Tagesordnungspunkt

TOP Ö 13: Mittelschule Grafing;
Sanierung der WC-Anlagen und sonstige bauliche Maßnahmen;
Maßnahmen- / Durchführungsbeschluss und Vergabe der Ingenieurleistungen

BezeichnungInhalt
Sitzung:24.03.2015   BWUA/009/2015 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Der Tagesordnungspunkt wurde von der Vertreterin des Bauamtes ausgeführt. Es wurde darüber berichtet, dass die Georg-Huber-Mittelschule Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf individuell und differenziert fördert. Mit dem Angebot der gebundenen Ganztagsschule, wird die Georg-Huber-Mittelschule Grafing nicht nur als wohnortnahe Schule geschätzt, sondern gewinnt, trotz rückläufiger Schülerzahlen an Mittelschulen, zunehmend an Attraktivität auch für viele Eltern und Schüler aus dem gesamten südlichen Landkreis.

Die Kinder verbringen heute mehr Zeit in den Schulen als in früheren Zeiten. Die Schulstandorte dienen nicht mehr nur dem Unterricht – sie werden für viele Stunden des Tages Lebensorte für Schülerinnen und Schüler sowie Pädagoginnen und Pädagogen und müssen einem immer umfassenderen Bildungsanspruch genügen. Standortsicherung wird nicht mehr nur erreicht, indem die Kinder optimal pädagogisch gefördert werden, sondern sich auch in ihren Schulen wohlfühlen und sicher aufgehoben sind.

 

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sind unter Rücksichtnahme der Arbeitsstättenrichtlinien, den Hygienestandards, der Unfallverhütungsvorschrift, den Brandschutzanforderungen und den Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz etc. Sanierungs- und Umbaumaßnahmen notwendig. Bevor auf die baulichen Maßnahmen eingegangen wird, soll kurz das Gebäude beschrieben werden.

 

Zustand des Gebäudes:

 

Die Mittelschule Grafing besteht aus einem dreigeschossigen Hauptbau mit einem zweigeschossigen Verbindungsbau, der an die Grundschule anschließt. An dem Gebäude aus dem Jahr 1969 wurden in den vergangenen Jahren einige bauliche Einzelmaßnahmen durchgeführt. Das Gebäude wurde in den 1990iger Jahren an das Fernwärmenetz Schulzentrum angeschlossen. Die Heizungsanlage wurde 2009 komplett erneuert. Ebenso wurde das Gebäude im Bereich TGA Elektrotechnik sowohl in der Hinsicht auf den Brandschutz, als auch energetisch teilsaniert (Verkabelung, tageslichtabhängige Präsenzsteuerung der Beleuchtungsanlage in den Klassenräumen). Die Gänge und Teilbereiche des Treppenhauses, sowie die Aula wurden allerdings noch nicht optimiert.

 

An der Ostfassade des Hauptbaukörpers wurde im Jahr 2005 ein Wärmedämmverbundsystem angebracht, die Erneuerung der Fenster wurde in diesem Bereich zeitgleich durchgeführt. Im gleichen Jahr erfolgte im Westen ein eingeschossiger Anbau für die Mittagsbetreuung. Die Fenster der Westfassade wurden 2013 erneuert, jedoch ohne Dämmmaßnahme der Fassade. Die noch nicht veränderten Bauteile des Schulgebäudes von 1969 sollten verbessert werden und somit alle Außenbauteile auf einem energetisch vergleichbaren Stand gebracht werden.

 

Im Jahr 2010 wurde die WC-Anlage im Erdgeschoss erneuert, wobei im Rahmen dieser Maßnahme lediglich das Schülerinnen- und Schüler-WC erneuert wurde. Das Lehrer-WC ist noch im Originalzustand.

 

Eine neue Lehrküche wurde im Jahr 2013 installiert.

 

 

Übersicht der notwendigen baulichen Maßnahmen:

 

  • Sanierung WC-Anlagen teilweise EG, 1. OG und 2. OG
  • Austausch Türen Klassenzimmer
  • Austausch Rauchschutztüren Flure
  • Kopierraum Lehrerzimmer 1. OG
  • Nebenraum Lehrküche UG
  • Elektroinstallation/Beleuchtung Gänge
  • Sanierung Feuchteschäden Untergeschoss (Außenwand West und Flurwand)
  • Sanierung Eingangstreppe Nebeneingang West
  • Fassadensanierung Süd, Nord (Dämmung + Fenster)
  • Fassadensanierung West (Dämmung)
  • Schließen der Flurnischen EG–2. OG (Mietschränke)
  • Austausch Flurdecken komplettes Gebäude
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

 

Im Folgenden sollen die baulichen Maßnahmen genauer betrachtet werden:

 

1.      Sanierung WC-Anlagen teilweise EG, 1. OG und 2. OG (Sommer 2015)

Im Jahr 2010 wurde die WC-Anlage im Erdgeschoss erneuert, wobei im Rahmen dieser Maßnahme lediglich das Schülerinnen- und Schüler-WC saniert wurde. Dabei wurden die Decken jedoch nicht wieder verschlossen, da die Weiterführung der Sanierung im Erdgeschoss und in den oberen Geschossen für die Folgejahre geplant war. Allerdings wurden diese Maßnahmen bislang nicht durchgeführt.

 

Im Erdgeschoss steht noch die Sanierung des Lehrer-WCs an. Ebenso sollten dringend die Fenster ausgetauscht werden. In den WC-Anlagen kam es bereits mehrfach zu einer Schimmelbildung, da die alten Kurbelfenster nur sehr schwergängig zu öffnen sind und eine regelmäßige Stoßlüftung nicht gewährleistet werden kann. Zudem sollte der innenliegende Putzraum eine verbesserte Lüftungssituation erhalten.

 

Die Planung für die Komplettsanierung der Schüler- und Lehrer WCs im ersten Obergeschoss sieht eine Reduzierung der Schüler-WCs zugunsten eines zweiten Lehrer WCs vor. Im zweiten Obergeschoss kann durch die WC-Reduzierung ein kleiner Raum zum Lagerraum umfunktioniert werden.

 

2.      Austausch Türen Klassenzimmer (Sommer 2015)

Der Austausch der gesamten Klassenzimmertüren einschließlich Zargen ist dringend notwendig. Die Stahlzargen sind derart gestaucht, dass die Türen sehr schwer zu schließen bzw. zu öffnen sind. Größtenteils wurden die Türblätter an der Schloss-Seite abgeschliffen, damit diese überhaupt noch geschlossen werden konnten. Allerdings entsprechen diese Türen nicht mehr dem geforderten Brandschutz, welcher vollwandige und dichte Türen fordert.

 

3.      Austausch Rauchschutztüren Flure (Sommer 2015)

Die Erneuerung der Rauschutztüren ist dringend zu empfehlen. Die Türen entsprechen nicht der Unfallverhütungsvorschrift „Schulen“. Die Profilrahmentüren haben kein Sicherheitsglas, zudem geht eine erhebliche Stoßgefahr vom Bedienhebel für die Standflügelverriegelung aus, da dieser im 90°-Winkel vom Türblatt absteht.

 

4.      Kopierraum Lehrerzimmer (Sommer 2015)

Im Anschluss an das Lehrerzimmer soll ein Kopierraum entstehen. Bislang steht das Kopiergroßgerät im Lehrerzimmer und sollte dringend ausgelagert werden. Zur Schaffung des neuen Kopierraumes mit Verbindung zum Lehrerzimmer, soll ein Teilbereich des Flurs in trockenbauweise abgetrennt werden.

 

5.      Nebenraum Lehrküche UG (Sommer 2015)

Im Untergeschoss wurde im Jahr 2013 die neue Lehrküche eingebaut. Im Anschluss an diese Maßnahme sollte die Anbindung eines weiteren Raums zur Unterbringung der Lebensmittel erfolgen. Zu diesem Zweck wurde bereits zum benachbarten Physik-Lagerraum ein Türdurchbruch vorgesehen.

 

Zur Nutzung des Raums muss hierfür eine Rampe von der höher gelegenen Küche, der Einbau einer Schiebetüre, eine Abtrennung des Physikraums mit einer Trockenbauwand und die elektrotechnische Verkabelung erfolgen sowie eine Abluftmöglichkeit geschaffen werden.

 

6.         Elektroinstallation/Beleuchtung Gänge

Die Elektroakustische Anlage (ELA), sowie die Beleuchtungen im Treppenhaus, in der Aula und den Gängen sollte zeitnah erneuert werden.

 

7.         Sanierung Feuchteschäden UG

Die an der Westseite gelegenen Gangbereiche des Untergeschosses zeigen an den Außenwänden und teilweise auch an den Innenwänden Feuchte- und Salzschäden auf.

Eine im Jahr 2010 veranlasste Untersuchung von Baustoffproben ergab im Gesamtergebnis eine leicht erhöhte Durchfeuchtung mit einer kapillaren Durchfeuchtung von 36 % bis 45 % der erdberührenden Bauteile. Es wurde eine vertikale Innenabdichtung mit flankierenden Maßnahmen ohne zwingend notwendige Horizontalabdichtung empfohlen. Diese Maßnahmen sollten zeitnah umgesetzt werden, um einen Schimmelbefall zu vermeiden.

 

8.      Sanierung Eingangstreppe Nebeneingang West

Der Treppen- und Podest-Belag ist an einigen Stellen gebrochen und sollte, bevor die Beton­treppe Schaden nimmt, erneuert werden.

 

9.      Fassadensanierung (Dämmung und Fenster)

Im Rahmen einer energetischen Sanierung sollte zunächst eine Dämmung der obersten Geschossdecke/Dach erfolgen, dann eine Erneuerung der Fenster zusammen mit der Dämmung der Außenwände. Dadurch wird eine Verbesserung der Gebäudehülle als Gesamtpaket erzielt.

 

10.Schließen der Flurnischen EG–2. OG (Mietschränke)

Im vergangenen Jahr wurden die maroden Einbaugarderobenschränke (Holz), aus den Gängen vor den Klassenzimmern, gegen Schließfachschränke aus Metall ausgetauscht. Die vorhandenen Nischen wurden durch die Holzkonstruktion der Einbauschränke boden- und deckenbündig verschlossen. Nach Demontage der Schränke sind nun im oberen Bereich der Nischen die Verkabelungen zu den Klassenräumen sichtbar, der Bodenbelag fehlt an einigen Stellen vollständig. Da die neuen Schließfachschränke nicht maßgerecht in die Nischen passen, entstehen somit zusätzlich kleine Schmutzecken. Zeitnah sollten die offenen Bereiche mit Gipskartonplatten geschlossen werden.

 

11.   Austausch der Flurdecken im kompletten Gebäude

Mittelfristig sollte über die Erneuerung der Flurdecken nachgedacht werden. Die vorhandenen Metallpaneeldecken weisen an den Deckenlatten und Paneelen Beschädigungen auf, zudem bietet diese Deckenkonstruktion keinerlei Schallschutz. Im ersten Schritt sollte der Deckenbereich der Aula erneuert werden, zumal hier häufiger schulische Veranstaltungen stattfinden. Im Rahmen der energetischen Sanierung der TGA Elektroinstallation (Beleuchtung) im Bereich der Aula könnten diese Maßnahmen miteinander verknüpft werden.

 

12.   Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

Eine Komfortlüftung in Schulen ist nicht nur zuletzt aus hygienischen Gründen sinnvoll. Ziel hierbei ist, die Mindestanforderungen an die Raumluftqualität zu erfüllen. Eine bessere Raumluftqualität als bei Fensterlüftung zu erreichen und nicht zuletzt den Heizwärmebedarf zu senken. Diese Maßnahme ist mittelfristig umzusetzen.

 

Sanierungsmaßnahmen 2015

Für die Sommerferien 2015 soll ein Maßnahmenpaket (Punkte 1 bis 5) geschnürt werden, welches zum einen die notwendige Sanierung der WC-Anlagen im 1. und 2. OG, die Fertigstellung der WC-Anlage im EG und zum anderen den zwingend notwendigen Austausch der Klassenzimmertüren und Rauchschutztüren beinhaltet. Die Kleinmaßnahmen Erweiterung des Lehrerzimmers (Kopierraum) und Abtrennung eines Nebenraumes für die Lehrküche sind ebenfalls angedacht. Die Arbeiten sollen Anfang der Sommerferien beginnen und Mitte September abgeschlossen sein. Damit dieser enge Zeitplan eingehalten werden kann, müssen die Leistungsverzeichnisse zeitnah ausgeschrieben und beauftragt werden.

 

Kostenschätzung (Brutto)

 

Sanierung WC-Anlagen                                                                                                 272.761,00 €

Austausch Türen Klassenzimmer                                                                                 25.045,00 €

Austausch Rauchschutztüren                                                                                        80.000,00 €

Kopierraum Lehrerzimmer                                                                                               7.450,00 €

Nebenraum Lehrküche UG                                                                                              4.996,00 €

Summe 1                                                  Kosten des Bauwerks                                390.252,00 €

                                                                     zzgl. Baunebenkosten                                 60.000,00 €

Summe 2                                                  Gesamtkosten                                              450.252,00 €

 

Die Ingenieurleistungen müssen ebenfalls vergeben werden. Die oben vorgestellten Kosten für die Sanierung der WC-Anlagen basieren auf einer Kostenberechnung vom 06.03.2015, alle weiteren Kosten basieren auf einer Kostenschätzung vom 06.03.2015. Die Vergütung der Projektierungsleistungen erfolgt nach Kostenberechnung.

 

Das vorgestellte Konzept wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss als schlüssig und sehr gelungen bezeichnet. Das Gremium war sich darüber einig, dass dringend eine Aufwertung des Gebäudes notwendig sei und jährlich ein Teil der vorgestellten Maßnahmen abgearbeitet werden muss.

 

Bei der Deckensanierung sollte man im Vorfeld unbedingt überprüfen, welches Material sich hinter der Decke befindet. Hier könne es böse Überraschungen geben.

 

Im Hinblick auf die Erkenntnisse im Rechnungsprüfungsausschuss wurde kritisch angemerkt, dass nicht allen bestehenden Wunschvorstellungen entsprochen werden kann. Hier muss unbedingt auf einen sorgsamen Umgang mit den städtischen Finanzmitteln geachtet werden und jede Maßnahme auf ihre unbedingte Notwendigkeit - nicht nur Zweckmäßigkeit - hinterfragt werden. Die Stadt hat darauf zu achten, angesichts der begrenzt verfügbaren finanziellen Mittel nicht die Erfüllung anderer Pflichtaufgaben zu vernachlässigen.

 


Nach Sachvortrag wurde vom Bau-, Werk- und Umweltausschuss dem Stadtrat einstimmig die Durchführung folgender Sanierungsmaßnahmen in der Mittelschule Grafing gemäß Kostenschätzung vom 06.03.2015 empfohlen:

·      Sanierung der WC-Anlagen

·      Austausch der Klassenzimmertüren und Rauchschutztüren

·      Herstellung eines Kopierraums am Lehrerzimmer und eines Nebenraums in der Lehrerküche