich auch auf die vorläufig genannten Kosten auswirken können, ist bekannt.

 

Augenblicklich erstmals aus Kostengründen nur einen funktionstüchtigen Bauhofneubau zu erstellen, der bei Bedarf und finanzieller Leistungsfähigkeit dann in den kommenden Jahrzehnten erweitert und optimiert werden kann, war von Anfang an die Grundidee und ist weiterhin zu unterstützen. Jeder Neubau, auch wenn er noch nicht alle Wünsche und Anforderungen vollständig erfüllen kann, ist eine sprunghafte Verbesserung zum gegenwärtigen Zustand. Angesichts der vielfältigen Aufgaben der Stadt muss deshalb auch hier auf einen sparsamen und wirtschaftlichen Umgang mit den Haushaltsmitteln geachtet werden. Dem wird der vorgelegte Entwurf aber sehr überzeugend gerecht.

 

In der weiteren Beratung ging ein Ausschussmitglied kurz auf die Gestaltung des Gebäudes ein und regte an, auf die Baugestaltung noch besonderes Augenmerk zu legen. Die Notwendigkeit zum kostengünstigen sollte und muss auch nicht einseitig zu Lasten der Gestaltung gehen. Abschließend wurde aus der Mitte des Ausschusses angeregt, in die Planung die Anbringung einer Photovoltaikanlage bereits mit einzubeziehen.

 


Nach Sachvortrag wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss dem Stadtrat folgende Beschlussfassung empfohlen:

 

Der Bauentwurf des Ingenieurbüros Gehm, Vaterstetten, vom 15.03.2015 für die Errichtung eines Bauhofs auf dem städtischen Grundstück Fl.Nr. 573 der Gemarkung Grafing wird gebilligt und in Kenntnis der Kostenschätzung die Durchführung des Bauvorhabens beschlossen.

 

Die Ingenieur-/Architektenleistungen für die weiteren Leistungsphasen (Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung und Ausführungsplanung) sind zu beauftragen.