Tagesordnungspunkt

TOP Ö 1: Energienutzungsplan Landkreis Ebersberg;
Mögliche Umsetzung auf kommunaler Ebene

BezeichnungInhalt
Sitzung:11.11.2014   EB/001/2014 
DokumenttypBezeichnungAktionen

Die Erste Bürgermeisterin erläutert Ihren Wunsch, dass durch den Energiebeirat wertvolle Hinweise an die Verwaltung und/oder den Stadtrat herangetragen werden, die dann zur Energieeinsparung bzw. zum Voranschreiten der Energiewende führen könnten.

Anschließend erteilt sie dem Vertreter der Verwaltung, Herrn Bauer, das Wort.

Dieser erläutert die zur Verfügung gestellte und von der Fa. ecb erstellte Zusammenfassung zur Bürgerveranstaltung am 04.06.14 zum Energienutzungsplan Lkr. Ebersberg (diese ist im Gremieninfo unter „Zusatzinformationen“ eingestellt):

 

1.            Nach dem vorläufigen vom Landkreis erstellten Energienutzungsplan teilt sich der Energieverbrauch in der Stadt Grafing mit knapp 80 % auf den Wärmeverbrauch und zu 20 % auf den Stromverbrauch auf. Der Anteil der Wärme liegt damit etwas über dem Landkreisdurchschnitt. Insgesamt liegt der Energieverbrauch in Grafing aber unter dem Landkreisdurchschnitt.

 

2.            Dabei ist der Wärmeverbrauch unter den Landkreisdurchschnitt aber über dem Bundesdurchschnitt. Der Anteil an erneuerbaren Energien liegt in Grafing unter dem Landkreis- aber über dem Bundesdurchschnitt. Biomasse hat einen höheren Anteil als in restlichen Landkreis.

 

3.            Auch beim Strom liegt der Verbrauch in Grafing unter dem Landkreis- und auch unter dem Bundesdurchschnitt. Biomasse spielt in Grafing eine größere Rolle als im Landkreis. Der Anteil von Photovoltaik ist geringer. Insgesamt liegt der Anteil der erneuerbaren Energien über dem Durchschnitt.

 

4.            Für Windkraft gibt es in Grafing keine geeigneten Flächen. Das Potential für Biomasse scheint mehr oder weniger ausgereizt. Photovoltaik und oberflächennahe Geothermie würden noch Potentiale bieten. Allerdings ist zu beachten, dass es wenig geeignete große Dächer gibt.

 

5.            Photovoltaik ist wegen der Verringerung der Einspeisevergütung derzeit nur  bei Eigenverbrauch rentabel. Die Schule hat einen zu geringen Verbrauch für eine Photovoltaikanlage. Die Einbeziehung des Freibades in diesen Eigenverbrauch ist nicht möglich, weil das öffentliche Netz genutzt werden muss und dann kein Eigenverbrauch mehr vorliegt. Das Legen einer eigenen Leitung ins Freibad ist teuer.

 

6.            Freiland-Photovoltaikanlagen sind erst ab einer Größe von 4ha rentabel.

 

7.            Für die energetische Sanierung der Kläranlage gibt es ein Gutachten. Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen werden derzeit zum Teil umgesetzt. Die Umsetzung aller Maßnahmen würde 600.000,-- € kosten. Dies wird nicht vollständig möglich ein. Eventuell wird auf der Kläranlage für den Eigenverbrauch eine Photovoltaikanlage eingerichtet. Ein Student der Uni Landshut wird eine Masterarbeit mit dem Thema Energieeinsparung in der    Kläranlage anfertigen. Weiterhin besteht ein Kooperationsangebot der Energiegenossenschaft für die Bebauung des Gewerbegebiets Schammach II.

 

8.    Die Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft wird weiter verstärkt, um energetische Sanierungen umzusetzen.

 

9.            Die Straßenbeleuchtung soll vermehrt auf LED umgerüstet werden. Die Stadt hat hier, zusammen mit der Firma Rothmoser, bereits 2011 eine größere Aktion durchgeführt bei der 173 Leuchten umgerüstet werden (Kosten 52.496,-- €), die auch gefördert wurde (Zuwendung 20.998,-- €).  Es wurden insgesamt Leuchten der rund

1.200 Leuchten im Stadtgebiet umgerüstet. Dies sind knapp 10 %. Eventuell sollte

auch daran gedacht werden in die Lampen Bewegungsmelder zu integrieren.

 

10.          Das bestehende Gutachten für die energetische Sanierung der Gebäude der Architekten Aschauer und Betz soll weiter beachtet werden. Die Stadt wird im nächsten Jahr beginnen, den Wohnungsbestand, zuerst in Grafing Bahnhof, zu sanieren und damit auch energetisch zu ertüchtigen. Die Gebäude in der Wasserburg Str. und in der Kappellenstr. 57.59 wurden abgerissen und von der GWG durch neue energetisch hochwertige Gebäude ersetz.

 

11.          Ein großes Projekt in diesem Zusammenhang wird die Grundschule sein, bei der es mit dem Anbau für die Ganztagschule im Norden zu einer Dämmung der Nordfassade kommen soll. Ziel soll auch sein, im Zuge des Umbaus eine Einzelsteuerung für die Räume für die Heizung zu erreichen. Das Dach der Bücherei wurde bereits von Jahren gedämmt.

 

12.          Aufgrund des hohen Anteils von 35% sollte darüber nachgedacht werden, den Austausch von Ölheizungen, die vor 1990 eingebaut wurden zu fördern. Die Öffentlichkeitsarbeit sollte in dieser Richtung verstärkt werden.

 

13.          Die Stadt wird versuchen, die Daten der Kaminkehrer zu bekommen. Vielleicht ist die Energiegenossenschaft hier schon weiter.

 

14.          Die zukünftige Städteplanung muss sich bereits bei Aufstellung des Bebauungsplanes mit der Energieversorgung des betreffenden Gebietes befassen. Dies gilt für das Baugebiet in der Aiblinger Straße und evtl. auch für das Gewerbegebiet „Schammach II“. Allerdings scheint eine Belieferung, zum Beispiel mit Fernwärme über längere Strecken nicht rentabel. Ein Anschluss- und Benutzungszwang ist in diesem Zusammenhang schwer durchsetzbar. Ein Anreiz zum Anschluss kann nur über den Preis erfolgen.

 

15.          Der Arbeitskreis Energie wartet auf die endgültige Ausarbeitung des Energienutzungsplanes und die darin enthaltenen konkreten Vorschläge. Man wird sich dann mit der Umsetzung befassen. Auf jeden Fall muss die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden.